Wie ich mit Steinhoff fast 20.000€ verloren habe

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neuester Beitrag:  24.07.18 09:34
eröffnet am: 14.07.18 11:24 von: lerry Anzahl Beiträge: 41
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14.07.18 11:24 #1 Wie ich mit Steinhoff fast 20.000€ verloren habe
Guten Morgen liebes Steinhoff-Forum,

Mitte Januar dieses Jahrs habe ich die Steinhoff-Aktie, als diese um etwa 90% einbrach, auf den "Empfehlungen" von finanznachrichten.de mit einem Kurspotential von etwa 900% entdeckt. WOW dachte ich mir! Ich könnte aus einem Euro theoretisch 9 machen und was so stark gestiegen ist, muss ja auch wieder steigen. Der Kurs stand damals bei etwa 50ct. Ich war etwas skeptisch, habe mich ein wenig mit der Firma auseinandergesetzt und bin eine Woche später, nachdem die Aktie nochmal um 10% gefallen ist bei 45ct mit anfänglich "nur" 5.000 Euro eingestiegen. "Nur" deshalb, weil es in den darauffolgenden Monaten ganz andere Dimensionen angenommen hat.

Diese fiel anfangs dann etwas, ist aber innerhalb von einer Woche um 20% auf 55ct gestiegen. Den Gewinn habe ich dann auch realisiert. Ende Januar stand dann die Aktie dann wieder bei 45ct. Jetzt fing ich an, gierig zu werden. Ich habe fast mein ganzes, damals frei verfügbares Geld, in die Hand genommen und es in Steinhoff investiert.

Spulen wir jetzt auf Anfang April vor. Meine "Steini's" verweilten immer noch in meinem Depot und der Kurs lag mittlerweile bei 20ct. Ich dachte mir: "Das muss jetzt der Boden sein, weiter kann die Aktie ja gar nicht fallen." Also kam ich zu dem Entschluss nochmal nachzukaufen und habe bereits jetzt schon mehr in die Aktie gesteckt, als ich eigentlich jemals wollte. Mein EK lag nun bei 28ct, statt den anfänglichen 45ct. Wie wir aber unser aller damaliges Pech kannten, fiel die Aktie weiter und weiter. Bei ungefähr 11ct Mitte Mai habe ich nochmal nachgekauft. Ich war nicht mehr Herr über mich selbst und habe mittlerweile zu diesem Zeitpunkt 40.000€ auf diese eine Karte gesetzt. Mitte Juni hat sich Steinhoff dann bei 8ct eingependelt und über mehrere Wochen gehalten. Diese Gelegenheit nutzte ich und kauft ein allerletztes Mal nach und konnte meinen EK auf 17ct verbilligen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt knapp 280.000 Aktien und fast 50.000€ investiert.

Jetzt denkt ihr euch bestimmt "Hey, du hast doch einen EK von 17ct und die Aktie ist doch in den letzten Tagen super gestiegen und steht jetzt bei 21ct. Wie kannst du da fast 20.000€ verloren haben?" Die Antwort: Gier und noch mehr Gier.

Als der Kurs dann letzte Woche Montag auf 13ct gestiegen ist, war kurzfristig Partystimmung. Zwei Tage später, ist diese aber wieder verpufft und der Kurs stand bei 11ct. Nachdem Steinhoff nach jeder kleinen Kursrakete wieder abgesoffen ist und es sich als erneutes "Strohfeuer" erwiesen hat, kam ich auf die Idee, diese Kursschwankungen zu meinem Vorteil zu nutzen - ein großer Fehler, wie sich im Nachhinein herausstellte. Also habe ich folglich, nachdem die Aktie wieder zwei Tage hintereinander gefallen ist, letzte Woche am Mittwoch bei 11ct verkauft. Im ersten Moment war das allem Anschein nach dann auch die richtige Entscheidung. Der Kurs stagnierte weiter und ich konnte einen Tag später für das gleiche Geld 8.000 Aktien mehr zurückkaufen - ein Erfolgserlebnis, welches nach 6 Monaten kontinuierlichen Falls gut tat - richtig gut tat. Leider stellte sich dieser Daytrading-versuch im Nachhinein als mein schlimmster finanzieller Fehler heraus. Als Steinhoff vergangenen Freitag nämlich wieder gefallen ist, habe ich bei 9,7ct verkauft. Für ein paar Stunden war dies ebenfalls wieder mit Glück die Richtige Entscheidung und der Kurs fiel auf 9,3ct. Ich hätte jetzt 297.000 Stück zurückkaufen können - wollte aber 300.000 Stück haben. Am Freitag gab es dann, wie ihr ja alle wisst eine Minirakete auf über 11ct über welche ich mich eigentlich auch immer gefreut habe. Dieses Mal war es jedoch ein Albtraum, mit anzusehen wie der Kurs steigt und man nicht dabei ist. Dieser Freitag wäre meine letzte Gelegenheit gewesen, meinen Anfangsbestand vor dem "Trading" zurückzukaufen. Ich war jedoch so fixiert darauf, diese 300.000 Aktien zu besitzen, dass ich diese Gelegenheit nicht genutzt habe - mehr wollte und nicht zurückgekauft habe. Das Wochenende über war ich noch guter Dinge und redete mir ständig ein, der Kurs wird schon wieder auf 9ct fallen. Steinhoff hat, was Kursverfälle betrifft noch nie enttäuscht. Und somit nahm alles seinen Lauf. Die Aktie kletterte bis Mittwoch auf 12ct - was mir jedoch zu "teuer" war und am Mittwochnachmittag passierte es dann - das Restrukturierungsupdate wurde veröffentlicht. Ich konnte gar nicht so schnell reagieren, da stand die Aktie schon auf 16ct. Ich hoffte noch einmal für 13ct rein zu kommen, jedoch war der Zug schon längst abgefahren. Der seit 6 Monaten heiß erwartete Freudentag wurde für mich zu einem der schlimmsten Tage meines Lebens.

Aus der ganzen Geschichte habe ich gelernt, niemals alles auf einen Karte zu setzen und dass es schlimmer ist, wenn man an der Seitenlinie steht und zusehen muss wie der Kurs steigt als Verluste zu machen und Leidensgenossen zu haben. Auch wenn es hätte schlimmer kommen können und Altaktionäre teilweise viel mehr verloren haben, ist es trotzdem zermürbend nach 6 Monaten Wartezeit und Geduld aufgrund mangelnder Selbstdisziplin und Gier so viel zu verlieren.

Ich bin mir sicher, dass auch viele die bei Steinhoff eingestiegen sind, schon davor mit anderen Risikoaktien spekuliert haben und den ein oder anderen großen Verlust erlebt haben. Wie seid ihr damit umgegangen und habt das ganze verarbeitet? Wart ihr auch schon mal in so einer ähnlichen Situation, habt zu früh mit Verlust verkauft und standet danach dann an der Seitenlinie als die Aktie kurze Zeit später wieder stieg?


Liebe Grüße
lerry

 
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15 Postings ausgeblendet.
15.07.18 09:45 #17 Zuerst mal: Ich wünsch Euch alles Gute ...
... Eure Geschichte zu lesen ist hart. Aber Ich vertraue auf SH und hoffe, dass sich für Euch die Lage nich stark verbessert.

Beim Verbilligen kann allerhand passieren, das ist richtig, ich hatte das Glück, erst bei 0,16 einzusteigen, dann den Niedergang mit ständigen Nachkäufen zu erleben und eigentlich bin auch ich mit viel zu viel Geld drinnen - eigentlich begrenze ich mein Invest bei Risikopapieren auf 2% - und hier bin ich mit den nachkäufen zwar auf 0,1 aber dafür auch schon auf 7% - bei höheren Einstiegspreisen wärs mir wahrscheinlich auch so wie Euch gegangen - aber sicher nicht bis zum  All-In.

Aber was ich sicher nicht mache ist, mit einer long-position zum daytraden beginnen.  Entweder ich bin long weil ich dem Wert vertraue oder nicht, dann bin ich draussen.  Oder aber,  ich hab zu viel in einem Invest - dann reduziere ich und kaufe etwas anderes.

Aber es redet sich leichter, wenn man nicht vor dem Problem steht, sehr im Minus zu stehen. Aber eines ist sicher: In der Situation sollte man nicht mehr aufs Bauchgefühl hören, das hat einen erst in die Situation gebracht in der man steckt. Die Entscheidungen sollten rein rational gefasst werden.

Und zum Posting von kleinen Muck: "Gefühlte 95 % der hier schreibenden Zunft scheinen ja immer auf der Sonnenseite zu stehen."

Stimmt nicht. Aber wenn man Erfolg hat, dann redet man leichter darüber als wenn man Fehler gemacht hat.

Mein Vater hat immer wieder von seinen Erfolgen an der Börse geredet, aber wenn er Misserfolg hatte, dann ist er nur mit hängendem Kopf herumgelaufen und er hatnur nach Nachbohren ein paar Details preisgegeben.

Also: Ihr seid nicht alleine - und wenn man aus seinen Fehlern auch lernt, gehts auch wieder aufwärts.

 
15.07.18 10:35 #18 Zu #1 und #4
Natürlich kann man Pech, falsches Timing, Gier, und Unerfahrenheit als Gründe für diese Verluste anführen.

Ursache ist jedoch die eingegangene Positionsgröße, die zu hoch war, um mental stabil zu blieben und damit rational zu handeln. Übrigens ist diese Höhe der mental gut zu verarbeitenden Positionsgröße eine individuelle mentale Eigenschaft und hat nur wenig mit den eigenen Vermögensverhältnissen zu tun. Eine der wichtigsten Erfahrungen eines langen Börsenlebens ist, was verkraftet man im Kopf, nicht was erlaubt das Bankkonto.

... und Aktien, die bei Ariva ein besonderes Foreninteresse genießen, sollte man nur mit allergrößter Vorsicht handeln. Dies gilt auch für die sogenannten Altaktionäre. Das explodierende und anhaltend hohe Interesse für Steinhoff seit dem 6.12.2017 muss alle Alarmglocken schrillen lassen. Das ist der eigentliche Nutzen von Ariva.


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Das Copyright für den Inhalt (Text und Bilder) liegt bei relaxed.
15.07.18 13:59 #19 Lehrgeld
Danke für den interessanten Bericht, lerry!

So bitter es klingt: Du bist noch mit einem blauen Auge davon gekommen und hast die wesentlichen Fehler ja selbst erkannt. Wie immer im Leben ist es auch hier sicher so, dass du was gelernt hast, was du zukünftig berücksichtigen kannst und dir diese Erfahrung dann einen Vorteil bringt. Insofern siehe es einfach als Lehrgeld.

Ich kenne eigentlich niemanden, der langfristig an der Börse erfolgreich ist ohne mal Fehlentscheidungen getroffen zu haben. Und diese Entscheidungen muss man auch einfach mit echtem Geld durchleben, damit sie auch ein wenig schmerzen und man die richtigen Schlüsse zieht. Zumal Rückschläge ja einfach dazu gehören. Selbst musste ich anfänglich auch schon Mal Lehrgeld zahlen.

Auch wenn es andere schon geschrieben haben: Es war nicht einfach nur Pech und der Fehler war auch nicht das Invest an sich. Auch das Verbilligen ist aus meiner Sicht ok gewesen. Das einzige Problem war die Positionsgröße und dass du alles auf eine Karte gesetzt hast. Leider ein beliebter Fehler bei vielen hier.
(Und beim Daytrading verliert der normale Anleger früher oder später auch immer. Selbst unter denjenigen, die es tagtäglich machen, gibt es langfristig viele Verlierer.)  
15.07.18 18:44 #20 Danke für deinen ehrlichen Beitrag, lerry!
Hallo lerry,

dein offener und ehrlicher Beitrag hat mich dazu bewogen, mich bei ariva anzumelden.

Ich verfolge das Geschehen um Steinhoff jetzt mittlerweile seit meinem ersten Kauf im April. Der Kauf von Steinhoff war gleichzeitig mein erster Ausflug in den Bereich der Risikopapiere. Auch ich habe beim Traden des Papiers 1-2 Fehler gemacht (z.B. beim ersten Hype auf 13 Cent im Juni direkt noch abends nachgelegt, um beim Anstieg dabei zu sein). Auch ich habe überlegt bei den Anstiegen im Juli auszusteigen, um später wieder günstiger und mehr nachzukaufen. Glücklicherweise habe ich es dann aber doch gelassen und mir nicht die Finger verbrannt.

Insgesamt habe ich bei diesem Papier (auch durch Beiträge im Nachbarforum) viel gelernt. Ich denke, dass die gewonnenen Erkenntnisse uns für zukünftige Ausflüge in den Risikopapierbereich die notwendige Kaltschnäuzigkeit und Rationalität vermittelt haben.


Kopf hoch und viel Erfolg bei deinen weiteren Trades!

df  
16.07.18 09:57 #21 Risk Management
Wie in allem, wo die Gier überhand nehmen kann, ist Risk Management ein vermeidlich einfaches Instrument zur Abwehr solcher Szenarien. Trotzdem kann ich es verstehen, dass der innere Gordon Gekko mal das Ruder übernehmen kann. Fokussierung ist dann alles -> keine Trades über den selbst gesetzten Risiko-Anteil hinaus.
=> Ich persönlich habe bei Steinhoff aber auch einfaches Reden / EK 0,082.  
17.07.18 01:12 #22 Möchte hier auch mal meine Steinhoffgeschichte
Möchte hier auch mal meine Steinhoffgeschichte  erzählen.
1. Im Dezember durch den großen Kursverlust auf die Aktie aufmerksam geworden und  bei 1,50 Euro eine kleine Position aufgebaut.
2, Bis zum Jahresende dann bei fallendem Kurs immer wieder kleinere Positionen nachgekauft.
3. Am Jahresende dann bei glücklichen 0,28 nochmal eine ordentliche Stückzahl nachgekauft.
4. Am ersten Handelstag in 2018 , mit  300 Euro Gewinn alles verkauft.
5. In den folgenden zwei Tagen dann dem Kursanstieg bis 0,60 von der Seitenlinie zugeschaut.
6. Irgendwann im Februar bei 0,47 wieder eingestiegen.
7. Bei 0,37  die Reißleine gezogen und mit 7.000 Euro Verlust ausgestiegen.
8. Bei  0,092 eingestiegen und bei 0,11 mit Angst wieder ausgestiegen.
9. Bei 0,115  eingestiegen und bei 0,16 wieder ausgestiegen. Punkt 8 und 9 waren dann zusammen
ca. 13.000 Euro Gewinn.
Ich habe das Glück gehabt, in Summe aus der Steinhoffnummer mit 6.300 Euro Gewinn rausgekommen zu sein.
Mein Verhalten im Nachhinein betrachtet und bewertet:
1. Viel zu früh eingestiegen und auch mit den meisten Nachkäufen ins fallende Messer gegriffen.
2. Mit dem letzten großen Nachkauf einen sehr niederen Kurs erwischt, der mich beim 1. Verkauf dann gerettet hat.
3. Viel zu früh in den ersten Kursanstieg hinein alles Verkauft.
4. Richtige Entscheidung bei Kursverlust von 0,47 auf 0,37 auszusteigen.
5. Richtige Entscheidung bei 0,092 und 0,115 wieder einzusteigen
6. Wieder viel zu früh ausgestiegen anstatt zu halten bei steigenden Kursen.
Die ganzen Aktionen haben sehr viel Nerven gekostet, sind aber in Summe dann doch glücklich ausgegangen.
Ganz am Schluss noch eine Erfahrung die ich in meinen  über 10 Jahre an der Börse schon mehrmals gemacht habe: Der letzte Nachkauf mit der meisten Angst hat immer den größten Gewinn gebracht.




 
17.07.18 08:22 #23 Vielen lieben Dank für die Beiträge
Erstmal vielen lieben Dank für Eure Beiträge und mein wirkliches Mitgefühl für die, die Verluste eingefahren haben.

Ich möchte mich an dieser Stelle kurzfassen. Einzelne Details habe ich auch nicht mehr wirklich parat. Respekt an die, die zum Teil Buch führen. :)

Mein größter Fehler im Nachhinein betrachtet, war es mit Start an der Börse gleich in eine Risikoaktie zu investieren. Zwar nicht im großen Stil (im Auge des Betrachters) aber trotzdem als Neuling völlig planlos. Das wurde mir dann auch zum Verhängnis. Eingestiegen bin ich mit 0,60€ nach dem Absturz in der Hoffnung, dass es wieder hochgeht. Letzten Endes habe ich mir gedacht, dass es so ein riesen Konzern mit so vielen Mitarbeitern nicht fallen gelassen wird. Als es dann weiter runter ging habe ich kalte Füße bekommen und bin raus. Dann bin ich wieder auf den steigenden Kurs eingestiegen, der kurz danach wieder gefallen ist und bin wieder mit Verlust raus. So ging das bis ich ca. 7.000€ Verlust hatte. Gefühlt hat der Kurs genau das Gegenteil gemacht, von dem was ich mir erwartet hatte.

Danach habe ich mich mit dem Thema intensiver beschäftigt. Konnte dann schnell erkennen, welche Nachrichten gut und welche schlecht waren, habe im Forum die Beiträge manch guter Foristen zu Herzen genommen (danke an der Stelle). So entschied ich mich wieder zu investieren und dabei mit dem Ziel zu agieren, bei Turbulenzen nicht zu schmeißen sondern zu verbilligen und geduldig zu sein (Steinhoff hat mich dies belehrt). Geduld, Geduld, Geduld war oberste Gebot.

Mittlerweile bin ich über dem investiert, was ich mir vorgenommen hatte, aber konnte damit mein Verlust in einen kleinen Gewinn umwandeln. Ich werde meine Stücke halten und nicht hergeben, arbeite nicht mit SL um nicht irgendwie rausgekickt zu werden. Ich glaube an den Turnaround von Steinhoff.

Was nehme ich mit: Als Neuling (bin ich heute immer noch) nicht in Risikoaktien investieren. Bei Turbulenzen hat man einfach nicht die Erfahrung, kann die Meldungen nicht deuten und bekommt riesen Angst um sein Geld. Geduldig sein und Ruhe bewahren - hatte ich am Anfang auch nicht. Sich im Vorfeld informieren und nicht nachdem man investiert ist. Eine Strategie haben.

Ich wünsche für uns Investierten aus ganzem Herzen viel Erfolg und damit auch, dass wir unsere Verluste reduzieren können.  
17.07.18 22:01 #24 Zählen
Ich habe Steinhoff über viele Monate beobachtet. Bin rein, raus, rein.. Insgesamt etwas Verlust. Dann kamen die Zahlen. Ich habe jetzt 1.000.000 Stück zum Mischkristall von 0,1005 und warte auf die 0,3. wenn der Moment kommt Verkauf ich die Hälfte und Kauf mir eine kleine Whg in Italien. Wenn's dann vielleicht noch höher geht, dann Kauf ich mir eine grössere Whg in Italien.  
17.07.18 23:12 #25 Stronzo1
Du bist der beste und Danke für den inhaltsvollen Post.

Ach ja und Glück für den Demodepot.

Weiter so.  
18.07.18 19:26 #26 STRONZO1
Dass du ausgerechnet in diesem Thread auf dicke Hose machst, ist so schrecklich peinlich,
dass ich mich für dich fremdschäme ...:o(  
18.07.18 20:12 #27 Toll Stronzo1
Wer es glaubt...

Und als Millionär hat man auch nicht besseres zu tun, als in einem Forum anderen Nutzern mit dummen Gequatsche auf den S...zu gehen...



 
18.07.18 20:19 #28 zurück zum eigentlichen Thema
Ich habe auch mind. 5000 € verloren. Ich habe immer wieder nachgekauft. War ein Fehler.

Aber ich will mein Geld zurück. Ich glaube nicht an eine Insolvenz. Ich glaube fest an eine Weiterführung dieser Firma.
Deshalb bin ich gerade noch einmal mit einem kleinen übersichtlichen Betrag eingestiegen.

Ich habe noch Hoffnung.

Allerdings habe ich lange überlegt, ob ich nicht lieber im Casino das Geld auf schwarz oder rot setzen soll. Das Risiko ist ähnlich!

 
18.07.18 20:30 #29 gleich geht es wieder rund
dann werden wieder die Zittrigen rausgekegelt, wir gestern, die läuft bis mindest. 0,18 wieder runter  
18.07.18 20:40 #30 respekt!
woher weist du sowas...?
 
18.07.18 23:36 #31 Hallo lerry
Eine krasse Geschichte!
Ähnlich aber abgeschwächt ging es mir, als ich Nokia, nachdem ich sie 350 Tage gehalten habe zwei Tage vor der Microsoftübernahme der Handysparte verkauft habe!
Momentan habe ich viel Geld in die Deutsche Bank investiert... Durchschnittskurs 12,40 Euro! Habe auch gezittert und mit einem wirklich angespannten Magen bei 9,06 Euro nachgekauft. Ich stehe mit der negativen Entwichlung nicht allzu schlecht da, aber das Hin und Her ist schon spannend! Da ich das investierte Geld wirklich „ über „ habe, kann ich momentan die mentale Stärke aufbringen um halbwegs cool zu bleiben.

Deine Geschichte ist wirklich skurril und tragisch ... abhaken unter „Pech gehabt“ und weiter! Endding 2000 und Haken dran !

 
19.07.18 00:39 #32 interesannte Erfahrungsberichte ...
In so ein spekulaves Invest wie Steinhoff würde ich nur Spielgeld investieren bei dem mir dann sogar ein Totalverlust egal wäre.

Da sieht man mal wieder : Gier frisst Hirn

Aus Fehlern lernt man .Den selben Fehler werdet ihr sicherlich nicht nochmal machen  
19.07.18 19:35 #33 Hallo lerri, IndiaHotel
…zuerst, danke schön für diesen Thread und Eure Beiträge! Eure Geschichten haben mir sehr beeindruckt, ein herzliches Mitleid auch von meiner Seite.

Meine Geschichte, die ich Euch erzählen möchte, bezieht sich nicht  bzw. nicht direkt auf Spekulationen, aber, ich denke, sie hat Parallele mit Euren.

Wenn ich mich nicht mit dem Zeitpunkt täusche, war es die Anfang des Jahres 2009. Ich bin zu meiner Bank gekommen und gesagt: “Ich möchte eine Kapitalanlage machen, aber ich habe gar keine Erfahrung mit den Finanzmärkten. Empfehlen Sie mir bitte gute Möglichkeiten”. Ich habe eine Empfehlung bekommen. Das war ein Mischfond von Aktien und Renten. Das Prinzip war, dass das Fondmanagement, je nach der wirtschaftlichen Situation, den Prozentsatz von Aktien ändert.

Die Renditen waren, nach dem ich erzählt bekommen habe, sehr vielversprechend.  Und ich habe gleich 40 K Euro in diesen Fond gebracht. Gier! Auch in meinem Fall. Und das ist damit, dass die Zinsen bei Sparkonten in der Zeit bei ca. 3-4 Prozent lagen!

Die nach meiner Investition gekommene Finanzkriese hat zwei “Phasen“ gehabt. Die erste “kleine“ Phase  war wegen Probleme der Griechenland. Die Märkte sind abgestürzt, mein Fond auch. Danach ist diese Phase vorbei, die Märkte erholen sich… Und mein Fond bleibt neben dem niedrigsten Punkt. Sie haben fast alle Aktien verkauft und nicht rechtzeitig wieder gekauft! Dann kam die zweite Phase - die weltweite wirtschaftliche Krise. Mein Fonds ist wieder voll mit Aktien… Am Anfang des damit gebundenen (weiteren) Kursrutsches meines Fonds, habe ich gesagt: “Basta!“ Und mit über 10 % Verlusten (gegen 5 K Euro) rausgegangen…

Erst im Jahr 2015 bin ich wieder zur Börse gekommen und habe angefangen selbst zu traden. Nach gewisser Zeit konnte ich kleine Gewinne erzielen, dann habe ich meinen von dem “Superfond“ verbliebenen Verlusttopf verbraucht, dann weitergegangen…

Ich verstehe Euch sehr gut, dass Ihr nach Eurer bitteren Erfahrungen kaum etwas mit Spekulationen haben möchte. Ähnlich ist bei mir – ehrlich zu sagen, möchte ich noch bis heute nichts von Fonds hören… Ja, es ist wohl möglich, dass es gute Fonds gibt, dass ich “einfach“ vorsichtiger schauen muss, wie der Fond aufgebaut ist. Aber ich habe einfach “kein Bock“ drauf. Daher, möchte ich hier sogar nicht versuchen als ein “Advokat“ der Spekulationen zu wirken…

Ich glaube, auf der Börse jeder langsam kommt zu einem eigenen Zeug, welches ihm am besten passt – Fonds, Spekulationen, Lang-Investitionen… Durch Eure Erfahrungen, Analysen, enorme Arbeit an eigenen Fehlern, habt Ihr sicherlich sehr viel Neues zu Euren Wegen und Präferenzen verstanden. Nur sehr Schade, dass auf so einen hohen Preis :(

Wenn möglich, versucht nicht enttäuscht zu sein. Setzt fort zu probieren, zu suchen. “Wer sucht, der findet“.

Ich wünsche Euch von dem ganzen Herz alles Gute und sehr viel Erfolg!  
19.07.18 21:30 #34 Meine Stories
Hallo lerry,

auch von mir ein Beileid für deine Erfahrung mit der Aktie und deinem Verlust.
Meine Story ist mindestens genauso tragisch, wenn nicht noch schlimmer.

Bin 2016 bei Netflix reingegangen. All In!!!!!!!, weil ich einfach wusste, dass es weiter nach oben gehen wird.
Hab am höchsten Punkt gekauft 120 Euro.
Dann ist es 3 Monate im Sturzflug nach unten aber wirklich im Sturzflug.
Bei 85 habe ich die Reissleine gezogen. Verbilligen konnte ich nicht, weil ich All In war.

Ihr kennt bestimmt Netflix. Ein halbes Jahr nach meinem Verkauf ist sie von 85 auf jetzt glaube ich 350 Euro gestiegen. Ich guck da schon gar nicht mehr hin.
Das ist ätzend.

Und als Nachschlag: Facebook habe ich bei 50 Euro verkauft, weil die jungen Leute, die ich gefragt habe,  bei uns in der Firma gesagt haben, dass sich mittlerweile alle abmelden.
Bei Facebook war ich auch mit glaube ich 20.000 investiert.

Ach ja: Das krasseste war als ich mit Optionsscheinen bei Tui investiert war mit 7K oder 14K Euro.
Der gesamte Markt war dunkelgrün. Nur Tui ging den ganzen Tag runter und runter und immer weiter runter.
Hab dann alles verkauft um wenigstens noch einen kleinen Betrag zu retten. Es waren nämlich Knock Out Optionsscheine.
Eine halbe Stunde!!!!! später nach meinem Verkauf dreht die Tui Aktie und wird Gewinner des Tages.
Am nächsten Börsentag wieder: Gewinner des Tages. Zwei Tage in Folge mit jeweils mehr als 7% hochgegangen.
Nicht nur, dass mir megaviel Gewinn entgangen ist. Ich habe auch noch tausende an Euros verloren durch den realisierten Verlust.

Aber die Netflix Sache war am schlimmsten. Das war einfach nur unfair.  
19.07.18 23:43 #35 Vielen Dank
Guten Abend,

vielen Dank für eure interessanten und auch lieben Beiträge. Es tut gut zu wissen, nicht alleine dazustehen und der einzige Chancenverpasser zu sein.

Glückwunsch auch an alle, die bis jetzt durchgehalten haben. Tief im Inneren war es mir klar, dass die Gläubiger zustimmen werden. Ich habe die letzten Tage auch überlegt, vielleicht doch nochmal einzusteigen. Die Angst vor einer eventuell schlechten Nachricht und somit noch mehr als schon genug Verlusten war aber einfach zu groß. Wenn ich gekauft hätte, wäre heute sicher die Meldung "We could not find enough creditors - It's over." bei meinem Glück gekommen.

Es wird zwar noch seine Zeit dauern, bis ein solcher Verlust verkraftet ist und man nicht mehr durch die Läden mit dem Gedanken geht "Das hätte ich mir alles aus Spaß leisten können." Letztendlich war es aber eine prägende Zeit und ich bin selbst erschrocken, wie das Geld auf einmal Besitz über einen genommen hat, obwohl es ja eigentlich andersrum sein sollte.

Euch noch einen schönen Abend, ein schönes Wochenende und eine glorreiche Zukunft mit "Steini"

lerry

 
20.07.18 09:07 #36 Auch ich möchte mich
an dieser Stelle für die vielen tollen mitfühlenden Beiträge hier bedanken und auch für die berechtigte Kritik die teilweise in ihnen steckt, die ich mir auf jeden Fall zu Herzen nehmen werde!

Ich habe mich dann Anfang dieser Woche, im Gegensatz zu lerry wie ich gerade gelesen habe, entschieden doch noch mal einzusteigen bei Steinhoff zu 19c. Es sind zwar nur ein Bruchteil der Aktien die ich davor hatte,  aber ich habe probiert mich psychisch von so einer Blockade zu lösen und habe den Gedanken in den Vordergrund gestellt: dass ich ja an einen positiven Ausgang für Steinhoff glaube (tat ich ja eigentlich seit Dezember) und es somit keinen Sinn macht nicht investiert zu sein wenn ich davon ausgehe dass der Kurs noch steigt und es egal ist mit wie vielen shares ich dabei bin, Hauptsache dabei. Denn auch wenn jetzt deutlich weniger bei dem invest für mich rausschaut, jeder Gewinn egal wie groß trägt natürlich insgesamt zur Verminderung des Verlustes bei den ich bis jetzt bei Steinhoff erlitten habe und bedeutet ein paar Euro weniger die ich in Zukunft woanders wieder gut machen "muss".

Allen hier Alles Gute  
20.07.18 14:57 #37 Löschung

Moderation
Moderator: Zwergnase
Zeitpunkt: 21.07.18 19:12
Aktion: Löschung des Beitrages
Kommentar: Unterstellung

 

 
20.07.18 16:07 #38 IndiaHotel
... deiner Meining nach kann ja nix schief gehen mit dem Investment! Woher dieser fanatische Glaube... jetzt nochmal bei 19 Cent mit den letzten Kröten einzusteigen ist purer Wahnsinn! Was machst du denn, falls der Kurs wieder auf 8 Cent fällt!
Hört sich alle eher nach Zocksucht an! Sorry  
20.07.18 16:12 #39 Gutmenschen Überpopulation hier
wo waren die gestern alle?
ich bin seit 9 cent dabei und kann über Basher nur lachen.  
20.07.18 16:17 #40 Jeder
ist für sein Handeln an der Börse selbst verantwortlich und mit einem Totalverlust muss man immer
rechnen.
Wer auf das Geld angewiesen ist und es an der Börse einsetzt , dem ist nicht zu helfen.
Allen Investierten ein sonniges Wochenende


 
24.07.18 09:34 #41 Lerry
... kannst doch jetzt wieder unten einsteigen!  
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