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Kolumnist: Ralf Flierl

Corona und die Folgen




07.05.20 14:20
Ralf Flierl



 

Warum trotz miserabler Datenlage ein Crack-up-Boom ansteht
Täuschen und tricksen



Vor einigen Monaten war es kaum vorstellbar, dass wir uns hier in unserem Newsletter so sehr mit einem Thema wie Corona beschäftigen müssen. Erstens natürlich deshalb, weil die Folgen davon für Wirtschaft und Börse hochgradig relevant sind, aber dazu später mehr. Es gibt aber noch einen zweiten Grund: Denn die Meinungsmacher in dieser Republik – darunter ist die Politik, das RKI und der „Corona-Onkel“ Drosten zu verstehen – führen ein dermaßen schlechtes Schauspiel auf, dass einem schlicht die Hutschnur hochgehen könnte. Denn alle „Corona-Zahlen“ werden stets nur in eine (dramatische) Richtung interpretiert. Und wenn die einseitige Interpretation nicht ausreicht, dann nennt man auch schon mal falsche Zahlen, wie jüngst geschehen (warum passieren Fehler eigentlich nur in die „gewünschte“ Richtung?). Es wird getrickst und getäuscht, dass sich die Balken biegen:

Beispiel 1: Wie die Heinsberg-Studie des Prof. Hendrik Streeck zeigt, gab es dort fünfmal mehr mit Sars-CoV-2 Infizierte als zunächst angenommen (nämlich insgesamt rund 15% der Bevölkerung). Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die ehemals dort dramatisch dargestellte Sterblichkeit inzwischen nur noch bei 0,37% liegt. Wenn man das auf die gesamte deutsche Bevölkerung hochrechnet, dann relativiert sich die Gefährlichkeit, die mit diesem Virus assoziiert wird, doch gewaltig. Wenn also die sogenannte „Durchseuchung“ weitaus höher ist als bisher angenommen, dann wird man dementsprechend eine umso höhere Infiziertenzahl vermelden können, je mehr man auf Corona testet. Das heißt auf gut Deutsch: Wenn die Politik, das RKI und die Medien ständig auf dieser Infiziertenzahl herumreiten, sagt das eigentlich nur etwas aus über die Zahl der Tests aus, aber nichts über die Gefahr von Corona. Warum ist dieser Gedanke so wichtig?

Nach einem unglaublichen Schlingerkurs der Politik (die Argumentation über die Reproduktionsrate ist ja mittlerweile nicht mehr haltbar), welche Zahlen man nun als Hauptbegründung für die Aufrechterhaltung des Shutdowns heranziehen soll, hat die Kanzlerin zuletzt verkündet, dass nun eine Neu-Infiziertenzahl von 50 je 100.000 Einwohnern das entscheidende Kriterium sei. Anders gesagt: Die Regierung bestimmt ein Kriterium, welches sie durch eine Forcierung der Testaktivität selbst triggern kann. Wahnsinn!

Beispiel 2: Aber vielleicht ist ja Corona wirklich so tödlich, wie uns überall suggeriert wird. Wie die Zahl der Corona-Toten ermittelt wird, wurde schon im ersten und zweiten Teil unseres Corona Spezial beschrieben – nämlich geradezu willkürlich (Aussage von Herrn Wieler: ein an Herzinfarkt Verstorbener mit post mortem festgestelltem Coronavirus wird der Corona-Toten-Statistik zugerechnet!). Mangels anfänglicher Obduktionen (weil laut RKI „zu gefährlich“) gab es lange keine verlässlichen Aussagen darüber, wer mit oder wer an Corona gestorben ist. Der vermutlich erste, der eine flächendeckende Obduktion dann doch durchgeführt hat, ist Professor Dr. Klaus Püschel, Chef der Hamburger Rechtsmedizin. Und hier ist sein Ergebnis: Von den bisher rund 160 in Hamburg als Corona-Toten gemeldeten Patienten hatten ausnahmslos alle schwere Vorerkrankungen. Seiner Ansicht nach wären vermutlich die allermeisten im Laufe dieses Jahres auch ohne COVID-19 noch verstorben. Nach Püschels Einschätzung – und wer, wenn nicht derjenige, die die Toten obduziert hat, kann sich dazu ein aussagekräftiges Urteil erlauben? – handelt es sich bei Corona um eine „vergleichsweise harmlose Viruserkrankung“. Bei dem Prof. Drosten hört sich das alles irgendwie ganz anders an, oder? Warum wird der Praktiker Püschel vom Theoretiker Drosten nicht um seine Einschätzung gebeten?

Das bedeutet etwas überspitzt zusammengefasst: Die Infiziertenzahl lässt sich je nach Ausweitung der Tests nahezu beliebig kreieren. Und die Totenzahl lässt sich ebenfalls beliebig interpretieren und sogar maipulieren, je nachdem welche vorher schon schwer erkrankten Verstorbenen man auf Corona testet oder nicht. Eine solche Vorgehensweise ist alles andere als wissenschaftlich!


Die Sache mit der Ente



Interessant auch, dass die Zahl der Influenza-Infizierten und auch -Todesfälle in dieser Grippe-Saison sehr niedrig ist. Corona steigt und Influenza geht nach unten! Beides zusammengenommen liegt die Zahl übrigens in etwa auf dem Niveau der Vorjahre! Fassen wir mal die Gemeinsamkeiten zusammen: Beide Viren treten zur etwa gleichen Saison auf, beide zeigen ähnliche Symptome, beide verursachen bei der gleichen Zielgruppe (v.a. sehr alte und vorerkrankte Personen) die schweren Symptome bzw. Todesfälle, und die Infizierten- und Todeszahlen sind zusammengenommen in etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Im Angelsächsischen gibt es ein Sprichwort, welches übersetzt ungefähr so lautet: Wenn etwas schwimmt wie eine Ente, watschelt wie eine Ente und quakt wie eine Ente, dann handelt es sich vermutlich um eine Ente.


Alter Schwede



Bleibt noch die Frage: Wurde durch den Shutdown nicht Schlimmeres verhindert? Diese Antwort kann man im Nachhinein naturgemäß nicht beantworten. Was uns nur bleibt ist, den Blick in das einzige europäische Land zu richten, welches bei dieser fast konzertierten Aktion nicht mitgemacht hat, lesen Sie dazu die Nachbetrachtung des Journalisten Wolfram Weimer zur Situation in Schweden: Ja, die Zahlen dort sind deutlich höher als in Deutschland, aber sie sind auch deutlich niedriger als in Italien oder Spanien, die jeweils den Shutdown hatten. Aber Schweden hat als Endergebnis seiner Wirtschaft keinen dramatischen Schlag versetzt und zudem vermutlich nun die sogenannte Herdenimmunität erreicht. In den Ländern mit Shutdown werden wir das gleiche Schauspiel wieder erleben, oder aber es kommt vorher zur Massenimpfung (nur zur Info: eine Impfung ist keine ungefährliche Sache, die Impfschäden sind zahllos; wer mehr dazu wissen will: das Internet ist voller diesbezüglicher Informationen, in einer seriösen Weise z.B. hier aufbereitet).


Grundrechte adé?



Ach ja, ganz vergessen: Unsere Grundrechte werden im Corona-Rausch auch gleich noch plattgemacht: Das Versammlungsverbot (Verhaftungen bei Demonstrationen), das Recht auf freie Meinungsäußerung (Zensur via Löschung z. B. von kritischen Youtube-Videos), die körperliche Unversehrtheit (eine Art „Zwangsimpfung“ ist im Gespräch) oder die Unverletztlichkeit der Wohnung. Was der Corona-Notstand so alles erlaubt, kann z.B. hier nachgelesen werden. Der von uns sehr geschätzte Dr. Markus Krall twitterte jüngst: „Dass die Bundesregierung darauf abzielt uns alle gegen ein Virus mit der Letalität einer Grippe mit einem Stoff zu impfen, der aus Zeitmangel nicht getestet worden sein kann, zeigt, dass ihr unsere Rechte egal sind.“


Eingriff ins Vermögen



Wer seine Informationen zu Corona hauptsächlich von Merkel, Drosten und Wieler bezieht, der könnte bei diesen hier dargelegten Gedanken vielleicht einen Tobsuchtsanfall bekommen. Aber bedenken Sie, aufgrund der Panik und Hysterie um dieses Coronavirus wurde die Wirtschaft in einem Maße heruntergefahren, dass dies große Teile des Klein- und Mittelstandes entweder sofort oder auf absehbare Zeit in den Ruin treiben wird – mit dementsprechenden Folgen für die Gesamtwirtschaft. Von den gesellschaftlichen Folgen (Selbstmorde, Massenansturm in der Psychatrie usw.) gar nicht zu sprechen. Weiterhin wird dadurch unser Finanzwesen an die Wand gefahren. Klar, das wäre ohnehin über die Zeit passiert. Aber nun geschieht es ansatzlos und ohne Reaktionsmöglichkeit. Genau deshalb haben wir uns in der aktuellen Ausgabe des Smart Investor Magazins mit dem Thema der „Vermögensabgabe“ beschäftigt, im Zuge derer tief in das Vermögen der Bürger eingegriffen werden wird. Und das ist kein Hirngespinst! Eine solche Aktion werden wir erleben – in welcher Form auch immer. Schließlich bedeuten die Corona-Maßnahmen auch den zwangsläufigen Zusammenbruch des Euro. Lesen Sie hierzu im letzten Weekly den Absatz „Eurozone vor dem Aus?!


Apropos Grundrechte



Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem kürzlichen Spruch dargelegt, dass die Bundesregierung und der Bundestag das deutsche Grundgesetz verletzt haben, indem sie nicht gegen die Staatsanleihenkäufe der EZB im Rahmen des „Public Sector Purchase Programme“ (= PSPP) vorgegangen sind. Der Degussa-Chefvolkswirt Dr. Thorsten Polleit hat dazu einen guten Artikel verfasst. Der Richterspruch ist zwar eine reine „Formalie“, da die Gelddruckerei im Zuge der Coronakrise jetzt erst richtig losgehen wird. Aber immerhin wurde nun im Nachgang bestätigt, dass im Rettungswahn das Grundgesetz von unseren Politikern schon mal außer Acht gelassen wird. Dies ist insbesondere auf die weiter oben beschriebenen Eingriffe in die Grundrechte, im Rahmen der Coronakrise, vielleicht sinnvoll im Hinterkopf zu behalten






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Zur Wirtschaft



Die fast schon euphorische Stimmung der vergangenen Woche, als der DAX die 11.300er Marke übersprang, hat sich über das Wochenende durch einen Mischung aus schlechten Nachrichten und eine schwache Freitagsitzung an der Wall Street fast schon ins Gegenteil verkehrt. Inzwischen ist die Angst der Anleger wegen wachsender geopolitischer Spannungen und der drohenden Fortsetzung des Handelskrieges gestiegen. Zudem sprach Warren Buffett am Samstag auf der ersten virtuellen Jahreshauptversammlung seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway von einer möglichen zweiten Verkaufswelle an der Börse – vor wenigen Wochen hörte sich das aus dem Munde des „Börsenorakels“ noch deutlich zuversichtlicher an. Gemäß Buffett könne niemand sagen, ob dieser Prozess reibungslos wieder umgekehrt werden könne. Wir bei Smart Investor wissen es zwar auch nicht genau, tendieren aber zu einem klaren NEIN.

Die wirtschaftlichen Folgen der Epidemie, besser gesagt: der darauf abzielenden Maßnahmen wirft einige Fragezeichen auf. Daher haben sich viele Unternehmen eine Art Prognose-Shutdown verordnet, d.h. sie wollen keine Vorhersagen für die kommenden Monate mehr liefern, da die Lage extrem unsicher ist und wohl auch bleibt. Der Gastronomie-Ausrüster Rational AG, dessen Aktie wir letzte Woche in unser Musterdepot aufgenommen haben, schreibt in der Pressemitteilung zu den Zahlen für das erste Quartal: „Unsichere Zeiten – derzeit keine Prognose für 2020 möglich“. Wohlgemerkt, es handelt sich hierbei um ein Unternehmen, welches bisher immer einigermaßen zutreffende Prognosen abgegeben hatte. Insgesamt hat rund ein Viertel der börsennotierten Gesellschaften in Deutschland vor einer schlechteren Entwicklung gewarnt.


Horrornachrichten voraus!



Es werden in den kommenden Wochen immer mehr Horrornachrichten in den Medien platziert werden. Um mal ein Bild abzugeben, was der Shutdown jenseits des Atlantiks bewirkt hat: Die US-Arbeitslosenzahl ist in den letzten Wochen auf 30 Mio. gestiegen, das sind rund 15% (!) der Erwerbstätigen – vor drei Monaten lag der Wert nicht einmal bei 4%! Die Wirtschaftsleistung soll laut Schätzungen um 5% im laufenden Jahr sinken. Nun sind aber in keinem größeren Land der Welt die Menschen dermaßen verschuldet wie in den USA, insbesondere die Unter- aber auch die Mittelschicht ist bis zur Halskrause mit Konsumentenkrediten und Hypothekendarlehen vollgeladen. In einer boomenden Wirtschaft mag das gutgehen. In einer Rezession, wie sie nun ansteht, dürfte das fatale Folgen haben: Das Wirtschaftsgefüge wird von unten her aufgesprengt.


Die nächsten Monate…



Was bedeutet das hier Gesagte nun für die kommenden Monate? Wie schon des Öfteren an dieser Stelle und vor allem im Heft geschrieben: Die Börsen können in der Tat nochmals abtauchen. Aber die nun startenden und sich noch extrem ausweitenden Hyperaktivitäten der Zentralbanken und der Regierungen werden für gigantische Geldinjektionen in die Wirtschaft und damit in die Börse sorgen.
Auf Sicht einiger Monate steht daher vermutlich ein sogenannter Crack-up-Boom an, welchem wir schon vor vielen Jahren eine Heft-Titelgeschichte gewidmet hatten, nachzulesen hier. Damals waren wir sozusagen eine große Welle zu früh dran. Auf die heutige Zeit passt das damals Geschriebene aber recht gut. Für alles Weiterführende müssen wir auf das aktuelle Heft 5/2020, sowie die kommende Ausgabe 6/2020 verweisen.


Musterdepot Aktien & Fonds



In unserem Musterdepot berichten wir heute über unser wikifolio „Smart Investor – Momentum“. Sie können sich im Musterdepot durch einfaches Blättern einen schnellen Überblick über die Transaktionen der letzten Wochen verschaffen..





Smart Investor 5/2020


Titelstory: Vermögensabgabe

Peak Everything: Corona-Pandemie als Brandbeschleuniger

Familienunternehmen: Kaufmännisches Denken bleibt gefragt

Corona-Profiteure: Chancen in der Krise




Fazit

Um es nochmals klar zu sagen: Corona ist gefährlich, wie viele andere Viruserkrankungen, z. B. Influenza, auch. Schutzmaßnahmen sind sicherlich gerechtfertigt. Man wird den Eindruck aber nicht los, dass die Regierung schon seit Wochen mit aller Gewalt den Lockdown der Wirtschaft in die Länge ziehen will. Die Beschneidung der Grundrechte wird der Bevölkerung „verkauft“, als wäre diese alternativlos. Die negativen Folgen für die Wirtschaft, insbesondere viele kleingewerbliche und mittelständische Betriebe werden dramatisch sein. An den Börsen dürften die Maßnahmen der Politik und der Zentralbanken, von einem kurzfristig möglichen Abtaucher abgesehen, zu einem Crack-up-Boom führen. Edelmetalle dürften in jedem Falle profitieren.

Ralf Flierl


       

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