Spanien und die Krise

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neuester Beitrag:  12.03.10 18:43
eröffnet am: 04.03.10 14:26 von: sacrifice Anzahl Beiträge: 103
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04.03.10 14:26
#1 Spanien und die Krise
2007 hatte Spanien niedrige Schulden, nämlich nur 43% gemessen am Bruttoinlandprodukt, Deutschlands Schulden gemessen am BIP beliefen sich im selben Jahr auf 66 %. Darüber hinaus hatte Spanien Haushaltsüberschüsse und eine vorbildliche Bankenregulation (zB, dass spanische Banken eine hohe Eigenkapitalquote aufweisen müssen geht auf Mario Conde Ende der 90er zurück). Bis zu diesem Zeitpunkt also ist Spanien ein vorbildliches Land in jeder Hinsicht, die schönsten Frauen, eine vorbildlich regulierte Wirtschaft - es könnte nicht besser sein, aber einen Haken hat die Geschichte leider doch. Nämlich den Häuserboom. Dieser wurde größtenteils vom Ausland finanziert. Allen voran übrigens Deutschland. Das Ergebnis war schnelleres Wachstum und damit einhergehend eine überproportional starke Inflation gemessen an den anderen Euroländern. Zwischen 2000 und 2008 verteuerten sich die Waren in Spanien um 35%, im selben Zeitraum belief sich die Teuerungsrate in Deutschland gerade einmal auf 10%.


Aufgrund der steigenden Kosten wurden spanische Exporte natürlich zunehmend konkurrenzunfähiger, einzig der Arbeitsmarkt hielt sich aufgrund des Immobilien-Booms auf freundlichem Niveau. Mit dem Platzen der Immobilienblase schoss auch die Arbeitslosigkeit in die Höhe. Ein Haushaltsdefizit war nun die Folge. Rote Zahlen sind also das Ergebnis, nicht aber die Ursache für Spaniens Probleme.

Die spanische Regierung kann im Prinzip auch nichts dagegen tun, das Kernproblem des Landes ist, dass die Kosten und Preise wesentlich stärker gestiegen sind, als in den anderen Ländern Europas. Hätte Spanien noch die Peseta, könnte man die eigene Währung abwerten, wodurch man die  Wettbewerbsfähigkeit wieder herstellen würde. Mit dem Euro aber
bleibt nur eine langwierige Deflation, um zur Normalität zurück zu kehren.  
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77 Postings ausgeblendet.
12.03.10 12:23
#79 Das bestreitet doch keiner
Trotzdem gibt es unterschiedliche Arten der Finanzierung der Sozialsysteme. Und warum sollte man deren Vor- und Nachteile nicht zur Diskussion stellen?
-----------
Ich darf "vermuten, schlussfolgern und ...  unterstellen", sofern die Wortwahl eine persönliche Meinungsäußerung erkennen lässt.
Laut einer Jurawebsite. (Link gelöscht wegen Werbung.)
12.03.10 12:37
#80 das einzig sinnvolle Posting hier ist #73
Dienstleistungen sind in Deutschland teuer, weil man sich zu stark auf die Produktion einschießt. Ein Handwerker nimmt 70 EUR die Stunde, weil der Markt es zulässt. Also weil zu viel produziert wird (Stichwort Export) im Verhältnis zu dem, was an Leistung angeboten wird (Dienstleistung). Sobald ein größerer Markt für Dienstleistungen (in diesem Fall Handwerksbetriebe) entsteht, werden die Kosten hierfür sinken, dadurch werden aber keine Arbeitsplätze verloren, im Gegenteil: die Dienstleistungen steigen, da die Inanspruchnahme dieser wächst. Ist ja auch logisch, wenn eine Handwerkerstunde 70 EUR kostet überlegt man es sich wesentlich genauer, als wenn diese nur 20 EUR kostet. Die erhöhte Nachfrage nach Handwerksdiensten wird aber nur durch geringere Kosten im Dienstleistungssektor gewährleistet, dadurch geht es den Handwerkern aber besser, da sie eine erhöhte Auftragslage haben. Das geht selbstverständlich nur auf Kosten der Produktion/des Exports.

Zu argumentieren, dass Dienstleistungen generell schlecht, und die Industriegüterproduktion generell gut sei ist ausgemachter Nonsens
12.03.10 12:39
#81 na gut, dann werden wir eben weiterhin die Wände
schwarz streichen lassen...

sry, wenn ich nur Nonsense gepostet haben sollte...  
12.03.10 12:40
#82 Klar wurde das bestritten.
Ich hatte gesagt, dass die Sozialversicherungsbeiträge Lohnbestandteile sind - und somit Einkommen der Arbeitnehmer. Sie fließen in die Sozialversicherungen und generieren andererseits Einkommensansprüche in der Zukunft.

Würde der Arbeitgeber die Kohle ausbezahlt bekommen und sie in eine kapitalgedeckte Lebensversicherung stecken, wäre das im Kern das selbe. Aber niemand käme dabei auf die Idee, dass als Kosten der Arbeitnehmer zu bezeichnen.  
12.03.10 12:41
#83 ne war mehr auf #67 bezogen, kiiwii
12.03.10 12:42
#84 Sorry: Arbeitnehmer
12.03.10 12:46
#85 worüber man hierzulande nachdenken sollte, ist das
Konzept der negativen Lohn- bzw. Einkommensteuer für Niedrig-Einkommen.

Es soll Länder geben, in denen das gut funktioniert.  
12.03.10 12:49
#86 #80 anders ausgedrückt
weniger Regulierung schafft bei der Bevölkerung im Inland mehr Wohlstand, wenngleich natürlich zum Leidwesen der großen Unternehmen
12.03.10 12:55
#87 Negative Einkommensteuer?
Faktisch haben wir das doch in Deutschland. Jemand, der im Niedriglohnsektor einen Vollzeitjob und Familie hat, kriegt mehr Staatsknete als das, was er an Steuern und Sozialabgaben zahlt.  
12.03.10 13:00
#88 Faktisch = Hartz4. Wir müssen das Konzept aber
allein schon aus psychologischen und auch aus Praktikabilitätsgründen ändern, und vor allem vereinfachen.

Wer arbeitet, darf nicht Hartz-4 Bittsteller sein.  Da muß es der Psyche wegen einen Unterschied geben.
Und es muß über das Finanzamt und nicht über das Sozialamt abgewickelt werden.




Friedman sagt zu seinem Konzept:

"Der Hauptnachteil der vorgeschlagenen negativen Einkommensteuer liegt in ihren möglichen politischen Folgen. Sie würde zu einem System führen, in dem einigen Steuern auferlegt würden, um anderen Unterstützungen zu zahlen. Und selbstverständlich sind diese anderen wahlberechtigt. Hierbei besteht die Gefahr, dass anstelle eines Arrangements, bei dem die große Mehrheit sich freiwillig selbst Steuerlasten auferlegt, um einer benachteiligten Minderheit zu helfen, ein Arrangement entsteht, bei dem die Mehrheit einer unwilligen Minderheit Steuerbelastungen zu ihren eigenen Gunsten auferlegt. Ich sehe keine andere Lösung dieser Frage, als auf die Zurückhaltung und die Gutwilligkeit der Wählerschaft zu vertrauen."

Quelle: Milton Friedman: »Kapitalismus und Freiheit«; Piper Verlag, München 2006; 3. TB-Auflage, S. 227–231  
12.03.10 13:07
#89 Geht auch ohne Hartz IV.
Wird doch bei uns längst gemacht - im Kern schon seit Jahrzehnten. Aber: Es gibt immer eine Bindung an eigene Erwerbstätigkeit - und nicht wie beim Bürgergeld der FDP ans Nichtstun.  
12.03.10 13:18
#90 Eben - es geht nicht ums Nichtstun, sondern um die
Bindung an eine Erwerbstätigkeit (...und um die FDP gehts schon mal überhaupt nicht).

Es geht aber eben auch nicht um die Bindung an alle DIE, die arbeitslos und deshalb per se Transfereinkommensbezieher sind.  Es ist halt auch ganz viel Psychologie dabei, aber warum sag ich dir das ...?  
12.03.10 13:21
#91 weiß ich nicht, warum du ihm das sagst
die entscheidende Frage ist doch, welche Position Deutschland bezieht, in Anbetracht der derzeitigen Situation. Die Einkommensverteilung wird unter Änderung des jeweiligen Hauptaugenmerks sowieso neu abgeleitet
12.03.10 13:24
#92 @Sac: Du wolltest uns sagen, wo Deutschland
mehr Dienstleistungen braucht.  
12.03.10 13:25
#93 überall da, wo die Dienstleistungen zu teuer sind
12.03.10 13:28
#94 Also bei den Banken und Anwälten?
12.03.10 13:29
#95 sind dir Handwerker denn so gleichgültig?
12.03.10 13:29
#96 so, ich bin mal kurz offline
12.03.10 13:31
#97 also ich werd trotzdem selber Schnee schippen, ist
schließlich auch mit Bewegung verbunden...  
12.03.10 13:45
#98 Klar sind die Beiträge Lohnbestandteile
Die Frage ist aber: Welche Ansprüche und von wem generieren sie? Sie finanzieren ja nicht allein eigene Ansprüche. Wenn einer 1000 € brutto verdient, und in der GKV Frau und Kinder mitversichert sind, dann generieren die ca. 150 Euro Beitrag Ansprüche an die Kassen von 4 Personen. Diese werden durch die hohen Beiträge anderer und z.T. durch Steuerzuschüsse bedient.
Die aktuellen Rentenbeiträge bemessen sich auch am aktuellen bedarf der rentenkassen und nicht am zukünftigen anspruch.
Insofern handelt es sich eben um Solidarbeiträge, die die eigenen Ansprüche bei den einen unterfinanzieren und bei den anderen überfinanzieren.
Also könnte man das System (wie es Dänemark z.B. tut) auch von anderen "Solidarbeiträgen", nämlich z.B. den progressiven, EK-bezogenen Steuern bedienen. Was ja teilweise eh geschieht.
Auch das ist natürlich ein Umlageverfahren. Nur wird es nicht vor allem von den Lohnkosten gefüttert, sondern von den allgemeinen Steuern.

Und da kommen wir dann zum Niedriglohn-Dienstleister wie Friseur oder Reinigungsfirmen usw.: Wenn in diesem Bereich die Sozialbeiträge bei gleichbleibendem Anspruch niedriger liegen, gibt es auch mehr Netto vom Brutto. Mit Steuersenkungen ist da nix zu reißen.

Im unteren Lohnbereich liegt Deutschland, was die Abgabenbelastung angeht, im Vergleich sehr hoch.
Höhere Löhne sind das eine. Aber geringere Abgaben haben eben auch ihre konsumstärkende Binnenmarktwirkung. mal abgesehen davon, dass es geringere Arbeitskosten durchaus ihre Wirkung auf den Arbeitsmarkt haben.
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Ich darf "vermuten, schlussfolgern und ...  unterstellen", sofern die Wortwahl eine persönliche Meinungsäußerung erkennen lässt.
Laut einer Jurawebsite. (Link gelöscht wegen Werbung.)
12.03.10 13:57
#99 Meinste, dass es in Dänemark
geringere Mehrwertsteuern für die Bezieher geringer Einkommen gibt?

Überdies nochmals:  

Angehängte Grafik:
unbenannt.jpg (verkleinert auf 57%) vergrößern
unbenannt.jpg
12.03.10 13:59
#100 ...er verstehts ned...
12.03.10 14:04
#101 Stimmt - der redet schon wieder von
Lohnkosten.

Irgendwie stimmt das schon mit dem Sein und Bewusstsein.  
12.03.10 14:05
#102 ich hatte aber eher Dich gemeint... ;-)
12.03.10 18:43
#103 das soll natürlich
Dienstleistungskosten heißen in #61
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