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Kolumnist: Stock-World Redaktion

Binance im Visier der Aufsichtsbehörden




16.07.21 14:42
Stock-World Redaktion

Von Karim Abdel Mawla, Research Associate bei 21Shares


Die Krypto-Handelplattform Binance ist mit einer erneuten Welle an behördlichen Offensiven in mehreren Ländern konfrontiert, darunter Großbritannien, Japan und die kanadische Provinz Ontario. In Großbritannien hat die Finanzaufsichtsbehörde FCA (Financial Conduct Authority) ein Urteil gefällt, wonach es Binance Markets Limited – der britischen Sparte der Handelsplattform Binance – untersagt ist, regulierte Aktivitäten innerhalb der Landesgrenzen auszuüben. Kunden können zwar weiterhin am Spot-Handel mit Kryptowährungen über die auf den Cayman-Inseln ansässige Muttergesellschaft Binance.com teilnehmen, jedoch muss Binance den Handel im Derivatemarkt – da es sich dabei um einen regulierten Finanzsektor innerhalb des Landes handelt – einstellen. Diese Entscheidung steht im Geiste einiger anderer Verlautbarungen der jüngsten Zeit: So hat die Bank Barclays[1] mitgeteilt, ihren Kunden Zahlungen an Binance zu untersagen. Zudem entschied der Zahlungsdienstleister Clear Junction, keine Zahlungsvorgänge in Zusammenhang mit Binance mehr zu verarbeiten.[2]

 


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Die Finanzaufsichtsbehörde von Japan hingegen veröffentlichte schon die zweite Warnung in Zusammenhang mit der Handelsplattform. Vor drei Jahren beschuldigte die Behörde Binance, gesetzeswidrig und ohne die nötige Zulassung im Land zu operieren – eine Entscheidung, die als Folge der japanischen Bestrebungen im Jahr 2018, spezifische Richtlinien und Vorschriften für Krypto-Unternehmen zu erlassen, gefällt wurde. In Kanada entschied sich Binance gleich präventiv dazu, ihre Tätigkeiten einzustellen, nachdem die Börsenaufsichtsbehörde der Provinz Ontario mehrere andere Börsen zur Einhaltung der Regulierungsvorschriften durch Registrierung drängte. Die Währungsbehörde der Cayman-Inseln nahm eine ähnliche Haltung ein, indem sie verkündete, Binance sei nicht berechtigt, eine „Krypto-Börse von oder innerhalb der Landesgrenzen zu betreiben.“[3] Die Börsenaufsichtsbehörde von Thailand wiederum reichte eine Strafanzeige gegen Binance wegen des Betreibens nicht genehmigter Geschäfte ein.


 


Auswirkungen auf den Markt


 


In Anbetracht der Tatsache, dass Binance etwa 20 Prozent des gesamten Kryptomarktes besitzt, ist die Sorge darüber, wie sich diese Störungen der Tätigkeiten der Handelsplattform auf den Markt auswirken könnten, absolut berechtigt. Nichtsdestotrotz sind rechtliche Prüfungen nichts Neues für Binance – schließlich ergriff das Unternehmen bereits Maßnahmen zur Bekämpfung der Geldwäsche, zum Konsumentenschutz und zur ordnungsgemäßen Registrierung und Lizenzierung in einer Reihe von Ländern. Zur weiteren Verstärkung dieser Compliance-Bemühungen stellte das Unternehmen mehrere, neue Kräfte ein – darunter auch Jonathan Farnell, den ehemaligen Compliance-Chef der Handelsplattform eToro, der weitreichende Erfahrung mit regulierten Finanzprodukten besitzt und von nun an als Director of Compliance in Europa für Binance tätig ist.[4] Kurz darauf gesellte sich Manuel Alvarez als neuer Chief Administrative Officer für die USA dazu. Alvarez ist das ehemalige Oberhaupt des California Department of Financial Protection and Innovation, einer kalifornischen Regierungsbehörde.[5]


 


Schon zu Beginn des Jahres beauftragte Binance Rick McDonnell, den ehemaligen Geschäftsführer der Financial Action Task Force on Money Laundering (FATF, die globale Institution zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung) und Josee Nadeau, die frühere Vorsitzende der kanadischen FATF-Delegation, damit, regulatorische Richtlinien zu erstellen und die AML/CFT-Programme (Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung) des Unternehmens zu verstärken. Diese von Binance unternommenen Schritte zeigen die Entschlossenheit des Unternehmens, seine Compliance-Bemühungen zu konsolidieren und sich an die wandelnde regulatorische Landschaft anzupassen. Die rechtlichen Spannungen könnten Handelsplattformen wie Kraken, Coinbase und Bittrex – jene Plattformen, die sich geltenden Richtlinien bereits besser angepasst haben – den Weg ebnen. Demzufolge könnte die Konkurrenz in die Fußstapfen von Binance treten und einen Teil dessen Marktanteils beanspruchen.


 

[1] https://www.ft.com/content/abc04cc0-ea53-4ecb-8c1e-49c85014fa3f


[2] https://clearjunction.com/news/binance-transactions/


[3] https://cointelegraph.com/news/thai-sec-and-cayman-islands-regulator-take-action-on-binance


[4] https://www.binance.com/en/blog/421499824684902302/Binance-Bolsters-European-Compliance-Team-with-Hire-of-Jonathan-Farnell


[5] https://www.nasdaq.com/articles/binance.us-hires-former-california-regulator-manny-alvarez-2021-07-06


 


Über 21Shares  


Die 2018 gegründete 21Shares AG (früher AMUN) ist der führende Krypto-Asset Manager in der Schweiz. Vom Hauptsitz im Kanton Zug aus agiert 21Shares mit Niederlassungen in Zürich sowie New York City und verwaltet derzeit Assets in der Höhe von mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar. Um immer auf dem neusten Stand zu sein, hat 21Shares AG ein hauseigenes Research-Team gegründet. Die ETP-Suite von 21Shares mit 15 börsengehandelten Produkten in allen wichtigen europäischen Währungen ist heute das weltweit umfassendste Krypto-Portfolio, das in einem regulierten Rahmen am offiziellen Markt der Deutschen Börse, SIX Swiss Exchange, BX Swiss, der Wiener Börse und MTF an der Börse Stuttgart in CHF, USD, GBP und EUR erhältlich ist. Es handelt sich um physisch besicherte ETPs mit Exposure in Bitcoin, Bitcoin Cash, Binance BNB, Bitwise 10, Ethereum, Polkadot, Ripple XRP, Sygnum Plattform Winners. Tezos, Stellar,  Cardano und Solana. Zudem bietet 21Shares mit dem HODL Krypto Basket Index das erste ETP, das einen Index auf die fünf größten Kryptowährungen nachbildet und auf dem regulierten Markt der DACH-Region gehandelt werden kann. Als Spezialist für Krypto-Investments sieht sich 21Shares daneben in der Rolle eines Wissensvermittlers zwischen der zukunftsweisenden Blockchain-Technologie und der klassischen Finanzwelt. So engagiert sich das Unternehmen als Informationsplattform inmitten zahlreicher Initiativen für den Ausbau der Bildung im Bereich digitaler Assets.



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Der Autor stellt hier lediglich Informationen zur Verfügung, es erfolgt keine Anlageberatung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Vermögensanlagen. Anlagegeschäfte beinhalten Risiken, so dass die Konsultierung professioneller Anlagenberater empfohlen wird. Wir möchten in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass ein Engagement in Aktien (auch Hot Stocks oder Penny Stocks), Zertifikate, Fonds oder Optionsscheine zum Teil mit erheblichen Risiko verbunden. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden.





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