Stirbt der Euro in Italien?

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neuester Beitrag:  17.06.22 16:06
eröffnet am: 27.09.13 10:05 von: Anti Lemming Anzahl Beiträge: 128
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27.09.13 10:05 #1 Stirbt der Euro in Italien?
Berlusconi-Anhänger drohen, die Regierungs-Koalition zu verlassen. Dann würden in Italien Neuwahlen fällig. Die Ratingagentur S&P hat bereits gewarnt, dass sie Italiens Rating in dem Fall "um mindestens eine Stufe" senken würde, sofern "Italien keine institutionelle und regierungstechnische Effizienz" zeigen würde (Quelle: Mish, siehe unten).

Aktuell steht das Italiens Rating zwei Stufen über Ramsch/Junk. Bei einem Downgrade um zwei Stufen (und mehr) würde das Rating Italiens somit auf Ramsch-Status (= BB+ oder tiefer) sinken.

Folge: Viele "institutionelle Halter" in Deutschland (Versicherungen, Pensionsfonds usw.) müssten dann aus rechtlichen Gründen ihre Italo-Staatsanleihen zwangsverkaufen. Die Renditen gingen durch die Decke.

Aber das macht ja alles nichts, weil Draghobert Druck bereits die Bazooka (= Geldkanone) vorwärmt.

Höchstwahrscheinlich zieht Draghi mit Berlusconi am gleichen Strang. Berlusconi erzeugt das "Theater", dass die Ratingagentur S&P dann (nach Rücksprache mit Goldman) zur Abstufung NUTZT (ein zwingender Grund für eine Abstufung ist ein Regierungsrücktritt mMn nicht!).

Draghi erhält so einen willkommenen Vorwand für Massenaufkäufe Italienischer Staatsanleihen. Leider aber ist Italien "too big to fail". Dieser "Umstand" erzwingt dann durch die Hintertür die Einführung der Schuldenvergemeinschaftung, auf die Goldman und Soros bereits mit Milliardensummen spekulieren.

Folge 2: Soros Puts auf den Bund-Future bescheren ihm einen Milliardensegen, ebenso seine Calls auf PIIGS-Schulden. Soros-Mitstreiter Joschka Fischer kauft sich von den Brosamen in Berlin eine noch größere Villa, in der er dann vor Stolz und wegen 190 kg Körpergewicht platzt.

Und während Draghi fachmännisch die Bazooka bedient ("alter Goldman-Haudegen"), hängt Mutti Merkel christlich ergeben an seinem Hals und flötet dem deutschen Wahlvolk mit Unschuldsblick: "Stirbt der Euro, dann stirbt auch Europa."

Man wundert sich, warum Europa vor der Einführung des Euro überhaupt jahrhundertelang "funktionieren" konnte.

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Italy on Verge of Downgrade to Junk; Silvio Berlusconi"s Supporters Threaten Mass Resignation from Parliament

Silvio Berlusconi supporters threatened to resign form Italy's parliament en masse today, even though a week ago Berlusconi himself said he would not end the coalition.  To someone in the US,  such a ploy makes little sense,  because as soon as you resign, you lose your vote.

[Mish verkennt, dass es Im theatralischen Italien nicht so sehr darauf ankommt, dass Handlungen Sinn machen. Wichtiger ist, dass sie hinreichend Aufsehen erregen - u. a. bei der EZB...;-)  A.L.]

Parliamentary rules described below suggest there may be some merit in the idea, but I still think a coalition collapse by ordinary means (withdrawing support) is more likely. Regardless, one way or another, the threat of a coalition collapse is back in the picture.

In response to the threat of a government collapse Standard & Poor"s warned of a further downgrade "by one notch or more" if Italy could not demonstrate "institutional and governance effectiveness". Italian sovereign debt is just two notches above junk.

http://globaleconomicanalysis.blogspot.com/#Syfs8WxtRKMXKiSb.99

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FAZIT:

Europas Wohl und Wehe hängt an den Launen Berlusconis (und damit an der Mafia).

Die Draghi-Connection hat ihr Ziel erreicht.

Den Goldman-Bock zum Gärtner zu machen (ich hatte bereit bei seiner Ernennung im USA Bärenthread gewarnt) war ein nicht minder schwerer Fehler als die Griechen in den Euro aufzunehmen.

IMAGINÄRES Spiegel-Titelbild dazu (Veränderungen: © A.L.)

Original-Titelbild: http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/files/2011/06/Titelbild.jpeg
 

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16.11.21 13:16 #104 Jens Weidmann
Rest in Peace

Stirbt der Euro in Deutschland?  
17.11.21 15:52 #105 Merkel die Mörderin unserer Demokratie und W.
Damals bei der ersten Eurorettung war für mich klar es wird weitere geben. Wir werden immer erpressbarer. Damals hatte ich auf chinesische Aktien gesetzt. Ein Fehler. Die chinesische Wirtschaft hat sich zwar wie von mir erwartet entwickelt, aber die "Kultur" der Chinesen lässt es zu Ausländer zu betrügen, ohne dafür gesellschaftlich oder strafrechtlich geächtet zu werden.
Leider hat es sich bei uns seitdem auch nicht zum besseren gewendet. Das letzte Rettungspaket hat es deutlich gemacht.  Wir schenken indirekt über das Paket, den Italienern 130 Euro nicht rückzahlbares Geldgeschenk, und geben 250 Milliarden Euro Bürgschaften. Damit sind Inflation dauert vorprogrammiert, und am Ende wird es einen großen Streit geben. Wie sehr Merkel unsere Demokratie geschadet hat konnte man sehen wie sie mit ungeliebten politischen Beamten(Cristoph Massen) umgeht, oder aber der einzigen Opposition. Die Italiener haben ein 2.3 mal höheres medianvermögen und gehen mit 62 in Rente. Das diese beiden Punkten in unseren GEZ Medien nicht mal erwähnt werden, das zeigt wie krank unsere Demokratie ist. ZDF Verwaltungsrat Vorsitzende ist Malu Dreyer, beim ARD ist es die Schäuble Tochter und Politiker Ehefrau vom Stroibl. Tja, das ist für mich DDR Niveau.
Aber zurück zum Thema Euro. Was kann man da machen wenn man sein Geld sichern will? Gold ist mir das Handling zu teuer. ICh setze jetzt auf chinesische Aktien die in Hongkong gelisted sind. In den letzten 12 Monaten habe ich beobachtet wie streng die Behörden in Hongkong sind.
Wie ihr vielleicht wisst knallt das in China gerade im Bereich der Real Estate Developer. Ich denke das rund 1/3 richtig krank ist, ein weiteres Drittel ist  durch schlechte Bonität im Wachstum gehemmt, und der Rest wird durch diese Kriese profitieren.
Interessant ist das Verhältnis HKD/Euro. Mein Investment in den Aussichtsreichsten chinesischen Real Estate Developer ist im plus.
 

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04.02.22 11:01 #106 10jährige Staatsanleihen in Italien: 1,68 %
Die aufkommende weltweite Stagflation dürfte den Verfall des Euro beschleunigen, zumal die EZB die Zinsen gestern bei 0 % belassen hat - trotz 5,25 % Inflation, die aber angeblich nur "temporär" sein soll..

Das Hochschießen der Zehnjährigen-Rendite in Italien ist ein Warnzeichen. Ob das auch nur "temporär" bleiben wird?

Auch der sich aufsteilende Zins-Spread zu Bunds verheißt nichts Gutes.

https://www.n-tv.de/wirtschaft/der_boersen_tag/...rticle23103909.html

...Die Rendite 10-jähriger italienischer Staatsanleihen zieht am Morgen um weitere 4 Basispunkte auf 1,68 Prozent an. Zum Vergleich: Die entsprechende Bundesanleihe rentiert bei 0,17 Prozent.  
04.02.22 11:12 #107 Die Inkompetenz der Medien und Politiker nervt
Mich regt ja immer noch die Eurorettung auf. Da verschenken wir 130 Milliarden Euro an Cash für das Rettungspaket und spendieren 250 Milliarden Euro Bürgschaften. Die meisten von uns wissen das die Amis ihre Altersvorsorge kapitalgedeckt betreiben und Geld in Anleihen und Aktien anlegen. Im März 2020
rauschten die italienischen Anleihen in die Tiefe. Da die großen Player auch gerne in Euro Ramschanleihen investiert haben, standen hier große Verluste an. Geil wenn man wie Blackrock, zig Milliarden in diese hochzinsanleihen investiert hat, dann auch noch Geld dafür bekommt das sie EZB und Bundesbank in dieser Angelegenheit beraten. Lest Euch das mal durch, und legt besonderen Focus auf "Beratungsdienstleistungen". Das ganze stinkt zum Himmel. Aber unser Staatsfunk informiert das Volk natürlich nicht, könnte ja die "falsche" Partei von profitieren.        
https://de.wikipedia.org/wiki/BlackRock  
04.02.22 11:54 #108 Renditechart der 10j-italienischen Bonds
 

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04.02.22 12:38 #109 Renditechart der 10j. deutschen Staatsanleihen
im gleichen Zeitraum.
 

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04.02.22 12:44 #110 Steigende Renditespreads - ein Warnsignal

Auswertung der Chart in den letzten beiden Postings.

Im September 2021 lag der Rendite-Unterschied zwischen 10-jährigen deutschen Staatsanleihen (Bunds) und 10-jährigen italienischen Staatsanleihen bei 1,1 %.
(0,7 % in Italien abzüglich -0,4 % in D. = 1,1 %)

Aktuell liegt dieser Renditespread bei 1,5 %
(1,68 % in Italien abzüglich 0,171 % in D. = 1,5 %)

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Steigende Spreads sind ein Warnsignal. 2012 waren die 10jährigen PIIGS-Renditen so stark gestiegen, dass Draghi EZB-Rettungsmaßnahmen (später gefolgt von LTRO und QE) einleiten musste - "whatever it takes".

Zurzeit steigen die Spreads trotz QE - womöglich wegen der damit einhergegangen Aufblasung der EZB-Bilanzsumme auf aktuell 8,5 Billionen Euro.


 

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14.02.22 21:56 #111 Vonovia
Ich halte ja Vonovia, weil ich nicht an steigenden Zinsen für Europa glaube. Ich denke das Südeuropa, vor allem Italien kollabieren und dann unsere 250 Milliarden Euro Bürgschaften fällig werden. Dies werden die aktuelle Regierung und die CDU nicht wollen. Denkt an den Rattenschwanz. Vermutlich wird die Zustimmung zur Transferunion weiter sinken. Deshalb investiere ich in Betongold, und in Hongkong gelistete Aktien. Der HKD hat ebenfalls zugelegt.  
15.02.22 22:55 #112 Intesa San Paolo
Im Vergleich zu den deutschen Banken sieht der Chart doch gut aus ;-)

 

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06.03.22 19:59 #113 Trendbruch im Langfrist-Chart
Wegen der Russland-Sanktionen, die die gesamte Eurozone destabilisieren dürften, rückt nun die Parität (EUR/USD = 1,00) wieder in Sichtweite.

Weitere Details hier:

https://www.ariva.de/forum/...r-long-thread-255969?page=20#jumppos502

(Der Text im Chart bezieht sich auf obigen Link)

 

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10.06.22 19:05 #114 Italien-Spread schießen hoch
https://www.cash.ch/news/politik/...naehert-sich-gefahrenzone-1972600

Warnsignal für Staatsanleihen der Eurozone nähert sich Gefahrenzone

Der Ausverkauf der schwächsten europäischen Staatsanleihen setzt sich fort und erhöht den Druck auf die Europäische Zentralbank, deutlicher zu sagen, wie sie die auseinanderdriftenden Renditen in den Griff bekommen will.

Der Renditeabstand zwischen 10-jährigen italienischen und deutschen Anleihen vergrösserte sich am Freitag den dritten Tag in Folge auf 226 Basispunkte, den höchsten Stand seit Mai 2020. Damit nähert sich das Mass der Schwelle von 250 Basispunkten, die Strategen zuvor als “Gefahrenzone” bezeichnet haben, die Massnahmen der politischen Entscheidungsträger auslösen könnte.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde unterstrich am Donnerstag die Entschlossenheit der Notenbanker, die so genannte Fragmentierung innerhalb des Euroraums zu stoppen, eine Einschätzung, die der Gouverneur der Banque de France, Francois Villeroy De Galhau, am Freitag bekräftigte.

Allerdings wurde bislang kein neues Instrument - wie etwa ein weiteres Anleihekaufprogramm - näher beschrieben. Das halten einige Anlegern und Analysten für notwendig, um eine unverhältnismäßige Verschärfung der finanziellen Bedingungen in den stärker verschuldeten Mittelmeerländern zu verhindern, wenn die EZB in den kommenden Monaten mit der Anhebung der Zinssätze beginnt.

“Ein solch vager Ansatz zur Schaffung eines Backstops für die Spreads bedeutet, dass der europäische Staatsanleihenmarkt erst in den Krisenmodus und eine ungerechtfertigte Spread-Ausweitung übergehen muss, bevor die EZB handelt”, schrieb Jorge Garayo, Zinsstratege bei der Societe Generale.  
11.06.22 17:41 #115 Lega: "Italien soll begraben werden"
(A.L.: Klar dass den EU-Problemstaaten die EZB-Zinserhöhungen nicht gefallen...)

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/...heid-stimmung-18096368.html

...Die zur Regierungskoalition gehörende rechtspopulistische Partei Lega unter Führung des ehemaligen Innenministers Matteo Salvini hat für Montag eine Dringlichkeitssitzung einberufen. „Ein Angriff auf Italien hat begonnen“, klagte Salvini. Die EZB-Beschlüsse zielten darauf ab, „Italien zu begraben“.

Die Zentralbank hatte am Donnerstag Zinserhöhungen sowie das Auslaufen der Anleihekäufe angekündigt, von denen Italien besonders profitiert hat. Jetzt sei es notwendig, so Salvini, „sofort zu reagieren, um die Arbeitsplätze und die Ersparnisse der Italiener zu verteidigen“. Es gäbe „jemanden, der will, dass es Italien schlechter geht als Griechenland. Wir werden uns mit allen Mitteln dagegen wehren“, kündigte er an....  
12.06.22 11:46 #116 Euro-Untergang rückt in Sichtweite

www.br.de/nachrichten/wirtschaft/...nhebungen-geplant,T8GbgOK

Unruhe an den Märkten für Staatsanleihen – Italien zahlt kräftig drauf
"Die Händler flüchteten bereits aus italienischen Staatsanleihen, was für die Regierung in Rom zu hohen Zinsaufschlägen bei der Finanzierung ihrer Schulden führen kann. Der Kursunterschied zwischen Bundesanleihen und italienischen Staatsanleihen betrug zwischenzeitlich schon mehr als zwei Prozent. Das erinnert an die Euro-Schuldenkrise. Doch nach den Beschlüssen von Amsterdam wird es vorerst keine Stützungskäufe der EZB mehr geben für Euro-Staatsanleihen. Und die jetzt steigenden Zinsen tun ein Übriges, um einigen Euroländern die Staatsfinanzierung zu erschweren. An den Märkten ist schon wieder von "Fragmentation" die Rede. Gemeint ist die Spekulation darauf, dass der Euroraum große Zinsunterschiede in einzelnen Mitgliedsländern nicht aushält und daran im schlimmsten Fall auseinanderbricht.

A.L.: Das ist das drohende Ende des Euro und aller deutscher Sparguthaben in Euro. Ich hatte diese Entwicklung bereits 1998 vorausgeahnt. Damals machte Kohl den Euro schmackhaft mit der "Begründung", Mallorca-Touristen würden dann keine Peseten mehr tauschen müssen.

Und jetzt, 25 Jahre später, drohen sich die Lebensersparnisse in Luft aufzulösen, wie 1923.

 

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12.06.22 12:50 #117 Todesstoß für den Euro: EU-Aufnahme der Uk.

(Kommentar von mir unten)

www.spiegel.de/ausland/...f73ff0b-cf44-4ea8-adfa-6566a9e4e08f

3.17 Uhr: Der Partei- und Fraktionschef der europäischen Christdemokraten, Manfred Weber (CSU), hat die Mitgliedstaaten aufgefordert, den EU-Beitritt der Ukraine rasch auf den Weg zu bringen. »Es braucht eine Botschaft ohne Hintertüren, dass die Ukraine EU-Beitrittskandidat wird«, sagte Weber den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben).

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A.L. Die zerstörte Ukraine (bzw. das, was davon für den Westen übrig bleibt) ist ein finanzielles Subventions-Fass ohne Boden. Hinzu kommt, dass sich wegen der hochkorrupten Strukturen nur wieder die Oligarchen die Taschen vollstopfen werden.

Die EU-Abzock-Mentalität ist in der Ukraine nachweislich (SZ-Artikel,  bereits mehrfach im "Ökonomenthread" verlinkt) noch wesentlich stärker ausgeprägt als in Griechenland. Die "Griechenrettung" aus 2010 ff. dürfte sich im Vergleich zur Ukrainerettung (auf EU-Kosten) nachträglich als Sonntagsspaziergang erweisen.

Hinzu kommt, dass der Euro ohnehin schon wegen der hochschießenden Italien-Spreads wackelt. Mit einer bloßen verbalen Luftnummer (Draghis: "koste es, was es wolle") dürfte Lagarde das sinkende Dickschiff nicht über Wasser halten können.

Entweder stellt Lagarde die QE-Quersubventionierungs-Käufe in der Südperipherie ein (dann gehen die PIIGS pleite), oder sie leitet durch ausbleibende Leitzinserhöhung die Hyperinflationierung des Euro ein. Eine Wahl zwischen Teufel und Beelzebub.

Es gibt im Prinzip nur noch den Joker "Eurobonds", der als perfekter Blender zur Bewältigung der Eurokrise 2.0 herhalten könnten. Draghi hat ja bereits entsprechende Forderungen gestellt. Das Problem ist nur: Welchen Wert sollen Eurobonds eigentlich haben, wenn Brüssel kaum Steuereinnahmen hat, aus denen eine Rückzahlung erfolgen könnte. Bislang zahlen die EU-Staaten nur Mitgliedsbeiträge, die in Deutschland teils niedriger ausfielen als die Aufwendungen für Entwicklungshilfe. Und mit bloßen Garantien der Mitgliedsstaaten lassen sich die potenziellen Käufer von Eurobonds vermutlich auch nicht (mehr) blenden. Diese Staaten haben bereits jetzt im Schnitt rund 100 % Staatsschuldenquote.

Politisch im Hauruck-Verfahren die Finanzhoheit nach Brüssel zu verlegen hat ziemlich genau Null Chancen auf Durchsetzung.

Die Väter des Euro sind eine Fälle aus Hybris, Gier, Macht- und Größenwahn getappt. Nun, 25 Jahre später, rächt sich das.

 
12.06.22 12:52 #118 Geht QE auch bei/nach Leitzinserhöhung?

Nein. Denn QE ist ein geldpolitische Werkzeug, das als Notnagel erst dann eingesetzt wird, wenn die Leitzinsen bereits bei Null sind.

Vor Beginn der überfälligen Leitzinserhöhungen in der Eurozone müsste Lagarde daher die QE-Käufe einstellen, was ja auch bereits "angedacht" ist.

Die (Pseudo-)Begründung für QE lautete: "Deflation". QE sollte dazu dienen, dass - nachdem die Leitzinsen bereits bei Null waren - auch am langen Ende der Zinskurve die (Staats-)Anleihenrenditen runtergehen. Und dies sollte angeblich dazu dienen, um Unternehmen günstigere Kredite bereitzustellen, damit diese wieder "mehr investieren". Das ist allerdings eine Schnapsidee (bzw. Pseudo-Begründung): Der japanische Makroökonom Richard Koo schrieb, dass Firmen in einer Deflation eher selber Kredite abbauen. Wozu sollten sie auch (auf Kredit) neue Fabriken aufstellen, wenn der Absatz deflationsbedingt ohnehin stockt?

Tatsache bleibt, dass QE in der Eurozone von Anfang an fast ausschließlich der Konkursverschleppung in den Staaten der Südperipherie diente.

Jetzt, bei sich andeutender Hyperinflation in der Eurozone, ist das Argument "Deflationsbekämpfung" ohnehin hinfällig. Währungshüter, die ihren Namen verdienen, erhöhen in solcher Gemengelage drastisch die Leitzinsen. So wie Fed-Chef Paul Volcker in USA, der 1980 die Leitzinsen auf fast 20 % erhöht hatte.

Würde Lagarde die Leitzinsen erhöhen und gleichzeitig QE fortsetzen, entstünde ein bilderbuchmäßige invertierte Zinskurve, die von einer kommenden schweren Rezession kündet. Schon als Signal wäre das fatal.

 
13.06.22 07:46 #119 Die Italiener werden den Euro ohne QE
nicht überleben. Das geht ruckzuck. Siehe 2019: unter deutlich besseren Voraussetzungen ist da bereits ohne QE Chaos ausgebrochen. Jetzt kein QE und Zinserhöhungen? Hahaha

Der Euro hat so viele Sollbruchstellen, die Wichtigen sitzen in Frankfurt, Berlin, Brüssel: Inkometente Politbüro-Mitglieder  
15.06.22 09:14 #120 Italo-Bonds fallen - EZB hält Notsitzung ab
https://www.marketwatch.com/story/...on-market-conditions-11655276116

deepl

...die Europäische Zentralbank kündigte an, eine Dringlichkeitssitzung abzuhalten, um "die aktuellen Marktbedingungen zu diskutieren".

Diese Ad-hoc-Sitzung des EZB-Rats findet am selben Tag statt, an dem die US-Notenbank ihre geldpolitische Entscheidung bekannt geben wird, wobei viele mit einer Zinserhöhung um 75 Basispunkte rechnen.

Es wird erwartet, dass die steigenden Kreditkosten in Europa im Mittelpunkt der Diskussionen der EZB stehen werden, insbesondere seit die Zentralbank auf ihrer jüngsten Sitzung im Juni angekündigt hat, dass ihr Leitzins im Juli um 25 Basispunkte und im September möglicherweise um 50 Basispunkte steigen wird.

Die Rendite der 10-jährigen italienischen Staatsanleihe TMBMKIT-10Y, 3,882 %, sank am Mittwoch um 26 Basispunkte auf 3,908 %, doch steht dem ein Anstieg von 1,195 % zu Beginn des Jahres gegenüber. Die Rendite der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe TMBMKDE-10Y, 1,724%, sank um 1 Basispunkt auf 1,74%, nachdem sie zu Jahresbeginn noch bei -0,05% gelegen hatte.

Der Euro EURUSD, 0,55% stieg um 0,6% auf $ 1,0479, doch die Einheitswährung hat im bisherigen Jahresverlauf 2,3% verloren.  
15.06.22 20:41 #121 Wie man Italien "helfen" will
Neue Notfallmaßnahmen der Euro-Banker: Um den Zinsanstieg bei italienischen Bonds zu bremsen, will die EZB Geld aus dem Pandemie-Notprogramm PEPP "flexibel" einsetzen. Ziel ist, hoch verschuldete Länder aus Südeuropa zu stützen. Beobachter sind skeptisch, ob das reicht.
 
15.06.22 21:00 #122 Wahrheit und Dichtung zur Eurokrise 2.0

Zunächst die Dichtung:

www.welt.de/wirtschaft/article239383645/...hr-der-Retter.html

Ein neues Anti-Krisen-Instrument soll dieser Verteuerung entgegenwirken, die aus Sicht der EZB den gemeinsamen Finanzmarkt zu sprengen droht. „Die Pandemie hat dauerhafte Schwachstellen in der Wirtschaft des Euro-Währungsgebiets hinterlassen“, erklärte die Notenbank am Mittwoch in einer Stellungnahme. Das führe dazu, dass die Übertragung (Transmission) der Geldpolitik auf die einzelnen Länder nicht mehr reibungslos funktioniere.

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A.L.: Die Pandemie hat alle G7-Länder gleichermaßen betroffen. Die Eurozone (Gemeinschaftswährung ohne gemeinsame Wirtschaftsregierung) ist jedoch eine Schönwetter-Konstruktion, die bei Krisen überproportional anfällig ist. Grund ist, dass die Leitzinsen der EZB immer nur einen Kompromiss darstellen können: Für die produktiveren Nordländer sind sie eher zu niedrig, für die Südländer eher zu hoch. Da die Südländer in Brüssel die Mehrheit bilden, wurden Null- bzw. Negativzinsen jedoch der für alle geltende faule Kompromiss (und zwar schon LANGE vor Covid). Italien kann trotzdem nicht mehr die Lire abwerten, um seine mittelständig-rückständige Klein-Klein-Wirtschaft international konkurrenzfähig zu halten. Irgendwann nach 20 Jahren ist das Maß dann einfach voll.

 
15.06.22 23:25 #123 Long Bella Italia ;-)
 

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16.06.22 15:22 #124 Mein Optimismus war zu früh
Die Volatilität ist zu hoch  
16.06.22 21:35 #125 EZB Wohlstands-Umverteilung
von Deutschland nach Italien!"

Guter Kommentar von Markus Fugmann. Der italienische Zinsfuture BTP ist heute nur leicht gefallen, anders als die deutschen Zinsfutures. Der italienische Aktienmarkt ist dennoch schwach. Aber das war heute der allgemeine Markttrend.

Auszug
"Die EZB hat heute einen genialen Plan verkündet: sie will wieder Staatsanleihen der Südländer kaufen (Italien, Spanien, Portugal etc.) – und gleichzeitig andere Anleihen (der finanziell solideren „Nordländer“ wie Deutschland, Holland etc. ) verkaufen. Das aber bedeutet faktisch eine Umverteilung von Wohlstand von Deutschland nach Italien: denn damit entsteht Druck auf die Renditen deutscher (oder holländischer) Anleihen, deren Zinsen steigen (weil die EZB deren Anleihen verkauft) – während die Zinsen für Anleihen Italiens, Spaniens etc. tendentiell fallen (weil die EZB als großer Käufer auftritt)."

https://finanzmarktwelt.de/...h-italien-marktgefluester-video-237420/  
16.06.22 23:34 #126 Spread Level Control
Neue Aufgabe für die EZB? Eigentlich sollte sich die EZB um die Inflation kümmern.


jeroen blokland
@jsblokland
LAGARDE TELLS MINISTERS ECB PLANS TO PUT LIMIT ON BOND SPREADS (BBG)    

Did the #ECB just announce

     'SPREAD LEVEL CONTROL'

https://twitter.com/jsblokland/status/1537488688510279681  

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italianbondspread.png
17.06.22 13:30 #127 # 125
Man könnte auch sagen, die EZB schichtet in "Junk in spe" um und verschlechtert damit die Qualität ihres Anleihen-Portfolios.

Ist dies das sagenhafte "neue Defragmentierungs-Werkzeug" von Lagarde, um die angeblich "unangemessen hohen Spreads" der PIIGS-Anleihen runterzubringen?

Wenn eine Zentralbank bestimmen will, welche Rendite angemessen ist, betreibt sie Planwirtschaft.  
17.06.22 16:06 #128 Spread Level Control
Anderseits ist es doch positiv, dass Italien eine Chance bekommt. Noch eine Finanzkrise wäre für das Eurosystem sehr negativ.

Buxl: Zinsfuture D 30 J  

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