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Kolumnist: Christian Schultze

CBD versus THC - Cannabis für medizinische Zwecke nutzen




05.08.21 12:27
Christian Schultze

Cannabis bzw. die daraus gewonnenen Cannabinoide wie CBD und THC sind augenblicklich auch im wirtschaftlichen Bereich ein wichtiges Thema. Galt Cannabis lange Zeit lediglich als berauschende Droge und hatte einen zweifelhaften Ruf, so hat sich dies inzwischen verändert. Ursache für das Umdenken sind bestimmte Eigenschaften, die vor allem bei CBD nachweisbar sind.



Durch kostenintensive Forschung wird Cannabis heutzutage immer mehr für die Medizin eingesetzt. Bild: shutterstock.com, Stokkete


Wie sich THC und CBD unterscheiden


Der grundlegende Unterschied zwischen THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) besteht darin, dass THC im Gegensatz zum nicht psychoaktiven CBD einen Rauschzustand verursacht. Vor allem deshalb wurde Cannabis in vielen Staaten bisher als Suchtmittel eingestuft, dessen Verkauf und Besitz strafbar war. 2020 haben die UNO und auch der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, Cannabis von der Liste der Suchtmittel ohne Nutzen zu streichen bzw. CBD aufgrund des wissenschaftlichen Kenntnisstandes nicht mehr als Suchtmittel einzustufen und zum Kauf freizugeben. Diese Regelungen gelten allerdings nur für CBD, nicht aber für das rauschverursachende THC. Dieses darf zwar inzwischen für medizinische Zwecke (Pharmakologie) genutzt, aber eben nicht frei verkauft werden. Bekannt ist, dass THC eine sogenannte modulierende Wirkung besitzt und bei Schmerzen, Spasmen sowie zur Sedierung, zur Regulierung des Appetits sowie zur Stimmungsaufhellung eingesetzt werden kann.


Im Gegensatz zu THC dürfen CBD-haltige Produkte frei verkauft werden, wenn ihr Gehalt an THC nicht mehr als 0,2 Prozent beträgt. CBD kommt hauptsächlich in Lifestyleprodukten wie Kosmetika aber auch vermehrt zu therapeutischen Zwecken, z.B. in den Bereichen Schmerz, Schlafstörungen und bei Angstzuständen bzw. Depressionen zum Einsatz. Es entfaltet seine Wirkung über das Nervensystem, gilt als frei von Nebenwirkungen und ruft im Gegensatz zu THC keine Rauschzustände hervor. Von entsprechenden Arzneimitteln auf CBD-Basis könnten weltweit bis zu 310 Millionen Menschen profitieren, denn diese Zahl an Schmerz- Schlafstörungs- und Angstpatienten wird in Studien genannt.


SynBiotic SE forscht zum medizinischen Potenzial von CBD


Das börsengelistete Unternehmen SynBiotic SE ist eines der erfolgreichsten deutschen Cannabis-Unternehmen und befasst sich auch mit den Möglichkeiten einer medizinischen Anwendung von CBD. Lars Müller, CEO des an der Börse gelisteten Plattformunternehmens, hat sich zum Ziel gesetzt, mit neu entwickelten CBD-Produkten den Krankheitsbereichen Schmerz, Schlafstörungen und Angst/Depression neue Lösungen zu bieten.


Es gibt über 100 verschiedene Cannabinoide – CBD ist eines davon – und einige von Ihnen lassen sich nicht nur aus der Hanfpflanze gewinnen, sondern beispielsweise auch aus anderen Pflanzen wie Hopfen. Das eröffnet schon hinsichtlich der zur Gewinnung von funktionalen Cannabinoiden notwendigen Rohstoffe vor allem im medizinischen Bereich ganz neue Möglichkeiten. In den letzten Jahren haben sich zwar vor allem in den USA zahlreiche Unternehmen, ausgehend von einer veränderten Rechtsprechung, auf den Anbau von Hanf spezialisiert, konnten aber einen Preisverfall aufgrund eines hohen Angebots nicht verhindern. Heute sind solche Unternehmen breiter aufgestellt, produzieren Cannabis nicht nur, sondern vertreiben Cannabis-Produkte unter eigenen Marken.


Um die Forschungs- und Entwicklungsarbeit voranzutreiben, hat sich SynBiotic durch eine Beteiligung am irischen Unternehmen Greenlight Pharmaceuticals breiter aufgestellt. Auch der Kauf von NeuroTheryX dient dazu, Fortschritte bei der Entwicklung von Produkten aus nicht psychotropem CBD voranzukommen. Dieses Unternehmen erforscht vor allem die Wirkmechanismen und Zusammenhänge zwischen CBD und THC sowie den zugehörigen ätherischen Ölen.


Politik erleichtert Cannabis-Unternehmen die Arbeit


Die Forschung im Bereich Cannabinoide ist aufgrund ihrer medizinischen Eigenschaften wichtig und die Wissenschaft erkennt den Nutzen immer stärker an. Nach der Suchtstoffkommission der UNO und dem EuGH ist Cannabis auch im anstehenden deutschen Bundestagswahlkampf ein Thema. Bis auch CDU/CSU sprechen sich alle anderen demokratisch verfassten Parteien für eine Lockerung der Drogenpolitik im Bereich Cannabis aus. Auch Kanada hat Cannabis als Arzneimittel weithin erlaubt und auf nationaler Ebene offiziell zugelassen.


Die Statements der verschiedenen Parteien lassen hoffen, dass Unternehmen wie SynBiotic SE mit ihrer wichtigen Forschungs- und Entwicklungsarbeit in Sachen Cannabinoid-haltige Arzneimittel es zukünftig leichter haben und nicht mehr auf so hohe rechtliche und auch bürokratische Hürden treffen.


Kapital für Cannabinoid-Forschung - Börsengang und Investoren machen es möglich


Um zu erforschen, wie man Cannabinoide für medizinische Zwecke nutzen kann, benötigt man Geduld, Know-how und exzellente Mitarbeitende. All das kostet natürlich Geld. Mit dem Gang an die Börsen in Frankfurt und Düsseldorf sowie die Platzierung des Unternehmens auf Xetra hat sich SynBiotic SE eine Möglichkeit geschaffen, Kapital zu erhalten. Durch die Beteiligung großer Investoren wie Christan Angermayer und anderer hat das Unternehmen eine gute finanzielle Basis. Die jüngste Ankündigung der SynBiotic SE, mit CBPlus jetzt ein alternatives CBD-Extrakt, das Cannabinoide und Terpene enthält, die nicht aus Hanf gewonnen werden, auf den Markt zu bringen, dürfte fast schon als Game Changer betrachtet werden. Welche Chancen hierin für die SynBiotic SE und ihre Aktie liegen lässt sich bis dato nur mutmaßen. Eine Entwicklung im Kurs der Aktie deutet sich aber schon an. Sollte CEO Lars Müller mit seinen Pognosen zu CBPlus recht behalten, könnten diese Entwicklung sich noch beschleunigen. Es bleibt spannend, wie die Mitbewerber auf dem Cannabis-Mark hier reagieren werden.



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