Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Auslandsaktien: BRICS-Staaten holen auf




07.09.17 16:40
Redaktion boerse-frankfurt.de

Abgesehen vom russischen Aktienmarkt bewegen sich die Börsen der BRICS-Länder seit geraumer Zeit nach oben. Damit folgen sie mit Verzögerung den Märkten der Industriestaaten. Insbesondere Rohstoffwerte profitieren vom globalen Aufschwung.


 


Trotz zum Teil schwächelnder Konjunktur zeigen die Aktienbarometer der BRICS-Staaten - Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika - in diesem Jahr zumeist einen beachtlichen Aufwärtsdrang.


 


Talsohle in Brasilien durchschritten


 


"Auf US-Dollar-Basis ist der brasilianische Bovesta mit einem Plus von 28 Prozent sei Jahresbeginn am stärksten gelaufen", bemerkt Roland Stadler. Seit Januar 2016 kletterte der Index von 43.384 auf 73.361 Punkte und damit um rund 70 Prozent nach oben. Dabei bilde das Land im Vergleich der führenden Schwellenländer mit einem von der IWF prognostizierten Wachstum für 2017 von 0,2 Prozent wirtschaftlich das Schlusslicht.


 


"Vor dem Hintergrund einer anziehenden Weltwirtschaft - die Weltbank rechnet in diesem Jahr mit einer um 2,7 Prozent stärkeren Konjunktur - steigt die Nachfrage nach Rohstoffen", begründet der Händler der Baader Bank die Rallye des brasilianischen Leitindex. Das treibe die Kurse von Unternehmen wie Vale (WKN 897998). Die Aktie des Bergbauriesen mit Sitz in Rio de Janeiro komme seit Anfang des Jahres in der Heimatwährung auf einen ansehnlichen Gewinn von 44 Prozent. "Seit Januar 2016 hat sich der Wert mehr als verdreifacht." Die Aktie von Bradespar aus São Paulo (WKN 553159) verfünffachte sich im selben Zeitraum.


 


Auch die heimische Wirtschaft scheint langsam an Fahrt aufzunehmen. Die Signale für eine allmähliche Besserung in der mit Abstand größten südamerikanischen Volkswirtschaft haben nach Ansicht von Stefan Mitropoulos in den letzten Wochen und Monaten zugenommen. Das Geschäftsklima helle sich deutlich auf, die Industrieproduktion stabilisiere sich auf niedrigem Niveau und die Einzelhandelsumsätze bewegten sich wieder über dem Vorjahresniveau. "Die lange und tiefe Rezession in Brasilien scheint damit beendet", urteilt der Helaba-Analyst. Die Erholung werde aber mit einem nur 0,5 Prozent höherem Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr und 1,5 Prozent in 2018 schwach ausfallen. Zu sehr lasteten strukturelle Probleme wie mangelnde Reformen, hohe politische Unsicherheit und Korruption auf dem Land.


 


Indien setzt Kräfte frei


 


Mit 19 Prozent verbucht der indische Sensex in diesem Jahr den zweitgrößten Gewinn unter den Leitindizes der BRICS-Länder, wie Stadler anmerkt. Auch hier setzten sich Rohstoff-Aktien wie Tata Steel (WKN A0X9H1) und Reliance Industries (WKN 884241) mit Steigerungen auf Basis der Gemeinschaftswährung in Höhe von 66 und 45 Prozent an die Spitze. Nach einer längeren Verlustphase scheint es auch Dr Reddy’s Laboratories (WKN 659157) wieder bergauf zu gehen. "Der Aktienkurs des Generikaspezialisten schnellte in der vergangenen Woche um etwa 9 Prozent nach oben, nachdem ein Gericht im Rahmen eines Patentstreits zugunsten von IntelGenx, einer Tochtergesellschaft des indischen Pharmaunternehmens entschied", registriert Walter Vorhauser. Für den Händler der Oddo Seydler Bank ist es üblich, dass die Schwellenländer mit Verzögerung auf positive Entwicklungen an den Börsen der entwickelten Staaten reagieren. Die Investitionstätigkeit von Fonds sei wie eine Schleife. Erst kämen Standard- und Technologieaktien der Industriestaaten zum Zuge, bevor Fondsmanager zu Schwellenländerwerten griffen.


 


Mit einem prognostizierten Wachstum von 7,2 Prozent stehe Indien übrigens als Wirtschaftskraft noch vor China. Analysten bewerteten zudem die Reformbemühungen von Staatschef Narendra Modi nach drei Jahren im Amt positiv. Nach der Bargeldreform habe sich beispielsweise die Währung der weltweit bevölkerungsreichsten Demokratie gegenüber dem US-Dollar spürbar erholt und die Inflation sank auf 4,8 Prozent.


 


Sanktionen machen Russland zu schaffen


 


Auch Russland profitiere vom Rohstoffhunger der Industrienationen und manövriere sich gerade aus einer Rezession. Den großen Befreiungsschlag habe es an den Aktienmärkten aber nicht gegeben. Seit Anfang des Jahres verlor der 15 Werte umfassende, auf der Gemeinschaftswährung basierende RDX von 1.448 auf 1.216 Punkte. Das entspricht einem Minus von rund 16 Prozent. Der an der Moskauer Börse in US-Dollar notierte RTS mit seinen 50 nach Marktkapitalisierung größten Aktien gab von 1.152 auf 1.115 Punkte nach. Konzerne wie Rosneft (WKN A0J3N5), Lukoil (WKN A1420E) und Gazprom (WKN 903276) liegen an den Börsen deutlich im Minus. Stadler macht die Sanktionen mitverantwortlich. "Unternehmen, in denen der Staat mitmischt, hinken hinterher", summiert Vorhauser.


 


Forschungsgelder für chinesische Internetfirmen


 


Etwas über 8 Prozent konnte der SSE Composite Index seit Anfang Januar zulegen. Unternehmen wie Baidu (WKN A0F5DE) trugen mit einem Plus von rund 30 Prozent überdurchschnittlich zur Erholung des in Shanghai gelisteten Index bei, wie Vorhauser anmerkt. Internetbezogene Dienste boomen im Land der Mitte. Dieser Wachstumsmarkt werde nun mithilfe eines umgerechnet rund eine Milliarde US-Dollar schweren Private Equity Fonds unterstützt. "Der von Baidu und dem Versicherer China Life Insurance (WKN A0M4XJ) angekündigte Topf soll bereits länger am Markt bestehende Internetfirmen bei der Erforschung innovativer Technologien unterstützen."


 


Von: Iris Merker


7. September 2017, © Deutsche Börse AG



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