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Kolumnist: Klaus Stopp

Das Börsenjahr 2018: Ein Buch mit sieben Siegeln!




12.01.18 14:00
Klaus Stopp

Das abgelaufene Börsenjahr war in der Rückbetrachtung vieler Investoren ein Selbstläufer und so etwas wie ein „Geschenk des Himmels“. Doch nicht alle Anleger werden diese Meinung teilen, zumal deutsche Sparer nach jüngsten Hochrechnungen 38 Mrd. € an privatem Vermögen im vergangenen Jahr - aufgrund der EZB-Geldpolitik mit Negativzinsen - verloren haben. Die in diesem Zusammenhang gehegte Hoffnung, dass 2018 kein weiteres Abschmelzen der Vermögenswerte zu beklagen, sondern sogar ein Wertzuwachs zu vermelden sein wird, lässt uns spannungsgeladen ins neue Jahr starten. Jedoch sind die Unwägbarkeiten so zahlreich, dass es schon mit einem Blick in die Glaskugel zu vergleichen ist, möchte man eine seriöse Prognose abgeben.




Die Bewertung der einzelnen Faktoren sollte nicht das eigentliche Problem darstellen. Denn hierbei kann man sehr wohl die positiven und negativen Folgen analysieren. Aber was man nicht vorherbestimmen kann, ist die zeitliche Komponente. Damit ist gemeint, welche Themen zu einem bestimmten Zeitpunkt im Fokus der Anleger stehen. Denn die Börse ist nicht wie ein Einwohnermeldeamt organisiert - und dementsprechend werden die Themen nicht nacheinander abgearbeitet, sondern müssen gleichzeitig an den Finanzmärkten analysiert werden.




Meine Aufzählung der „Fallstricke“ für 2018 erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, und auch die Reihenfolge stellt keine Wertung dar. So steht 2018 u. a. weiterhin ganz im Zeichen der unterschiedlichen Geldpolitik der Notenbanken der USA, der Eurozone und Japans. Einerseits wird in den USA auch in diesem Jahr eine Kombination aus Zinsanhebung und Bilanzabbau betrieben. Und andererseits wird die Bank of Japan (BoJ) an der bisherigen starren Haltung festhalten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hingegen ist weiter auf der Suche nach dem Königsweg, um die Abhängigkeit von der Droge „billiges Geld“ so nebenwirkungsfrei wie möglich zu gestalten. Fingerspitzengefühl ist hierbei Trumpf! In diesem Kontext werden auch die Entwicklung der Inflation in der Eurozone, beginnende Rangeleien um die Nachfolge von Mario Draghi und die Forderung von Jens Weidmann nach einem verbindlichen Termin für das Ende von QE eine nicht unwesentliche Rolle spielen.




Ergänzt wird dieser Themenkomplex um politische Unsicherheitsfaktoren wie die Weiterentwicklung der europäischen Idee, die Regierungsbildung in Deutschland, Wahlen in Italien und die US-Schuldenobergrenze sowie diverse wirtschaftliche Komponenten wie die „America First“-Sichtweise von D.T., dem Unberechenbaren, und dem Brexit. Die Unwägbarkeiten sind also vielschichtig, und die Analysten vertrauen auch weiterhin auf die Unterstützung der Notenbanken und die guten Konjunkturdaten. Dennoch ist anzumerken, dass insbesondere der wirtschaftliche Aufschwung nur geborgt wurde und irgendwann die Rechnung dafür bezahlt werden muss. Nur das „Wann“ ist noch nicht bekannt.






Die Mär von den sicheren Griechen-Bonds


Nanu, sind jetzt griechische Anleihen im zweijährigen Bereich sicherer als US-Anleihen mit gleicher Laufzeit? Betrachtet man die Renditen dieser Titel, könnte man diesen Eindruck erhalten. So rentieren Zweijährige aus Athen mit 1,29% gegenüber gleichlang laufenden Bonds aus Washington, die eine Rendite von 1,97% aufweisen.




Diese Situation suggeriert die Mär von den risikolosen Anleihen aus Griechenland – und lässt manchen Anleger der Versuchung erliegen, sich dort zu engagieren. Sind sie doch das renditeträchtigste Engagement, das man unter Euro-Staatspapieren derzeit noch eingehen kann. Angesichts des Umstands, dass ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone inzwischen vom Tisch scheint, mag das auch kein Wunder sein. Man sollte sich aber klarmachen, dass selbst die Europäische Zentralbank (EZB) trotz ihrer weiterhin expansiven Geldpolitik noch immer keine Bonds aus Athen ankauft und die Bonität Griechenlands anhand anderer Staatsanleihen, die in gleicher Währung emittiert werden, gemessen werden muss. Nimmt man nämlich zweijährige Bundestitel zum Vergleich, die eine negative Rendite von minus (-) 0,63% aufweisen, ergibt sich ein großer Abstand zum griechischen Wert. Dieser Vergleich spiegelt die tatsächliche Risikosituation besser wider als die Relation zu den US-Renditen.




Weil Athen alles daransetzt, sich 2018 mit einem neuen Reform- und Sparpaket vom Tropf der Hilfskredite zu lösen, um wieder frei am Kapitalmarkt agieren zu können, lassen sich Anleger offenbar auf das Spiel ein. Im langfristigen Bereich spiegeln sich die wahren Verhältnisse besser wider. So rentieren zehnjährige Anleihen aus Griechenland mit 3,64% gegenüber 2,54% vergleichbarer US-Bonds. Bundesanleihen weisen hier eine Rendite von 0,54% auf.




In der Diskrepanz zwischen den Renditen von US-Papieren und Bundestiteln kommt hier eher das Auseinanderklaffen der Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantiks zum Ausdruck. Nicht nur die Verzerrungen bei den Renditen griechischer Anleihen gehören zu den Merkwürdigkeiten des derzeitigen Zinsmarktes, sondern auch der viel zu große Abstand zwischen den Renditen deutscher und US-amerikanischer Anleihen sowie die extrem flache Zinsstrukturkurve in den USA.






London spielt beim Brexit auf Zeit


Ein untrügliches Zeichen dafür, wie ernst es die Banken in London mit dem Abzug von Arbeitsplätzen meinen, ist die Tatsache, dass diese bereits jetzt versuchen, sich Wohnraum für ihre Mitarbeiter und auch Plätze an internationalen Schulen für deren Kinder zu sichern. Allein die Deutsche Bank will rund 4.000 Angestellte von der Themse an den Main umsiedeln.




Zwar stellt der Brexit-Unterhändler der EU, Michel Barnier, den Briten eine teilweise Anerkennung ihrer Finanzmarktregeln in Aussicht, weil einige Regeln mit EU-Recht vergleichbar seien. Einen Freifahrtschein für die britische Finanzbranche aber wird Barnier nicht ausstellen. Es sei die EU, die eigenständig die Regeln festlege, so Barniers Tenor.




Weil sie bei der EU immer wieder auf Granit beißen, suchen die Briten offenbar einen Ausweg, indem sie sich zunehmend auf eine Übergangsphase nach dem Brexit konzentrieren. Sie spielen also auf Zeit. So werben Finanzminister Philip Hammond und Brexit-Minister David Davis via „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ im Vorfeld ihres Berlin-Besuchs für eine zeitlich befristete Periode, in welcher der Zugang zu den Märkten der anderen EU-Partner in seiner jetzigen Form erhalten bleiben soll. Die Prioritäten der EU seien nicht unvereinbar mit den unseren, heißt es da. Und wenn man die Minister weiter sagen hört, nach dem Ausstieg der Briten aus der Zollunion eine wirtschaftliche Partnerschaft über sämtliche Branchen hinweg schaffen zu wollen, einschließlich eines Abkommens zur verstärkten Kooperation innerhalb des europäischen Bankensektors, dann fragt man sich, warum man an der Themse den Brexit überhaupt noch will. Der Eiertanz der britischen Regierung um die Brexit-Verhandlungen geht offenbar weiter.




Dennoch wappnet sich die britische Premierministerin Theresa May für einen harten Brexit, also den Fall eines EU-Austritts ohne Einigung mit Brüssel, indem sie dafür einen neuen Posten im Kabinett schaffen will. Der Schritt gilt in London als ein Signal an Brüssel, dass Großbritannien den Brexit in jedem Fall vollziehen werde – auch wenn die Verhandlungen über ein Anschlussabkommen scheitern sollten. Jüngsten Umfragen zufolge sehen zwei Drittel der Briten die EU in den Brexit-Verhandlungen in einer stärkeren Position als Großbritannien. Nachdem die Briten im Verlauf der Verhandlungen immer deutlicher mit den Realitäten eines Brexits konfrontiert worden sind, hatte vor Weihnachten erstmals das wachsende Lager der Remainer überwogen. Vor dem Brexit-Referendum im Juni 2016 hatte bekanntlich die Fraktion der Befürworter immer wieder mit falschen Behauptungen (Fake News) für einen Austritt agitiert.






Nutzt Italien nach der Wahl die Gunst der Stunde?


In diesem Jahr erwartet Europa einmal mehr eine wegweisende Wahl, die das Prädikat schicksalhaft haben kann. Es handelt sich um den Urnengang in Italien am 4. März. Nachdem Staatspräsident Sergio Mattarella wie vorgesehen zum Jahresende 2017 das Parlament aufgelöst hat, ist der Weg für Neuwahlen frei. Bis im Anschluss eine neue Regierung gebildet werden kann, dürfte es, wie derzeit in Deutschland, aufgrund eines zu erwartenden unklaren Wahlergebnisses Monate dauern, rechnen politische Beobachter. Derzeit liegt die populistische Fünf-Sterne-Bewegung vorne, in deren Parteiprogramm sich Parallelen sowohl zur AfD als auch zur Linkspartei finden. Bemerkenswert ist hierbei, dass Luigi Di Maio nach einer Internet-Abstimmung zum Spitzenkandidat gekürt wurde und vieles dabei an eine TV-Castingshow erinnerte!




Die „Fünf Sterne“ kommen Umfragen zufolge auch nur auf bis zu 29%, gefolgt von der sozialdemokratischen Regierungspartei PD mit 23%. Lachender Dritter könnte Forza Italia werden, für die der wegen Steuervergehen verurteilte Silvio Berlusconi die Trommel rührt. Zusammen mit den Rechts-Parteien Lega Nord und Fratelli d'Italia könnte Forza Italia noch die besten Aussichten auf eine Regierungsbildung haben. Wird also ausgerechnet der „Bunga-Bunga-Berlusconi“, bisher dreimal Ministerpräsident, zum Königsmacher in Rom? Immerhin trägt der 81-Jährige, der sich aufgrund seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung 2013 keine Hoffnungen auf eine vierte Amtszeit machen kann, eine große Mitschuld an der enormen Schuldenlast Italiens in Höhe von 135% des Bruttoinlandsprodukts (BIP).




Aber um diese zu senken, müsste man in diesem Jahr endlich die Gunst der Stunde nutzen. Denn das italienische Wirtschaftswachstum hat sich auf 1,5% beschleunigt und die Zinsen sind auf historisch niedrigem Niveau. Außerdem wurde die Bonität des Landes von Standard & Poor’s 2017 auf Triple-B heraufgestuft. Hinzu kommt, dass Rom seine durchschnittliche Refinanzierung am Bondmarkt auf fast sieben Jahre gestreckt hat. Vor diesem Hintergrund rechnet der IWF damit, dass es dem Land gelingen kann, seine Schulden bis 2020 auf 126% des BIP zu drücken (Beachte: 60% gemäß Vertrag von Maastricht!). Für Italien tut sich also ein Zeitfenster auf, ein gutes Stück weit aus dem Schlamassel der Schuldenmisere herauszukommen. Es ist nur zu hoffen, dass diese Chance nach der Wahl im März genutzt wird. Sonst drohen weitere Jahre des Stillstands.






Trump verfehlt das Thema von Davos


Soll man die Ankündigung als Drohung oder Hoffnungsschimmer verstehen? D. T., der Unberechenbare, kommt zum Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos vom 23. bis 26. Januar, um seine „America First“-Agenda voranzutreiben und für „amerikanische Unternehmen, die amerikanische Industrie und die amerikanischen Arbeiter“ zu werben. Natürlich ist das WEF schon immer ein Platz gewesen, wo Wirtschaftsvertreter und Politiker für ihre Ansichten und Interessen geworben haben. Es stellt aber auch einen Ort des Meinungsaustausches dar, bei dem man gegenseitig für Verständnis wirbt.




Ob dies ausgerechnet mit Trump gelingen mag, darf zumindest bezweifelt werden – erst recht, wenn seine Entourage ankündigt, der US-Präsident wolle auf dem WEF vor allem „Business machen“. Trump wolle in Davos erklären, was sein Leitspruch „America First“ bedeute, sagte Martin Naville, Chef der Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer, nämlich nicht Protektionismus, sondern Freihandel – aber eben, wer hätte es gedacht, nach amerikanischen Regeln. So benutzt ist der Begriff Freihandel schlicht und einfach ein Fake Word. Vielleicht will Trump ja Chinas Präsident Xi Jinping entgegentreten, der sich 2017 beim WEF in Anbetracht des damaligen Wahlsiegs von Trump zu einem Verteidiger des Freihandels gemacht hatte.




An dem WEF, für das sich in diesem Jahr ca. 3.000 Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft angekündigt haben, hatte vor Trump bislang nur Bill Clinton als US-Präsident teilgenommen. Eigentlich hat Trump auf dem WEF auch nichts verloren! Denn das diesjährige Thema lautet „Für eine gemeinsame Zukunft in einer zersplitterten Welt“. Und das widerspricht ja Trumps politischem Credo einer isolationistischen Wirtschafts- und Außenpolitik. Konkret sollen nach dem Willen der Veranstalter „innovative Ideen“ vorgelegt werden, um etwa den Freihandel beizubehalten und den Umweltschutz zu stärken. Unter einen entsprechenden Schulaufsatz von Donald Trump würde der Lehrer schreiben: Thema verfehlt!




Als Europas Hoffnung hat immerhin der französische Präsident Emanuel Macron seine Teilnahme in Davos angekündigt. Man darf gespannt sein, mit welcher Gegenposition er Trump Paroli bieten wird.




Jahresauftakt nach Maß


Gleich in den ersten beiden Wochen reihte sich am Markt für Corporate Bonds Neuemission an Neuemission und somit kann der Jahresauftakt als durchaus gelungen bezeichnet werden. Investoren hatten demnach die Qual der Wahl und konnten zwischen Emittenten wie BMW Finance, Anheuser-Busch InBev, Vonovia Finance, Orange und Daimler International Finance wählen.




Der Münchener Automobilhersteller BMW refinanzierte sich über seine Tochter BMW Finance gleich mittels zweier Bonds und sammelte so 2 Mrd. € am Bondmarkt ein. Die erste, 1,25 Mrd. € schwere Tranche (A19UK1) hat einen jährlichen Kupon in Höhe von 0,375%. Fällig wird das Papier am 10.07.2023 und wurde zu einem Preis von 99,378% begeben (+12 bps über Mid Swap). Die restlichen 750 Mio. € sammelte BMW mittels der zweiten Tranche (A19UK0) ein, die am 10.01.2028 fällig wird. Der Zins beträgt 1,125% jährlich und der Emissionspreis lag bei 99,831%. Dies entsprach +25 bps über Mid Swap. Beide Anleihen haben eine Mindeststückelung von 1.000 € und dürften daher auch für Privatanleger interessant sein.




Die größte Brauereigruppe der Welt, Anheuser-Busch InBev, legte gleich drei neue Wertpapiere auf und konnte so spielend 4,25 Mrd. € am Kapitalmarkt einsammeln. Dabei ist der 6-jährige Bond (A19UUP) ein 1,5 Mrd. € schwerer Floater, der am 15.04.2024 fällig wird. Der Zins richtet sich nach dem vierteljährlichen Euribor +0,3 PP. Der Reoffer lag bei 100,183%. Die zweite, 9-jährige Anleihe (A19UUQ) zahlt seinen Investoren bis zur Fälligkeit am 22.01.2027 einen jährlichen Zins in Höhe von 1,15%. Emittiert wurde der 2 Mrd. € schwere Bond zu 99,314%, was einem Emissionsspread von +43 bps über Mid Swap gleichkam. Neben einer Make Whole Option ist das Papier am 22.10.2026 zu 100% kündbar. Weitere 750 Mio. € finanzierte Anheuser-Busch InBev über 17 Jahre mit einem Zinssatz von 2%. Die Rückzahlung des Bonds (A19UUR) erfolgt am 23.01.2035. Ausgegeben wurde der Bond bei 98,33% (+75 bps über Mid Swap). Auch hier entschied sich der Emittent neben der Make Whole Option zu einer Kündigungsoption am 23.07.2034 zu pari. Die Mindeststückelung von 100.000 € bei diesen drei und den folgenden Anleihen dürften allerdings eher institutionelle Investoren ansprechen.




Als Dritter im Bunde legte die Tochter des größten deutschen Wohnungsunternehmen Vonovia Finance einen 6- und 10-jährigen Bond mit einem Emissionsvolumen von jeweils 500 Mio. € auf. Die börsennotierte Gruppe mit Sitz in Bochum zahlt für die Aufnahme der ersten Tranche (A19UR6) bis zur Fälligkeit am 15.01.2024 Zinsen i.H.v. 0,75% p.a. an die Gläubiger. Der Emissionspreis belief sich auf 99,33%, was +45 bps über Mid Swap entsprach. Das 10-jährige Papier (A19UR7) hat eine Laufzeit bis zum 14.01.2028 und ist mit einem jährlichen Kupon in Höhe von 1,5% ausgestattet. Begeben wurde der Bond zu 99,439%, was einen Emissionsspread von +70 bps über Mid Swap bedeutete. Vonovia Finance ließ sich bei beiden Anleihen eine Make Whole Option in die Anleihebedingungen aufnehmen.




Der französische Telekommunikationsdienstleister Orange sammelte erfolgreich 1 Mrd. € über die bis zum 16.01.2030 laufende Anleihe (A19UUF) am Kapitalmarkt ein. Für die Aufnahme des Kredits am Bondmarkt zahlt das Unternehmen jährlich 1,375% Zinsen an die Gläubiger. Emittiert wurde zu 99,572% (+37 bps über Mid Swap). Eine Make Whole Option sowie ein optionaler Kündigungstermin am 16.10.2029 zu 100% ergänzen die Details zu diesem Wertpapier.




Auch der große Automobilhersteller aus Baden-Württemberg wagte sich in den ersten Wochen des neuen Jahres an den Kapitalmarkt. Die Daimler International Finance begab einen variabel verzinsten Bond (A19UNN) mit Fälligkeit am 11.01.2023. Der Zinssatz des Floaters entspricht dem 3 Monats- Euribor +0,25 PP. Der Emissionspreis der 750 Mio. € schweren Emission lag bei 100,401%.




Die Angst vor einer weiteren Konsolidierung


Zu Jahresbeginn setzte sich beim Euro-Bund-Future die im Dezember begonnene Konsolidierung und somit das Wechselspiel zwischen Aktien- und Rentenmärkten weiter fort. Zusätzlich befürchten die Handelsteilnehmer aber auch, dass infolge der guten Konjunkturdaten dies- und jenseits des Atlantiks es plötzlich zu einer Versteilerung der Zinskurven kommen könnte. Die aktuelle und nach heutigem Kenntnisstand zu erwartende Notenbankpolitik ist größtenteils eingepreist und somit wächst die Gefahr, dass wenige schlechte Meldungen eine hohe Volatilität erzeugen können, wie gestern die Meldungen zu Chinas Währungsreserven eindrucksvoll verdeutlichten. Diese Erwartungshaltung führte sicherlich u.a. dazu, das Renditeniveau abzusichern, um mit den entsprechenden Finanzmarktnachrichten Neupositionierungen vorzunehmen.




In solchen orientierungslosen Zeiten greift man gerne auf die Charttechnik zurück und hierbei ist zu erkennen, dass der bereits am 15. Dezember eingeläutete Abwärtstrend weiterhin intakt ist. Die Unterstützungslinien verlaufen aktuell bei ca. 160,75% und 160,25%. Nach oben ist eine Widerstandslinie bei ca. 161,80% auszumachen, die zugleich die obere Begrenzungslinie des Abwärtskanals darstellt.




Aktuell notiert das Rentenbarometer mit 161,41% knapp über der psychologischen Marke von 161% und somit vorerst im „Niemandsland“, was renditemäßig bei der neuen 10-jährigen Bundesanleihe einer Range zwischen 0,50% und 0,65% entspricht.






Bund technisch unterzeichnet


Bereits in der ersten Arbeitswoche des noch jungen Jahres hatte Irland mit einer neuen 10-jährigen Anleihe (A19UMH) den Emissionsreigen für 2018 eröffnet. Das Nachfragevolumen von 14 Mrd. € bei einem Emissionsvolumen von 4 Mrd. € spricht hierbei Bände und bildete den Nährboden für die Suche nach weiteren Staatsanleihen in der Eurozone.




So stockten am Dienstag die Niederlande eine im Januar 2024 endfällige Altemission (A19QGZ) und die Alpenrepublik Österreich zwei Anleihen (A19GCS / 2027 ; A18X6Q / 2047) auf. Am gleichen Tag erhöhte die Bundesrepublik Deutschland die inflationsindexierte Anleihe (103057) um 500 Mio. € auf 7 Mrd. €. Die Zuteilung erfolgte bei einer realen Durchschnittsrendite von minus (-) 0,45%. Auch zur Wochenmitte zeigte sich die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland aktiv und legte eine neue 10-jährige Benchmarkanleihe (110244) auf. Die Zuteilung der technisch unterzeichneten Bundesanleihe (Nachfrage nominal 4,561 Mrd. €) erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von 0,54%. Das Emissionsvolumen beläuft sich auf 5 Mrd. €, wovon ca. 975 Mio. € in den Regulierungsbestand umgebucht wurden. Den Schlusspunkt setzt am heutigen Donnerstag Italien mit der Begebung diverser Anleihen.




In den USA, das nach heutigem Stand über einen bis zum 19. Januar des Jahres gesicherten Haushalt verfügt, wurden neben den Geldmarkttiteln mit den üblichen Laufzeiten (4 Wochen, 3 und 6 Monaten) für insgesamt 140 Mrd. USD auch noch T-Notes mit Fälligkeiten in 2021 und 2027 für weitere 44 Mrd. USD sowie 12 Mrd. USD als T-Bonds (2047) aufgelegt.






Lässt China die Muskeln spielen?


Der Start in das Jahr 2018 verlief für die europäische Gemeinschaftswährung wesentlich erfreulicher als der Beginn des vergangenen Jahres. Damals fiel der Euro direkt zum Handelsauftakt am 03. Januar 2017 auf ein Jahrestief bei 1,0341 USD. In den ersten Handelstagen in 2018 machte sich die Einheitswährung hingegen sofort daran, die Bestmarkte aus 2017 (1,2092 USD) zu verbessern. Sie scheiterte nur marginal an diesem Ziel und musste bei 1,2089 USD kapitulieren. Im weiteren Handelsverlauf konnte der Euro dieses Niveau allerdings nicht halten und fiel sogar wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 1,20 USD. Zeitweise notierte das Währungspaar EUR-USD bei 1,1916 USD. Börsianern zufolge lösten Investoren ihre spekulativen Euro-Long-Positionen auf und brachten die gemeinsame Währung dadurch etwas unter Druck.




Am gestrigen Mittwoch sorgten allerdings Nachrichten aus China für Bewegung am Devisenmarkt. So überprüft China anscheinend die Verwendung seiner Währungsreserven und im Zuge dieser Überlegungen sollen Offizielle empfohlen haben, Käufe in US-Staatsanleihen zu reduzieren bzw. sogar ganz einzustellen. In der Folge stieg der Euro bis auf 1,2018 USD, handelt heute Morgen aber wieder bei 1,1940 USD, nachdem sich die Meldung inzwischen als Fake News entpuppte.




Einen guten Auftakt ins neue Jahr konnte auch die kanadische Währung vorweisen. Nachdem vergangene Woche die Arbeitsmarktdaten erneut positiv überraschten und auf den niedrigsten Stand seit 1974 fielen, waren Spekulationen um eine baldige Zinserhöhung die logische Konsequenz. Denn am 17. Januar steht die nächste Notenbanksitzung der Bank of Canada an und zuletzt wurde der Leitzins im September auf derzeit 1,00% angehoben. Von dieser Phantasie konnte der kanadische Dollar deutlich profitieren und so verlor der Euro zwischenzeitlich bis auf 1,48185 CAD, den niedrigsten Wert seit Mitte November 2017.




In den bisher wenigen Handelstagen wurden von Privatanlegern Währungsanleihen auf US-Dollar, russische Rubel, südafrikanische Rand sowie auch mexikanische Peso und brasilianische Real bevorzugt.






Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de






Disclaimer


Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.


Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.


Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.




Herausgeber:


Baader Bank AG


Weihenstephaner Str. 4


85716 Unterschleißheim


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Redaktion:


Robert Halver,


Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG


Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG




Über mögliche Interessenkonflikte und rechtliche Hinweise informieren Sie sich bitte im Disclaimer auf http://www.bondboard.de/Newsletter/Disclaimer.







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