Kolumnist: Feingold-Research

Bitcoin – Finger weg!




01.08.17 07:17
Feingold-Research

Der Bitcoin ist und bleibt bei Anlegern umstritten. Wir hatten bereits über die Achterbahnfahrt der Kryptowährung berichtet und thematisierten auch in unserem Bitcoin-Webinar, wie nachhaltig und sicher das Traden mit Bitcoins ist und wo die Risiken liegen. Sicherlich haben sowohl interessierte Anleger als auch Skeptiker gute Gründe und Argumente für ihre Sichtweise, viele Investoren und Anleger wirken dennoch – oder gerade deswegen – unentschlossen. Nicht so die Münchner Privatbank Merck Finck. Sie rät derzeit Anlegern aufgrund deutlicher Kurssteigerungen von Investments in die Kryptowährung Bitcoin ab.

„Die virtuelle Währung ist für fast jeden Investor einfach zu riskant“, betont Georg Kaaserer, Finanzanalyst bei Merck Finck Privatbankiers. Für Bitcoins gebe es – anders als bei konventionellen Währungen – keinerlei Garantien von Regierungen und Zentralbanken. Zwar sei das Potenzial der zugrundeliegenden Technologie beträchtlich, zugleich bliebe die Kursentwicklung von Bitcoins aber äußerst volatil. So sei der Kurs beispielsweise im Mai 2017 innerhalb eines Tages zunächst um zwölf Prozent gestiegen und dann um fast 30 Prozent gefallen.


Frankfurt_Börse_2Allein seit Anfang 2016 ist der Bitcoin-Kurs von knapp 450 US-Dollar auf knapp unter 3.000 US-Dollar im Juni 2017 gestiegen. Aktuell liegt der Kurs bei über 2.000 US-Dollar. Die Geschichte von Bitcoin ist durch regelmäßig wiederkehrende starke Schwankungen geprägt. So wurden 15 US-Dollar pro Bitcoin zum Jahresende 2012 gezahlt, im April 2013 waren es schon 266 US-Dollar.


Danach fiel der Kurs binnen einer Woche um über 80 Prozent, um kurze Zeit später in nur einem Monat von etwa 200 auf bis über 1.100 US-Dollar zu steigen. Wegen dieser sehr schwankungsanfälligen Kursentwicklung warnte die Deutsche Bundesbank im Mai dieses Jahres mit Blick auf den jüngsten Bitcoin-Höhenflug Anleger vor Geldanlagen in die Kryptowährung. Der Bitcoin „ist kein geeignetes Medium, um Werte aufzubewahren“, so Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele. Er sei vielmehr „ein Spekulationsobjekt“, dessen Wert sich rapide verändere.


Nicht reguliert und durch niemanden garantiert, gehört der gesamte Bitcoin-Vorrat einer Gemeinde von meist anonymen Nutzern und trägt genau den Wert, den der Markt durch Angebot und Nachfrage ermittelt: knapp unter 3.000 US-Dollar pro Münze Mitte Juni 2017 oder 0,005 US-Dollar im Jahr seiner Entstehung 2009.


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Börse_FrankfurtAbgesehen von der extrem hohen Volatilität gibt es eine Reihe weiterer Risiken, die bis zu einem vollständigen Verlust eines Bitcoin-Investments führen können. Dazu zählen die potenziell unsichere digitale Brieftasche („wallet“), der Verlust des Passwortes zu dieser Geldbörse, ein Verbot der Bitcoin-Nutzung im eigenen Land und die Übernahme der Marktführerschaft durch eine der vielen anderen Kryptowährungen. Immer wieder mal droht eine Spaltung des Bitcoin-Systems in mehrere Währungen, denn die Weiterentwicklung funktioniert auf demokratischer Basis.


„Auch wenn wir zum jetzigen Zeitpunkt Bitcoin wegen der extrem hohen Volatilität und den weiteren verbundenen Risiken für die Wertaufbewahrung nicht empfehlen, sollten interessierte Kunden gleichwohl die Entwicklungen in der Welt der Kryptowährungen beobachten. Diese und die mit ihnen verbundenen Technologien, wie etwa die Blockchain, haben das Potenzial, unser Geld- und Bankensystem langfristig zu beeinflussen“, sagt Kaaserer.


Wer trotz – oder gerade wegen – der Risiken und einer Aussicht auf eine satte Rendite mit Bitcoins handeln möchte, dem empfehlen wir bei Etoro vorbeizuschauen – hier gibt’s weitere Informationen


Handhabung und Akzeptanz der Kryptowährung regional unterschiedlich

Außer in einigen wenigen Ländern ist Privatpersonen die Verwendung von Bitcoin nicht ausdrücklich verboten. Obwohl die europäische Bankaufsichtsbehörde den Banken geraten hat, nicht mit virtuellen Währungen zu handeln, bis eine Regulierungsregelung vorliegt, existiert derzeit kein spezifisches Gesetz in Europa.


In China wurde im Vergleich dazu Banken und anderen Finanzinstituten verboten, mit Kryptowährungen zu handeln. Dennoch haben private chinesische Investoren ein besonderes Interesse an Bitcoin gezeigt, um die staatlich festgelegten Kapitalkontrollen zu umgehen. Heute finden in diesem Land etwa 80 Prozent der weltweiten Bitcoin-Transaktionen statt.


Frankfurt_Börse_Banken_3Japan ist bisher das einzige Land, das offiziell Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt hat. Auch dort können aber nur wenige Produkte oder Dienstleistungen mit der virtuellen Währung gekauft werden. Nur ein Bruchteil der Online-Händler weltweit akzeptiert derzeit Bitcoin, sowohl im herkömmlichen Handel als auch im e-Commerce. Das ändert sich langsam, angeführt von Firmen wie Microsoft und Dell, die jetzt Bitcoin als Zahlungsoption für eine begrenzte Anzahl von digitalen Inhalten und Produkten akzeptieren.


Quelle: Merck Finck, eigene Recherche



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