Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Auslandsaktien: Wieder Lust auf Luxus




20.05.17 10:22
Redaktion boerse-frankfurt.de


Nach einer zwischenzeitlichen Flaute läuft das Geschäft mit Luxusgütern wieder besser, Aktionäre kommen seit vergangenem Sommer auf satte Gewinne. 18. Mai 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Dass der Spruch "Luxus geht immer" nicht stimmt, haben die großen Konzerne wie LVMH, Richemont oder Kering zwischen 2014 und 2016 zu spüren bekommen. Auch Aktionäre hatten wenig Freude an den Herstellern von teurer Mode, Taschen, Schuhen, Uhren und Spirituosen. Die Wachstumsabschwächung in China, die Abwertung der chinesischen Währung und die Antikorruptionskampagne der chinesischen Regierung lastete auf den Gewinnen. 

Seit knapp einem Jahr geht es aber wieder aufwärts an der Börse: Seit Juni 2016 hat der S&P Global Luxury Index, der neben den großen Luxusgüterkonzernen auch die Premiumautobauer wie Daimler und BMW abbildet, um 31 Prozent zugelegt. Das Geschäft zieht wieder an, auch für das erste Quartal meldeten etwa LVMH, Kering und Hermès starke Zahlen. Lediglich die Hersteller teurer Uhren haben noch zu kämpfen, ihn macht die zurückgegangene Nachfrage in China und die neue Konkurrenz durch Smart-Watches zu schaffen. 

Analystenliebling LVMH


Sehr gut entwickelt hat sich die Aktie des weltgrößten Luxusgüterkonzerns LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton (WKN 853292), auf die Roland Stadler von der Baader Bank hinweist. Um 73 Prozent hat sich der Titel seit vergangenem Sommer verteuert. Und die Zahlen zum ersten Quartal dieses Jahres überzeugten: Der Umsatz des Konzerns, zu dem neben Marken wie Louis Vuitton, Hennessy und Moet auch etwa Bulgari und TAG Heuer gehören, legte um 15 Prozent zu. Von Analysten wird die Aktie fast durchweg empfohlen, etwa von der Berenberg Bank, der UBS, Goldman Sachs, der Credit Suisse und der Deutschen Bank. Bei der Berenberg Bank kommt der Zukauf von Christian Dior durch LVMH gut an, das Kursziel wurde auf 245 Euro angehoben.

Ein Plus von über 50 Prozent erzielte auch die Aktie des Schmuckhersteller Tiffany (WKN 872811) seit vergangenem Sommer, wie Stadler außerdem anmerkt. Für Hermès (WKN 886670), Spezialist ist hier ebenfalls die Baader Bank, geht es schon seit Anfang 2016 wieder nach oben, der Titel kletterte von damals 300 Euro auf aktuell 433 Euro. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Anbieter teurer Taschen, Seidentücher und Parfums einen Rekordgewinn, auch das erste Quartal 2017 lief wegen reger Nachfrage aus Asien gut.


StadlerStadler  

Cognac-Durst in den USA


Früher als bei den anderen Aktien aus der Branche setzte die Erholung beim Spirituosenhersteller Remy Cointreau (WKN 883206) ein, wie Michael Arras von Oddo Seydler berichtet, nämlich bereits im dritten Quartal 2015: Damals kostete die Aktie zwischenzeitlich weniger als 50 Euro, jetzt sind es 93,43 Euro. "In China schwächelt das Geschäft weiter, in den USA läuft es aber." 

Unter dem starken Franken leide der Schweizer Uhrenkonzern Swatch (WKN 865126), zu dem auch Marken wie Omega, Blancpain und Tissot gehören. "Außerdem bereitet die Luxussteuer in China dem Konzern Probleme", bemerkt Arras. Seit Sommer hat sich die Aktie in Euro dennoch um rund die Hälfte verteuert. "Auf der weltgrößten Uhrenmesse Basel World im März zeigte sich Swatch optimistisch." 

Pfundschwäche stützt Burberry


Von der Währungsentwicklung profitieren kann unterdessen Burberry, bekannt für seine mit Karostoff gefütterten Trenchcoats. Auf Sicht von einem Jahr legte die Aktie in Pfund um 55 Prozent zu, in Euro (WKN 691197) sind es immerhin noch 35 Prozent. Im zweiten Halbjahr stieg der Konzernumsatz um 14 Prozent auf 1,6 Milliarden Pfund, währungsbereinigt ging er aber zurück. "Burberry setzt zunehmend auf eigene Shops, was aber Risiken hinsichtlich der Mieten und Personalkosten birgt", bemerkt Arras. 

Die Aktie des Schweizer Luxusgüterkonzerns Richemont ist an der Börse Frankfurt seit vergangenem Sommer um 42 Prozent gestiegen, auch wenn es nach Bekanntgabe der Zahlen für das im März zu Ende gegangene Geschäftsjahr 2016/2017 einen Rücksetzer gab. Der Richemont-Konzern, zu dem Uhren- und Schmuckhersteller wie Cartier, IWC, Jaeger-LeCoultre, Piaget und Lange & Söhne gehören, meldete einen Umsatzrückgang um 4 Prozent und ein Minus beim operativen Gewinn von 14 Prozent. Doch auch die Uhrenbranche schnuppert Morgenluft: Nach 20 Monaten fallender Exporte hintereinander stiegen die Verkäufe der Schweizer Uhrenindustrie ins Ausland im März 2017 erstmals wieder. 

von: Anna-Maria Borse 18. Mai 2017, © Deutsche Börse AG



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