Kolumnist: Feingold-Research

Börsencrash schockt Sparer




13.02.18 08:00
Feingold-Research

Der Börsencrash am vergangenen Montag hat noch einmal deutlich gemacht, dass die Finanzwelt wie ein Drogenabhängiger an niedrigen Zinsen hängt. Ein Entzug ist nicht möglich. Der Crash am Montag ist ein Warnsignal an alle Anleger gewesen. Nicht allein, weil der Ausverkauf durch einsetzende Computerprogramme verstärkt wurde, sondern weil deutlich wurde, dass die Zinsentwicklung wie ein Damoklesschwert über den Aktien hängt. In einer hochverschuldeten Welt sind stark steigende Zinsen Gift, nicht nur für den Aktienmarkt.

Ihr schneller Anstieg in den USA war der Auslöser der Korrektur. Seit Jahresanfang sind die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen um 45 Basispunkte (0,45 Prozentpunkte) auf fast 2,90 Prozent nach oben geschossen und nähern sich damit rasant der Marke von 3,0 Prozent, die der Konsens der Volkswirte erst für Ende 2018 vorhergesagt hatte. Sollte der Zinsanstieg in dem Tempo weitergehen, werden die drei Prozent sehr schnell erreicht werden. Doch Sparer sollten sich nicht zu früh freuen.


Zinsen bleiben niedrig

So könnte es sein, dass steigende Zinsen und Renditen zwar weiterhin möglich sind, aber Niveaus von vor zehn und mehr Jahren dürften kaum mehr zu erreichen sein. Die sehr expansive Fiskalpolitik der USA sowie ihre nicht gegenfinanzierte Steuerreform fordern einen Zinsanstieg nahezu heraus. Die Steuersenkungen werden in den nächsten zehn Jahren die Verschuldung um zusätzlich 1,5 Billionen Dollar gegenüber den ohnehin geplanten 10,1 Billionen erhöhen.


Was der Kurseinbruch ebenfalls gezeigt hat, ist die in der Krise schnell erfolgte Flucht in Sicherheit durch den Kauf von Staatsanleihen. Das wiederum hat die Renditen gesenkt, weshalb Sparer die richtigen Schlüsse aus dem Crash ziehen sollten. Und die lauten, dass der Markt von niedrigen Zinsen abhängig ist und die Renditen woanders geholt werden müssen. Eine einfache Alternative sind Festzinsanleihen von Banken, die mehr abwerfen als Staatsanleihen, etwa das Papier mit der WKN A2GSG4. Hier sind 1,1 Prozent über 3,5 Jahre drin.


Defensive Aktien-ETFs mit einer attraktiven Dividendenrendite, hier bietet Lyxor eine reichhaltige Palette an, sind eine Alternative mit etwas mehr Risiko. Solche Papiere können außerdem in einem Sparplan bespart werden – für die langfristige Geldanlage. Wer direkt in Aktien oder Zertifikate investieren will, findet bei Degiro als Onlinebroker und gettex als Börsenhandelsplattform zwei sehr günstige Alternativen für den Direkthandel. Bei Einzelaktien lohnt sich ebenfalls ein Blick auf dividendenstarke Titel mit Nachholpotenzial. Hierzu gehört zum Beispiel Evonik aus dem MDAX. Mutige Anleger kaufen jetzt auf dem erniedrigten Kursniveau Call-Optionsscheine, etwa die WKN MF4P7X mit einem moderaten Hebel von sieben. Das Laufzeitende ist im Dezember 2018. Wer klassische Bonus-Zertifikate bevorzugt, findet man der WKN PR77X7 eine Möglichkeit den DAX nun mit deutlichem Abschlag ins Depot zu nehmen.


Auswirkungen bei Immobilien

Aber die Zinsentwicklung hat natürlich auch Auswirkungen auf den Immobilienmarkt, der inzwischen auch viele Sparer angezogen hat, weil es auf dem Sparbuch kaum noch Zinsen gibt. Das hat die Immobilienpreise kräftig steigen lassen und wie schon bei den Zinsen droht die meiste Gefahr aus den USA, wo der Wirtschaftszyklus weiter fortgeschritten ist als in Europa oder anderen Regionen. In den vergangenen fünf Jahren sind aufgrund der sehr niedrigen Hypothekenzinsen die US-Häuserpreise um 30 Prozent nach oben geklettert und damit viel stärker als das Einkommen vieler Amerikaner. Dennoch zeigen sich Bremsspuren am US-Immobilienmarkt. Die Zinsen für Hypotheken mit 30jähriger Zinsfestschreibung sind zwar seit Mitte September um lediglich 45 Basispunkte auf 4,22 Prozent gestiegen, aber die Verkäufe sind im Dezember um 9,3 Prozent gegenüber dem Vormonat eingebrochen. Gleichzeitig sind die Absatzzahlen für Oktober und November kräftig nach unten korrigiert worden. Das sind erste Warnsignale, doch auch der Immobilienmarkt sollte nur moderat steigende Zinsen noch verkraften können.



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