Zinserhöhungszyklus und Rezession

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04.03.17 20:18 #1 Zinserhöhungszyklus und Rezession
Die Vergangenheit der letzten gut 60 Jahre zeigt recht deutlich auf, was stets im Anschluss an einen angestossenen Zinserhöhungszyklus durch die Fed passierte: In den ganz allermeisten Fällen folgte darauf unmittelbar eine Rezession (Zeiträume dazu im angefügten Chart grau markiert). So gilt denn auch für die in der Finanzwelt definitiv maßgeblichen US-Börsen, dass Bullenmärkte eigentlich eben nicht an Altersschwäche sterben, sondern ihr Ende in einer Rezession finden werden. Wobei man zudem im Hinterkopf behalten sollte, dass jeder republikanische US-Präsident seit Ende des zweiten Weltkriegs in der ersten Hälfte seiner Amtszeit mit einer Rezession konfrontiert wurde. Ein gutes Omen für Donald Trump sieht da wohl sicherlich anders aus.

Das generelles Problem in diesem Zusammenhang wird sicherlich sein, dass eben auch die hochgetriebenen Preise für Vermögenswerte wie Aktien, Anleihen und Immobilien praktisch in 8 Jahren quasi zinsloser Zeiten eben durch die Ultra-Tiefzinsen bzw. gar Negativzinsen gebildet worden sind. Erhöht die Fed die Zinsen also recht zügig, werden sich dementsprechend für die Vermögenspreisbewertungen auch recht rasch die Relationen verschieben. Sollte die Fed jedoch z.B. aus Angst vor einem Börsen-Crash eine Kehrtwende einlegen bzw. vollziehen und die Zinsen wieder kurzfristig absenken, so wird sie hierdurch definitiv eine heftigere Inflation lostreten.  

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15.07.18 21:26 #264 Dr. Copper
Die US-Inflationsrate erklimmt ein Mehrjahreshoch, der Spread zwischen den 10 und zweijährigen Treasuries erreicht dem hingegen ein fulminantes Mehrjahrestief. Der Renditevorsprung der lang- gegenüber den kurzfristigen Anleihen ist von ca. 1,4 Prozentpunkten im vergangenen Jahr auf aktuell nur noch 0,24 Prozentpunkte geschrumpft.

Ein weiterer wichtiger Indikator für die Entwicklung der Weltwirtschaft ist der Kupferpreis. Seit der US-Präsident Trump vor einigen Wochen ernsthaft damit begonnen hat, gegen den Rest der Welt Handelskriege anzuzetteln, befindet sich der Kupferpreis im freien Fall. Die Preisentwicklung von Kupfer gehört aktuell zu den schwächsten in der Rohstoff-Kategorie und notiert bereits ca. 16% unterhalb des Kurses zu Anfang Juni. Die Kurse vieler anderer Industriemetalle befinden sich mittlerweile ebenfalls im Sinkflug, was auf eine kommende konjunkturelle Abkühlung der Weltwirtschaft hindeuten dürfte.

Ein Vorteil von "Dr. Copper" und der Zinskurve liegt darin, dass sie ohne zeitliche Verzögerung den Blick der Märkte auf die Zukunft abbilden, während harte wirtschaftliche Daten erst mit langer Verzögerung veröffentlicht werden.
 

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16.07.18 21:03 #265 Der Chart zum Prime-Day
Schon irgendwie erschreckend! Aber ist es nicht exakt der Moloch, den wir uns alle gewünscht haben?  

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16.07.18 21:25 #266 Hab letztens eine Meinung gehört,
die davon ausgeht, dass Amazon zwangsläufig zerschlagen werden muss. Trump wäre es wahrscheinlich Recht seinem Intimfeind zu rasieren.  

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16.07.18 21:41 #267 Mag schon sein
aber nur allein der Trumpsche Argwohn gegenüber Amazon wird hier wohl allerdings kaum ausreichen.

Von meiner Seite aus versuche ich, die meistens doch eher kleineren Händler hierzulande, von welchen ich Produkte beziehen möchte, direkt über ihre Seite anzusprechen und die Bezahlung der Artikel entsprechend vorab zu klären.

Ist zwar nicht immer ganz so einfach, klappt aber in den meisten Fällen doch recht gut, da hier dann die üblichen Plattformzahlungen an die US-Kraken wie Amazon, Ebay, Paypal, usw., dann nicht greifen und der kleine Shop-Betreiber somit diese Art von "Steuer" für die Online-Riesen damit umgehen kann. Kann ich hier bislang für meinen Teil nur weiterempfehlen!  

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20.07.18 00:13 #268 Die Kredit-Sause muss gemäß Trump weiterge.

Hat da irgendwer etwas anderes erwartet?

"Trump lays into the Federal Reserve, says he's 'not thrilled' about interest rate hikes"

President Donald Trump, in a rare statement for Oval Office holders, criticized the Federal Reserve for raising interest rates.

He said he's "not thrilled" with rate hikes and worries that the work the administration has done will be nullified.

https://www.cnbc.com/2018/07/19/...thrilled-about-interest-rate-.html

 

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27.07.18 20:23 #269 Dirigismus soll inverse Zinskurve verhindern
Interessanter Artikel des Handelsblatts, der hier die Befürchtungen einiger regionaler Fed-Chefs hinsichtlich des Eintretens einer inversen Zinskurve aufgreift, nachdem die Zinsen der Kurzläufer weiterhin unvermindert stark ansteigen. Unter Zuhilfenahme dirigistischer Maßnahmen, sprich dem Aussetzen von weiteren Zinserhöhungen, soll verhindert werden, dass die kurzfristigen Bonds-Renditen über die langfristigen steigen.

Der ehemalige Fed-Chef Bernanke hatte im Februar 2006 die Bedeutung der inversen Zinsstruktur heruntergespielt, sowie dies heute von verschiedenen Fed-Offiziellen ebenfalls wieder getan wird. Knap einundzwanzig Monate nach dem Statement von Bernanke rutschte die US-Wirtschaft in den schlimmsten Abschwung seit der Weltwirtschaftskrise.

Anbei noch eine Graphik, welche die Zeiträume vom Eintreten einer inversen Zinskurve bis zu den Peaks an den US-Aktienmärkten aufzeigt. Hier hatten sich die zeitlichen Abstände in den vergangenen Jahrzehnten erheblich vergrößert.

"Warum einige Fed-Regionalpräsidenten eine inverse Zinskurve vermeiden wollen"

Die Zinskurve für US-Staatsbonds droht zu kippen – bisher war eine solche Inversion der Renditekurve ein verlässlicher Vorbote für Rezessionen.

https://www.handelsblatt.com/finanzen/geldpolitik/...dqGmDkEMkRXg-ap3
 

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30.07.18 20:57 #270 Bevor Draghi nicht weg ist
wird sich bzgl. der EZB-Politik rein gar nichts ändern, dieser Kurs ist mit Hilfe seiner Member bis dahin festgemeißelt. Und wer weiß schon genau, welche Richtung die EZB-Politik nach dem Abgang Draghis nehmen wird. Der gute Mann dürfte da sicherlich bereits schon Vorsorge betrieben haben......

Thorsten Polleit liegt in seinem aktuellen Comment schon ein gutes Stück weit in der richtigen Spur, nur sollte nicht unterschätzt werden, was die Eurokraten noch an "Gräueltaten" raushauen werden, falls das Euro-Schiff in irgendeiner gearteten Weise dann doch größere Schlagseite bekommen sollte. Denn dessen dürfen wir uns da klar versichert sein, was schlussendlich zählt: Whatever it takes!

"Der Albtraum für Sparer geht weiter"

Weder die aufgehellte Konjunkturlage noch eine Jahresinflation der Konsumgüterpreise von 2 Prozent veranlassen sie, die Phase der extrem niedrigen Zinsen beenden zu wollen. Vielmehr soll bis Sommer 2019 (!)der Leitzins unverändert bei null Prozent bleiben, der Einlagezins weiter bei minus 0,4 Prozent verharren.

Die EZB will ganz offensichtlich marode Staaten und angeschlagene Banken mit ihrer Geldpolitik subventionieren, sie über Wasser halten. Um das zu erreichen, hat sie dafür gesorgt, dass beispielsweise die Rendite für 2-jährige deutsche Staatsanleihen bei minus 0,6 Prozent liegt.

Das heißt, nach Abzug der Inflation liegt die reale Rendite bei minus 2,6 Prozent pro Jahr: Ein Traum für Schuldner, ein Albtraum für Sparer! Denn das heißt, dass in realer Rechnung aus 100 Euro nach einem Jahr nur noch 97,60 Euro übrig sind. Verschulden lohnt sich, Sparen wird zum Verlustgeschäft.

http://www.dasinvestment.com/...der-albtraum-fuer-sparer-geht-weiter/  

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31.07.18 21:04 #271 Fool's Gold?
Aktueller Bloomberg-News-Beitrag, welcher vermeldet, dass die Sorte Boyzz, die an den Märkten immer mit dem Geld anderer Personen unterwegs sind, extrem bärisch gegenüber Gold eingestellt sind, die Zahlen der entsprechenden Futures an den Terminmärkten der COMEX belegen dies.

"Hedge Funds’ Big Short Could Be Fool’s Gold"

Investors haven’t been this bearish for years. Are they wrong?

Managed money funds’ position in Comex gold futures and options last week crashed to a net short of 27,156 contracts. That amount — equivalent to 2.7 million troy ounces, or 14 million-odd wedding bands — represents the most bearish position for hedge fund investors in data going back to 2006, outstripping even the major wobble at the end of 2015 as the U.S. Federal Reserve started edging away from its zero-interest-rate policy.

Weiter hier

https://www.bloomberg.com/view/articles/...short-could-be-fool-s-gold  

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03.08.18 20:37 #272 Eine höhere Sparquote der US-Haushalte
ist wohl komplett illusionär.

Martin Feldstein machte in einem Kommentar darauf aufmerksam, dass die niedrige Sparquote der US-Haushalte ein ernstes Problem sei, welches von politischer Seite angegangen werden müsste:

"Zwischen 1960 und 1980 betrug die Sparquote der Haushalte zwischen 10% und 13% nach Steuern und lieferte so das Geld für Investitionen in Fabriken und Anlagen. Seitdem jedoch ist das Niveau der Haushaltsersparnisse drastisch gesunken. Die vergleichbare Sparquote des vergangenen Jahrzehnts betrug durchschnittlich lediglich 5,5%, und heute liegt sie auf nur 3,4%."
https://www.fuw.ch/article/...ich-amerikas-sparquote-steigern-laesst/

So weit, so gut. Aber wie sparen, wenn am Ende des Geldes noch zuviel Monat übrig ist?

80% der werktätigen US-Bevölkerung leben von Lohnzahlung zu Lohnzahlung, für's Ansparen von Vermögen ist da kein Geld über.

Liest man zu dieser Aussage den betreffenden aktuellen Artikel von Robert Reich (Professor an der UCLA, Arbeitsminister in der Regierung von Bill Clinton) im Guardian quer (Verlinkung weiter unten), so wird relativ schnell klar, dass unter den Konditionen, unter denen der Hauptteil der Beschäftigten in den USA arbeitet, eine angestrebte höhere Sparquote eigentlich so ziemlich illusionär erscheint. Gemäß Reich verdient der typische US-Werker im Schnitt 44500 US-$ im Jahr, eine Summe, welche er inflationsbereinigt in dieser Höhe bereits schon vor vier Jahrzehnten verdient hat.

Reich hält nicht damit hinter dem Berg, dass er die seit den 50er/60er Jahren stetig abnehmende Solidarisierung der Arbeitnehmer-/innen in entsprechende Gewerkschaften für ein diesbezüglich entscheidendes Moment hält, das den Interessen der Konzerne, der Firmen sowie den Kapitaleignern massiv in die Hände gespielt hat. Nur noch 7% der Werker im privaten Sektor sind in den USA gewerkschaftlich organisiert. Eine starke Verhandlungsmacht für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen sieht da klarerweise wohl anders aus.

Auf der anderen Seite besitzen die reichsten 10% der US-Amerikaner z.B. 80% der Aktien, welche die US-Bewohner in Summe besitzen. Eine derartige Kapitalmacht dominiert dann dementsprechend auch speziell in den USA, wo Wahlerfolge in starkem Maße von dem eingesetzten Geld abhängig sind, die Politik.

Die von Donald Trump vollmundig angekündigten Steuererleichterungen greifen gemäß Robert Reich auch nicht bei der Masse der Beschäftigten. Der in diesem Zuge von den Republikanern versprochene "Big wage boost for American workers" ist nicht eingetreten. Im Gegenteil, so Reich, seien die Löhne im zweiten Quartal diesen Jahres gesunken.

Robert Reich schließt seinen Kommentar mit der Conclusio, dass diese massive Verschiebung der Verhandlungsmacht von den Arbeitnehmern hin zu den Großkonzernen und der damit einhergehenden Ausweitung der Ungleichheiten bei Einkommen, Vermögen und politischer Macht dauerhaft unangenehme Konsequenzen haben wird: Eine immer zorniger werdende Arbeitnehmerschaft, die zunehmend anfälliger für Demagogen, Rassismus und Autoritarismus sein dürfte.

"Almost 80% of US workers live from paycheck to paycheck. Here's why"

America doesn’t have a jobs crisis. It has a ‘good jobs’ crisis – where too much employment is insecure, and poorly paid

The erosion of that bargaining power is one of the biggest economic stories of the past four decades

https://www.theguardian.com/commentisfree/2018/...ycheck-robert-reich  

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03.08.18 22:28 #273 Die daraus resultierende Konsequenz
ist augenscheinlich!

Das US-Handelsdefizit ist im Juni so kräftig gestiegen wie seit über anderthalb Jahren nicht mehr. Die Importe übertrafen die Exporte um 46,3 Milliarden Dollar, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Das sind 7,3 Prozent mehr als im Vormonat – einen kräftigeren Anstieg gab es zuletzt im November 2016. In den beiden Vormonaten war die Lücke noch kleiner geworden, da viele Landwirte ihre Soja-Exporte nach China wegen der dort beschlossenen Zollanhebungen vorzogen.

Die US-Exporte von Waren und Dienstleistungen schrumpften im Juni um 0,7 Prozent auf rund 214 Milliarden Dollar. Die Importe legten um 0,6 Prozent auf 260 Milliarden Dollar zu, nicht zuletzt wegen höherer Ölpreise.

https://www.wiwo.de/politik/ausland/...lange-nicht-mehr/22879224.html  

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05.08.18 22:27 #274 Der globale Kreditkarten-Krieg der USA
Interessantes Fundstück auf der Seite von Lars Schall

https://www.larsschall.com/2018/07/02/...-kreditkarten-krieg-der-usa/

[…] Setzt man die verschiedenen von den USA in der Vergangenheit eingesetzten Kriegsfinanzierungsmechanismen in Vergleich miteinander, ergibt sich die Tendenz, „dass die Kreditaufnahme des Staates, um für Kriege aufzukommen, zu einer größeren sozialen Ungleichheit nach dem Krieg führt. Dies geschieht, wenn Kriege über die allgemeine Staatsverschuldung im Gegensatz zu einer Kriegsanleihen-Kampagne bezahlt werden, insbesondere wenn sie mit indirekten Steuern (wie Verkaufs-, Mehrwert-, Verbrauchs- und Zollsteuern) oder einer Steuersenkung kombiniert werden. Umgekehrt führen Kriege, die über Anleihekampagnen für Bevölkerungsgruppen mit niedrigem und mittlerem Einkommen und direkte Steuern (wie Einkommens-, Vermögens- und Unternehmenssteuern) finanziert werden, zu mehr sozialer Gleichheit.“

Das heißt auf den kreditfinanzierten, von kontinuierlichen Steuersenkungen begleiteten „globalen Krieg gegen den Terror“ angewandt, dass er „zu einer wachsenden sozialen Ungleichheit in den USA geführt hat und dies auch weiterhin tun wird.“

Historisch stellte die „inländische Kreditaufnahme (…) das primäre Mittel“ dar, „mit dem die US-Regierung ihre Kriege finanziert hat. Vom Krieg von 1812 bis zum Ersten Weltkrieg wurde die Kriegsschuld von Krediten dominiert, die bei wohlhabenden Eliten und / oder Bankensyndikaten genommen wurden.“ Während der beiden Weltkriege waren „Steuern als Prozentsatz der Kriegsfinanzierung (…) von Bedeutung“: im 1. Weltkrieg wurden 30 Prozent der Kosten und im 2. Weltkrieg fast 50 Prozent der Kosten durch Steuern gedeckt. Im Koreakrieg erlebte die Kriegsfinanzierug durch Besteuerung ihren Höhepunkt; die Kosten wurden vollständig vom Steueraufkommen getragen. „Im Vergleich dazu begannen sowohl der Vietnamkrieg als auch die Kriege nach dem 11. September mit einer Steuersenkung.“ Zugleich hat „die Rolle der externen Finanzierungen, der Finanzhilfen von Alliierten und der Auslandskredite zunehmend an Bedeutung gewonnen.“

QUELLE:

Rosella Cappella Zielinski: “How Do War Financing Strategies Lead to Inequality? A Brief History from the War of 1812 trough the Post-9/11 Wars”, veröffentlicht vom Watson Institute an der Brown University am 28. Juni 2018 unter: http://watson.brown.edu/costsofwar/files/cow/imce/...0Inequality.pdf.
 

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07.08.18 00:31 #275 Trump ist schon wirklich ein sehr spezieller Fa.
Die für mich annehmbare und recht augenscheinliche Wahrheit ist die, dass in den Augen der Repräsentanten des US-Deep State, welcher immer mehr seine unverhohlene Fratze zeigt, beim US-Wahlgang vom 8. November 2016 ein geradezu unverzeihlich gravierendes Malheur passiert ist:

Hier hat nämlich schlicht und ergreifend der Falsche gewonnen!

Zwar gelang es gerade noch, den volksnahen Bernie Sanders gegenüber Hillary Clinton auszuschalten, bei der Verhinderung von Trump versagte jedoch das Establishment dann aber jämmerlich. Nun sitzt ein ihrer Meinung nach komplett depperter und immerzu tweetender Immobilienhai mit seinen Pussis im Weissen Haus, der nicht in das Gespinst des militärisch-industriellen Komplexes verstrickt ist, somit die entsprechenden Gepflogenheiten in Washington nicht kennt, und schlimmer noch, diese auch nach knapp zwei Jahren nur schwerlich, und wenn überhaupt, meist erst im Nachgang akzeptiert. Was für eine brillante Ausgangslage!

Gut auch daran zu ersehen, dass seitdem hierzulande die Friede Springer / Liz Mohn - Journaillen förmlich fast daran ersticken sprich beständig unter Schnappatmung leiden. LOL.

Um die Militärs zu beschwichtigen, schwenkt das Zielfernrohr nunmehr auf den Iran. Ist schon klar, denn auf der hier beigefügten Graphik feht noch der linksseitige Eintrag a la "Iran greift Israel mit atomar bestückten Raketen an".

Es gibt Abkommen, diese sollten doch entsprechend überprüfbar sein, so what?

"Iran will trotz Sanktionen im Atomabkommen bleiben"

http://www.spiegel.de/politik/ausland/...ommen-bleiben-a-1221940.html
 

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08.08.18 21:55 #276 Im Nachgang zu #275
und auch, weil dieses Thema in Bezug auf die just von den USA gegen den Iran verhängten Wirtschaftssanktionenen größere Beachtung findet:

Die USA und die Briten haben mit ihren Kolonialattitüden entscheidend dafür gesorgt, dass ein Land wie der Iran viele Jahrzehnte in andauerndes Unheil gestürzt wurde.

So wie das Beispiel des parlamentarisch legitimierten Ministerpräsidenten Mossadegh 1953 im Iran deutlich aufzeigt. Hier ist die Beteiligung des US-Geheimdienstes CIA am Umsturz der Mossadegh-Regierung inzwischen offiziell bestätigt und eingestanden. Dafür mussten jedoch 60 Jahre vergehen, bis im Jahr 2013 die Geheimhaltungseinstufung weiterer Dokumente aufgehoben wurde.

Die Briten waren nach dem zweiten Weltkrieg so gut wie pleite. Doch dadurch, dass sie die großen Erdölvorkommen im Iran ausbeuten konnten, wofür der Iran seinerzeit von den Briten nur mit einem "Trinkgeld" abgespeist wurde, konnte die Anglo-Iranian Oil Company die kriegsgebeutelte britische Regierung mit harter Währung versorgen. Als Mossadegh eine höhere und gerechtere finanzielle Beteiligung Irans an der Ölförderung verlangte, stellten sich die Briten stur und sagten "No". Mossadegh kündigte daraufhin einseitig die Verträge und verstaatlichte die Anglo-Iranian Oil Company. Die Briten sorgten in Folge im Schulterschluss mit den USA für den Umsturz im Iran. Die sich seinerzeit daraus ergebenden  Konsequenzen dieses Umsturzes hallen bis zum heutigen Tag nach.
 

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09.08.18 00:20 #277 WSJ-Zinsprognose
Zwei Zinserhöhungen werden in diesem Jahr erwartet, und das mit über 70%iger Wahrscheinlichkeit, so im Wall Street Journal zu vernehmen.

https://blogs.wsj.com/dailyshot/2018/08/08/...ll-on-american-farmers/  

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10.08.18 09:48 #278 Buffett fährt rekordhohe Cash-Quote
Aktuell wird medienseitig die rekordhohe Cash-Quote im Portfolio von Berkshire Hathaway thematisiert, was durchaus verständlich erscheint, wenn man sich den sogenannten Buffett-Indikator, sprich die Marktkapitalisierung des US-Aktienmarkts in Relation zum Gross Domestic Product anschaut. Aktuell ist der US-Aktienmarkt mit 145,9% zu den letzten US-GDP-Zahlen bewertet, eine außergewöhnlich und extrem hohe Bewertung der US-Börsen.

Der Großmeister der Investorengilde wusste immer schon, dass im Einkauf der Gewinn liegt. Hohe Bewertungen verheißen recht wahrscheinlich keine hohen Renditeaussichten.

"Why Warren Buffett's record-breaking cash stockpile should have investors very worried"

Warren Buffett's Berkshire Hathaway had $111 billion of cash on its balance sheet at the end of last quarter, the most in the company's history.....

.....So the question for investors now becomes whether to follow Buffett to the sideline or to stay invested in a market that is, by many measures, overextended. After all, the longer they wait, the higher the likelihood they'll be left holding the bag when things go south.

https://finance.yahoo.com/news/...-record-100300259.html?guccounter=1  

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10.08.18 21:15 #279 US-Teuerungsrate weiterhin auf hohem Niveau

(Reuters) Die Inflation in den USA hat sich im Juli nicht weiter beschleunigt. Die Verbraucherpreise legten erneut um 2,9% zum Vorjahresmonat zu, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Experten hatten sogar mit einem Anstieg auf 3% gerechnet. Werden die besonders stark schwankenden Preise für Lebensmittel und Energie ausgeklammert, dann stieg diese sogenannte Kerninflationsrate mit 2,4% so kräftig wie seit fast zehn Jahren nicht mehr.  

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12.08.18 22:48 #280 US-Bullenmarkt wird ausgereizt
"US bull market continues to ride out Trump risks"

Recht anschaulicher Artikel in der Financial Times, wie die Bullen ungeachtet jedweder Risiken weiterhin den US-Markt reiten. Der Highflyer hierzu ist das überkaufte "Buy the F*cking Dip-Shirt" der Stocktwits-Seite. Kauft US-Aktien, liebe Leute, denn übermorgen sind sie sehr wahrscheinlich ausverkauft :))

https://www.ft.com/content/9c42685a-9c19-11e8-9702-5946bae86e6d
 

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14.08.18 18:21 #281 Und der Gewinner ist.....
"US-Aktien und FAANG hoch im Kurs"

Fondsmanager rund um die Welt haben gegenüber dem Vormonat ihre Aktienposition aufgestockt. Besonders beliebt sind US-Titel, Tech und Banken.

Unbeliebt sind dagegen britische Titel (UK), Schwellenländerbörsen (EM), Aktien von Industrieunternehmen und Obligationen (Bonds).

https://www.fuw.ch/article/us-aktien-und-faang-hoch-im-kurs/

Anbei noch ein Chart aus dem "Economist", der die Kursdifferenzen des China-Index CSI 300 und seines US-Pendants S&P500 seit dem Beginn der Handels- und Zollstreitigkeiten aufzeigt.

"Is China losing the trade war against America?"

A weak Chinese stockmarket gives America the edge, at least in confidence

https://www.economist.com/finance-and-economics/...ar-against-america  

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19.08.18 22:20 #282 Die Gewinnerwartungen nehmen Formen an
Vorerst wirkt die Trumpsche Politik der Reflation, die Folgen sind jedoch die recht massiv gestiegene Verschuldung von Staat und auch der US-Unternehmen. Was wird jedoch passieren, wenn die staatlichen Anreize aka Steuersenkungen auslaufen? Wie wird es wohl aussschauen, wenn sich die Bedingungen an den Finanzmärkten verhärten?
 

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22.08.18 22:13 #283 Two ways to play
US-Präsident Trump will erklärterweise, dass die US-Wirtschaft mit Blick auf die Zwischenwahlen in diesem Herbst und den kommenden Präsidentschaftswahlen in zwei Jahren weiterhin boomt. Eine strengere Geldpolitik seitens der Fed würde die Konjunktur jedoch gemäß der Trumpschen Meinung nach sehr wahrscheinlich wohl eher abbremsen.

Wenn die US-Notenbank ihre politische Unabhängigkeit wahren will und die anziehende Inflation mit höheren Zinsen bekämpft, so wird Trump wahrscheinlich in Rage geraten.

Der renommierte US-Wirtschaftshistoriker Richard Sylla zu der aktuellen Gemengelage:

"Die Situation erinnert mich an die Sechzigerjahre. Fed-Chef William McChesney Martin gab damals dem Druck von Präsident Lyndon B. Johnson nach und lockerte die geldpolitischen Zügel, was letztlich zur Grossen Inflation führte. In der US-Notenbank ist man sich heute genau bewusst, dass Martin einen Fehler machte. Das Fed wird deshalb versuchen, politische Standhaftigkeit zu beweisen und sich nicht in eine ähnliche Lange drängen zu lassen. Das bedeutet, dass die Gefahr einer Auseinandersetzung mit der US-Regierung besteht. Ein solcher Konflikt könnte bereits ausreichen, um die Finanzmärkte zu verunsichern."

https://www.fuw.ch/article/diese-hausse-dauert-nicht-mehr-lang/

 

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25.08.18 19:15 #284 Warum Trump ansteigende Zinsen hasst
Ein kurzer Blick auf die nachfolgend angeführten Publikationen lässt klar erkennen, welches Szenario im Falle weiter ansteigender Zinsen den USA droht.

"Why Trump Is Pressuring the Fed on Rates"

U.S. corporations are loaded with risky debt, making them vulnerable to higher interest costs.

"For now, profits are high, allowing corporations to support the high interest payments that their huge and growing debt pile requires them to fork over. But this precarious situation is unlikely to last forever. An economic downturn, or a rise in interest rates that made debt harder to service, could tip highly leveraged U.S. corporations into default. The large levels of debt would then amplify the severity of the recession."

Weiter hier

https://www.bloomberg.com/view/articles/...ressuring-the-fed-on-rates

"Amerikas verborgene Schuldenblase"

Immer mehr US-Konzerne leben auf Pump. Das wird böse enden, wenn die Zinsen ernsthaft steigen.

„Immer mehr Unternehmen überladen sich mit Schulden. Es drohen böse Überraschungen. ‚Amerikanische Konzerne haben ein Rekordvolumen an Schulden auf ihrer Bilanz angehäuft. Viele haben die historisch tiefen Kreditkosten im Nachgang der Finanzkrise für Übernahmen genutzt, um das Wachstum zu forcieren‘, konstatiert die Ratingagentur Standard & Poor’s in einer zu Wochenbeginn publizierten Studie…..

Weiter hier

https://think-beyondtheobvious.com/...ur-us-unternehmensverschuldung/


"Zins-Wende: US-Unternehmen geraten in die Schulden-Falle"

Steigenden Zinsen bringen hochverschuldete Unternehmen in den USA zunehmend in Bedrängnis. Wie die Financial Times berichtet, sind die Kapitalpuffer bei Firmen, welche Schulden mit variablen Zinsraten aufgenommen haben, deutlich gesunken.

US-Präsident Donald Trump ist sich offenbar des Problems bewusst: Ende Juli sagte Trump in einem CNBC-Interview, dass es ihm nicht gefalle, wie die Zinsen immer weiter angehoben werden. Dies mache „die ganze Arbeit, die wir in die Wirtschaft stecken, zunichte“.

Tatsächlich könnte die Zinspolitik erhebliche Auswirkungen auf viele US-Unternehmen haben…..

Weiter hier

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/...e-schulden-falle/


"Corporate debt is a ticking time bomb"

…..First, the overall portion of corporate debt that's high risk is larger now than it was at the last peak. Since 2007, safe, highly-rated corporate debt has actually fallen by roughly $1 trillion. Medium-rated debt skyrocketed over the same period, by almost $3 trillion. Riskier high-yield debt remains lower than these two categories, but also steadily grew between then and now……

Weiter hier

http://theweek.com/articles/790578/corporate-debt-ticking-time-bomb
 

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31.08.18 19:44 #285 Augenfälliger Absturz

Die Rohstoffpreise befinden sich seit längerer Zeit in einem Bärenmarkt, während der S&P500-Index dagegen zu neuen Höchstständen marschiert ist. Mit dem heutigen Ergebnis, dass die Rohstoffpreise im Vergleich zum S&P500-Index noch nie billiger waren. Als unmittelbare Folge hieraus resultiert auch, dass die Gewichtung des Energy & Materials-Sektor im S&P500-Index stark abgestürzt ist und auf einem 13-Jahrestief notiert.  

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05.09.18 23:23 #286 Die gespaltene Zunge
Aus aktuellem Anlass hier anbei:

Die USA mengen sich beständig in ausländische Wahlkämpfe ein. Die Aufregung, dass das auch andere Staaten machen, ist nur vor dem Hintergrund erklärbar, dass die (wohlgemerkt vermeintliche und nicht hinreichend bewiesene) Intervention Russ­lands die herrschenden Interessen des US-Deep-State tatsächlich am wunden Punkt traf.

>>>>> Der langjährige Koordinator der nationalen US-Sicherheitsdienste, Mr. James Clapper, hatte zu Anfang 2017 vor einer Senatsanhörung eingestanden, dass seinen Aufzeichnungen zufolge die USA seit dem Zweiten Weltkrieg durchschnittlich einmal im Jahr in ausländische Wahlgänge intervenierten.<<<<<

https://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2018/...nung-mit-russland.html

Noch Fragen, Kienzle?

Desweiteren unterstützen die USA, die ja vorgeblich und beständig den Schild der Freiheit und Demokratie hochhalten, einen recht hohen Prozentsatz an diktatorisch regierten Ländern in dieser Welt, in denen Menschenrechte, Meinungsfreiheit, etc., einen Dreck wert sind. Die Erkenntnis der amerikanischen Native Indians, dass "Weißer Mann mit gespaltener Zunge redet", diese hat wohl sicherlich nicht völlig grundlos seinen Weg in diese Welt gefunden.

"US Provides Military Assistance to 73 Percent of World’s Dictatorships"

The truth is not easy to find, but federal sources do provide an answer: No. According to Freedom House‘s rating system of political rights around the world, there were 49 nations in the world, as of 2015, that can be fairly categorized as “dictatorships.” As of fiscal year 2015, the last year for which we have publicly available data, the federal government of the United States had been providing military assistance to 36 of them, courtesy of your tax dollars. The United States currently supports over 73 percent of the world’s dictatorships!

https://truthout.org/articles/...73-percent-of-world-s-dictatorships/
 

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05.09.18 23:54 #287 Back to Topics
Der US-Vermögensverwalter Michael Pento hat in einem bei den Goldseiten übersetzten längeren Interview eine sehr interessante Stellungnahme zu einer möglicherweise bevorstehenden inversen Zinsstruktur in den USA abgeliefert:

....... Ja, das hat mir große Sorgen bereitet. Doch die Marktschreier der Wall Street tun die Tatsache, dass die Differenz zwischen der 10-jährigen und der 2-jährigen US-Staatsanleihe derzeit nur 22 Basispunkte beträgt, heute ganz schnell als unbedeutend ab. Das ist bei Weitem der niedrigste Spread, der außerhalb der Großen Rezession jemals verzeichnet wurde. Das bereitet uns aus einem ganz einfach Grund Sorgen: Seit dem Zweiten Weltkrieg ist es zehn Mal zu Umkehr der Zinskurve gekommen und in neun Fällen folgte daraufhin ein ernster wirtschaftlicher Abschwung.

Es wird oft argumentiert, dass sich die Zinsstrukturkurve heute nur aus "mechanischen" Gründen abflacht und nichts mit einer eventuellen Verlangsamung der Weltwirtschaft zu tun hat. Dabei braucht man nur einen Blick auf die Währungen und Aktienmärkte der Schwellenländer zu werfen, um zu sehen, dass sich diese in verschiedenen Stadien des Rückgangs befinden.

Die Zinskurve invertiert sich, weil die US-Notenbank Fed die kurzfristigen Zinsen anhebt. Es stellt sich jedoch die Frage, warum die langfristigen Zinssätze weltweit noch immer fallen, wenn wir uns doch in einem "synchronen globalen Aufschwung" oder einer Boomphase befinden, wie die Vertreter der Wall Street es gerne nennen. Warum liegt die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries aktuell deutlich unter 3%, genauer gesagt bei 2,83%?

Warum sinken die langfristigen Zinsen, wenn wir doch globales Wachstum verzeichnen, und wenn wir zudem bedenken, dass enorme Mengen an neuen Krediten ausgegeben werden und die jährliche Inflation bei mehr als 2,9% liegt? Wir haben ein globales Wirtschaftswachstum, eine starke US-Wirtschaft und ein enormes Angebot an US-Staatsanleihen und doch fällt die Rendite. Folglich wird sich die Zinsstrukturkurve umkehren, d. h. die kurzfristigen Zinsen werden höher sein als die langfristigen.

Im Moment ist die Kurve nur 21-22 Basispunkte von der Inversion entfernt. Es fehlen vielleicht nur ein oder zwei Zinsschritte von jeweils 25 Basispunkten, bevor es zur Umkehr kommt. An diesem Punkt, gegen Jahresende, wird der US-Leitzins - die Federal Funds Rate - unverändert bei etwa 2,5% bleiben. Ich gehe davon aus, dass die Federal Reserve im September und im Dezember jeweils eine weitere Zinserhöhung beschließt. Dann wird die Rendite der langfristigen Staatsanleihe auf das Niveau von 2016 zurücksinken, als sie bei etwa 1,4% lag, und die Zinskurve wird eine sehr, sehr steile Umkehr aufweisen.

Warum ist das so wichtig? Weil dann das Kreditangebot versiegt. Der Liquiditätshahn wird abgedreht. Anders gesagt: Wenn die Banken auf Einlagen und kurzfristig am Geldmarkt aufgenommene Kredite (Commercial Papers) mehr Zinsen zahlen müssen, als ihre Aktiva, d. h. die von ihnen vergebenen Kredite, Erträge generieren, hören sie auf Geld zu verleihen. Der Treibstoff der Spekulationsblasen an den Finanzmärkten versiegt und es kommt zu einer Rezession. Auf diesem Weg befinden wir uns....

https://www.goldseiten.de/artikel/...ldenblase-ist-unvermeidlich.html
 

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13.09.18 01:20 #288 Die Teflon-Börsen der USA

Wie bereits hier im Thread schon frühzeitig benannt, entwickeln sich die Aktienmärkte in dieser Welt in diesem Jahr bislang überwiegend negativ. Von den insgesamt 68 vom Datenanbieter Thomson Reuters berechneten Aktien-Länderindizes notieren heute bereits 46 Indizes schon ein Stück weit niedriger als im Januar 2018. Viele Industrieländer haben Verluste eingefahren, darunter etwa auch der deutsche DAX und die als defensiv geltende Schweizer Börse. Krisengeschüttelte Schwellenländer wie Argentinien und die Türkei gehören zu den grössten Verlierern. Der Rohstoff-Sektor kommt hier wahrscheinlich gleich hinterher.

Die Börsen der USA scheinen demhingegen noch in Feierlaune zu sein. Wie lange dieser Goldilox-Spin jedoch anhält, das ist ziemlich ungewiss. Die Frage stellt sich, ob sie sich auch weiterhin der globalen Börsenschwäche werden entziehen können. Konservative Gemüter erblicken eine Shiller-PE von über 33 für den S&P500-Index, eine womöglich in Kürze invertierende Zinsstruktur in den USA und sehen bei einem jetzigen Einstieg die massive Gefahr, möglicherweise infolgesessen deutlichere Verluste zu erleiden.

Eine Hausse, welche niemals enden wird, dies dürfte wohl die Ideal-Vorstellung so mancher Akteure sein. Verwöhnt von einem mittlerweile doch recht langen Bullenmarkt, von extrem laxer Geldpolitik und geringen Kursschwankungen aka wenig Volatilität achtet auch aktuell der Großteil der Börsenaktivisten scheinbar kaum noch so recht auf die Bewertungen. Aber wie nun einmal die Historie da ganz zweifelsfrei aufzeigt: "Fundamentals don't matter until they do!"

Die gegenwärtige Situation ist alles andere als unkritisch. Wer in der Spätphase eines Bullenmarkts Gewinne macht, der kann diese nur realisieren, indem er rechtzeitig verkauft. Alle anderen Teilnehmer müssen die folgende Baisse aussitzen und auf den nächsten Börsenaufschwung im kommenden Zyklus warten. Und das kann durchaus dauern. Viele hier noch tätige ältere Ariva-Semester können davon sehr wahrscheinlich ein entsprechendes Lied singen.
 

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