Tipps und Regeln für Trader

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neuester Beitrag:  03.09.05 13:06
eröffnet am: 09.06.05 18:08 von: geldschneider Anzahl Beiträge: 8
neuester Beitrag: 03.09.05 13:06 von: geldschneider Leser gesamt: 3704
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09.06.05 18:08 #1 Tipps und Regeln für Trader
Sie können keine Fehler machen

von Jochen Steffens

Der Dax will einfach nicht runter, die Amis konsolidieren, der Dax nicht oder nur kaum. Alle warten auf Einstiegskurse, ob das gut geht?

So bleibt mir ein wenig Zeit, meinen Text von gestern fortzusetzen. Sie mögen sich vielleicht gefragt haben, warum es beim traden so wichtig sein soll, sich bewusst zu machen, dass man keine Fehler machen kann.

Das hat einen einfachen Grund: Nur so kommen Sie aus einem negativen mentalen Sog heraus. Es ist wie bei den Hochleistungssportlern. Dort entscheidet oft in der letzten Instanz die mentale Verfassung der Sportler über Sieg oder Niederlage. Das kennen wir alle, oft genug ist davon berichtet worden. Dass es beim kurzfristigen Traden ähnlich sein soll, davon hört man eher selten etwas.

Sie müssen nur ein klein wenig besser sein

Doch auch beim kurzfristigen Traden entscheiden nur wenige, minimale Prozentpunkte über Erfolg und Misserfolg. Sie müssen lediglich ein klein wenig besser sein, als der Rest der Welt. Das gilt ganz besonders dann, wenn Sie Futures handeln oder im Tageshandel Optionsscheine traden.

Ich will Ihnen mal eines von mehreren Möglichkeiten vorstellen, wie eine mentale Fehleinstellung Ihnen die Performance versauen kann:

Stellen Sie sich vor, Sie haben gerade drei Trades versemmelt. Eingestiegen und sofort ging der Markt in die andere Richtung. Die meisten Trader fühlen sich persönlich für diesen Misserfolg verantwortlich. Sie reagieren gereizt, flüchten sich in Ausreden: "Das ist wohl heute nicht mein Tag.", "Heute habe ich kein Gefühl für den Markt!", "Die Charts laufen heute nicht rund!", etc. Bis hin zu dem Satz: "Ich mach alles falsch!"

Emotionen beeinflussen das Traden negativ

Das alles bringt Sie in negative Stimmung. Wenn Sie jedoch verärgert sind, dann übersehen Sie vielleicht ein gutes Einstiegssignal, das alle diese Verlusttrades wieder ausgeglichen hätte. Wenn Sie mit sich hadern, können Sie sich nicht mehr auf dem Markt konzentrieren und machen undurchdachte Trades. Wahrscheinlich werden Sie dann versuchen, nun den einen, absolut sicheren Trade zu finden, um alle Verluste wieder auszugleichen.

Suchen Sie nie nach dem sicheren Trade

Die Erfahrung zeigt, wer in solchen Situationen "den" sicheren Trade sucht, hat selten Erfolg. Denn natürlich sind Sie verärgert und sehr emotional und damit anfälliger für die Massenstimmung, als sonst. Sie werden sich demnach erst sicher sein, den richtigen Trade gefunden zu haben, wenn viele andere auch sicher sind – meisten ein Zeichen dafür, dass dieser Trade schief gehen muss: Die Masse liegt immer falsch. Die Erfahrung zeigt: oft sind es die unsicheren Trades, welche die größten Erfolge erzielen.

Was dann passiert können Sie sich denken: Sie hören nach diesen Verlusttrades frustriert auf. Nur, wenn Sie immer aufhören, wenn Sie ein paar Verlusttrades machen, nehmen Sie sich die Chance, diese Trades wieder auszugleichen.

Wenn Sie dann auf der anderen Seite nach mehreren Erfolgstrades immer weiter traden, weil Sie denken, Sie haben gerade den Markt endlich unter Kontrolle, werden Sie solange weiter traden, bis neue Verlustrades ihre Gewinne wieder aufgefressen haben und Sie erst aufhören, wenn Sie wieder im Minus sind. In der letzten Konsequenz führt das dazu, dass Sie eigentlich fast immer im Minus aufhören!

Die Börse geht ihren eigenen Weg

Wenn Sie jedoch begreifen, dass Sie keine Fehler machen können, werden Sie entdecken, dass es nur einen einzigen Grund für Ihre Verluste gibt: Die Börse geht ihren eigenen Weg. Sie haben nichts falsch gemacht, nichts ist passiert. Frei von Emotionen können Sie so weiter machen und entscheiden, was zu tun ist.

Nicht die Charts sind schuld, es ist nicht so, dass Sie kein Gefühl für den Markt haben, es ist auch durchaus ihr Tag. Nach einigen Verlusttrades werden wieder Gewinntrades kommen. Und vergessen Sie nicht, nach mehreren Gewinntrades aufzuhören.

Sie werden erstaunt sein, wie sehr sich allein durch eine veränderte Einstellung zur Börse Ihre Performance verbessern kann.

80 % Psychologie, 20 % Wissen

Gerade im Future gilt, dass Sie zu den 5-10 % der Besten gehören müssen, um überhaupt eine reale Chance zu haben. Hier zählt jeder noch so kleine Faktor, jede Idee, die Ihnen ein paar Prozentpunkte "Qualität" mehr bringen kann. Und gerade im Future sind 20 % Wissen und 80 % Psychologie für Erfolg und Misserfolg verantwortlich.

gruß
geldschneider  
09.06.05 18:26 #2 Der perfekte Trade !
Der perfekte Trade!

von Jochen Steffens

Wie ein aufgescheuchter Bienenschwarm. So verhalten sich die Trader in meiner Umgebung: Wie lange geht die Konsolidierung, wann kann man wieder einsteigen? Soll man short gehen? Soll man nicht jetzt schon einsteigen, sonst verpasst man nachher noch den Aufwärtsmove. Geht es wirklich weiter, bis wohin geht es noch, wann geht es weiter? Was wird Old Greeny machen? Wird er nun ein Aussetzten der Zinserhöhungen ankündigen? Wo geht der Euro hin, steigt oder fällt er? Ist das nur eine Gegenbewegung gerade, oder ist das schon der Trendwechsel im Euro? Warum ist Silber so stark, kommt jetzt die Goldrally? Wird der Ölpreis die Märkte in die Knie zwingen?

Börse: Keiner weiß Bescheid, aber alle machen mit ...

Eigentlich versuchen die Trader nur, die Schmerzen zu minimieren. Den Schmerz, eingestiegen zu sein, in der Hoffnung, dass die Kurse weiter steigen, dass die Rally weiter geht, um dann mitverfolgen zu müssen, wie die Kurse fallen und fallen, in der Gewissheit, wieder einmal das Hoch erwischt zu haben.

Den Schmerz, der einen ereilt, weil man zu vorsichtig war und nun mit ansehen muss, wie eine Rally immer weiter und weiter geht und man nicht dabei ist.

Der Schmerz, zu früh ausgestiegen, zu früh eingestiegen, zu spät eingestiegen, zu spät ausgestiegen zu sein. Der Stop-Kurs, der im Tief gezogen wurde und die alles entscheidende Frage: Wie erklärt man es seiner Ehefrau ...

Hinter diesem Wahnsinn steckt Methode, eine kleine Neurose, die all diese Unsicherheit und Schmerzen bewirkt: Der perfektionistische Kontrollwahn.

Wann gibst du endlich auf?

Ich frage Trader immer etwas provokativ, wenn Sie mir in aller Ausführlichkeit davon berichten, was sie alles falsch gemacht haben: Wann gibst du endlich auf?

Sie verstehen das zunächst als Aufforderung, mit der Börse aufzuhören, erschreckte Gesichter sind zumeist die Folge. So viele Schmerzen die Börse auch schon bereitet hat, aufhören? Niemals!

Ich meine jedoch eigentlich etwas anderes: Im kurzfristigen Bereich ist die Börse nicht zu kontrollieren. Man wird immer mehr "falsch" als "richtig" machen. Es geht nicht um den perfekten Trade! Es gibt nicht mal einen perfekten Trade! Es geht lediglich darum, unter dem Strich nachher mehr Geld auf dem Konto zu haben als vorher. Dabei ist es völlig unerheblich, wie viele Fehler man gemacht hat. Börse ist niemals beherrschbar. Es gibt keine Schmerzen, es gibt auch keine Fehler.

Sie können keine Fehler machen!

Das ist vielleicht einer der wichtigsten Erkenntnisse für einen kurzfristigen Trader. Die Börse kann sich lediglich anders entwickeln, als Sie gedacht haben, das ist alles und das wird sie verdammt oft tun.

Darum bleibt Ihnen im kurzfristigen Bereich auch nichts anderes übrig, als sich in den Wind zu stellen und sich tragen zu lassen, um so Ihre Gewinn-Wahrscheinlichkeiten leicht zu erhöhen. Der Wind, der Trend, ist Ihr Freund. Das ist alles – es geht immer und ausschließlich darum, die Gewinnwahrscheinlichkeiten um wenige Prozentpunkte zu erhöhen, um letzten Endes mehr Geld zu gewinnen, als zu verlieren.

Gegen den Trend?

Warum wollen so viele Trader ein Top erwischen, um genau dort short zu gehen? Warum wollen sie genau im Tief einsteigen? Warum ärgern sie sich, wenn sie weit vor dem Hoch einen Gewinn mitgenommen haben, was ist dabei, bei einem Stop ausgestiegen zu sein, auch wenn es das Tief war?

Dieser "perfektionistische Kontrollwahn", alles perfekt zu machen, um damit zu beweisen, dass man die Börse kontrollieren kann, macht blind für das, was wirklich passiert. Und das, was passiert, zeigt die Börse ihren Jüngern, Tag für Tag, unablässig, liebevoll und sehr anschaulich.

Die Märkte steigen, die Konsolidierungen sind schwach, warum sollte man also short gehen, gegen den Trend, gegen den Markt? Nur um einmal das Hoch erwischt zu haben (und viele Male ausgestoppt zu werden)? Warum sollte man seine Gewinnwahrscheinlichkeit so dramatisch verringern? Man geht long und kauft, solange die Börsen steigen, nach und nach, so weiter sie steigen.

Positionen, die im Plus sind, verkauft man irgendwann, um dann in weitere einzusteigen. Wenn Sie jedoch mit einer angedachten Marschrichtung irgendwann zu viel Minus machen, müssen Sie ihre Meinung zum Markt ändern, egal wie überzeugend die Argumente auch waren. Der Markt zeigt genau, was er will.

Sie können ein oder zwei tiefe Kauflimits in den Markt legen, werden Sie erreicht, ist es gut, wenn nicht, dann sucht man sich neue Gelegenheiten, oder steigt vorsichtig in weiter steigende Märkte ein. Wenn der aktuelle Anstieg in eine wirkliche Rally mündet, dann kann sie sehr weit gehen, dann bleibt sehr viel Zeit seine Positionen auszubauen.

Und ich möchte darauf hin weisen, trotz dieses Anstiegs, ist immer noch nicht wirklich viel passiert. Die Bewegungen des Dax in den ersten sechs Monaten dieses Jahres, waren halb so stark wie die schon schwachen Bewegungen des Jahres 2004 in den ersten sechs Monaten. Und ein Fünftel so stark wie in den Jahren davor!




good trades
geldschneider  
13.06.05 21:30 #3 1000 % Gewinn?
1000 % Gewinn für Spielernaturen

von Jochen Steffens

Ich gebe ja zu, ich zocke hin und wieder gerne. Ich liebe solche Scheinchen, mit denen Sie 1000 % und mehr machen können. Allerdings spiele ich damit natürlich nur, ich investiere in solche Zockerscheine keine großen Summen. Schließlich ist das Risiko, wie immer an den Börsen, entsprechend der Gewinnchancen gigantisch hoch.

Bei solchen Scheinen gibt es nur zwei Möglichkeiten: riesiger Gewinn oder Totalverlust. Trotzdem ist so ein 1000prozenter das Sahnehäubchen auf dem Kuchen der Börse, etwas, das man in leicht angeheiterten Zustand seinen Traderkollegen zum 11. Mal in aller Ausführlichkeit erzählt: "Weißt du noch damals, als ich 1800 % in 3 Wochen gemacht habe!!!!!" (ursprünglich waren es einmal 1000 % im 5 Wochen, aber so ist halt das Traderlatein).

Zocken mit System

Doch auch hier gibt es eine interessante Möglichkeit, langfristig im Gewinn zu bleiben. Ein Beispiel dazu: Wenn Sie jedes Mal in so einen Schein 100 € investieren, dann kann man folgende Rechnung aufstellen:

Wenn Sie in einem von 10 Fällen 1000 % machen, verdienen Sie 1100 €. Rechnen wir einmal mit 100 € Gebühren für 10 Trades a 100 €. Bleiben 1000 € Reingewinn.

Mit anderen Worten, wenn Sie bei solchen Scheinen neun Mal falsch und nur einmal richtig liegen, dann haben Sie unter dem Strich Plus/Minus Null!

Wenn Sie etwas weniger als 90 % Ihrer Trades vermasseln, also eine Trefferquote von nur über 10 % haben, sind Sie schon im Gewinn. Wenn Sie bei 2 von 8 Trades richtig liegen, haben Sie bereits 100 % Gewinn gemacht.

Hört sich unglaublich einfach an, oder? Muss doch zu machen sein, so eine schlechte Trefferquote!

Es gibt kaum gute Scheine

Leider ist die Realität etwas anders. Die meisten solcher Zockerscheine, die so ein hohes Gewinnpotenzial haben, sind entsprechend unwahrscheinlich. Das heißt, es sind nur recht selten Scheine zu finden, die überhaupt eine Chance haben – leider.

Im letzten Jahr hatte ich für den Target-Trader einen Schein, der 15 Dollar ausgezahlt bekommen hätte, wenn der Dow bis zum 17.12.2004 auf 11000 Punkte gestiegen wäre. Unser Kaufpreis (im August) für diesen Schein lag bei unter einem Euro. Es fehlten letztlich nur 3 Prozent im Dow und wir hätten knapp 2000 % gemacht. Doch so ist das bei diesen Scheinen, knappe 3 % lagen zwischen Totalverlust und 2000 %!

Und nun wird es wieder beim Target-Trader spannend. Wir haben einen Zockerschein im Depot, der bis nächste Woche Freitag läuft. Der Dax muss lediglich am Freitag 12 Uhr auf über 4800 Punkte stehen. Dann wird dieser Schein zu 10 € ausgezahlt.

Von 4600 Punkten aus gerechnet, sind das "nur" noch 4,35 % und der Schein hat über 1000 % Gewinn erwirtschaftet. Das wird schwer, wahrscheinlich sehr knapp, vielleicht hilft es, dass Hexensabbat ist. Trotzdem sind nach diesem Anstieg der letzten Wochen weitere 4,35 % für den Dax viel (deswegen steht der Schein auch noch deutlich unter Kaufpreis). Es gibt eine zweite Hoffnung: Die Konsolidierung bei den Amis könnte vorbei sein, in diesem Fall würde der Dax wahrscheinlich dieses Ziel erreichen, egal wie überkauft er auch ist.

Es geht auch moderater

Es wird also spannend. Aber selbst wenn nicht, dann war das der 2. Versuch. Der dritte ist schon eingeloggt, etwas moderater und schon fast 100 % im Plus. Hier sieht es sehr gut aus. Es ist ein ganz besonderer Schein auf den Euro Stoxx. Aktuell steht der Euro Stoxx bei 3140 Punkten. Der Euro Stoxx muss im Prinzip in den nächsten 12 Monaten(!), bis zum Juni 2006 "nur" um 20 % auf 3780 Punkte steigen, und der Schein hat seine 1000 % Gewinn gemacht, dann sogar steuerfrei.

Wie gesagt, solche Zockertrades sind etwas zum spielen. Zwar finden sich viele solcher Scheine, aber nur die wenigstens haben eine realistische Chance. Beim Target-Trader habe ich dieses kleine Zockerdepot auf Wunsch einiger Kunden eingerichtet, und suche die wenigen Perlen unter den aussichtslosen Scheinen, als kleines Schmankerl nebenbei.

Doch kommen wir zurück zum Markt:

Der Dax steigt und steigt, egal was die Amis machen. Gestern schien es so, als ob die Konsolidierung in den USA erste Anstalten macht, ein Ende zu finden und zwar ohne dass der Dax diese Konsolidierung mitgemacht hätte.

Und was macht der Dax? Er klettert an die 4600 Punkte Marke auf ein neues Hoch. Meine Leitungen sind heute morgen heiß gelaufen: Soll man rein, soll man warten?

Heute nach dem US-Handelsbilanzdefizit sieht es schon wieder düsterer aus, bei den Amis. Der Dax hingegen bleibt stark, trotz deutlicher US-Verluste hält sich der Dax im Plus – obwohl der Dax überkauft ist, wie nur was – unglaublich.

Es werden keine Gefangenen gemacht, so nennt man diese Spielart der Börsen, wenn sie steigt und steigt, alles auf Rückschläge wartet, um endlich einzusteigen, diese aber nicht kommen. Die Folge: Alle sitzen vor den Monitoren und kommen nicht in den Markt, müssen zuschauen, werden gereizter und gereizter. Gleichzeitig haben Sie Angst genau das Hoch zu erwischen.

Wie geht man in solchen Fällen vor? Wenn Sie nicht davon überzeugt sind, dass es der letzte Anstieg vor einem langen großen Crash ist, dann kaufen Sie vorsichtig immer eine Position, warten bis diese etwas im Plus ist und kaufen eine weitere. Zwar kann es jederzeit passieren, dass Sie mit einer Position genau das Hoch vor der Konsolidierung erwischen, wenn Sie jedoch damit rechnen, dass diese Konsolidierung nur eine Konsolidierung ist und die Rallye danach weiter geht, dann haben Sie doch kein Problem. Dann können Sie die Kursrückschläge einfach aussitzen!

Doch, und darauf möchte ich ganz zum Schluss hinweisen: Ich kenne eigentlich niemanden mehr, der wirklich bearish für den Dax ist. Das macht mir doch ganz schön Sorgen, dass ein heftiger Einbruch bevorsteht ...


Leider erwähnt d Schreiben nicht welche Paiere er meint? Knockouts ?

Vermute ich mal.

gruß
gs  
24.07.05 17:33 #4 Wie wir Kursrückgänge vorhersagen können
Mit dem Put-Call Verhältnis:

Wie Sie mit Optionen Kursrückgänge vorhersagen können

Von Dr. Steve Sjuggerud

"Ich empfehle Put-Optionen auf Google ..." sagte mir mein Freund Porter Stansberry vor 2 Wochen ..."Damit können meine Leser 3stellige Gewinne machen, wenn Google wieder auf ein normales Niveau fällt."

Ich sagte zu ihm: "Okay Porter ... Aber ist das gerade jetzt nicht wie sich vor einen Lastwagen zu stellen?"

Google geht die Luft aus sagte er mir. "Steve, ein geheimes Signal, dass Du mir vor einigen Jahren gezeigt hast und der Handel bei Google Aktien zeigen mir, dass Google sein Hoch überschritten hat ..."

Ich kann Ihnen den geheimen Indikator nicht sagen. Aber ich kann Ihnen sagen, was uns die Optionen, die von Google gehandelt werden, über die Kursentwicklung sagen ...

Und ich kann Ihnen zeigen, wie Sie mit dem Optionshandel bei Aktien, die Sie haben, vorhersagen können, wohin die Richtung gehen könnte.

Mit der Handelsaktivität bei Optionen können Sie Umkehrpunkte ausfindig machen

Einfach ausgedrückt: Wenn das Put-Call-Verhältnis extrem hoch ist, dann sollte die Aktie abschießen. Und wenn es extrem niedrig ist, dann sollte der Kurs einbrechen.

Vor 2 Jahren hatte das Put-Call-Verhältnis bei Google seinen Höhepunkt. Die Google Aktien stiegen ruck zuck von 100 auf 200 $. Heute ist das Put-Call-Verhältnis auf seinem absoluten Tiefststand.

Wenn das Put-Call-Verhältnis auf einem Höhepunkt ist, wettet jeder darauf, dass Google einbricht. Und natürlich ist es dann höchste Zeit auf die andere Richtung zu setzen.

Wenn das Put-Call-Verhältnis ganz unten ist, dann wettet jeder darauf, dass Google explodiert. Und aller Wahrscheinlichkeit nach wird das Gegenteil davon passieren. Das Put-Call-Verhältnis kann als ein Maß für die Stimmung der Anleger herangezogen werden. Wenn es Extrempunkte erreicht, kann es einen Wendepunkt im Kursverlauf der Aktie anzeigen.

Das Put-Call-Verhältnis sagt uns, dass viel mehr Leute darauf wetten, dass Google Aktien steigen, als fallen. Wenn die breite Masse jetzt glaubt, dass Google steigen wird, könnten wir an einem Extrempunkt sein, der einen Wendepunkt für die Aktie anzeigt. Es könnte Zeit sein, gegen die breite Meinung zu spekulieren.

Ein anderer Weg um den extremen Optimismus herauszufinden ist, zu sehen, bei welchen Basispreisen die Optionskäufer positioniert sind. Im Moment stehen die Aktien bei 280 $.

Reden wir über Optimismus ... Es gibt viele Leute, die darauf setzen, dass Google bis Mitte Juli über 380 $ steigt! Das ist wahrer Optimismus.

Put-Call-Verhältnisse sind nicht perfekt ...

Ein Freund von mir, Jason Goepfert von SentimentTrader.com, ist sich dieser Sache vollkommen bewusst. So hat er einige Dinge am klassischen Put-Call-Verhältnis verbessert. Er dachte sich neue Put-Call-Indikatoren aus um vorherzusehen, worauf die breite Masse als nächstes setzt ...

Zum Beispiel ist einer von Jason's Indikatoren das "ROBO" Put-Call-Verhältnis. "ROBO" steht für "retail-only, buy-only". Jason betrachtet dabei die kleinen Optionenorders mit höchstens 10 Kontrakten als "retail-only" und er sieht sich hier nur die Käufer der Option, nicht die Stillhalter an.

Jason sagt auf seiner Homepage zum ROBO Modell.

"Am Höhepunkt der Börsenblase, kauften die Kleinanleger wie wild Call Optionen. In der Woche zum 7. April 2000 kauften sie rund 1,4 Millionen Calls und nur etwa 0,2 Millionen Putoptionen – ein Put-Call-Verhältnis von 0,17.

Sie waren dabei so verrückt, dass sie bereit waren eine durchschnittliche Prämie von 814 $ für jeden Call Kontrakt zu zahlen um mitzuspielen. Für die Puts zahlten Sie im Durchschnitt 599 $ an Prämie. Sie kauften beinahe sechsmal so viele Calloptionen wie Puts und zahlten eine Prämie dafür, die 36 % höher lag.

"Ein anderes Extrem ist die Woche zum 11. Oktober 2002. Damals kauften sie 0,4 Millionen Calls mit einer durchschnittlichen Prämie von 182 $. In der selben Woche kauften sie über 0,5 Millionen Puts mit einer durchschnittlichen Prämie von 250 $. Sie zahlten damit 35 % mehr für die Absicherung, als für ein mögliches Kursplus. Das Gegenteil von dem, was sie während der Blase gemacht haben."

Fassen wir zusammen ...

Wenn man versucht das Ende einer Kursbewegung abzuschätzen, sind Put-Call-Verhältnisse sehr nützlich. Sie sollten nicht alleine verwendet werden, aber ihre Botschaft sollte nicht ignoriert werden.

Sehen Sie sich die Put-Call-Verhältnisse Ihrer Favoriten an. Vielleicht steht einer davon an einem Extrempunkt wie Google und ist reif für einen Kursverfall.

Der Google Zug verliert an Fahrt ... das Put-Call-Verhältnis deutet an, dass Google bei den Anlegern extrem beliebt ist. Damit ist die Aktie reif für einen Kursverfall. Der Tipp meines Freundes Porter für Google dürfte demnach nicht so verrückt sein. Könnten Ihre Aktien auch fallen? Finden Sie es heraus ...

Wo wir diesen Indikator finden?
http://www.sentimentrader.com/indicatorsearchsample.asp

DATE   PUT/CALL    10-DAY P/C    21- DAY P/C   OPEN INTEREST RATIO
8/7/2002 0.76 0.76 0.81 0.7
8/6/2002 0.76 0.77 0.82 0.71
8/5/2002 0.87 0.78 0.83 0.74
8/2/2002 0.93 0.78 0.82 0.74
8/1/2002 0.76 0.8 0.83 0.75
7/31/2002 0.75 0.82 0.84 0.72
7/30/2002 0.69 0.83 0.85 0.69
7/29/2002 0.69 0.83 0.84 0.61
7/26/2002 0.7 0.85 0.85 0.61
7/25/2002 0.76 0.85 0.86 0.62
7/24/2002 0.87 0.86 0.86 0.6
7/23/2002 0.85 0.86 0.86 0.63
7/22/2002 0.87 0.86 0.88 0.69
7/19/2002 1.14 0.87 0.88 0.52
7/18/2002 0.93 0.84 0.87 0.57
7/17/2002 0.82 0.84 0.87 0.57
7/16/2002 0.76 0.86 0.87 0.61
7/15/2002 0.87 0.87 0.89 0.71
7/12/2002 0.64 0.85 0.89 0.75
7/11/2002 0.89 0.86 0.91 0.79
[2/9]

You can also search the databases based on criteria you specify.  Here's an example of searching the put/call database for specific put/call values.  Just enter the low to high range you wish to search for, then click on "Search".
Low: High:

DATE PUT/CALL 10-DAY P/C 21-DAY P/C OPEN INTEREST RATIO
9/5/2002 0.89 0.83 0.76 0.91
9/4/2002 0.74 0.81 0.75 0.9
8/30/2002 0.82 0.76 0.75 0.89
8/29/2002 0.92 0.73 0.75 0.88
8/28/2002 0.88 0.7 0.74 0.91
8/27/2002 0.84 0.69 0.73 0.9
8/26/2002 0.81 0.68 0.72 0.89
8/23/2002 0.8 0.67 0.72 0.91
8/22/2002 0.55 0.66 0.71 0.88
8/21/2002 0.67 0.68 0.73 0.83
8/20/2002 0.74 0.69 0.74 0.81
8/19/2002 0.61 0.69 0.74 0.77
8/16/2002 0.51 0.72 0.77 0.92
8/15/2002 0.63 0.76 0.79 0.88
8/14/2002 0.82 0.77 0.8 0.83
8/13/2002 0.71 0.77 0.8 0.83
8/12/2002 0.74 0.77 0.8 0.83
8/9/2002 0.69 0.76 0.8 0.8
8/8/2002 0.75 0.76 0.81 0.72
8/7/2002 0.76 0.76 0.81 0.7
[1/8]

The table will return the values you specified, in date order.  These are just two examples of using the sentimenTrader.com databases to find information in a very quick, easy and intuitive manner.  Never before has such extensive sentiment data been made available in an easy-to-find manner.

Leider fand ich kein aktuelles Besipiel,
da ich nicht Mitglied bin.  
04.08.05 22:04 #5 Traden, ein irrwitziger Job
Traden, ein irrwitziger Job

von Jochen Steffens

Das sollte gestern natürlich "Mehrjahreshoch bei 4919 Punkten" heißen, nicht 4119, wurde dann aber zum Schluss sogar 4932 Punkte.

Erholung

Ich glaube, ich brauche wirklich langsam Urlaub. Noch ca. zwei Wochen und es ist soweit! Eigentlich wollte ich eine kleine Kreuzfahrt in den hohen Norden machen, da ich aber merke, dass wirkliche Entspannung Not tut, werde ich mich in vertraute Gefilde begeben und ein bis zwei ruhige Wochen an der Nordsee verbringen. Lange Spaziergänge, ein wenig Sport, viel Wellness, Wind und Wetter, gutes Essen und ganz besonders: viel Ruhe (weswegen ich auch alleine fahre). Meiner Erfahrung nach ist das für mich die beste Art und Weise, sich wirklich zu erholen.

Traden ein Traum mit einer Schattenseite

Die meisten Menschen stellen sich Traden als einen lockeren Job vor: Idealerweise sitzt ein erfolgreicher Trader in der Karibik auf seiner Jacht im Sonnenschein, hat vor sich zwei Monitore, neben sich drei hübsche Frauen und beschließt mal eben sein Tagewerk von 4000 € einzusacken, damit er sich endlich diesen drei Frauen widmen kann, die schon etwas nervös mit ihren frisch lackierten Fingernägeln auf dem Kabinendach rumtrommeln. Nicht, dass sie es noch verkratzen ...

Ich glaube es gibt nichts, was weiter von der Realität entfernt ist, als diese Vorstellung. Wenn ich dafür geschaffen wäre, ich würde immer lieber ein ruhiges Beamtendasein vorziehen, als diesen Job. Es gibt, glaube ich, nur zwei Jobs, die ich mir noch schlimmer vorstelle: Lehrer und Politiker.

Aber ich bin nicht dafür geschaffen. Ich habe meinen "Traumjob" gefunden, es gibt wirklich kaum etwas, das ich dem Beruf eines Traders vorziehen würde, doch es ist und bleibt reiner Stress.

Wer den Kreis der Börse betritt, wird in steter Unruhe gehalten.

Diese so lapidar klingende Weisheit ist reine Wahrheit. Als Trader kreisen Ihre Gedanken nur noch um Börsen, abends ist es das letzte, was sie tun, kurz auf die Monitore zu schauen, wie die Amis geschlossen haben. Morgens ist es das erste was sie tun, die Computer hochzufahren, währenddessen Kaffee zu kochen, um dann zu schauen, wo die Asiaten stehen.

Ich weiß, dass viele Menschen davon träumen, Trader zu werden. Aber ich befürchte, dass sich wenige ausmalen können, wie sehr einen die Börse vereinnahmen kann, wie besessen sie macht.

Ich bin da keine Ausnahme. Alle meine engsten Traderkollegen sind so. Eigentlich sind wir ein Haufen Verrückter. Nein, es geht nicht mehr ums Geld, schon lange nicht mehr. Ich bin mir nicht mal sicher, dass es jemals darum gegangen ist.

Es ist diese tägliche Auseinandersetzung mit dem Unbekannten, dem Unvorhersehbaren. Es ist die Lust daran, täglich im höchsten Maße konzentriert sein zu müssen, weil jeder kleine "Fehler" sofort bestraft wird.

Aber es sind auch die unglaublichen Moment der Euphorie, wenn ein Trade Perfektion erreicht. Die Freude, eingestiegen zu sein, Sekunden bevor der Markt explodiert. Ausgestiegen zu sein, bevor er in sich zusammenbricht. Diese Euphorie, die nur deswegen so intensiv ist, weil man einen Tag zuvor der Börse am liebsten den nicht vorhanden Kopf abgerissen hätte, aus Wut, da wieder mal alles schief gegangen ist. Es ist dieses Auf und Ab, das immerwährende Intensität verspricht, es ist die Seltenheit der Langeweile, die diesen Job so einzigartig macht.

Wenn ich eins an der Börse liebe, ist es, dass Sie immer letzten Endes unberechenbar bleiben wird, und man sich ihr nur annähern kann, sie jedoch nie bezwingen wird. Andernfalls würde ich mir wohl schnell etwas anderes suchen.

Nicht nur Menschen brauchen Erholung

Trotzdem, irgendwann braucht der Mensch Erholung. Und ich merke, dass es bei mir soweit ist. Es ist das altbekannte Prinzip, je länger man sich die Erholung verweigert, desto länger und tiefer muss sie dann sein. Verweigert man sich die Erholung zu lange, wird es einem so gehen wie Bill Bonner, der sich den Rücken verknackst hat und nun Zwangsurlaub einlegen muss.

Zum Markt

Und das gilt auch für die Börsen. Wenn nun der letzte Hype noch kommt, die Märkte in Euphorie kippen, dann wird die Erholungsphase danach um so länger andauern. Machen Sie sich darauf gefasst. Deswegen wäre es nicht verkehrt, wenn die Börse auch zu der Einsicht kommen würde, dass Erholung Not tut. Gestern wurde die 4930 erreicht, das erste rechnerische Kursziel, und der Dax scheint daran abzuprallen. Das erhöht die Chance auf eine solche Erholung, ein Garant ist es jedoch nicht. Wir stehen, wie gestern beschrieben, überall vor wichtigen Marken, es wird spannend.

Aber heute schaut auch alles auf den Ölmarktbericht, und danach wird auf den Freitag gewartet. Dann werden die neusten Arbeitsmarktdaten aus den USA erwartet. Hier wird sich dann zeigen, ob die durch die letzten Zahlen genährte Hoffnung, dass sich der Arbeitsmarkt weiter stabilisiert, bestätigt wird. Die Arbeitsmarktdaten werden kurzfristig mehr als marktentscheidend sein. Bis dahin rechne ich mit keinen großen Bewegungen.

Nachtrag: Die Beschäftigungszahlen des ISM Index enttäuschten heute, mehr dazu unter den US-Konjunkturdaten.




 
09.08.05 22:06 #6 Die häufigsten Fehler

1.If you are trying to start a trading career you are probably trying to find out what is it that separates the minority of traders that are making consistent profits from the vast majority that is consistently losing or struggling just to break even. Do winning traders have some special talent...? Do they have some inside knowledge that is not available to others...? Is it that they have a positive winning attitude...? ...a better computer and software?

It's none of the above!

Let's have a look at the figure below.

The typical inexperienced member of the trading "herd" enters the market, or his position, at point A. This is a trader who cannot stand the notion that he might be left out of an ongoing rally. At this point the experienced traders start to cash in on their profits and the rally quickly starts running out of steam. When the stock declines to the point where our trader cannot take any more pain he gets out at point B, just before the stock finally hits it's bottom. If for some reason he didn't exit at point B, he will most likely exit at point C being happy to recover some of his losses. This is exactly the kind of "herd" trader that successful traders prey upon.

http://www.onlinetradingtips.com/trend/

2.Das ist schon richtig, nur Punkt C ist kritisch, weil nicht gesagt ist, dass der Wert nicht genau wieder zu B zurückkehrt

Der Chart ELK ist ein schönes Beispiel für 1.<!--StartFragment --> 855710

ELK - Elkcorp (NYSE)3:18 PM ET, 8/9/2005 

Mitte Mai sackte der Kurs auf unter 28 Euro, nicht Wenige, wie ich in den Foren las, gingen genau dann raus, am Tiefpunkt! Also Punkt B, bei 34 also Punkt  C raus zugehen, wäre so verkehrt nicht gewesen, weil es wieder abwärts ging, 

3.Ohne Chartkenntinisse und Erfahrung,  und Studium des Kursverhaltens des jeweiligen Wertes läßt sich Punkt C nicht klären und auch dann ist ein Trailing Stop besser, zu legen! Der letzte Kurseinbruch allerding, rührte aus der Dividendenausschüttung her. Auch das ist jeweils einzukalkulieren.

nimmt leider den Filter nicht an! Shit

good Trades

gs

 
10.08.05 03:40 #7 Einer der größten Fehler !

Einer der größten Fehler beim Traden!

von Jochen Steffens

Nun ist der Ölpreis auf 64 Dollar gestiegen. Ab welchem Niveau werden die Anleger die Nerven verlieren? Bei 70, 74, 100 Dollar?

Gerade wurden die US-Lohnstückkosten veröffentlicht: Die Lohnstückkosten außerhalb der Landwirtschaft sind saisonbereinigt und annualisiert um 1,3 % gestiegen. Erwartet wurde ein Anstieg um 2,7 bis 2,8 % nach 3,6 % (revidiert von 3,3 %) im Quartal zuvor.

Inflationssorgen vorbei? Zumindest der Markt tut so. Insbesondere der Dax sprang an wie eine wild gewordene Katze. Und nun stehen die Börsianer ratlos da. Ist es nun das Ende der Korrektur oder nur ein kurzes Aufbäumen vor einem weiteren Rutsch. Beim letzten Mal, wir erinnern uns, ist der Dax auch zu früh nach oben gedreht.

Geduld ist wichtig

In den richtigen Momenten Geduld haben und ein Alternativszenario ist hier hilfreich. Mein Korrekturpotenzial bei 4780 Punkten ist noch nicht ausgereizt. Also warte ich geduldig, ob es noch ausgereizt wird. Wenn es doch nach oben ausbrechen sollte, gilt die altbekannte Strategie 1: Bei einem neuen Hoch weitere Longpositionen aufbauen. Wenn es unter das Korrekturpotenzial fallen sollte, nachhaltig, dann muss man langsam seine Positionen verringern: Strategie 2.

Wie ich gestern geschrieben habe: Gehen Sie davon aus, dass Sie nicht wissen, was passieren wird (damit sind Sie der Wahrheit auf jeden Fall am nächsten). Überlegen Sie sich für alle Szenarien eine bestimmte Reaktion. Versuchen Sie, dabei nahe an den Wahrscheinlichkeiten zu bleiben.

Charttechnik und Wahrscheinlichkeiten

Damit zur Charttechnik. Wenn man es endlich aufgegeben hat, die Charttechnik als eine absolute Wissenschaft mit Wahrheits- oder besser Korrektheitsanspruch zu verstehen, dann haben Sie eine gute Möglichkeit, damit Geld zu verdienen.

Denn nur die Charttechnik kann Ihnen die nutzbaren "Wahrscheinlichkeiten" im kurzfristigen Bereich geben, die Sie brauchen, um oben genannte Strategien anzuwenden.

Sie wissen zum Beispiel, dass sehr häufig eine Kurs etwa ein Drittel oder 50 % der vorherigen Anstiegs korrigiert, um dann seinen Trend wieder aufzunehmen. Je steiler der Trend ist, desto geringer sind seine Korrekturbewegungen.

Das ist nicht immer so, denn Sie bewegen sich im Chaos. Es gibt auch keine "genauen" Marken, sondern nur Hinweise (deswegen schreibe ich immer "nachhaltig" bricht). Sie wissen auch, dass der Kurs alles mögliche andere machen kann, sich auch jenseits aller Wahrscheinlichkeiten wie eine wildgeworden Furie bar jeder charttechnischer Gegebenheiten verhalten kann.

Das alles sollte Sie jedoch nicht interessieren, denn sehr häufig verhält er sich so, wie erwartet. Also passen Sie die Strategie an, wohl wissend, dass auch alles anders kommen kann. Dann müssen Sie sich nur noch an Ihre vorher (!) ausgearbeitete Strategie halten. Wenn Sie dann nicht reinkommen, wenn es zu schnell nach oben läuft, tritt Strategie 1 auf den Plan, wenn es zu weit runter geht, Strategie 2.

Wenn alle Strategien versagen

Nun kommen wir zu den Fällen, wo diese Strategien versagen, auch das ist jederzeit möglich. Es steigt über das letzte Top und bricht danach dramatisch ein – für immer. Sie verlieren Geld – viel Geld.

Haben Sie dann einen Fehler gemacht?

Nein.

Die Börse hat sich nur wieder ins Chaos geflüchtet. Das wird immer und immer wieder passieren. Lächeln Sie gelassen und fahren stumpf mit der an den Wahrscheinlichkeiten angepassten Strategien fort zu handeln. Schließlich wissen Sie, dass Sie mit dem Chaos kämpfen, welches Sie jederzeit und immer erwischen kann. Warum also aufregen? Den einzigen, den Sie natürlich immer und jederzeit verantwortlich machen können, ist der Börsengott – der hört auch geduldig zu, wenn Sie ihn beschimpfen – versprochen!

Der vielleicht größte Fehler

Und hier erklärt sich auch, warum es so schwierig ist, an den Börsen tätig zu werden, wenn Sie nicht ausreichend Geld in der Hinterhand haben. Dann nämlich versuchen Sie mit allen Mitteln das Chaos auszuschalten. Sie brauchen dann DEN einen sicheren Trade. Sie werden insgesamt zu verkrampft, aber keine Sorge: Das Chaos wird Sie irgendwann, meistens sehr schnell, erwischen – auch versprochen!

Einer der größten Fehler, die ich in den Jahren an der Börse zunächst einmal bei mir selber kennergelernt und dann immer und immer wieder bei meinen Kunden wiedergefunden habe, ist folgender: Die meisten Trader sind mit Positionen im Markt, die sie nicht wirklich emotional stemmen können.

Gelassenheit ist die Voraussetzung des Erfolgs

Wenn Sie 100 Euro in einer Longposition investiert haben, würde Sie so eine Konsolidierung nicht den Hauch nervös machen. Vielleicht würden Sie sagen, gut, wenn es das Top war, steige ich bei 50 Euro aus und investiere diese dann in einen Short. Wenn ich die dann auch verliere, egal.

Wenn Sie zum Beispiel mit einem Jahreseinkommen von 30.000 € über 30.000 Euro hochspekulativ im Markt haben, wird diese Gelassenheit bei vielen von Ihnen sicherlich schon einer aufgeregten Nervosität, um nicht zu sagen, einer gepflegten Dauerpanik weichen. Sie können dann nicht oben beschriebene Strategien gelassen abwarten, Sie können dann nicht mit den Schultern zucken und sagen: Das Chaos hat mal wieder zugeschlagen. Dann brauchen Sie verlässliche Prognosen. Sie werden Sie suchen, Sie werden sie meinen zu finden, bis Sie dahinter kommen, dass es sie nicht gibt. Bis dahin dürfte es Ihre 30.000 Euro auch nicht mehr geben.

Nur wer begreift, dass er sein Geld an den Börsen immer und jederzeit dem reinen Chaos aussetzt, wird sich wirklich überlegen, welche Summen er zu investieren bereit ist. Ich glaube, die meisten würden ganz aufhören.

Als ich das begriffen habe und meine Positionsgrößen stark verkleinert habe, verbesserte sich meine Performance dramatisch. Dadurch konnte ich dann auch sehr schnell wieder die Positionsgrößen vergrößern. Wenn ihre Positionen, aus den Gewinnen von alten Positionen bestehen, können Sie ruhig schlafen.

Da Börse jedoch auch Sucht und Hoffnung ist, bin ich mir sicher, ich kann mich hier totreden, viele werden die Worte lesen, aber die Botschaft, die hinter den Zeilen liegt, ignorieren.

 
03.09.05 13:06 #8 Wie Mißerfolg vorprogrammiert ist!
Intuition, Angst und Verlust-Mentalität – Misserfolg vorprogrammiert

von Jochen Steffens

Da Herr Steffens sich zurzeit in Urlaub befindet, haben wir für Sie einige der Klassiker des Investor's Daily aus den Jahren zwischen 2002 und 2005 zusammengestellt:

Normalerweise sollten Sie sich an den Börsen auf die Dinge konzentrieren, die erfolgreich sind. Doch gerade beim Traden gehört zum Erfolg unbedingt die "Fehleranalyse" dazu.

Immer wieder höre ich von Tradern die gleiche Geschichte: "Ich sehe so viele Anzeichen, so viele Einstiegssignale, die ich nicht trade, die aber wunderbar gelaufen wären. Sobald ich dann jedoch in den Markt gehe, bricht der Kurs zusammen und ich mache einen Verlust."

Hierfür gibt es zwei Erklärungsmodelle, die dieses Phänomen erklären: Das erste Modell ist recht simpel. Aus mittlerweile empirisch gesicherten Untersuchungen weiß man, dass der Mensch selektiv wahrnimmt. Das heißt, er nimmt überwiegend das wahr, was er wahrnehmen will. Auf das Traden übertragen:

Sie sehen ein Einstiegssignal. Ein Woche später schauen Sie sich die Aktie wieder an und erkennen: "Mist, das wären 15 % gewesen." Sie ärgern sich. Und genau dieses Ärger vertieft den Eindruck: "Ich hab's doch gesagt", beziehungsweise: "Ich habe es doch gleich gesehen."

Dieses Ereignis wird als "Erfolg" des eigenen Könnens abgespeichert. Manchmal sogar noch durch eine Diskussion mit einem anderen Trader verstärkt: "Weist Du, ich habe dieses Signal doch gesehen, warum habe ich es nicht getradet?" Aus lerntheoretischer Sicht sind das alles Prozesse, die dieses Erlebnis tief in die Erinnerung brennen.

Das Signal, das nicht eingetroffen ist (und das man nicht getradet hat) wird nur nebenbei und sehr kurz zur Kenntnis genommen. Es wird NICHT mit dem befreundeten Trader diskutiert, man ärgert sich NICHT den ganzen Tag damit rum. Kurz: Dieser "Misserfolg" der eigenen Analyse wird möglichst schnell verdrängt. Die Folge: Man vergisst es sehr schnell.

Betrachtet dieser Trader seine Vergangenheit, wird er eine Vielzahl von "Ich habe es doch richtig gesehen" Erlebnisse erinnern und fast keine "Das war eine falsche Analyse." So wird die Wahrnehmung selektiert und der Eindruck entsteht, man würde immer die Einstiegsignale verpassen, die funtioniert hätten.

Dieses Phänomen kann man ganz einfach mit einem Trading-Tagebuch ausmerzen, in das man die Signale, die man analysiert hat, fein säuberlich aufzeichnet. Eine subjektive Selektion ist nicht mehr möglich.

Dieses Modell ist jedoch nur ein Teil der Wahrheit, denn oft genug geschieht etwas Erstaunliches: Immer wieder gibt es Trader, die auch trotz eines solchen Trading-Tagebuches die Erfahrung machen, dass sie nur die schlechten Signale traden.

Hier kommt ein zweiter Aspekt zum tragen, der nicht so "einfach" aufgebaut ist und der deswegen auch nicht so einfach abzustellen ist:

Wenn man sich lange Zeit mit der Börse beschäftigt erlangt man eine Art Instinkt dafür, was die Börse als nächstes machen wird – die Intuition. Ich bin davon überzeugt, dass die Intuition dem analytischen Verstand in vielen Dingen deutlich überlegen ist.

Nun stellen Sie sich vor, Sie fangen an zu traden. Ganz natürlich ist es, zunächst Verluste zu machen. Es fehlt einfach die Erfahrung. Mit diesen Verlusten schleicht sich aber auch eine "Verlust-Mentalität" ein. Man gewöhnt sich an den Verlust. Wenn dann zu dieser "Verlust-Mentalität" auch noch Angst kommt, weil vielleicht das Vermögen immer mehr zusammenschrumpft, dann gibt das eine brisante Mischung:

Immer, wenn ein solcher Trader in den Markt geht, wird die Angst ihn gedanklich mit dem "Verlust" in Verbindung bringen. Sein Gedanken werden sorgenvoll: "Hoffentlich geht es nicht schon wieder schief." Ganz unbemerkt ist damit das gesamte Denken auf "Verlieren" ausgerichtet. Wir wissen mittlerweile aus dem Sport, wie gefährlich so ein negatives Denken ist. Dort werden viele Spiele "mental" ausgefochten. Das heißt etwas vereinfacht: Bei zwei ungefähr gleich starken Spieler, wird derjenige gewinnen, der sich am erfolgreichsten motivieren kann, der sich am erfolgreichsten auf "Gewinn" programmiert. Ein Spieler der nur sorgenvoll denken würde."Oh, hoffentlich geht der nächste Ball nicht daneben!", hätte keine Chance. Vielleicht kennen einige von Ihnen diesen Effekt.

Mittlerweile ist die Intuition dieses Traders schon soweit geschult, dass dieser arme Mensch also immer genau dann in den Markt gehen wird, wenn seine Intuition einen bevorstehenden Verlust erahnt. Er wird sich sozusagen die eigene Geschichte des Verlierens jeden Tag neu erzählen.

Das geht bis zu dem Gefühl: "Ich sollte eigentlich immer das Gegenteil von dem traden, was ich denke!" Natürlich klappt das auch nicht, siehe oben.

So verrückt es klingen mag, diese Menschen habe eigentlich eine hohe Begabung und könnten sehr erfolgreich traden – ihre Intuition ist ausgezeichnet. Leider ist es sehr schwer, diesen Teufelskreis, diese unheilbringende Verbindung zwischen: "Intuition, Angst und Verlust-Mentalität" auszuschalten. Ich habe ein Buch gelesen, dass diesen Prozess sogar mit "Sucht" vergleicht und das Prinzip der anonymen Alkoholiker darauf anwendet. Ich weiß nicht, ob das funktioniert, es schien mir zudem sehr aufwendig.

Ich würde auch hier etwas Einfacheres empfehlen: Eine zweite Spalte in dem Tradingbuch, in der Sie versuchen ihre Gedanken, Stimmungen und Gefühle vor und bei einem Trade zu notieren. Vielleicht erkennen Sie dann Zusammenhänge zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Trades und ihren Gedanken, Gefühlen und Stimmungen. Bekannt ist zum Beispiel, dass, wenn ein Trader mit Wut oder Ärger im Bauch tradet, die Ergebnisse deutlich schlechter werden, wenn er jedoch bei schönem Wetter und guter Laune tradet, wesentlich besser Ergebnisse erzielt werden. (Es wurden schon Untersuchungen angestellt, die einen Zusammenhang zwischen dem Wetter in New York und der Entwicklung an den Börsen erkennen wollen – ganz abwegig ist das also nicht.)

Investor's Daily  
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