Kolumnist: Ingrid Heinritzi

13817 – Seltene Erden und Uran auf Rezept




10.09.18 08:04
Ingrid Heinritzi

Wirtschaftlich die Nummer eins und doch voller Ängste – die USA brauchen strategisch wichtige Rohstoffe. Greenland Minerals könnte ein wichtiger Lieferant werden




Mit dem Amtsantritt Donald Trumps als 45. US-Präsident ist die politische und wirtschaftliche Unsicherheit auf der Erde größer geworden. Tatsächlich scheint es manchmal so als ob Donald Trump seine Tweets und Ideen zu Strafzöllen in Auerbachs-Keller ausgeklügelt hätte. Doch die von Trump unterschriebene Executive Order 13817 ist durchdachter und dürfte so manchen Manager von Rohstoffkonzernen jubeln lassen. Denn Unternehmen insbesondere aus dem Uran- und seltene Erden-Lager wie Greenland Minerals sollten langfristig profitieren.




Die Executive Order 13817 schreibt US-Ministerien und Behörden vor Rohstoffe herauszufiltern, die militärisch und wirtschaftlich wichtig für die USA sind. Daher hat das US Geological Services 35 Rohstoffe beziehungsweise Rohstoffgruppen aufgelistet, die besonders hervorstechen. Die Liste geht von A wie Antimon bis Z wie Zircon. Mit von der Partie sind auch Seltene Erden und Uran. Dies sind Rohstoffe, die in früheren Zeiten in den USA gefördert wurden und auf die die USA beziehungsweise US-Unternehmen angewiesen sind. Dummer Weise wird aktuell nur mehr fünf Prozent des in den USA zur Stromversorgung, medizinische Belange und Rüstung benötigten Urans in den USA selbst produziert. Der Rest kommt insbesondere aus Russland und Kasachstan.




Bei Seltenen Erden gibt es gar keine US-Produktion mehr und der überwiegende Teil der für Permanentmagnete und andere Hightech-Produkte nötigen Rohstoffe kommt aus China. Nun sind sich Trumps USA und gerade China und Russland nach Sanktionen und Strafzöllen nicht gerade grün. Engpässe bei der Versorgung mit Seltenen Erden und Uran sind somit nicht auszuschließen.




Da kommen Unternehmen ins Spiel, die in oder nahe der USA die begehrten Rohstoffe produzieren können. Greenland Minerals, seit dem Frühjahr 2018 umbenannt von Greenland Minerals and Energy (ISIN: AU000000GGG4; WKN: A0JM17), könnte die Lücke in den kommenden Jahren füllen. Der australische Konzern besitzt im Süden Grönlands ein großes aussichtsreiches Seltene-Erden-Projekt mit den Beiprodukten Uran und Zink. Die Produktionsanlagen erst einmal aufgebaut, bieten sich Greenland Minerals erstklassige Voraussetzungen zum Abbau. Denn nahezu das gesamte Jahr gibt es beim Kvanefjeld-Projekt, wie das Vorkommen benannt ist, kaum tiefen Frost. Infrastruktur lässt sich dort gut aufbauen oder ist schon teilweise vorhanden. In einem ersten Schritt will das Management hochgradiges Konzentrat exportieren. In einem zweiten Schritt soll die Verarbeitung zu Nachprodukten bereits Vorort vonstattengehen.




Insbesondere für den zweiten Schritt und zur gesicherten Finanzierung hat sich Greenland Minerals unter dem Managing Director John Mair und Chairman Anthony Ho einen sehr potenten Partner mit an Bord geholt, den chinesischen Shenghe-Konzern. Shenghe ist an der Börse in Shanghai notiert und gehört zu den größten Seltene-Erden-Produzenten weltweit. Bereits seit Herbst 2016 ist Shenghe zu 12,5 Prozent an Greenland Minerals beteiligt. Shenghe ist hochprofitabel und besitzt einen Börsenwert von umgerechnet mehreren Milliarden Euro.




Mitte August 2018 haben Greenland Minerals und Shenghe eine Absichtserklärung unterschrieben, wie sie das Selten-Erden-Projekt entwickeln und die Produkte vermarkten werden. Dazu gibt es zudem einen Abnahmeplan, an die südchinesischen Preise angelehnten Konditionen durch Shenghe. “Shenghe hat die Kapazität, die Technologie und die Absicht eine Vielzahl von seltenen Zwischenprodukten aus Kvanefjeld herzustellen und zu hochreinen und industrietauglichen Endprodukten zu verarbeiten”, sagt Greenland-Managing Director Mair.




Greenland Minerals ist somit mit seinem Partner bestens aufgestellt, um von der Nachfrage nach Seltenen Erden zu profitieren. Diese werden nach ersten vorläufigen Machbarkeitsstudien rund 80 Prozent des Umsatzes ausmachen. Wobei vor allem die Elemente Neodym (zirka 40 Prozent), Dysprosium (17 Prozent), Praseodym (13 Prozent) und Cerium (7 Prozent).




Die Produktion dürfte zwar erst 2022 beginnen, da der Aufbau der Anlagen 2020 alle Genehmigungen besitzen dürfte und dann begonnen werden kann. Das Nebenprodukt Uran könnte auch dann bereits dafür sorgen, dass die Gesamtabbaukosten wirtschaftlich sehr positiv gestaltet werden könnten. Die Umweltverträglichkeitsprüfung wurde bereits eingereicht, ebenfalls die Sozialverträglichkeitsprüfung. Und die Internationale Atomenergiebehörde hat bereits eine Inspektion durchgeführt.




Doch die riesigen Ressourcen von 11,13 Millionen Tonnen Seltene-Erden-Oxid, 2,42 Millionen Tonnen Zink und 593 Millionen Pound Uranoxid (U3O8) sprechen für Greenland. Das Vorkommen dürfte auf 37 Jahre ausgebeutet werden, so die bisherigen Pläne. Dabei dürfte von Jahr fünf ab ein Umsatz von gut 800 Millionen US-Dollar anfallen. Damit sollte das Unternehmen heute deutlich mehr wert sein als der aktuelle Börsenwert. Als Depotbeimischung für spekulativ eingestellte Investoren könnte die Greenland Minerals-Aktie daher langfristig ein gutes Geschäft werden.




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