@ shorty

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neuester Beitrag:  05.12.00 10:26
eröffnet am: 04.12.00 21:47 von: estrich Anzahl Beiträge: 7
neuester Beitrag: 05.12.00 10:26 von: furby Leser gesamt: 5201
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04.12.00 21:47 #1 @ shorty
Hast Du eigentlich noch deine vestel?
Ich bin schwer am überlegen was ich mit denen machen soll.  
04.12.00 21:52 #2 Hi Estrich,
Vestel hatte ich schon entsorgt.

Momentan noch zu verkaufen halte ich allerdings für grundsätzlich falsch. Heute wurde übrigens eine Partnerschaft zwischen EU und der Türkei geschlossen, die als Vorbereitung auf den EU-Beitritt gilt.

Das dürfte den türkischen Aktien schlechthin einen Auftrieb geben.

Zwischenzeitlich habe ich allerdings Turkcell gekauft. Erscheint mir aussichtsreicher.

Grüße
Shorty  
04.12.00 22:00 #3 Mit EU beitritt rechne ich nicht so schnell.
Allerdings, wenn es passieren wird, dann schnell und unerwartet. Dieser EU beitritt der T könnte aber für Phantasie sorgen.
Weißt du einen fundamentalen Grund warum Vestel soweit ich das übersehe Marktunderperformer sind?
 
04.12.00 22:22 #4 Ehrlich gesagt, rechne ich damit überhaupt nicht
Aber entscheident ist doch immer die Phantasie - also die Aussichten auf einen Beitritt. Erinnerst Du Dich noch an letztes Jahr ? Da wurden auch Hoffnungen genährt und viele Kurse verdrei- und vervierfachten sich inenrhalb eines Monats.

Bei Vestel gibt es keine fundamentalen Gründe. Ist wahrscheinlich nur der allgemeine ABwärtstrend.

Grüße
Shorty  
04.12.00 22:45 #5 türkisches Bankensystem vor Kollaps
dpa-AFX-Nachricht (Europa / Konjunktur & Politik)


Montag, 04.12.2000, 13:09

Volkswirte: Abwertung der türkischen Lira erwartet - Bankensystem vor Kollaps

LONDON (dpa-AFX) - Analysten rechnen mit einer baldigen Abwertung der türkischen Lira. Ein wichtiges Anzeichen für einen solchen Schritt sei der Anstieg der Überzinsen auf 1.600 Prozent, berichteten Marktbeobachter. Zudem sei der Aktienhandel wegen eines hohen Kurseinbruchs ausgesetzt worden.

"Die Situation verschlechtert sich zusehends", sagte ein Analyst. Das Refinanzierungsgeschäft für diese Woche wurde in einem Umfang von zwei Milliarden Lira zu einem Zinssatz von 19.500 Prozent abgeschlossen. Dies deute auf einen kompletten Zusammenbruch des Bankensystems hin. Der derzeitige Besuch eines Teams des Internationalen Währungsfonds (IWF) scheine wenig Beruhigung zu bringen./wö/aka/fl

http://cdinf2.comdirect.de:9004/de/news/_pages/...l?sNewsId=975931748  
04.12.00 22:52 #6 Kollaps abgewendet ....
ftd.de, Mo, 4.12.2000, 14:57

                   IWF-Hilfe löst türkisches Finanzproblem

                   Die vorzeitige Auszahlung von Krediten des Internationalen
                   Währungsfonds (IWF) wird nach Ansicht von Experten die massive
                   Finanzkrise der Türkei lösen.

                   "Die Unterstützung des IWF und der Weltbank werden die Fähigkeit der
                   Zentralbank, Liquidität herzustellen, erhöhen", teilte das Finanzministerium
                   am Montag in Istanbul mit. Eine Zufuhr von ausländischen Mitteln durch die
                   Finanzinstitute würde zudem der Zentralbank die Möglichkeit geben, die
                   Hilfsprogramme zu finanzieren, ohne gegen die vom IWF gegebenen
                   Richtlinien für zusätzliches Zentralbankgeld zu verstoßen.

                   Die Türkei verhandelt seit Ende vergangener Woche mit dem IWF über die
                   vorzeitige Auszahlung von Geld aus bereits bewilligten Krediten. Auch die
                   Weltbank erwägt derzeit Kredite in Höhe von 1,03 Mrd. $. Analysten
                   schätzen den Gesamtwert der Hilfskredite auf insgesamt vier bis fünf Mrd. $.
                   Die Geldmittel sollen zur Überbrückung der in der vergangenen Woche
                   ausgebrochenen Liquiditätskrise im Bankensektor des Landes bereitgestellt
                   werden.

                   Banken unter Zwangsverwaltung

                   Die Finanzkrise war von Befürchtungen über die Stabilität des türkischen
                   Bankensektors ausgelöst worden, nachdem mehrere Banken unter
                   Zwangsverwaltung gestellt worden waren und gegen einige von ihnen nun
                   Untersuchungen wegen möglicher krimineller Machenschaften laufen. Die
                   Banken hatten vergangene Woche untereinander die Kreditlinien gekürzt und
                   massiv Zentralbankgeld für ihre Refinanzierung in Anspruch genommen.
                   Nachdem die Zentralbank die zusätzlichen Repo-Auktionen am Donnerstag
                   stoppte, stiegen die Geldmarktsätze drastisch an.

                   Bei der derzeitigen Liquiditätskrise handelt es sich nach Aussagen des
                   Finanzministeriums allerdings um "temporäre Marktschwankungen". Sie
                   beeinflussten nicht die Pläne der Zentralbank, die Inflation bis Ende 2002 auf
                   eine einstellige Zahl zu reduzieren.

                   Aktienmarkt reagiert mit Kursverlusten

                   Am türkischen Aktienmarkt kam es am Montag erneut zu deutlichen
                   Kursverlusten. Am frühen Nachmittag notierte der Aktienindex
                   ISE-National-100 mit zehn Prozent im Minus auf einem neuen Jahrestief von
                   7183 Punkten.

Aus der FTD vom 4.12.2000
                                                                www.ftd.de/tuerkei

                   Finanzkrise scheint auf Türkei begrenzt
                   Von Rolf Lebert, Frankfurt

                   Die Panik hat ihr erstes Opfer gefordert. Vergangene Woche schoss
                   ein aufgebrachter Anleger in der Türkei einen Banker nieder. Der
                   Vorfall ist symptomatisch für die schwere Finanzkrise, die das Land
                   seit zwei Wochen heimsucht.

                   Am vorigen Freitag schossen die Sätze für dreitägige
                   Wertpapierpensionsgeschäfte auf die Rekordhöhe von 1133,52 Prozent,
                   obwohl die türkische Zentralbank 850.000 Mrd. türkische Pfund zur Dämpfung
                   des Zinsauftriebs in den Markt gepumpt hatte.

                   Die Aktienbörse in Istanbul sackte auf den tiefsten Stand dieses Jahres ab. In
                   Ankara gingen am Freitag Tausende auf die Straße, um gegen
                   Arbeitslosigkeit, niedrige Löhne und Sozialabbau zu protestieren, die viele
                   den harten Sanierungsprogrammen des Internationalen Währungsfonds (IWF)
                   anlasten. Am Montag treffen in Ankara Vertreter der türkischen Regierung
                   und des IWF zusammen, um über Auswege aus der Liquiditätskrise zu
                   beraten.

                   Das Land hofft auf die vorzeitige Auszahlung von Geldern aus einem
                   Programm bereits bewilligter Kredite. Seit Beginn der Krise pumpte die
                   Zentralbank rund 6 Mrd. $ in das Bankensystem, um eine Kettenreaktion von
                   Zusammenbrüchen vermeiden. Die damit verbundene Aufblähung der
                   Geldmenge verstößt gegen Auflagen des IWF. Inzwischen kündigte die
                   Zentralbank an, sie werde das Geldvolumen wieder in vom IWF akzeptierten
                   Grenzen zurückfahren.

                   Anders als die Krise in Asien vor drei Jahren scheinen die Auswirkungen des
                   zum Teil chaotischen Geschehens in der Türkei die internationalen
                   Finanzmärkte allenfalls am Rande zu tangieren. Große Banken in
                   Deutschland, Österreich und der Schweiz fühlen sich davon jedenfalls kaum
                   betroffen und sehen keine Veranlassung, für ihre Engagements mit
                   zusätzlicher Risikovorsorge Vorkehrungen zu treffen.

                   Bei der Deutschen Bank heißt es, es gebe kein signifikantes Kreditrisiko in
                   der Türkei. Vorort ist die Deutsche Bank mit einem Broker in Istanbul
                   vertreten, an dem sie zu 40 Prozent beteiligt ist. Kreditgeschäfte werden aus
                   Frankfurt heraus gemacht. Ähnliches ist von Dresdner Bank und
                   Commerzbank zu berichten. Größenordnungen werden von den Banken nicht
                   genannt. Die meisten Banken, so die HypoVereinsbank und ihre neue
                   Konzerngesellschaft Bank Austria begleiten überwiegend inländische Kunden
                   in der Türkei und sprechen davon, dass die Kreditrisiken entsprechend gut
                   abgesichert sind. Meist soll es sich um kurzfristige kommerzielle
                   Ausleihungen handeln, in einigen Fällen um Beiträge zu
                   Projektfinanzierungen, an denen auch internationale Institutionen beteiligt
                   sind. Auch die Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS sprechen von
                   einem allenfalls kleinen Risiko.

                   Die Krise des türkischen Finanzsystems hat nach Auffassung der
                   Beobachter weniger mit fundamentalen Wirtschaftsdaten zu tun, als mit
                   einem rapiden Vertrauensverlust in das Bankensystem.

                   "Banken können leicht Auslöser einer Krise sein, da sie bei
                   einemökonomischen Stabilisierungsprogramm besonderen Risiken
                   ausgesetzt sind", sagt Charles Blitzer, Analyst des auf die Türkei
                   spezialisierten Asset-Managers AIS. Nahrung erhielt die Krise durch laufende
                   Ermittlungen bei zehn Banken, die im Zuge des Stabilitätsprogramms unter
                   staatliche Kuratel gestellt wurden und jetzt privatisiert werden sollen.
                   Inzwischen wurden mehrere Banker verhaftet. Sie werden verdächtigt, Gelder
                   aus den Instituten abgezogen zu haben. Die dabei zu Tage geförderten
                   Details über Korruption und Missmanagement trugen maßgeblich zu dem
                   Vertrauensverlust in das gesamte Bankensystem bei.

                   Vor allem ausländische Investoren wurden nervös und zogen in großem Stil
                   Gelder aus der Türkei ab. Zugleich wurde die Kreditvergabe an türkische
                   Unternehmen und öffentliche Stellen heruntergefahren. Die durch die
                   Auslandsverkäufe ausgelöste Dollar-Nachfrage zwang die Zentralbank zu
                   Interventionen, was zu einer erheblichen Reduzierung der offiziellen
                   Devisenreserven führte. Als Folge davon muss die Türkei den IWF bitten,
                   zusätzliche Mittel bereitzustellen. In einem auf drei Jahre befristeten
                   Beistandspakt hatte der Fonds der Türkei vor einem Jahr 3,7 Mrd. $
                   zugesagt. Zurzeit sprechen die Türkei und der IWF über die vorzeitige
                   Auszahlung von 600 Mio. $ aus dem bewilligten Gesamtpaket.

Gruß Dampf

 
05.12.00 10:26 #7 EU Beitritt der Türkei bisher für 2009 geplant o.
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