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Kolumnist: Markus Fugmann

China öffnet seinen Markt für ausländische Käufer




12.11.17 07:09
Markus Fugmann

 – nur leider dort, wo viele sicherlich kaum einsteigen wollen


Man hört das „Gejammer“ aus Nordamerika und Europa seit Jahren, ständig. China soll endlich seinen Markt öffnen. Ausländischen Unternehmen soll es endlich erlaubt werden chinesische Unternehmen zu kaufen. Ein mehr als berechtigtes Anliegen, zumal chinesische Firmen umgekehrt freien Zugang haben, welchen sie auch zunehmend gerne nutzen. Und nun? Donald Trump war in China, wurde mit allem Pomp empfangen, und war beeindruckt.


Ja, das ist verständlich. Denn wie man inzwischen weiß, lässt er sich gerne durch große Auftritte und Gesten beeindrucken. Daher wird ihm das überschwängliche Lob der chinesischen Staatsmedien gefreut haben – endlich mal keine Kritik wie zuhause. Und auf den ersten Blick hat Trumps Besuch doch etwas gebracht. Kaum zu glauben, aber China öffnet seine Unternehmen für ausländische Käufer. Hat Trump das geschafft, was Merkel und Co mit tausenden Bitt-Gesuchen nicht schafften? Wir meinen: Leider öffnet man seinen Markt genau da, wo interessierte Ausländer wohl kaum Interesse haben dürften.


Nämlich bei den Banken! Wie alle Welt weiß, ist der Bankensektor in China relativ kaputt. Prominente Hedgefonds haben sich offen dazu geäußert (zum Beispiel Kyle Bass), dass chinesische Banken extrem kaputt seien, weil das ganze Land mit Schulden überladen sei (vereinfacht ausgedrückt). Bislang konnte man sich immer beruhigt zurücklehnen. Die chinesischen Banken in der Hand von Chinesen oder dem chinesischen Staat, werden von der Notenbank in Peking im Notfall gerettet mit frisch gedruckten Yuan, damit das ganze Kartenhaus nicht zusammenbricht.


Und wenn eine Bank nun von Ausländern gekauft wird? Dann haben die das Problem an der Backe! Darf man es so vereinfacht ausdrücken? Also wäre es wohl kein Problem für die Staatsführung in Peking, wenn heimische Banken an Ausländer verkauft werden. Daher dürfte es den Herrschaften relativ leicht gefallen sein gerade den Bankensektor für ausländische Investoren freizugeben.


Dabei hätten die viel mehr Interesse an chinesischen Industrieunternehmen, genau so wie die Chinesen vor allem Interesse an Industrieunternehmen im Westen haben. Oder haben westliche Investoren aufgrund der Nullzinspolitik in ihren Heimatländern tatsächlich so einen großen Drang sich auf so ein Abenteuer einzulassen? Die neue von der Regierung heute früh verkündete Regularie besagt, dass Ausländer bis zu 51% von Banken kaufen dürfen. Diese maximale Prozentzahl will man dann nach und nach ganz aufgeben.


Es ist gut möglich, dass China diese Freigabe des Bankenmarktes für Ausländer eh schon vor hatte, und mit der Verkündung genau bis Trumps Besuch wartete, um ihm diesen „Erfolg“ vor die Füße werfen zu können. Denn damit kann er in den USA einen wirklich bedeutenden Erfolg vorweisen. Seht her, China hat sich zu guten Teilen geöffnet, dank mir! Aber wie gesagt: Ob Ausländer wirklich so interessiert sind Banken in China zu kaufen? Daran darf gezweifelt werden.



Ein schlauer Fuchs? Chinas Staatschef Xi Jinping. Foto: Antilong / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)



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