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Kolumnist: Sven Weisenhaus

Chartanalysen zu DAX, Dow Jones, Commerzbank, ThyssenKrupp und Morphosys




07.01.14 16:39
Sven Weisenhaus

Auch im neuen Jahr stehe ich dem Deutschen Anleger Fernsehen DAF wieder als Experte zur Verfügung. Und so habe ich bereits am Dienstag, den 07.01.2014, das erste Interview des neuen Jahres gegeben. In der Sendung „Börse Live“ ging es um die charttechnische Einschätzung von

1. DAX
2. US-Indizes Dow Jones und S&P500,
3. Commerzbank
4. ThyssenKrupp
5. Morphosys
Nachfolgend erhalten Sie die Wiedergabe des Interviews.


Frage 1: DAX


Der DAX ist lau und mau ins neue Jahr gestartet. Wie geht es hier weiter?


Genau so wird es wahrscheinlich auch weiter gehen, denn der DAX ist an ein massives Widerstandsbündel gelangt, welches aus den diversen Trendlinien verschiedener Aufwärtstrendkanäle besteht (siehe roter Kreis im Chart).



(erstellt mit: tradesignalonline.com) DAX, Candlestick-Chart, Tageserzen


Da wäre zunächst ein (roter) Aufwärtstrend, der seit Anfang Oktober 2013 Bestand hat. Dann gibt es einen Trend, der seit Juni 2013 Bestand hat (gelb eingezeichnet) und wir haben einen (grünen) Aufwärtstrend, der seit Juni 2012 anhält.


Je weiter man in der Zeit zurückgeht, umso mehr Hinweise findet man und je mehr Trendlinien lassen sich im DAX-Verlauf einzeichnen, warum die Rallye im DAX ein vorläufiges Ende haben dürfte. Dann findet man auch noch einen (blauen) Aufwärtstrendkanal, der seit Herbst 2011 Gültigkeit hat.


Der DAX ist an jedem dieser Trendkanäle an deren oberer Trendlinie angelangt, außer beim kurzfristigen (roten) Trend, aus dem der DAX Anfang Dezember nach unten hin ausgebrochen und inzwischen an den Trend zurückgekehrt ist, allerdings an der unteren Trendlinie abgeprallt, womit der bärische Ausbruch bestätigt wurde.


Wir haben im DAX also rein charttechnisch betrachtet massive Probleme. Deshalb gehe ich davon aus, dass es zu einer deutlicheren Korrektur kommen wird, die den Kurs durchaus auch wieder auf (mindestens) 9.000 Punkte drücken kann.


Frage 2: Dow Jones


Wie sieht es beim Dow Jones aus? Hat der sich auch irgendwo den Kopf angeschlagen?


Im Dow Jones sieht es analog zum DAX aus. Auch hier zeigen sich diverse Trendkanäle, wobei der Dow Jones noch etwas Luft nach oben hat.



(erstellt mit: tradesignalonline.com) Dow Jones, Candlestick-Chart, Wochenkerzen


Daher kann natürlich auch der DAX noch etwas steigen, aber wenn man sich die Charts von DAX, Dow Jones und auch vom S&P 500 anschaut, dann stellt man in allen Charts fest, dass hier die oberen Begrenzungen der Trendkanäle sehr viel näher sind als die jeweils unteren Begrenzungen.


(erstellt mit: tradesignalonline.com) S&P500, Candlestick-Chart, Wochenkerzen


Und daher ist eine Korrektur einfach wahrscheinlicher als ein weiterer Anstieg. Und an der Börse geht es eben ausschließlich um Wahrscheinlichkeiten. Entsprechend ist die Chance für fallende Kurse höher als für steigende, weshalb sich das Chance/Risiko-Verhältnis für einen Short-Trade besser darstellt als für einen Long-Trade.


Wenn man sich den (folgenden) langfristigen S&P500-Chart anschaut, dann sieht man seit dem Tief im Jahre 2009 zwei wesentliche Aufwärtsbewegungen. Diese dauerten jeweils 2 Jahre und 2 Monate und hatten im ersten Fall eine Range von ca. 700 Punkten, die aktuelle Bewegung hat bereits über 750 Punkte erreicht.



(erstellt mit: tradesignalonline.com) S&P500, Candlestick-Chart, Wochenkerzen


Beide Bewegungen verlaufen sowohl zeitlich als auch punktemäßig ziemlich ähnlich. Nach der ersten Aufwärtsbewegung gab es eine Korrektur von rund 300 Punkten. Wenn man von einem geringen Restpotential von 50 Punkten im S&P500 ausgeht, aber gleichzeitig das Risiko einer 300-Punkte-Korrektur besteht, dann erkennt man auch daran ein extrem schlechtes Chance/Risiko-Verhältnis.



Frage 3: Commerzbank


Schauen wir ein paar Einzelwerte aus der „ersten Börsenreihe“ an. Was sagen Sie zur Commerzbank?


Die Commerzbank ist für mich der Turnaround-Kandidat 2014. Im Prinzip war die Aktie genau das auch bereits in 2013, immerhin sprang der Kurs vom Tief bei unter 6 Euro schon um fast 100 % auf über 11,6 Euro an. Doch erst in diesem Jahr 2014 könnte sich die Trendwende auch charttechnisch abzeichnen.



(erstellt mit: tradesignalonline.com) Commerzbank, Candlestick-Chart, Wochenkerzen


Wenn wir eine Aufwärtstrendlinie brechen, die aktuell bei ca. 12,2 Euro verläuft, dann haben wir hier schon den zweiten Bruch eines Abwärtstrends, was die Trendwende charttechnisch endgültig einleiten könnte.


Es wurden aber auch fundamental inzwischen viele schlechte News eingepreist und diese über die Bilanz auch bereits verdaut. Wenn ich mich nicht irre hat das Bankhaus zuletzt mehr Gewinn erwirtschaftet als die Deutsche Bank.


Ich sehe hier daher ein recht hohes Gewinnpotential, sowohl was die Gewinn- und Verlustrechnung im Rahmen der Bilanz als auch was den Aktienkurs angeht. 15 Euro sind hier in 2014 locker noch drin – als Mindestziel.



Frage 4: ThyssenKrupp


Wie sieht es bei ThyssenKrupp aus? Auch hier warten alle, dass es zum Turnaround kommt, zumindest was die Werke in Amerika angeht.


Den Turnaround erwarte ich auch bei ThyssenKrupp, wobei sich hier der Prozess etwas länger hinziehen dürfte. Auch das Management von ThyssenKrupp hat zuletzt viel getan, um die Bilanz auf solidere Beine zu stellen:


-         Am 29. November wurde der Verkauf eines Stahlwerks in den USA gemeldet zu einem Preis in Höhe von 1,55 Mrd. US-Dollar,


-         für das defizitäre Werk in Brasilien wurde eine Teillösung erreicht, wodurch das Werk zu mind. 40 % ausgelastet wird,


-         ein Kartellverfahren wurde beendet,


-         die Dividende gestrichen


-         und eine Kapitalerhöhung durchgeführt.


Vieles davon hatte den Aktienkurs lange Zeit belastet, ist aber inzwischen eingepreist und Geschichte.



(erstellt mit: tradesignalonline.com) ThyssenKrupp, Candlestick-Chart, Tageskerzen


Selbst die kurzfristig so negativen Nachrichten für die Aktionäre wie die Dividendenkürzung und die Kapitalerhöhung haben nicht dazu geführt, dass es neue Tiefs gab. Dies spricht dafür, dass ein Boden gebildet wurde im Bereich von 12 bis 13 Euro und sich die Trendwende andeutet.


Wir haben in unserem Börsendienst „Geldanlage Premium Depot“ ein Kauflimit von 16,50 Euro für die Aktie in den Markt gelegt. Ich hoffe daher noch auf leicht fallende Kurse, vielleicht im Rahmen einer Gesamtmarkt-Korrektur. Erstes Kursziel ist dann kurzfristig 19 Euro, langfristig ist hier noch mehr drin.



Frage 5: Morphosys


Was macht die zweite Börsenreihe – im konkreten Fall Morphosys aus dem Biotech-Bereich?


Morphosys hatte ich am 11. November sehr ausführlich in unserem kostenlosen Börsennewsletter „Geldanlage-Brief“ durchleuchtet und konnte auf taufrische 9-Monats-Zahlen und eine frische Prognose zum Gesamtjahr zurückgreifen:
- Umsatz: 64 Mio. Euro – Prognose Gesamtjahr: knapp 80 Mio.
- EBIT: 15 Mio. Euro – Prognose Gesamtjahr: 7-10 Mio.
- EPS: 0,68 Euro
- liquide Mittel (nach Kapitalerhöhung) 400 Mio. Euro
- Marktkapitalisierung: ca. 1,5 Mrd. Euro
- Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV): 19
- Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV): 84



(erstellt mit: tradesignalonline.com) Morphosys, Candlestick-Chart, Wochenkerzen


Das Unternehmen schreibt aber wahrscheinlich auch zukünftig wieder Verluste, da diese in der Vergangenheit regelmäßig angefallen sind, weshalb immer wieder Kapitalerhöhungen durchgeführt werden müssen.


Die Aktie hat kürzlich enorm angezogen und ist von einer längeren Seitwärtsphase zwischen 10 und 20 Euro auf knapp 60 Euro angestiegen. Wenn man sich den langfristigeren Chart anschaut, dann war das Unternehmen auch schon mal höher bewertet. Allerdings war dies zu Zeiten des Neuen Marktes. Wenn man sich den aktuellen Anstieg und das erreichte fundamentale Bewertungsniveau anschaut, dann werden Erinnerungen wach – böse Erinnerungen.


Sie können sich das gesamte Interview auch noch in voller Länge HIER nachträglich ansehen.



Weiteres Experten-Interview im DAF heute um 10:15 Uhr zum Thema Rohstoffe


Bereits am morgigen Mittwoch werde ich 10:15 Uhr dem Deutschen Anleger Fernsehen DAF erneut Rede und Antwort stehen. In der Sendung „Rohstoff-Monitor“ wird es dann um die Einschätzung von Gold, Silber und Öl gehen.





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
84,55 € 83,50 € 1,05 € +1,26% 20.03./18:07
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0006632003 663200 124,90 € 75,50 €
Werte im Artikel
84,55 plus
+1,26%
12,97 minus
-0,27%
7,28 minus
-0,71%
11.604 minus
-1,57%
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
Tradegate (RT)
84,55 € +1,26%  18:03
Berlin 84,70 € +1,01%  15:42
Stuttgart 84,25 € +0,96%  18:15
Xetra 84,35 € +0,90%  17:35
Düsseldorf 84,65 € +0,89%  17:00
Frankfurt 84,55 € +0,89%  15:58
München 84,00 € +0,12%  08:00
Hamburg 84,20 € -0,47%  08:09
Hannover 84,20 € -0,53%  08:10
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