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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Auslandsaktien: In der Zukunft angekommen




13.01.18 08:10
Redaktion boerse-frankfurt.de


Gewohnt viel Futuristisches, aber auch Handfestes erleben Anleger auf der diesjährigen CES in Las Vegas. Während Alexa in immer mehr elektronischen Geräten Einzug hält, plant Alphabet die Funktionen von Google Assistant via kleinem Smartscreen samt Touch-Funktion zu erweitern. Auch Sony und Nvidia schwimmen auf einer Erfolgswelle. 11. Januar 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Rund 4.000 Aussteller zeigen derzeit in Las Vegas auf etwa 250.000 Quadratmetern die jüngsten Innovationen aus der Welt der Elektronik. Neben der Präsentation neuer Produkte und Ideen nutzen Unternehmen die jährlich stattfindende Consumer Electronics Show (CES) zunehmend für die Ankündigung strategischer Partnerschaften, um im Wettlauf der besten Lösungen etwa für intelligente Fahrzeuge, Elektromobilität, Robotik im Alltag sowie smarte Cities und Fabriken ganz vorn mit dabei zu sein. Auch deshalb trifft sich im Spielerparadies mittlerweile das Who ist Who der Automobilwelt und IT-Branche. 

Alexa und Google Assistant ziehen Kreise


Was Anleger neben den Zukunftsvisionen im Laufe der Woche etwa von Alphabet (WKN A14Y6H) oder Amazon (WKN 906866) auf der Messe geboten bekommen scheint ihnen zu gefallen, wie Christopher Steinhöfel von der Baader Bank beobachtet. "Vor dem Hintergrund einer Vielzahl neuer Geräte, die künftig über Alexa sprachgesteuert werden können, markierte die Aktie des Online-Riesen mit 1.259 US-Dollar im Dienstag ein neues Hoch." Unter anderem hätten Hewlett-Packard (WKN 851301), Lenovo und Asus angekündigt, das Erfolgsprodukt noch in diesem Jahr in eine Reihe neuer PCs und Notebooks zu integrieren. Diese würden mit einem ständig eingeschalteten Fernfeldmikrofon ausgestattet, um ähnlich wie Amazon Echo auf Zurufe reagieren zu können. 

Für Steinhöfel spiegelt die Entwicklung beider Werte Optimismus der Aktionäre wider. Denn auch die Aktie von Alphabet erreichte zum Wochenbeginn einen neuen Spitzenwert von zwischenzeitlich 1.111 US-Dollar. Diverse Hardware-Partner planten für Google Assistant kleine sprachgesteuerte Smart Displays mit Touch-Unterstützung. Dadurch könnten zusätzlich zur Sprachausgabe Informationen und Filme angezeigt werden. Anders als üblich zeige der Internet-Konzern diesmal in Las Vegas mit großen Werbemaßnahmen richtig Flagge und locke unter anderem auf dem Vorplatz der Messe auf einer großen Ausstellungsfläche mit dem Google Assistant Playground.

Sony erntet Früchte der Neuausrichtung  

Weiterhin auf einem aufsteigenden Ast befindet sich Walter Vorhauser zufolge auch die Sony-Aktie (WKN 853688). "Kazuo Hirai hat als neuer Chef viel zur Stärkung des Unternehmens beigesteuert", urteilt der Händler der Oddo Seydler Bank. Im zweiten Quartal habe der Elektronikkonzern mit einem Nettogewinn von 130,9 Milliarden Yen überzeugt. "Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2016 ist das eine 27-fache Steigerung." Neben dem Filmgeschäft und der erfolgreichen Playstation trügen derzeit die Geschäfte als Zulieferer von Kameras für Smartphone-Hersteller wesentlich zum Sony-Erfolg bei. Zu den Neuheiten von Sony auf der CES gehörten neben neuen TV-Geräten kabellose Kopfhörer und Lautsprecher. "Von den Medien positiv aufgenommen wird der mehrere Lautsprecher enthaltene, platzsparende Projektor LifeSpace UX." Die Sony Aktie markierte bei einem Stand von 42,40 Euro in dieser Woche zwischenzeitlich den höchsten Kurs seit zehn Jahren. Auf Zwölfmonatssicht hat sich der Wert auf Basis der Gemeinschaftswährung um 45 Prozent verbessert.


VorhauserVorhauser  

Sicherheitslücken machen Intel das Leben schwer


Die Halbleiterbranche arbeitet derweil fieberhaft daran, die öffentlich gewordenen massiven Sicherheitslücken, genannt Spectre und Meltdown, bei Computer-Chips vollständnig zu stopfen. Mit den bereits verfügbaren Patches wird die Gefahr nach Ansicht von Experten noch nicht gebannt sein. Denn die Angriffsszenarien seien mit herkömmlichen Software-Schwachstellen nicht vergleichbar, sondern nutzten direkt das Design des Chips aus, das eigentlich die Rechenprozesse beschleunigen soll. Vom Problem Meltdown seien nach heutigem Kenntnisstand vorwiegend Prozessoren von Intel (WKN 855681) betroffen, was laut Vorhauser am Aktienkurs des weltweit führenden Chipproduzenten nicht spurlos vorübergeht. "Seit Anfang des Jahres steht der Wert unter Druck und hat über 12 Prozent abgegeben." 

Spectre gebe es hingegen bei Halbleitern nahezu aller Hersteller. Dazu gehörten unter anderem AMD (WKN 863186) und IBM (WKN 851399). "AMD hat die Umstellung bereits erledigt", weiß Vorhauser. "Die Aktie derzeit im Kommen und legte seit Jahresbeginn von 9 auf 10 Euro zu." 

Nvidia bleibt auf Erfolgsspur


Die Aktie des mit Grafikkarten groß gewordenen Nvidia (WKN 918422) hat in den vergangenen zwölf Monaten eine Verdoppelung gesehen, wie Steinhöfel bemerkt. Aktuell ist der Wert für 187 Euro zu haben. "Für Nvidia gibt es sehr viel Lob." Neben den Produkten für Computerspiele, Rechenzentren, professionelle Visualisierung und Autos profitiere der US-Konzern vom Boom der Kryptowährungen. Nvidia produziere hochspezialisierte Graphics Processing Units (GPUs), die für das Mining bestimmter digitaler Währungen verwendet würden. Von den Sicherheitslücken sei Nvidia nicht betroffen. Vorstandschef Jensen Huang habe in Las Vegas einmal mehr betont, dass seine GPUs aus aktueller Sicht gegen Meltdown und Spectre immun seien. 

Von: Iris Merker
11. Januar 2018, © Deutsche Börse AG




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