Kolumnist: Feingold-Research

Altcoin Ethereum allemal einen Blick wert




04.09.18 08:08
Feingold-Research

Noch hat Bitcoin mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von knapp 100 Milliarden Euro klar die Nase vorn. Die ca. 24 Milliarden Euro von Ethereum sind jedoch auch nicht von schlechten Eltern. Die beiden Spitzenreiter des Kryptomarktes haben manches gemeinsam, in vielem unterscheiden sie sich gleichwohl gravierend.

Steht der Abverkauf ins Haus?


Nachdem dieser Tage erneut ein Krypto-Wal eine größere Menge Ethereum aus seiner ICO-Wallet abzog, brodelt einmal mehr die Gerüchteküche. Die gut 20.000 ETH, die auf Bitfinex landeten, entsprechen einem aktuellen Gegenwert von rund 4,8 Millionen Euro. Ob der betreffende ICO-Investor mit dem gänzlichen Verkauf seiner 314.000 ETH kokettiert, steht zur Stunde nicht fest. Fakt ist indes, dass die ICO-Wallet bereits im Mai dieses Jahres um 116.000 ETH zum gegenwärtigen Marktwert von 27,8 Millionen Euro erleichtert wurde. Es überrascht deshalb wenig, dass Experten den Gewinnmitnahmen der ICO-Investoren die Kursverluste von Ethereum Anfang August zuschreiben.


Zur besseren Option als Ethereum macht dieser Umstand Bitcoin darob längst nicht. Immerhin trennen Bitcoin vom 52-Wochen-Hoch der 16.892,3398 Euro beim aktuellen Kurs von 5.779,6602 Euro nicht weniger als die 239,4352 Euro der alternativen Währung Ethereum von deren 52-Wochen-Hoch ansehnlicher 1.164,6909 Euro (Stand 26. August 2018). Während die Entscheidung zwischen dem Altcoin und der Kryptoleitwährung mithin schwerfällt, ist es ein Leichtes, die einschlägigen Börsenplätze wie Kraken, GDAX, Bitstamp, Coinroom oder CEX.IO zu vergleichen. Die Möglichkeit dazu liefert der Ethereum Rechner, der selbstverständlich daneben mit den aktuellen Wechselkursen zur Stelle ist. Ob der Anleger dabei für den aktuellen Ethereum Kurs Euro, US-Dollar oder britische Pfund eingehändigt haben will, ist für den Ethereum Rechner ohne Belang.


Geschwindigkeit ist nicht alles

Big Player à la JPMorgan Chase, BP und Microsoft sprechen sich zu 94 Prozent für Ethereum aus, während sich nur 49 Prozent für Bitcoin erwärmen können. Im Unterschied zu Bitcoin ist Ethereum aber auch weniger eine Geldanlage, sondern vor allem eine Techniklösung. Die Geschwindigkeit ist damit allerdings nicht gemeint, auch wenn Ethereum Transaktionen in rund 12 Sekunden erledigt, für die Bitcoin im Schnitt 10 Minuten benötigt. Vielmehr ist Ethereum der Treff für Parteien zur Unterzeichnung von sogenannten Smart Contracts. Zur Vereinfachung der Vertragsverhandlungen arbeitet die Plattform dabei mit verteilten Apps. Nachdem sich durch diese Distributed Apps (DApps) auch Beteiligungen regeln lassen, steht Ethereum namentlich bei Start-ups in hohen Gnaden. Die Investoren der Initial Coin Offerings erhalten von den Start-ups Token, die in ETH beglichen werden können. Gleichzeitig entgehen die Unternehmensgründer mit den ICOs dem strikten Reglement der Kreditvergabe von Banken.


Blockchain ohne Mining

Völlig neue Wege geht Azure, Microsofts Plattform für Cloud Computing. So arbeitet der Ethereum-Ableger nicht mit dem in der Ethereum-Blockchain üblichen Proof-of-Work-Ansatz, sondern mit dem Proof-of-Authority-Prinzip. Proof-of-Authority kommt ohne das Mining aus, bedarf also keiner Rechenleistung, um Selbstregulierung, Konsens und Sicherheit des Netzwerks sicherzustellen. Während Proof-of-Authority punkto Vorteilhaftigkeit Proof-of-Work in nichts nachsteht, ist das innovative Prinzip um ein Bedeutendes effizienter. Dies deshalb, weil es jedem Konsens-Teilnehmer erlaubt, über mehrere Konsens-Knoten zu verfügen, die unter seinem Namen laufen. Hinzu kommt, dass die neue Version von Azure die Erstellung von Smart Contracts erleichtert. Während der Azure Monitor für eine bessere Überwachung des Zustands der Blockchain sorgt, kommt die Governance DApp den Teilnehmern beim Management des Netzwerks entgegen.


Im politischen Visier

Ähnlich fortschrittlich gebärdet sich die kanadische Regierung. Durch den von ihr entwickelten Ethereum Blockchain Explorer gleichen die Institutionen gläsernen Schaukästen. Gleichzeitig ist es deren Mitgliedern möglich, sich aktiv ins Geschehen einzubringen und öffentliche Informationen gleichermaßen zu verifizieren wie zu validieren.


Auf größeres Medieninteresse stößt zur Stunde nichtsdestotrotz Adab Solutions. Nicht von ungefähr, nachdem die in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässige Firma mit der weltweit ersten Kryptohandelsplattform aufwartet, die den Auflagen der Scharia und des islamischen Finanzwesens Genüge tut. Anfang September soll es so weit sein. Ab diesem Zeitpunkt wird auf der First Islamic Crypto Exchange (FICE) Ethereum Classic neben Bitcoin und dem ADAB-Token gehandelt werden. Die gut 1,8 Milliarden Muslime auf Erden können dann ruhigen Gewissens in die digitalen Währungen investieren. Zwar werden sie aufs Margin-Trading verzichten müssen, für jeden erfolgreichen Deal eine Gebühr von 0,05 bis 0,2 Prozent zu entrichten haben und nolens volens 5 Prozent des Jahres- sowie 2,5 Prozent des Quartalserlöses als Spende für wohltätige Zwecke abtreten, dafür entschädigen die zahllosen Features. Neben Nutzer-Wallets winken Tools für technische Analysen und die Möglichkeit, die digitalen Devisen in Flat-Geld oder US-Dollar zu tauschen. Und das alles gibt es ohne ellenlange Warteschlangen. Mit einer Verarbeitungskapazität von 3 Millionen Anfragen pro Sekunde wird die FICE unter den schnellsten Kryptobörsen der Welt rangieren.



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