Kolumnist: Feingold-Research

BMW – Deutsche Bank mit Wunderkursziel




12.07.18 08:18
Feingold-Research

Die Autobranche ist in der Krise und mit unseren Discount-Calls PR1PF1 sowie Bonussen (CQ8W0V) als Empfehlung sind wir schon recht vorsichtig. Die Deutsche Bank jedoch erwartet ein Wunder. Sie hat die Einstufung für BMW vor der Berichtssaison im europäischen Automobilsektor auf “Buy” mit einem Kursziel von 120 Euro belassen. Die Branche leide derzeit unter einer Mischung aus Unsicherheitsfaktoren, die einen deutlichen Abschlag bei den Sektorwerten zum breiten Markt erklärten, schrieb Analyst Gaetan Toulemonde in einer Studie. Er sehe vorerst keine Treiber um die Lücke wieder zu schließen. Von BMW erwarte er aber einen relativ guten Zwischenbericht für das zweite Quartal. 

Das Thema “Zölle” beschäftigt den Automobilsektor intensiv. Wir blicken daher auf die Einschätzung der Commerzbank-Analysten zum Devisenmarkt:


USD: Die Trump-Administration lässt es eindeutig auf einen Handelskrieg ankommen. Nachdem China vergangene Woche, wie angekündigt, Gegenmaßnahmen gegen US-Zölle auf chinesische Waren eingeleitet hatte und damit nicht auf die Forderungen der US-Partner eingegangen ist, prüft Washington nun weitere Strafzölle auf chinesische Importe. Die jüngste Erholung an den Märkten hat am Mittwoch entsprechend erst einmal ein jähes Ende genommen. Erneut dürften Investoren nun auf die Reaktion aus Peking warten. Klar ist: sollte die chinesische Regierung erneut mit Gegenmaßnahmen reagieren, würden wir von einem Handelsstreit zu einem Handelskrieg zwischen den beiden Großnationen wandern, der wohl letztlich darin enden würde, dass beide Seiten komplett alle Waren des jeweils anderen mit Zöllen belegen. Dies hätte – darin sind sich alle Experten einig – negative Auswirkungen auf die Wirtschaft beider Länder.


USA_Börse_WallStreet_FotoliaEinige Beobachter argumentieren, dass die chinesische Wirtschaft letztlich stärker zu leiden hätte, da sie mehr Waren in die USA liefert als andersherum. Allerdings hat die chinesische Führung bereits Hilfen für Unternehmen, die von den US-Zöllen betroffen sind, in Aussicht gestellt. Angesichts der verschiedensten Steuerungsinstrumente, die Peking zur Verfügung stehen, ist davon auszugehen, dass die Regierung die realwirtschaftlichen Auswirkungen bestmöglich abfedern wird. Auch die Notenbank signalisierte in dieser Hinsicht bereits ihre Bereitschaft.


Auf der US-Seite sieht das etwas anders aus. Anstatt den von Strafzöllen betroffenen Unternehmen ähnliche Unterstützung anzubieten, hatte Präsident Trump US-Firmen, die im Zuge des Handelsstreits eine Verlagerung ihrer Produktion ins Ausland planen, eher weitere Strafmaßnahmen angedroht. Vor diesem Hintergrund drohen also weitaus größere Verzerrungen und Umverteilungen in der US-Wirtschaft, die natürlich auch Anpassungskosten mit sich bringen. Die Implikationen des Handelskriegs für den US-Dollar bleiben damit schwierig zu ermessen. Denn ein schwächeres Wachstum würde für eine vorsichtigere Vorgehensweise der US-Notenbank sprechen und damit einen schwächeren Dollar, während der inflationäre Effekt der Importzölle eher höhere Zinsen und eine stärkere US-Währung nach sich ziehen sollte.


Quelle: Commerzbank, eigene Recherche



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