Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Auslandsaktien: Jederzeit ein Genuss




15.04.17 09:20
Redaktion boerse-frankfurt.de


Bei Schokoladenherstellern wie Lindt & Sprüngli und Barry Callebaut klingeln nicht nur zur Osterzeit die Kassen. Die süße Verführung ist weltweit - zunehmend in Gourmetqualität - das ganze Jahr über gefragt. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Ostern ist Hochsaison für Schokolade, besonders häufig greifen Verbraucher in dieser Zeit zu Häschen. Die Mitglieder im deutschen Bundesverband der Süßwarenindustrie rechnen mit dem Absatz von 202 Millionen 100 Gramm schweren Schoko-Hasen rund um das Osterfest. Allein in Deutschland sollen es 107 Millionen Stück werden. 

Die Schokoladenindustrie verdient das ganze Jahr über ganz ordentlich, wie Walter Vorhauser von der Oddo Seydler Bank bemerkt. Eine Größe im internationalen Geschäft mit den Kakaoprodukten ist die Schweiz. Laut Verband der Schweizer Schokoladenfabrikanten entwickelten sich die Exporte in 2016 trotz schwierigem Währungsumfeld insgesamt positiv. Der Absatz stieg demnach um 4,3 Prozent auf 122.034 Tonnen. Der Rückgang im wichtigsten Exportmarkt Deutschland sei durch zusätzliches Geschäft in Großbritannien, Frankreich, Kanada und den USA aufgefangen worden. 

Strategie von Barry Callebaut greift


Unternehmen wie Barry Callebaut (WKN 914661) profitieren dabei in besonderem Maße vom Trend Richtung Gourmet- und Spezialitätenprodukte. "Nach einem Gewinnrückgang im ersten Quartal des im August endenden Geschäftsjahres weist der weltgrößte Schokoladen- und Kakaohersteller jetzt wieder einen Gewinnsprung aus." Im ersten Halbjahr komme Barry Callebaut, die auch andere große Nahrungsmittel- und Schokoladenproduzenten belieferten, auf 142,1 Millionen Franken, was einem stattlichen Plus von 31,7 Prozent entspreche. "Sparmaßnahmen wie das Outsourcing von Aktivitäten wirken positiv auf den Ertrag." Trotz weltweit um 2,1 Prozent rückläufigen Schokoladenmarkt, hätten die Schweizer aufgrund eines guten zweiten Quartals zudem die Absatzmenge auf 947.000 Tonnen steigern können. Beim Umsatz stehe im ersten Halbjahr ein Wachstum von 3,3 Prozent auf 3,5 Milliarden Franken zu Buche. Für das Gesamtjahr ziele Barry Callebaut nach wie vor auf zusätzliche Verkäufe in der Größenordnung zwischen 4 und 6 Prozent. Vorhauser sieht das Unternehmen gut positioniert. Das spiegle sich im Aktienkurs wider. "Der Wert befindet sich seit Jahresbeginn im Aufwärtstrend." Wer die Aktie des Schokoladenproduzenten seit 2009 besitzt, habe von regelmäßigen Dividendenausschüttungen und einem Kursanstieg von über 190 Prozent profitiert. 

Lindt & Sprüngli wieder auf Kurs  

Für Lindt & Sprüngli (WKN 859568) ist das Geschäftsjahr ebenfalls gut angelaufen. "Die Osterbestellungen stimmen", weiß Vorhauser. Das sei wichtig, denn rund um das Fest würden die Schweizer etwa 15 bis 20 Prozent des Jahresumsatzes erzielen. Neben den berühmten Goldhasen kämen Schokoladeneier der Premium-Marke bei Verbrauchern naturgemäß besonders gut an. Bereits das abgelaufene Geschäftsjahr könne sich sehen lassen. Lindt habe seinen Umsatz um 6,8 Prozent auf 3,9 Milliarden Franken ausbauen können. "Beim Gewinn lag die Steigerung mit 8,4 Prozent auf 562 Millionen Franken noch darüber." Zusätzlichen Rückenwind habe Lindt & Sprüngli durch die günstigen Kakaopreise erhalten. "Schokoladenhersteller können dadurch ihre Absicherungsgeschäfte zurückfahren."


VorhauserVorhauser   "Aufs Jahr gesehen waren Lindor-Kugeln die Kassenschlager." Sie stünden für etwa ein Viertel des Gesamtumsatzes. Erstmals in der Geschichte hätten die Schweizer mit dem Verkauf dieses Produktes die Marke von einer Milliarde Franken geknackt. "Weltweit produziert Lindt jährlich etwa drei Milliarden Lindor-Kugeln." Das Unternehmen setze beim Ausbau des Geschäfts seit Jahren stark auf organisches Wachstum und weite derzeit seine Präsenz in Japan, Russland und Brasilien aus. Mit zusätzlichen eigenen Läden - bevorzugt in Großstätten und Shoppingcentern - rücke beispielsweise die Marke stärker ins Bewußtsein der Verbraucher. 

Nach einem Rückgang in 2016 befindet sich die Aktie von Lindt & Sprüngli in diesem Jahr mit einem Plus von rund 10 Prozent wieder im Aufwind, wie Vorhauser zusammenfasst. Aktuell nähere sich Wert bei einem Stand von 62.251 Euro wieder seinem historischen Höchststand. Etwas günstiger ist der Partizipationsschein (WKN 870503), der seit Januar von 4.872 auf 5.280 Euro und damit gut 8 Prozent hinzu gewann. Ein längerfristiges Engagement hätte sich auch hier gelohnt. Wer seit Anfang 2009 dabei ist, freue sich über eine Kurssteigerung von fast 300 Prozent. Zum Vergleich machte die Aktie von Nestlé (WKN A0Q4DC) im selben Zeitraum rund 156 Prozent gut. 

von: Iris Merker




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