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Kolumnist: Sven Weisenhaus

Aufwärtstrends in den US-Indizes vor dem Ende




11.09.17 10:32
Sven Weisenhaus

Die Märkte gingen letzte Woche sehr gelassen ins Wochenende. So verlief der DAX schon gegen Freitagmittag in einer Handelsspanne von 80 Punkten und diese wurde anschließend nur noch enger. Zum Schluss waren die Kursbewegungen so gering, als wäre der DAX kurz davor klinisch tot zu sein.


Von der Abwärts- zur Seitwärtskonsolidierung der US-Indizes


Ähnlich sah auch das Bild in den US-Indizes aus. Diese schafften es zwar ihre Trendkanäle der jüngsten Konsolidierung (rot im folgenden Chart) nach oben zu durchbrechen. Die Bullen kämpfen tapfer gegen die saisonal schwache Phase an. Aber die wichtigen Hürden (siehe rote horizontale Linien) konnten bislang nicht überwunden werden. Entsprechend kann man nur noch begrenzt von einer Stärke der Bullen sprechen.


Konsolidierungen in den US-Indizes


Das Resultat daraus ist, dass aus den leichten Abwärtsbewegungen lediglich Seitwärtstendenzen auf hohem Niveau geworden sind. Genau das führt uns zu einem Problem.


Aufwärtstrend läuft aus


Solche Seitwärtskonsolidierungen bestätigen grundsätzlich zwar eigentlich einen Trend, passen in diesem Fall aber zu einer bevorstehenden stärkeren Herbstkorrektur. Es ist nämlich durchaus üblich, dass die Kursbewegungen nach einer starken Aufwärtsbewegung langsam auslaufen und dann nach unten abdrehen. Eben dies macht das derzeitige Chartbild so gefährlich. Natürlich nur sofern man auch einen deutlichen Momentumverlust erkennt.


Deshalb möchte ich dies einmal am Beispiel des Nasdaq100 verdeutlichen. Wie man sieht, sind die jeweiligen Aufwärtsbewegungen mit (grünen) Rechtecken umrahmt. Man kann erkennen wie die Aufwärtsbewegungen nach dem Tief von Anfang 2016 zunächst länger wurden und der Trend an Fahrt zunahm. Anschließend wurde er jedoch immer schwächer. Dabei sind schwächelnde Bullen häufig ein erstes Zeichen dafür, dass ein Aufwärtstrend kurz- oder mittelfristig vor seinem Ende steht.


Nasdaq100 - Chartanalyse


Wir haben deshalb bereits einen klaren Hinweis für eine bevorstehende Schwäche- bzw. Korrekturphase. Sollte der Kurs unter das Niveau des Beginns der aktuellen Aufwärtsbewegung bei 5.750 Punkten fallen, wäre damit ein tieferes Tief erreicht. Der Aufwärtstrend wäre dann formell beendet und man müsse mit einer stärkeren Korrektur rechnen.


Haben die Bullen noch eine Chance?


Noch haben die Bullen eine Chance. Wenn sie nochmal alles geben und sie den Kurs mit Schwung nach oben treiben können, könnte eine Korrektur verhindert werden. Wahrscheinlich würde es sich dann aber auch in diesem Fall nur um ein letztes Aufbäumen vor einem starken Kursrückgang handeln.


Nicht zu früh bearish werden


Eine größere Korrektur ist bei den US-Indizes mehr als überfällig und steht wahrscheinlich schon vor der Tür. Da liegt der Gedanke also nahe, dass man eine auf fallende Kurse setzt. Doch Vorsicht!


Man kann derzeit nämlich auch immer wieder eine weitere Beobachtung machen: Immer, wenn der Handelstag wieder relativ schwach verläuft, bleiben anschließend weitere bearishe Signale aus. Entsprechend vorsichtig sollte man deshalb bei Short-Einstiegen sein.


Auch wenn es bereits in den Fingern juckt, auf Short zu setzten. Am Ende soll man immer nur das handeln, was man in den Charts sieht. Es sind zwar Zeichen von Schwäche zu erkennen, aber bislang ist es nur bei einer Konsolidierung auf hohem Niveau geblieben. Deshalb besteht eben auch noch die Chance, dass es nochmal weiter aufwärts geht. In diesem Fall wäre man mit großen Short-Positionen auf der falschen Seite. Und so komme ich zu meinem Rat an Sie: Lassen Sie sich nicht von Ihren Emotionen und Überzeugungen leiten, sondern gehen Sie mit dem Markt. Wenn größere Kursverluste einsetzen, kann man noch früh genug bei den entsprechenden Signalen nach und nach einsteigen.



Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus


(Quelle: www.stockstreet.de)



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