Kolumnist: Sven Weisenhaus

Chart-Check: Gold, Silber und Öl




13.01.14 12:34
Sven Weisenhaus

Nach dem Interview für das Deutsche Anleger Fernsehen DAF in der „Börse Live“, über das hier auf Stock-World bereits am vergangenen Dienstag berichtet wurde, habe ich am selben Tag noch ein Interview in der Sendung „Rohstoff-Monitor“ gegeben. Dabei ging es um eine Einschätzung der Edelmetalle Gold und Silber sowie des Ölpreises. Sie erhalten nachfolgend die Wiedergabe dieses Interviews. Frage 1: Gold

Herr Weisenhaus, der Goldpreis hat im vergangenen Jahr beinahe ein Drittel seines Wertes eingebüßt. Viele Investoren wurden 2013 in Sachen Gold auf dem falschen Fuss erwischt. Wie könnte es nun in diesem Jahr für den Goldpreis weitergehen?


Zunächst einmal lässt sich im sehr langfristigen (folgenden) Gold-Chart feststellen, dass durch die Kursverluste seit dem Hoch bei knapp 1.920 US-Dollar gerade erst ca. 40 Prozent des vorangegangenen mehr als 10-jährigen Anstiegs korrigiert wurden. Gemäß der Chartanalyse nach den Fibonacci-Marken ist damit noch längst nicht der Aufwärtstrend beendet bzw. hat noch kein Trendwechsel stattgefunden.


Gold -
        langfristige Chartanalyse


Dann kann man im kurzfristigeren Bereich erkennen, dass Gold im Bereich von 1.180 US-Dollar (siehe grüne Linie im folgenden Chart) offenbar versucht, einen Doppelboden auszubilden.


Gold -
        mittelfristige Chartanalyse


Der kurzfristige Abwärtstrendkanal, der Ende Oktober begonnen hat, wurde kürzlich nach oben gebrochen. Die Chancen stehen also durchaus gut, dass das Jahr 2014 für die Goldbullen gut beginnt.


Gold -
        kurzfristige Chartanalyse


Zwar besteht noch ein Widerstand bei 1.250 US-Dollar, ich erwarte aber, dass wir schon in den nächsten Tagen Kurse oberhalb dieser Marke sehen.


Der Goldpreis hat unter der geldpolitischen Wende in den USA enorm gelitten. Dieser Druck dürfte auch längerfristig noch anhalten, weil die US-Notenbank in den kommenden Monaten weiter Stück für Stück weniger Liquidität in den Markt geben wird. Gold-Käufe, bei denen man auf einen erneuten Preisanstieg auf 1.900 US-Dollar oder mehr setzt, sind weiterhin dem Prinzip Hoffnung (oder eher Hoffnungslosigkeit) zuzuordnen, doch die gerade eingeleitete Gegenbewegung dürfte noch etwas anhalten.


Frage 2: Silber

Schauen wir auch auf die mögliche Entwicklung des Silberpreises in diesem Jahr. Womit rechnen Sie hier?


Ich hatte für den Silberpreis in diversen Interviews im vergangenen Jahr hier im DAF stets die Prognose abgegeben, dass sich der Preis zwischen 18,50 und 25-26 US-Dollar (blaues Rechteck im Chart) hin und her bewegen wird. Seit Mitte des vergangenen Jahres predige ich diese Range bereits und bis heute hat sich der Kurs hervorragend daran gehalten.



Wir befinden uns seit Anfang Dezember im unteren Bereich dieser Range. Am 4. Dezember hatte ich hier im Rohstoff-Monitor dazu geraten bei ca. 19 US-Dollar erste Käufe in den Markt zu legen in der Hoffnung, dass es noch mal eine Gegenbewegung geben wird. Inzwischen notierte der Kurs im Hoch bei fast 20,5 US-Dollar, womit für Ihre Zuschauer bereits ein Gewinn von mehr als 7 Prozent möglich war.


Ich erwarte beim Silberpreis aber noch eine deutlich stärkere Aufwärtsbewegung in diesem Jahr. Unterhalb von 19 US-Dollar würde ich also weiterhin kaufen und in steigende Kurse wieder hinein verkaufen. So kann man sehr schnell sehr ordentliche Trading-Gewinne einfahren.


Es besteht allerdings aufgrund des gesamten charttechnischen Eindrucks, dass die Seitwärtsrange zwischenzeitig und kurzzeitig nach unten gebrochen wird. Aber auch dann würde ich in die fallenden Kurse hinein weiter nachkaufen.


Frage 3: Ölpreis

Der hohe Ölpreis hat sich verfestigt. Seit drei Jahren liegt der Preis über 100 Dollar. 2013 lag er im Schnitt bei 106 Dollar. Wie könnte es 2014 nun weitergehen?


Im Prinzip haben Sie mit Ihrer Frage ziemlich genau meine bisherigen Prognosen hier im „Rohstoff-Monitor“ wiedergegeben. Den Ölpreis hatte ich hier in der Sendung am 4. Dezember ebenfalls besprochen. Damals hatte ich eine sehr konkrete Trading-Strategie beschrieben:


Die OPEC hat einen Zielpreis von 100 US-Dollar ausgesprochen. Der US-Ölpreis der Sorte WTI notierte wegen hoher Lagerbestände in den USA stark darunter, gleichzeitig war die Nordseesorte Brent deutlich über 100 US-Dollar bewertet. Entsprechend sollte man auf einen steigenden WTI- und einen fallenden Brent-Preis setzen.


WTI stieg in dem Zeitraum bis heute zwischenzeitig auf über 100 US-Dollar an (siehe blaue Ellipse im Chart) …


WTI -
        Chartanalyse


… die Nordseesorte Brent fiel in der Zwischenzeit von über 112,50 auf aktuell knapp 107 US-Dollar.



Die Trading-Strategie wäre also voll aufgegangen. Und genau diese Strategie ist auch mein Tipp für 2014. WTI bei Kursen möglichst weit unter 100 US-Dollar kaufen und Brent bei Kursen um 112 US-Dollar verkaufen, jeweils mit Kursziel 100 US-Dollar.


Meinen Lesern des Börsendienstes „Geldanlage Premium Depot“ hat diese Strategie kürzlich einen Gewinn von knapp 20 Prozent in nur einem Monat eingebracht.


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