2007 hatte Spanien niedrige Schulden, nämlich nur 43% gemessen am Bruttoinlandprodukt, Deutschlands Schulden gemessen am BIP beliefen sich im selben Jahr auf 66 %. Darüber hinaus hatte Spanien Haushaltsüberschüsse und eine vorbildliche Bankenregulation (zB, dass spanische Banken eine hohe Eigenkapitalquote aufweisen müssen geht auf Mario Conde Ende der 90er zurück). Bis zu diesem Zeitpunkt also ist Spanien ein vorbildliches Land in jeder Hinsicht, die schönsten Frauen, eine vorbildlich regulierte Wirtschaft - es könnte nicht besser sein, aber einen Haken hat die Geschichte leider doch. Nämlich den Häuserboom. Dieser wurde größtenteils vom Ausland finanziert. Allen voran übrigens Deutschland. Das Ergebnis war schnelleres Wachstum und damit einhergehend eine überproportional starke Inflation gemessen an den anderen Euroländern. Zwischen 2000 und 2008 verteuerten sich die Waren in Spanien um 35%, im selben Zeitraum belief sich die Teuerungsrate in Deutschland gerade einmal auf 10%.
Aufgrund der steigenden Kosten wurden spanische Exporte natürlich zunehmend konkurrenzunfähiger, einzig der Arbeitsmarkt hielt sich aufgrund des Immobilien-Booms auf freundlichem Niveau. Mit dem Platzen der Immobilienblase schoss auch die Arbeitslosigkeit in die Höhe. Ein Haushaltsdefizit war nun die Folge. Rote Zahlen sind also das Ergebnis, nicht aber die Ursache für Spaniens Probleme.
Die spanische Regierung kann im Prinzip auch nichts dagegen tun, das Kernproblem des Landes ist, dass die Kosten und Preise wesentlich stärker gestiegen sind, als in den anderen Ländern Europas. Hätte Spanien noch die Peseta, könnte man die eigene Währung abwerten, wodurch man die Wettbewerbsfähigkeit wieder herstellen würde. Mit dem Euro aber bleibt nur eine langwierige Deflation, um zur Normalität zurück zu kehren. |