Kolumnist: HypoVereinsbank onemarkets

75-Bp-Anhebung durch die Fed? Nicht nötig




03.05.22 11:05
HypoVereinsbank onemarkets

Zeitweilig sah es gestern so aus, als würde sich das Handelsmuster aus dem verlustreichen Vormonat im Mai nahtlos fortsetzen. Im späten US-Handel setzte dann jedoch eine Erholung an den Aktienmärkten ein, die auch heute Vormittag noch anhält. Auch die Devisenmärkte zeigen sich für den Moment zumindest beruhigt. Derweil kommen die Rentenmärkte wieder in Bewegung, in den USA hat die 10J-Rendite nach mehreren Anläufen nun endlich die 3%-Marke erreicht, und die 10J Bundrendite hat heute früh erstmals seit 2015 wieder mit „1,00%“ notiert. Vor der morgigen Leitzinsentscheidung der amerikanischen Notenbank stehen uns heute eine Reihe von Arbeitsmarktdaten ins Haus. Diese könnten durchaus zu einem „Market Mover“ werden, sollten sie den Zentralbanken Anlass zu Bedenken über mögliche Zweitrundeneffekte geben.


Um bis zu 3% erholten sich die amerikanischen Aktienindizes gestern Abend während der letzten anderthalb Handelsstunden. Für heute stehen die Aktienfutures ebenfalls im positiven Bereich, aber die möglichen Kursgewinne bröckeln bereits wieder. Die europäischen Märkte folgen den Vorgaben aus den USA mit der üblichen Zeitverzögerung. Gestern übernahmen sie die US-Vorgaben vom Freitag und schlossen am Ende mit Verlusten von mehr als einem Prozent. Heute früh zeichnen die europäischen Märkte die Erholung in den USA von gestern Abend nach, weshalb die Kursaufschläge hierzulande aktuell stärker ausfallen als auf der anderen Seite des Atlantiks.


Insgesamt fußen die Hoffnungen der Anleger auf eine breiter angelegte Marktberuhigung auf drei FaktorenErstens liegen die Quartalsberichte der Schwergewichte im S&P 500 bereits hinter uns. Zweitens besteht Grund zu der Annahme, die amerikanische Inflationsrate hätte im März ihren Höhepunkt erreicht. Simpler Grund hierfür ist der ab April einsetzende Basiseffekt. In den Monaten April, Mai und Juni letzten Jahres verzeichnete der Verbraucherpreisindex in den USA ein Monatsplus von 0,6%, 0,7% und 0,9%. Für einen weiteren Anstieg in der Jahresrate müssten die entsprechenden Monatsveränderungen in diesem Jahr also noch stärker sein als im vergangenen Jahr. Das ist nicht ausgeschlossen, gilt vor allem wegen der sich stabilisierenden Rohölpreise derzeit jedoch als eher unwahrscheinlich.


Der dritte Faktor hinter der Hoffnung auf eine Marktstabilisierung bezieht sich auf die Federal Reserve. Der Begriff der „Peak Hawkishness“ macht die Runde. Dahinter verbirgt sich die Einschätzung, die Fed könne eigentlich nicht noch „hawkisher“ werden, als sie es in den vergangenen Wochen zum Ausdruck gebracht hat. Folge der Fed-Kommunikation ist, dass im Geldmarkt für die FOMC-Sitzungen im Mai, Juni, Juli und September nunmehr vier Zinsanhebungen von jeweils 50 Basispunkten hintereinander eingepreist sind. Zusammen mit zwei 25-Basispunkt-Schritten im November und Dezember würde dies den Leitzins bis Ende des Jahres auf 3,00% bringen. Nach herrschender Auffassung befände sich der Leitzins damit im „moderat restriktiven“ Bereich. Besteht aktuell tatsächlich die Notwendigkeit, einen noch zügigeren Anhebungszyklus oder eine noch höhere „Peak Rate“ als 3,00% einzupreisen? Nicht wirklich. Zwar steht weiterhin die von FOMC-Mitglied James Bullard angestoßene Diskussion über die Möglichkeit von 75-Basispunkt-Schritten im Raum, aber die „4×50“-Aussicht auf möglicherweise vier Anhebungen um insgesamt 200 Basispunkte in den kommenden gut vier Monaten ist schon so ambitioniert, dass es eigentlich keiner zusätzlichen Beschleunigung bedarf. Vielleicht teilt der Fed-Vorsitzende Jerome Powell diese Einschätzung, wenn er sich morgen Abend im Anschluss an die Zinsentscheidung den Fragen der Medienvertreter stellt. Anders ausgedrückt: Sollte nach der Pressekonferenz die Überzeugung reifen, Zinsanhebungen von 75 Basispunkten seitens der Fed seien so gut wie ausgeschlossen, könnte allein diese Erkenntnis schon zu einer Stabilisierung der Märkte beitragen.


Auf der heutigen Tagesagenda steht zunächst um 9:55h der April-Arbeitsmarktbericht für Deutschland, um 11 Uhr kommt dann die März-Arbeitslosenquote für die Eurozone und um 16 Uhr folgt in den USA der JOLTS-Report mit der Anzahl der offenen Stellen im März. Die Interpretationsformel liegt auf der Hand: Je enger die Arbeitsmärkte, desto stärker der Zinsanhebungsdruck auf die Zentralbanken. Ob deswegen in den USA eine 75-Basispunkte-Anhebung erforderlich sein könnte – dazu hören wir dann morgen Abend Jerome Powell…


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