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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Anleihen: Italien wieder gefragt




13.02.21 09:22
Redaktion boerse-frankfurt.de

Mit Draghi an der Spitze und der EZB im Rücken ist Italien als Emittent wieder gefragt. Am Markt mit Unternehmensanleihen sind Anleger mit Blick auf Grenke beunruhigt, die Papiere schwanken je nach Nachrichtenlage stark.



12. Februar 2021. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Im Handel mit Unternehmensanleihen ist Grenke diese Woche das ganz große Thema. „Die Kurse sind auf Achterbahnfahrt“, beschreibt es Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. „Böse runtergekommen“ seien die Papiere, erklärt Rainer Petz von Oddo Seydler.


Die Meldung über das Ausscheiden des langjährigen Vorstandsmitglieds Mark Kindermann hatte Anfang der Woche für einen Kursrutsch bei Grenke-Aktien und -Anleihen gesorgt. „Die Unsicherheit ist groß, dass an den schon im Sommer 2020 erhobenen Vorwürfen der Geldwäsche und Bilanzfälschung doch etwas dran ist“, erläutert Daniel. Nach einem beruhigenden Schreiben des Grenke-Aufsichtsratschefs am Dienstagabend erholten sich die Papiere, am heutigen Freitag werden aber wieder neue Tiefs erreicht.


„Viele Kleinanleger betroffen“


Die bei Walter Ludwig gehandelte, umsatzstarke und bis 2022 laufende Anleihe (XS1527138272) fiel von 97 auf 88 Prozent, stieg dann wieder auf 93, heute sind es nur noch 86,5 Prozent. Das lässt die Rendite der mit einem Kupon von 1,125 Prozent ausgestatteten Anleihe auf 17,5 Prozent klettern.


Rainer Petz

Petz


Ähnlich reagieren die bis 2023 laufende Grenke-Anleihe mit Kupon von 1 Prozent (XS1799162588), der bereits im April fällige Bond (XS1377248635), der bei Oddo Seydler gehandelt wird, sowie die von ICF betreuten beiden Grenke-Anleihen (XS1910851242XS2155486942). „Da sind viele Kleinanleger betroffen“, bemerkt Petz.


Gute Nachfrage auch nach Hochverzinslichem


Eindeutig Käufe meldet Arthur Brunner von der ICF Bank hingegen für Anleihen der Groß & Partner Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DE000A254N04), von SGL TransGroup International (SE0013101219), Symrise (XS2195096420) und Paragon (DE000A2GSB86). „Bei Paragon hoffen Anleger auf freie Mittel durch den nun voraussichtlich im März anstehenden Teilverkauf der Voltabox-Beteiligung.“ Gute Umsätze meldet der Händler außerdem noch für die vergangene Woche emittierte Anleihe des Immobilienunternehmens Pandion (DE000A289YC5).


Gesucht sind auch ThyssenKrupp-Anleihen (DE000A2TEDB8) nach guten Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 und einer Prognoseanhebung für das Gesamtjahr. „Die Stahlpreise steigen wieder“, berichtet Daniel. Verkauft würden Papier des Agrarkonzerns Ecosem-Agrar (DE000A2YNR08).


Daniel


Renditetiefs für Italiens Staatsanleihen


Ruhiger zu geht es bei den Staatsanleihen. Der hierzulande richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future (DE0009652644) liegt am Freitagmorgen bei 176,33 Punkten. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren mit minus 0,45 Prozent.


Italienische Papiere markieren am heutigen Freitag neue Allzeitrenditetiefs, zehnjährige Papiere rentieren mit nur noch 0,43 Prozent. „Insbesondere ausländische Investoren, die sich während der Pandemie bei italienischen Staatsanleihen eher zurückgehalten hatten, scheinen nun wieder mehr zu investieren“, erklärt Anleihenanalyst Cem Keltek von der Commerzbank. Die Aussicht auf eine von Mario Draghi geführte Regierung werde das Vertrauen dieser Investorengruppe wohl weiter stärken und somit die Renditen im Euroraum weiter konvergieren lassen.


„Alle europäischen Staatsanleihen werden wegen der EZB-Politik gehandelt, also seien sie ohne Risiko“, bemerkt Brunner. Selbst griechische Staatsanleihen mit Laufzeit von zehn Jahren rentierten nur noch mit 0,73 Prozent. Zur Erinnerung: Während der Eurokrise 2012 waren die Renditen bis auf 37 Prozent gestiegen, 2015 waren es noch 15 Prozent.


US-Zinsanstieg erstmal beendet


Inflationssorgen in den USA ebbten diese Woche etwas ab. Sie hatten durch das – Kritikern zufolge überdimensionierte – Konjunkturpaket von Joe Biden einen Schub erhalten. Die mit 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr niedriger als erwartet ausgefallene Inflation sowie Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell, der eine Reduzierung der geldpolitischen Stimuli derzeit für undenkbar hält, ließen die Renditen wieder fallen. Aktuell rentieren zehnjährige Treasuries mit 1,15 Prozent.


von: Anna-Maria Borse
12. Februar 2021, © Deutsche Börse AG




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