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Kolumnist: Claus Vogt

Achtung: S&P 500 beendet parabolischen Kursanstieg




03.02.18 10:35
Claus Vogt

Liebe Leser,

am gestrigen Donnerstag titelte eine große deutsche Tageszeitung „Dienstmädchenhausse? Amerikas Kleinanleger entdecken die Börse“. Diese Überschrift passt gut zu meinen heutigen Ausführungen. Denn gewöhnlich macht sich erst in der hochspekulativen Endphase einer Aktienhausse so viel Euphorie breit, dass sogar Menschen von der Börse in Bann gezogen werden, die nie zuvor Interesse an den Finanzmärkten hatten. Dieser emotionale Überschwang zeigt sich vor allem in den Sentimentindikatoren wie beispielsweise dem für die deutsche Börse relevanten ifo-Geschäftsklimaindex.




Auf gute Zeiten folgen schlechte und umgekehrt




Tatsächlich ist dieser Indikator gerade auf ein Rekordhoch gestiegen. Damit reiht er sich nahtlos in eine ganze Flut US-amerikanischer Sentimentindikatoren ein, die in den vergangenen Wochen neue Rekorde aufgestellt oder zumindest Extremwerte erreicht haben.



Champagnerlaune an den Aktienmärkten signalisiert ein Top



In den Massenmedien wird diese Champagnerlaune als rundum positives Zeichen dargestellt, das auf anhaltend gute Zeiten hinweisen soll. Diese Interpretation wird der Zyklik von Wirtschaft und Börse jedoch nicht gerecht. Tatsächlich ist die Stimmung nämlich in der Nähe oberer Wendepunkte am besten. Das wusste schon Till Eulenspiegel, der beim bergab Radeln weinte, weil er an den kommenden Anstieg dachte.



Euphorie befeuert parabolischen Kursanstieg



Ganz besonders ausgeprägt ist die Euphorie an den Finanzmärkten am Ende großer Spekulationsblasen. Dieser euphorische Zustand zahlreicher Anleger lässt sie jegliche Vorsicht vergessen. Anstatt rational abzuwägen, gewinnt die Gier in Form von Angst, Kursgewinne zu verpassen, die Oberhand, und das Marktgeschehen wird in höchstem Maße emotional. Wie oben schon erwähnt, kaufen plötzlich die sprichwörtlichen Dienstmädchen Aktien, um sich die scheinbar sicheren Gewinne nicht entgehen zu lassen. Woher der zurzeit politisch sicherlich als nicht mehr korrekt geltende Name „Dienstmädchenhausse“ stammt, der nach dem Crash von 1929 geprägt wurde.




So kommt es in der hochspekulativen Endphase einer Hausse häufig zu einer Beschleunigung der Aufwärtsbewegung. Auf den Charts wird diese Beschleunigung als parabolischer Kursverlauf sichtbar.




Genau dazu ist es in den vergangenen Monaten beim S&P 500 gekommen, wie Sie auf dem folgenden Chart sehen, den ich meinem am Samstag, den 27.1.2018 erschienenen Krisensicher Investieren Wochenupdate entnommen habe.



S&P 500, 2016 bis 2018



Hier sehen Sie einen parabolischen Kursanstieg. Eine solche Beschleunigung der Aufwärtsbewegung tritt gewöhnlich in der allerletzten Phase einer Spekulationsblase auf.


Quelle: StockCharts.com



Bruch der Parabel signalisiert Ende der Hausse



Inzwischen ist der Kurs des S&P 500 unter die eingezeichnete Parabel gefallen. Das ist ein starkes technisches Verkaufssignal, das zumindest das Ende des Kursanstiegs der vergangenen Monate signalisiert, wenn nicht sogar das Ende der Hausse, die 2009 begonnen hat und sich längst im Greisenalter befindet.




Ich gehe jetzt davon aus, dass beim S&P 500 eine Korrektur begonnen hat und erwarte kurzfristig einen Kursrückgang von 10% bis 15%. Die Antwort auf die wichtige Frage, ob es sich nur um eine Korrektur handelt oder um das mehr als überfällige Ende der Spekulationsblase, werden uns die Sentimentindikatoren im Lauf der kommenden Wochen geben.




Darüber hinaus werde ich auch den Verlauf der Korrektur sehr genau daraufhin beobachten, ob sich ein Crash-Muster entwickelt oder nicht. Denn die Kombination aus größter Euphorie und extremer fundamentaler Überbewertung des US-Aktienmarktes ist ein explosives Gemisch, bei dem Finanzmarkthistoriker unweigerlich an 1929 denken müssen. Damals stürzte der US-Aktienindex um 89% ab, und die Baisse begann mit einem spektakulären Börsencrash.



Bei Bitcoin wurde eine Riesenparabel gebrochen



Den Lesern meines Börsenbriefes Krisensicher Investieren habe ich zusätzlich einen Bitcoin-Chart gezeigt, weil der Kursverlauf auch hier die Form einer Parabel angenommen hatte. Passend zu dem beispiellosen Höhenflug von Bitcoin handelt es sich hier jedoch um eine regelrechte Riesenparabel, die bereits Anfang 2015 begonnen und alles in den Schatten gestellt hat, was es bisher gab.




Inzwischen wurde auch diese Parabel gebrochenen und damit das Ende der Party verkündet. Daraus ergibt sich für den Preis von Bitcoin ein Kursziel, das viele Bitcoin-Enthusiasten vermutlich als absurd bezeichnen werden.




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Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende,




Ihr




Claus Vogt, Chefredakteur Krisensicher Investieren




P.S.: Meine Goldpreis-Prognose läuft nach Plan. Auch wenn der Goldpreis vorige Woche bereits auf den höchsten Stand seit August 2016 gestiegen ist, lohnt sich der Einstieg noch, insbesondere bei ausgewählten Goldminen. Warten Sie nicht zu lange.



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Claus Vogt, der ausgewiesene Finanzmarktexperte, ist zusammen mit Roland Leuschel Chefredakteur des kritischen, unabhängigen und konträren Börsenbriefs Krisensicher Investieren.


2004 schrieb er ebenfalls zusammen mit Roland Leuschel das Buch "Das Greenspan Dossier" und die „Inflationsfalle“. Mehr zu Claus Vogt finden Sie hier.







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