Russen-Börse erzielt Weltrekord

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eröffnet am: 08.10.03 09:40 von: Nassie Anzahl Beiträge: 64
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08.10.03 09:40 #1 Russen-Börse erzielt Weltrekord
RTS-Index steigt gegen den Trend auf Allzeithoch - Langfristige Aussichten gut
von Beatrix Wirth und Holger Zschäpitz

Berlin  -  Der russische Börsen-Bär steppt. Dabei ist in Moskau der Bär kein Symbol für sinkende Kurse, sondern für strotzende Kraft und Stärke. Der Aktienmarkt Russland ist die einzige Börse weltweit, die derzeit auf Allzeithoch notiert. Seit Jahresanfang hat der RTS-Index um 70 Prozent zugelegt, allein in den ersten Oktobertagen fast zehn Prozent auf nunmehr über 600 Punkte. Damit macht das Marktbarometer die Russlandkrise von 1997/98 vergessen. Damals war der RTS von knapp 600 Zählern auf unter 40 Punkte abgesackt.


Kein Wunder, dass die Weltöffentlichkeit ihren Blick gen Russland richtet: Politiker geben sich die Klinke in die Hand. So trifft sich Bundeskanzler Schröder heute mit dem russischen Präsidenten Putin zu Wirtschaftsgesprächen im Ural. Ausländische Konzerne reißen sich um einen Einstieg in die boomende Wirtschaft. Für den größten russischen Ölkonzern, die neue Yukos-Sibneft, gibt es mit Chevron-Texaco und Exxon-Mobile gleich zwei Bewerber, die an einer Beteiligung interessiert sind. Und auch die Anleger strömen in Scharen ins ehemalige Zarenreich. Nach Zahlen von Brunswick UBS haben die Investoren in ihren Portfolios den Russland-Anteil seit Januar verdoppelt.


"Der Markt ist so extrem stark, dass er mir fast ein bisschen Angst macht", sagt Steffen Gruschka, Fondsmanager bei der DWS. "Doch sind die Anleger weiter bereit zu investieren." UBS-Stratege Peter Boone erwartet ebenfalls eine Fortsetzung der Kursrallye. Auch wenn sich der Russland-Anteil in den Depots weltweit erhöht habe, sei die Gewichtung insgesamt mit unter 0,1 Prozent immer noch marginal.


Boone hat mehrere Faktoren ausgemacht, die die Börse weiter antreiben dürften. Zu ihnen gehört der mögliche Wiederaufstieg Russlands in die Investmentklasse. Die Rating-Agentur Moody's hat angekündigt, das Land eventuell noch im Oktober vom spekulativen Rang gleich um zwei Grade hochzustufen. Eine gute Nachricht für konservativere Investoren, denen sich das Land dann als Anlageuniversum erschließen würde. Zudem würden die angedachten Veränderungen der Aktienstruktur bei Gazprom, einem der größten russischen Konzerne, ein Investment in Russland attraktiver machen.


Vor allem jedoch der Reichtum an Bodenschätzen, insbesondere Öl, hat es allen Strategen angetan. Der anhaltend hohe Ölpreis ist Schmierstoff für die Wirtschaft des mittlerweile weltgrößten Erdölexporteurs. Nach Berechnungen von Credit Suisse First Boston bringt eine Ölpreisänderung von nur einem Dollar pro Barrel zwei Mrd. Dollar mehr oder weniger in den russischen Haushalt. Das sind umgerechnet 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die hohe Korrelation zwischen Ölpreis und Börsenentwicklung von über 50 Prozent erscheint daher kaum überraschend.


Trotz aller positiven Argumente gibt es jedoch keine Garantie für eine ununterbrochene Kurshausse. "Ich erwarte kurzfristig eine scharfe Korrektur", sagt Maryam Mansoury, Fondsmanagerin des Carlson Equity Eastern Europe. "Es gibt für das Anlage suchende Geld in Russland zu wenige Aktien." Die Börsenkapitalisierung in Moskau beträgt lediglich 112 Mrd. Euro - ein Siebtel des deutschen Marktes. Daher könnten schon relativ kleine Summen große Verschiebungen auslösen, argumentiert Mansoury. Auch Marzin Firjka von der Activest hält es für wahrscheinlich, dass die Anleger in naher Zukunft einmal Gewinne mitnehmen. "Doch anders als 1997 werden wir diesmal keinen großen Kurssturz erleben, denn die ökonomische Situation ist heute viel besser", so der Anlageprofi. Nach Ansicht der beiden Fondsmanager ist ein Rücksetzer sogar erstrebenswert: Das wäre ein guter Zeitpunkt zum Einstieg in einen Markt mit langfristig herausragenden Chancen.

Welt.de

 
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38 Postings ausgeblendet.
28.10.03 09:41 #40 Ramses II, noch drinn?? z.Z. 1.31€,

hihihihi




Grüße     Reiny  
28.10.03 15:05 #41 Händler bleiben nervös
Leichte Entspannung in Moskau
Händler bleiben nervös  

Die Situation an der Moskauer Börse nach der Verhaftung des Chefs des größten russischen Ölkonzerns Yukos stabilisiert sich am Dienstag etwas. Am Montag hatten Anleger mit Panikverläufen auf die Nachricht von der Inhaftierung reagiert. Am Dienstagmittag notiert der russische Leitindex RTS 3,23 Prozent fester bei 552,330 US-Dollar. Die Verhaftung des Yukos-Chefs hatte Zweifel daran geweckt, dass der russische Präsident Wladimir Putin an dem politischen und wirtschaftlichen Reformkurs festhält.

Ein Analyst bezeichnete die Stimmung am Aktienmarkt als nervös. Yukos-Aktien präsentieren sich fester bei 47,10 Euro, nachdem sie am Vortag bei 45,55 Euro aus dem Handel gegangen waren. Auch Titel von anderen Ölkonzernen können sich erholen. Der Micex-Index legt 2,87 Prozent auf 514,770 Rubel zu. Nach den jüngsten Kursverlusten konnte auch der Rubel deutlich an Wert gewinnen.

Präsident Putin hatte am Montag nach der Festnahme Chodorkowskis versucht, Ängste der Investoren vor einer Wiederverstaatlichung großer Konzerne zu dämpfen. Entsprechende Befürchtungen hatten Panikverkäufe an den russischen Finanzmärkten ausgelöst und die Kurse einbrechen lassen. Aus der Festnahme des Yukos-Chefs könnten keine Rückschlüsse auf die Zukunft der Privatisierung Russlands gezogen werden, so Putin.

Chodorkowski gilt als Fürsprecher der liberalen Opposition und als möglicher Kandidat für das Präsidentenamt im Jahr 2008. Er war am Samstag wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und des Betrugs festgenommen worden. Yukos hatte die Vorwürfe gegen den Konzernchef zurückgewiesen. Die Festnahme des reichsten Mannes in Russland markiert Beobachtern zufolge den vorläufigen Höhepunkt im Machtkampf mit Putin.

n-tv.de  
28.10.03 15:07 #42 leider nein reiny, bin gestern schon zu 1,13
raus. bin nicht gierig und nehme solche gewinne gerne mit.

grüße

 
29.10.03 20:08 #43 Weitere Verluste
Russland stolpert weiter über Yukos-Affäre, Yukos minus 3,7% [29.10.2003 - 10:28]


">Den ganzen Sommer hatten sich die Investoren erstaunlich robust gegenüber dem Konflikt zwischen Kreml und Oligarchie gezeigt, seit dem Wochenende aber scheint das Fass endgültig übergelaufen und die Anleger strömen entnervt davon.
Sorgten gestern noch unerschütterliche Schnäppchenjäger für eine kurzfristige Erholung, ging es heute panisch weiter und die Yukos-Affäre trieb den RTS Index in Moskau gab 2,26 Prozent auf 540,67 Punkte, während der RTX Index in Wien schloss 1,87 Prozent niedriger auf 962,10 Stellen.

Indes scheint Putin wirklich komplett mit allen Anhängern der Opposition aufräumen zu wollen und Michail Chodorkowskij, der sich bislang nur in der Gesellschaft von „Mitsträfling“ und Finanzmanager seines Ölkonzerns Platon Lebedew wusste, kann unter Umständen bald den Yukos (878618)-Aktionär Wasili Schachnowski, der 4,5 Prozent hält, in der Zelle begrüßen.
Das US-Außenministerium äußerte sich indes besorgt. Es bestehe der Verdacht, dass in Russland „das Recht selektiv angewendet wird“, hieß es.
Die Gespräche zwischen dem russischen Konzern sowie Exxon Mobil (852549) und Chevron (852552) sind nach der Verhaftung Chodorkowskijs vorübergehend ausgesetzt worden, was den Kreml unter Druck setzt.

Der russische Premier Michail Kasjanow kündigte währenddessen im Hinblick auf den Kurssturz an den russischen Börsen ein Einschreiten der Regierung an. Präsident Putin hatte bereits am Montag versucht, die Panik der Investoren einzudämmen. Eine Revision der Privatisierung großer Staatsunternehmen sei nicht zu erwarten
Nach Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poor's hat all dies keinen Einfluss auf das Rating von Yukos. In Russland blieben politische und juristische Strukturen häufig undurchschaubar und unvorhersehbar. Dieses Risiko sei bereits in die Wertung eingegangen. Analyst Christopfer Granville aber betonte dennoch, dass sich eine politische Krise abzeichne, die das Wirtschaftswachstum sowie neue Investitionen untergraben könnte.
Auch Fitch meldete sich zu Wort:
Sollte nämlich die Affäre auf andere Gesellschaften übergreifen, zu einem Kapitalabfluss führen und die Investitionen in einem Maße senken, dass die fiskalische und wirtschaftliche Lage bedroht sei, werde man die Einschätzung natürlich neu prüfen.
Fitch bewertet die Bonität des Landes aktuell mit „BB+“ bei stabilem Ausblick. S&P hält das Rating bei „BB“ mit stabilem Ausblick.

Bei Yukos (878618) wird nun versucht business as usual zu betreiben und so wurde der Amerikaner Steven Theede, der bisherige Chief Operational Officer, zum neuen Chef des Ölkonzerns ernannt. Ein amerikanischer Staatsbürger kann zumindest nicht so schnell in die Fänge der russischen Strafverfolgungsbehörden geraten.
Die Aktie gab 3,7% auf 45,55 Euro ab.


Dem russischen Ölkonzern LUKoil (899954) indes wurde ein Konsortialkredit in Höhe von 750 Mio. US$ in zwei Tranchen zur Ablösung bestehender Verbindlichkeiten und zum Teil für Investitionen in Export und Ölförderung zur Verfügung gestellt.
Eine Tranche von 450 Mio. US$ habe eine Laufzeit von fünf Jahren, die mit 200 Basispunkten über dem Libor verzinst werde, eine zweite Tranche über 300 Mio. US$ laufe über sieben Jahre zu einem Zinssatz von 250 Basispunkten über dem Libor.
Der Kredit wurde von ABN Amro und Citigroup arrangiert. LUKoil (899954) verlor 1,36% auf 72,50 Euro. Sibneft (920856) brach 3,57% auf 20,85 Euro ein.

Monopolist Gazprom (903276) fiel 2,83% auf 20,60 Euro.
Als positiver Wert fiel heute Mosenergo (899416) auf, der 0,83% auf 6,10 Euro stieg.

Auch Russlands größter Mobilfunk-Anbieter Mobile Telesystems (501757) hat einen neuen CEO und berief Wassily Sidorow zum Nachfolger von Michail Smirnov.
Ziel des neuen Chefs sei vor allem die Rückeroberung der Marktführerschaft im Großraum Moskau, die bereits vor geraumer Zeit an Konkurrent Vimpel Com. Abgetreten werden musste. Auch die Expansion in die russischen Regionen sowie in die Staaten der GUS soll weiter forciert werden. Das Papier gewann 0,72% auf 70 Euro.



Boersenreport.de Newsletter

 
30.10.03 15:33 #44 Yukos-Aktien beschlagnahmt
Reuters
Russischer Staat beschlagnahmt Mehrheit an Yukos
Donnerstag 30. Oktober 2003, 15:15 Uhr



Moskau, 30. Okt (Reuters) - Russische Strafverfolger haben am Donnerstag die Beschlagnahme des größten Teils der Aktien des größten Ölkonzerns des Landes, Yukos, angeordnet. Eine entsprechende Meldung der Nachrichtenagentur Interfax bestätigte das Unternehmen am Nachmittag. Am vergangenen Samstag war Yukos-Chef Michail Chodorkowski wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung un der Untreue festgenommen worden. Die Festnahme hatte Sorge um eine Fortsetzung des Privatisierungskurses in Russland ausgelöst und zu einer massiven Verunsicherung von Anlegern geführt.
fgc/ker

 
30.10.03 15:40 #45 @nassi
hallo erstmal
mich würde interessieren was du unter berücksichtigung der momentanen Lage in Russland von den o.g. Call hälst, natürlich mittelfristig gesehen.

gruss & thx sam  
30.10.03 15:45 #46 Ein Engagement im russischen Markt
ist aufgrund der instabilen politischen Lage derzeit ein Glücksspiel.
Könnte allerdings lukrativ ausgehen.
Wenn du Lust und das nötige Kleingeld zum Zocken hast mach es.  
31.10.03 11:58 #47 Leichte Erholung
WDH: Aktien Moskau: Märkte erholen sich leicht von Yukos-Beschlagnahme
 
MOSKAU (dpa-AFX) - Die russische Börse hat sich nach panikartigen Verkäufen wegen der Beschlagnahme von Aktien desÖlkonzerns Yukos bis zum Freitagmittag wieder leicht beruhigt. Der RTS-Interfax-Indexkletterte nach einem Vortagesverlust von 8 Prozent wiederüber die 500-Punkte-Marke und notierte im Tagesverlauf um knapp 1,5 Prozent fester bei 504 Punkten.

Die Yukos-Aktiekonnte den hohen Vortagsverlust von fast 14 Prozent zum Teil wieder gutmachen. Bis zum Mittag stieg der Aktienkurs um 8 Prozent auf 11,35 Dollar.

Nach Einschätzung von Analysten ist in Russland ein Ende der Erschütterungen für den Aktienmarkt noch nicht in Sicht."Die Investoren müssen weiter mit Besorgnis erregenden Strafverfolgungen im Zusammenhang mit den Ereignissen aus den 1990er Jahren und mit Beschlagnahme rechnen", erklärten Experten der Finanzgruppe UFG am Freitag. Viele Oligarchen seien wegen ihrer Milliardengewinne aus den umstrittenen Privatisierungen in den 1990er Jahren ebenso angreifbar wie Chodorkowski./DP/sk


 
31.10.03 12:13 #48 ich muß nochmal Posting 29
rauskramern. Vorsicht, Verstaatlichung! Bei den Russen hat sich ein äußerst mafiöses Wirtschaftsgeflecht gebildet. Ich kann nur jedem raten, der in den letzten Jahren nicht in Russland war, sich nicht von den Börsen- und Medienberichten blenden zu lassen. Das Land steckt in einer unglaublich explosiven Situation. Die Mehrheit der Russen will die Heilsbringer des neuen Kapitalismus so schnell wie möglich absäbeln!  
31.10.03 12:53 #49 Putin riskiert seine Kopf, wenn er so weiter ma.
@8x4
Nur mal langsam mit den Pferden, Du mußt dort ja keinen Urlaub machen.
Wenn der Putin schlau ist, dann wird er künftig vorsichter sein.

Sonst riskiert er seinen Kopf. Putin bewegt sich auf gefährlichem Eis.
Auf der einen Seite sucht er im Ausland investoren, auf der anderen Seite möchte er
fast diktatorisch mit den Prvatisierungen umspringen.

Das paßt nicht zusammen. Wer Yukos hat sollte vielleicht ein Put nehmen. Aber schnell
um den Wert abzusichern.

einen Put auf Yukos zu sezten, wäre ein Möglichkeit.

Fest steht, wenn der Yukos Chef bald aus der Haft entlassen wird, kann es erst wieder richtig aufwärts gehen. Kommt es zu weiteren Verhaftungen, wird das Ausland das Geld aus demMarkt ziehen.

Fazit, Rußlands Index wird nicht mehr in dem Maße steigen, wie vordem.

Und das Herr Putin ist ein hohes Risiko für Sie!!

Was das Beschlagnahme der Aktien betrifft, sind das sicher die Aktien von Chodorkowski!
Und anderen Bossen, was die Presse unzureichend kommentiert.

Und das ist in Deutschland auch so, wenn durch betrügerische Machenschaften, bzw. Insider Geschäften die Staatsanwaltschaft einschreitet, werden die Aktien auch  beschlagnahmt. Das ist eine durchaus übliche Maßnahme. Außerdem wird ihm ja Steuerhinterziehung vorgeworfen, und da gelten  die Aktien zu seinem Vermögen.


Sollten es firmeneigene Aktien sein, wäre das allerdings ein fatale Situation, die die Liquidität des Unternehmens gefährden würde.
Wer hat denn einen Draht zur Yukos IR??
Das liesesich das doch rausfinden?
Hat jemand zuzfällig die Adresse von Yukos IR??

Wie gesagt ohne genaue Reserche sollte man keine Panik verbreiten.


good trades

geldschneider


 
31.10.03 15:11 #50 Neuste Nachricht aus Moskau!
Leider ist der Thread beim Einfügen shcon wieder gelöscht worden.
Jetzt mag i nimmer!  
01.11.03 15:10 #51 Beschlagnahmte Yukos Aktien!
Wie ich bereits vermutet habe, handelt es sich um die Aktien des Yukos chef Chodorkowski. Das wie gesagt ist ein durchaus übliche Handhabe.

Yukos hat gestern in Rußland wieder über 7 % Plus gemacht. Auch die anderen Werte konnten wieder zulegen.

Im Ausland wird die Angelegenheit als ein politischer Machtkampf von Putin und Yukos chef gesehen. Wegen des bevorstehenden Wahlkampfes, gibt das Putin in seinem Lande, bei der armen Bevölkerung Stimmen. Im Ausland und bei den Investoren, hat er sich jedoch als noch  ungeignet für eine marktwirtscahftliche freie Demokratie geoutet.

Es wird von einem kontrollierten Demokratie gesprochen.  Dies stet im Widerspruch zu dem was Putin eigentlich beabsichtigt. Dem Land einen raschen wirtschaftlichen Aufstieg
zu garantieren. Das dies nicht ohne Hilfe von ausländischen Investoren möglich ist, weiß auch Putin.
Der Wahlkampf ließ ihn jedoch jede Vorsicht vergessen!

Man wird vom Ausland ,künftig in Rußland vorsichter mit Investionen agieren. Das ist die sicher nicht von Putin, beabsichtgte Reaktion der Investoren!

Trotzdem denke ich daß der Yukos und der RTX wieder steigen werden. Allerdings der RTX wird gebremster als vorher vorangehen.

Wollen wir hoffen daß der Yukos Chef bald eien Weg finden wird aus "seinem" Gefängnis freizukommen.  
02.11.03 18:08 #52 Raus aus Russland ?
MOSKAU - Raus aus Russland? (EurAmS)


   
Bärenstimmung in Moskau. Ölmagnaten Michail Chodorkowski wurde kalt gestellt und damit die lange Party an Russlands Börse jäh beendet. Experten fürchten um Putins marktwirtschaftlichen Reformkurs. Der Aufschwung ist in ernster Gefahr.
von Jörg Billina, Euro am Sonntag 44/03

Die internationale Finanzwelt diskutiert derzeit vor allem ein Thema: die Verhaftung Michail Borisowitsch Chodorkowskis und deren Folgen. Vor einer Woche wurde der Chef von Yukos, dem viertgrößten Erdölkonzern der Welt, vom russischen Inlandsgeheimdienst FSB festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem reichsten Mann des Landes - geschätztes Privatvermögen: acht Milliarden Dollar - Betrug, Diebstahl und Steuerhinterziehung in Milliardenhöhe vor. Sollte es zur Anklage kommen und Chodorkowski schuldig gesprochen werden, drohen ihm zehn Jahre Haft.

Der tiefe Fall des ehemaligen Sow-jet-Funktionärs, der in nur wenigen Jahren den Staatsbetrieb in einen Weltkonzern nach westlichem Vorbild transformierte, riss den russischen Aktienmarkt in die Tiefe. Der RTS, Leit-Index der Moskauer Börse, verlor am ersten Handelstag nach Chodorkowskis Verhaftung in der Spitze bis zu 14 Prozent - der größte Tagesverlust seit drei Jahren. Die Yukos-Aktie sackte um mehr als 20 Prozent ab. Auch bei Sibneft - Yukos fusioniert mit dem Konkurrenten im Dezember - ging es zweistellig bergab.

Anleger, die den Abschwung zum Einstieg nutzten, griffen ins fallende Messer. Denn am Donnerstag erschütterte eine weitere Horrornachricht den Markt: Die russische Justiz zog 44 Prozent der Yukos-Papiere ein. Tags darauf Erleichterung. Das Aktienpaket sei nicht konfisziert, sondern eingefroren worden. Chodorkowskis Stimm- und Dividendenrechte blieben erhalten. Im Lauf des Tages wurde ein Teil der Papiere freigegeben - und Mutige stiegen daraufhin wieder ein.

Trotzdem: Unter Investoren ist die Unsicherheit groß. Ihre bange Frage lautet: Bleibt die Aktion der Staatsanwaltschaft auf Chodorkowski beschränkt oder droht die Wiederverstaatlichung der Anfang der 90er-Jahre privatisierten Unternehmen? Die Aussage von Innenminister Boris Gryslow lässt Schlimmes befürchten. "Die Rohstoffe Russlands gehören weder bestimmten Firmen noch Personen, sondern dem russischen Volk. Wenn sich eine Firma mit der Ausbeutung von Rohstoffen befasst, so heißt das nicht, dass sie auch unsere Profite daraus privatisieren darf." Eberhard Schneider von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin glaubt, dass in Russland die Uhren wieder zurückgestellt werden: "Chodorkowski wurde aus politischen Gründen verhaftet."

Tatsächlich liegen die Tatbestände, die dem Yukos-Chef zur Last gelegt werden, weit zurück und sind schon lange bekannt. Den Kreml störten kurz vor den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen vielmehr seine persönlichen Ambitionen und seine Zukunftspläne für Yukos. So unterstützte Chodorkowski die beiden liberalen Oppositionsparteien Union der Rechten Kräfte und Jabloko. Die Präsident Wladimir Putin nahe stehende Gruppierung Einiges Russland ging dagegen leer aus.

Zudem prangerte der Yukos-Vorstand immer wieder die aus seiner Sicht bestehenden Mängel des Systems Putin an. Chodorkowskis Überzeugung: In Russland funktioniert Marktwirtschaft nur, wenn Rechtsstaatlichkeit und demokratische Freiheiten verwirklicht sind und garantiert bleiben. Als der Ölbaron auch noch ankündigte, er werde in vier Jahren seinen Vorstandsposten bei Yukos aufgeben, war für viele klar: Der Mann will sich 2008 zum Nachfolger Putins wählen lassen. Für die Machthaber im Kreml eine durchaus ernsthafte Bedrohung.

Und noch ein Punkt traf ihre Interessen empfindlich. Chodorkowski führte mit den US-Ölkonzernen Exxon und Chevron intensive Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss mit Yukos. Wäre die Fusion über die Bühne gegangen, hätte der Staat jegliche Einflussmöglichkeit auf das Unternehmen, und damit auch auf die Verwendung der Gewinne, verloren. Nun hat der Kreml sein Ziel erreicht - Exxon und Chevron haben inzwischen offenbar ihr Interesse an Yukos verloren.

"Die Initiative gegen Chodorkowski geht jedoch nicht von Putin aus", sagt Schneider. Der Präsident wisse nur zu gut, wie negativ der Fall Yukos bei internationalen Investoren, russischen Unternehmern und ausländischen Politikern ankomme. Aber: "Putin ist nicht mehr Herr des Verfahrens", glaubt der Experte. Hinter der Aktion gegen Chodorkowski steht seiner Meinung nach die aus Mitgliedern des Geheimdienstes, des Militärs und der Generalstaatsanwaltschaft bestehende Kreml-Fraktion. Deren Ziele: ein autoritäres Staatssystem und die Verfügung über die Rohstoffeinnahmen.

Schneiders wenig zuversichtlich stimmende Analyse: "Die Verhaftung Chodorkowskis hat den Charakter eines versteckten Staatsstreichs. Er gefährdet die politische Stabilität und den marktwirtschaftlichen Reformprozess." Der Berliner Politikexperte will nicht ausschließen, dass nach Yukos weitere Unternehmen der staatlichen Kontrolle unterworfen werden.

Für Russlands Wirtschaft wären die Folgen dramatisch. Nicht nur, dass die Kapitalflucht wieder drastisch ansteigen dürfte. Sondern es ist auch zu befürchten, dass ausländische Unternehmen ihre Direktinvestitionen zurückfahren werden. Diese wären aber notwendig, um die hohe Abhängigkeit von den Öleinnahmen zu reduzieren und den Wirtschaftsaufschwung auf eine breitere Basis zu stellen.

Schon gibt es neben Exxon und Chevron die Absage eines weiteren westlichen Konzerns. Der französische Lebensmittelgigant Danone hat die geplante 900 Millionen Dollar schwere Übernahme des russischen Konkurrenten Wimm-Bill-Dann auf unbestimmte Zeit verschoben.

Die Märkte sind verunsichert - und Fondsmanager steigen ein. Marc Robinson, Ko-Manager des Fleming- Russia-Fonds, beurteilt die Lage in Moskau nach dem Treffen Putins mit Investmentbankern weniger dramatisch. Seiner Meinung nach bleibt Yukos ein isolierter Einzelfall, zu weiteren Verstaatlichungen oder Enteignungen werde es nicht kommen. Das würde einen Großteil dessen, was der Staatspräsident über die letzten Jahre erreicht habe, zerstören. Den gegenwärtigen Abschwung nutzt Robinson, um zuzukaufen.

Auch Angelika Millendorfer, Fondsmanagerin des Raiffeisen Osteuropa, steigt ein. Ihr Motto: Aktien muss man kaufen, wenn sie billig sind. So hat Millendorfer ihr Engagement in Russland erhöht, unter anderem bei der Sberbank und bei Lukoil.

Obwohl auch sie glaubt, das der russische Aktienmarkt in den nächsten Tagen weiterhin sehr volatil bleiben wird, sieht sie keine größeren Risiken: "Die Wirtschaft Russlands wächst weiter stark, der Ölpreis ist hoch, und auch der Inlandskonsum steigt." Sie geht davon aus, dass Putin das Heft weiter in der Hand hält und die Präsidentschaftswahl im nächsten Jahr gewinnen wird. Zudem sei es zu begrüßen, wenn die Oligarchen von der Politik ferngehalten würden.

Jürgen Kirsch, Fondsmanager des Griffin Eastern Europe, rät den Anlegern sogar, die Entwicklung langfristig positiv zu sehen. "Das ist nicht das Ende der Russland-Story, sondern der Anfang der zweiten Amtsperiode von Putin, in welcher der Reformprozess weitergeführt wird. Und das mit einer stärkeren Betonung von Recht und Ordnung."

Es bleibt aber abzuwarten, ob sich der Optimismus der Fondsmanager bestätigt und sich ihre Risikobereitschaft auszahlt. Vorsichtige Investoren beobachten die künftige Entwicklung lieber sehr genau. Die Verhaftung eines weiteren Managers - als besonders gefährdet gilt derzeit der 35-jährige Oligarch Oleg Deripaska, Chef der Holding Basowi Element - wäre ein Beleg dafür, dass sich in Moskau aus Börsianersicht die Dinge doch zum Schlechten wenden.

Vor allem aber ist der Ausgang des Falls Chodorkowski entscheidend. Sollte die Generalstaatsanwaltschaft die restlichen Yukos-Anteile nicht nur vorübergehend einfrieren, sondern auf Dauer behalten, bleibt den Investoren nur eine Wahl: raus aus Russland. Denn mit freier Marktwirtschaft und Rechtsstaatlichkeit hätte ein solches Handeln nichts mehr zu tun.
 
red / -red-

 
02.11.03 23:26 #53 Machtkampf im Kreml
Geheimdienste: Nach Angaben der russischen Soziologin Olga Kryschtanowskaja hat der Anteil der ehemaligen Geheimdienstleute ("Silowiki") in der russischen Regierung seit 1990 stetig zugenommen: Waren es unter Michail Gorbatschow noch fünf Prozent der Mitarbeiter, stieg der Anteil unter Putin auf über 30 Prozent.
Führungskräfte: In den obersten Schaltstellen des Kreml stieg der Anteil der Silowiki im gleichen Zeit-raum von fünf auf fast 60 Prozent.
Regionen: Auch in den russischen Provinzen nimmt der Einfluss der Ex-KGBler zu.
aus der FTD heute  
08.11.03 20:36 #54 Notenbank befürchtet Kapitalflucht
Yukos-Affäre
Russische Notenbank fürchtet Kapitalflucht

08. November 2003 Die deutsche Industrie sieht auch nach der Verhaftung von Yukos-Chef Michail Chodorkowskij vorerst keinen Grund für einen Rückzug aus dem Ru?land-Geschäft. Die russische Notenbank jedoch fürchtet im zweiten Halbjahr eine massive Kapitalflucht und damit eine Umkehr des Trends der ersten sechs Monate.

Debis-Chef Klaus Mangold, der zugleich Vorsitzender des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft ist, sagte der „Welt am Sonntag“: „Der Fall Yukos ist nicht zu generalisieren. Er stellt keine Trendwende bei der Privatisierungspolitik der Regierung dar und ist auch keine Trendwende im bisherigen Umgang mit Auslandsinvestitionen.“ Mangold fügte hinzu, man könne erkennen, daß die Regierung um „Schadensbegrenzung“ bemüht sei. „Bleibt es beim Einzelfall, sehe ich keine grundsätzliche Vertrauenskrise“, sagte er der Zeitung zufolge. Der Vorsitzende des Ost-Ausschuß erwartet allerdings „auch einen kurzfristigen Moment des Abwartens von den Unternehmen. Sie werden erst einmal schauen, ob sich so etwas wie mit Yukos wiederholt. Das kann zu einer retardierenden Position führen“.

13 Milliarden Dollar Kapitalverlust?

Der stellvertretende russische Notenbank-Gouverneur Oleg Wjugin sagte der „Financial Times“, er rechne für die zweite Jahreshälfte 2003 mit einem Abfluß privaten Kapitals von mehr als 13 Milliarden Dollar nach Kapitalzuflüssen über 4,6 Milliarden Dollar in den ersten sechs Monaten dieses Jahres. „Die erste und die zweite Jahreshälfte hätten nicht unterschiedlicher sein können", sagte er. Er könne aber die befürchtete Kapitalflucht nicht eindeutig mit der Festnahme des ehemaligen Yokus-Chefs Michail Chodorkowskij in Verbindung bringen.

Im dritten Quartal sei privates Kapital im Volumen von 7,7 Milliarden Dollar aus Russland abgeflossen. Die Notenbank schätze den Kapitalabfluß für das Gesamtjahr auf 8,6 Milliarden Dollar.

Die russische Justiz hatte Chodorkowskij Ende Oktober in einer spektakulären Aktion festgenommen und einen Teil der Yukos-Aktien konfisziert. Chodorkowskij wird Steuerhinterziehung in Milliardenhöhe vorgeworfen. Er gilt als reichster Mann Russlands, unterstützt innenpolitische Gegner von Präsident Wladimir Putin und hat eigene politische Ambitionen signalisiert. Das Vorgehen der Justiz wurde als Teil eines politischen Machtkampfs zwischen den „Oligarchen“ genannten Wirtschaftsspitzen und ehemaligen Mitarbeitern russischer Geheimdienste um Putin interpretiert.Das Vorgehen im Yukos-Fall hatte an den Märkten Ängste vor einem Ende der Privatisierungspolitik und Panikverkäufe ausgelöst.

FAZ.de  
09.12.03 14:33 #55 Bonuszertifikat auf RTX-Index
Erstmals Bonuszertifikat auf russischen RTX-Index

Goldman Sachs Bonus Zertifikat-Cap auf RTX



Der von der Wiener Börse seit 1997 berechnete Russian Traded Index (RTX) verlor zwischen Oktober und November 2003 - nicht zuletzt wegen der Ungereimtheiten um den Yukos-Vorstand - stolze 24 Prozent seines Wertes. Heute, am Tag nach der Duma-Wahl eröffnete der RTX den Handel bei 976,62 Punkten mit einem Plus von 0,79 Prozent.

Wer nun davon ausgeht, dass dem russische Leitindex in den nächsten drei Jahren keine drastischen Kurseinbrüche bevorstehen, findet im neuen, von Goldman Sachs emittierten Bonus Zertifikat-Cap ein interessantes Veranlagungsinstrument vor.
Als Ausgangswert für die weitere Berechnung des Zertifikates wird der Schlusskurs des RTX vom 19.12.2003 herangezogen.

Beispiel: Goldman Sachs-Bonus-Zertifikat-Cap auf den RTX bis 20.12.06, ISIN: DE0003929006, Zeichnung bis 19.12.03, zu 100 Euro je Zertifikat

Sofern der Index während der Laufzeit des Zertifikates niemals unterhalb von 65 Prozent des Ausgangswertes fällt, wird das Zertifikat am 20.12.2006 auf jeden Fall mit 112 Prozent zurückbezahlt. Das entspricht einer Jahresverzinsung von 3,9 Prozent. Verletzt der Index die 65 Prozent-Marke, wird das Zertifikat in eine normales Indexzertifikat umgewandelt.

Sollte sich der Index jedoch wieder für eine Fortsetzung des Höhenfluges entscheiden, bekommt der Inhaber des Zertifikates bei Laufzeitende maximal den Cap, der bei 175 Prozent angesiedelt ist, ausbezahlt.
Das Bonus Zertifikat-Cap ist vollständig währungsgesichert und daher immun gegen Dollarkursschwankungen.
(wk)


Wirtschaftsblatt.at  
22.12.03 21:35 #56 Kurse ziehen wieder an
Unbeeindruckt von US-amerikanischen Terrorängsten und der Wahrscheinlichkeit, dass die OPEC demnächst die Förderquote erhöhen wird, hält die russische Börse Kurs Nord bei. Nach einem schwächeren Start erkämpfte sich der RTS-Index bei mageren Umsätzen ein finales Plus von 0,86 Prozent auf 574,48 Punkte. Der RTX in Wien mit den acht größten Werten verbesserte sich um 1,1 Prozent auf 1.033,89 Zähler.

Die hohen Gaspreise und Steuererleichterungen haben dem weltgrößten Gaskonzern Gazprom (903276) voraussichtlich einen russischen Rekordgewinn beschert. Nach vorläufigen Zahlen stieg der konsolidierte Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr um 71 Prozent auf 208,3 Mrd. Rubel (5,7 Mrd. Euro). Allerdings ist das Zahlenwerk nur eine Orientierung für den internationalen Finanzreport, da es nach den russischen Bilanzierungsregeln RAS erstellt wurde.
Nach Informationen aus Unternehmenskreisen will Gazprom (903276) die Dividendensumme von 9,3 auf 16 Mrd. Rubel anheben. Rechte Freude kann bei den Anlegern dennoch nicht aufkommen, hat doch das Antimonopol-Ministerium bekannt gegeben, die Untersuchungen gegen Gazprom, die Federal Energy Commission und die Gazprom-Tochter Mezhregiongaz eingeleitet zu haben. Über die vermuteten Vergehen gegen das Antimonopol-Gesetz, die von Gasvertriebsgesellschaften in Astrakhan, Rostov und Krasnodar angestrengt wurden, wird am 15. Januar beraten.
Entsprechend der Nachrichtenlage notieren die ADRs von Gazprom (903276) unverändert bei 20,60 Euro.

Der Stahlkonzern Severstal hat das Rennen um den bankrotten US-Stahlhersteller Rouge Industries gegen US Steel gewonnen. Nach Angaben der Tochter Rouge Steel bot Severstal 285,5 Mio. US-Dollar. Allerdings muss die US-amerikanische Wettbewerbsbehörde den Deal noch genehmigen, die Aussichten für Severstal sind aber gut.

Gar nicht gut sieht es dagegen für Michail Chodorkowski aus. Der ehemalige Yukos (632319)-Chef muss möglicherweise weitere drei Monate im Gefängnis sitzen. Die Staatsanwaltschaft hat eine entsprechende Verlängerung der Inhaftierung beantragt. Im Falle einer Verurteilung im Zuge des Hauptverfahrens drohen dem reichsten Mann des Landes bis zu zehn Jahre Haft. Der Oligarch wurde am 25. Oktober eingesperrt und sitzt seither in Untersuchungshaft. Chodorkowski werden Betrug und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Dem Markt scheint aber inzwischen das Schicksal einer der wichtigsten Gallionsfiguren der russischen Wirtschaft ziemlich egal zu sein. Jedenfalls geht es mit den Aktien von Yukos (632319) weiter bergauf, aktuell 1,29 Prozent auf 35,45 Euro.
Einen kräftigen Satz nach oben macht heute nachrichtenlos Tatneft (904282) mit einem Plus von 5,41 Prozent auf 18,50 Euro. Surgutneftegaz (904596) wird möglicherweise die Pläne für den Bau eines Exportterminals für Ölprodukte in der Batareynaya Bay engültig in der Schublade verschwinden lassen. Trotz des geringen Aufwands - das Terminal wäre nur 18 km von der Raffinerie entfernt und hätte zwischen 300 und 500 Mio. US-Dollar gekostet - scheint Surgutneftegaz inzwischen die Variante bei Primorsk zu favorisieren. Surgutneftegaz (904596) verteuert sich um 1,68 Prozent auf 24,20 Euro.

Heftiger Gegenwind bläst dem Energiekonzern UES (906912) aus der Ukraine entgegen. Der ukrainische Präsident Leonid Kuchma wandte sich am Freitag vehement gegen die weitere Privatisierung von Stromversorgungsunternehmen. Anlass war ein Medienbericht, wonach UES ein Joint Venture mit Energy Standard und Interpipe gründen will. Die Analysten von Aton Capital glauben aber, dass der Widerstand nicht allzu lange halten wird und UES das JV letztlich doch auf die Beine bringt. Deshalb bestätigten sie ihre Kaufempfehlung für UES und setzten das Kursziel auf 0,31 US-Dollar (Ende 2004). Heute bewegte sich der Kurs der Anteilsscheine aber zunächst in die entgegengesetzte Richtung. Die ADRs verlieren aktuell 0,86 Prozent auf 23,05 Euro (Moskau: - 0,07 Prozent auf 0,2875 US-Dollar).

Mosenergo (899416) hingegen gewinnt 1,29 Prozent auf 5,50 Euro.


Börsenreport.de  
15.01.04 19:04 #57 Lukoil Kaufempfehlung??
Lukoil bleibt ein klarer Kauf
(Aton Capital) Lukoil (WKN: 899 954) überraschte zuletzt mit sehr guten Zahlen. Diese belegen, dass das Management seine Versprechen einhält, die interne Restrukturierung durchzuführen und die Kosten zu senken. Gewinn und Cashflow waren auch um dritten Quartal 2003 hoch. Lukoil bleibt daher die Hauptempfehlung von Aton Capital in diesem Sektor.

Lukoil veröffentlichte die US-GAAP-Ergebnisse für das dritte Quartal 2003, wobei der Reingewinn bei 701 Millionen Dollar, das EBITDA bei 1,26 Milliarden Dollar und der Umsatz bei 6,04 Milliarden Dollar lag. Diese Ergebnisse lagen deutlich über den Aton-Schätzungen und deuten auf eine herausragende operative Ergebnisentwicklung hin, meinen die Experten.


Ergebnisse zum dritten Quartal:

In Millionen
US-Dollar Schätzung
Aton Capital Marktkonsens Lukoil
3.Quartal
Umsatz 5.638 5.648 6.041
Gesamter operat. Aufwand
(ohne Abschreibungen) 4.446   4 779
EBITDA 1.192 1.121 1.262
Abschreibungen 230   230
Betriebsergebnis 743   1.032
Vorsteuerergebnis 886   988
Reingewinn 638 669 701
Reingewinn (bereinigt) 638   663
EBITDA-Marge 21% 20% 21%
Operative-Marge 13% NA 17%
Netto-Marge 11% 12% 12%

Quelle: Unternehmensdaten; Aton Schätzungen

Der Umsatz lag 7 Prozent über den Aton-Erwartungen. Hintergrund waren weitere Zukäufe an raffinerierten Produkten sowie erstmals konsolidierte Ergebnisse einiger neuen Töchter.

Positiv überraschte jedoch auch die Kostenseite, auf der zwei vom Management kontrollierbare Positionen, nämlich die operativen Aufwendungen und die Transportaufwendungen, unter den Schätzungen lagen, während die Verkaufs-, Verwaltungs-, und administrativen Aufwendungen wie erwartet anfielen. Die Analysten merken auch an, dass die direkten operativen Aufwendungen unverändert bei 693 Millionen Dollar im Vergleich zum zweiten Quartal 2003 lagen - dies sei eine besondere Leistung, wenn man bedenkt, dass das Produktionsvolumen zunahm, die Inflation stieg und zugleich der Rubel in diesem Zeitraum sehr stark war.

Ein weiteres Zeichen der Kostenkontrolle sei, dass die Bohrkosten in den ersten neun Monaten 2003 auf dem gleichen Niveau lagen, wie bereits 2002 - trotz Inflation und Rubelstärke. Das Managementprogramm, unprofitable Quellen zu schließen, trägt augenscheinlich erste Früchte. Rund 1.400 Ölquellen wurden 2003 geschlossen, obwohl das organische Wachstum der Fördermenge bei 3 Prozent lag.

Aufgrund der besser als erwarteten Kostenentwicklung, lag das EBITDA mit 1,26 Milliarden US-Dollar über den Aton-Erwartungen und schlug die Konsensschätzung um ganze 13 Prozent. Der Reingewinn mit 701 Millionen Dollar lag ebenfalls über den Prognosen der Experten. Bereinigt um Währungseinflüsse und latente Steuern lag er bei 663 Millionen US-Dollar.

Eine weitere positive Überraschung gab es auf der Cashflow-Seite, wobei Lukoils operativer Cashflow für das 3.Quartal 2003 bei 1,24 Milliarden Dollar lag - das ist mehr als doppelt so hoch wie im ersten Halbjahr 2003. Der positive freie Cashflow wurde eingesetzt, um den Schuldenberg um 264 Millionen Dollar auf 1,25 Milliarden Dollar abzubauen.

Insgesamt bestätigen die Ergebnisse, dass eine Lücke zwischen der Markteinschätzung gegenüber Lukoil und der tatsächlich abgelieferten Leistung der Gesellschaft existiert. Die Aton-Analysten glauben daher, dass die sehr guten Zahlen diese Lücke überbrücken können und das somit auch der Aktienkurs Rückenwind erhält.

Fazit: Vor diesem Hintergrund bleibt Lukoil als Hauptempfehlung in diesem Sektor ein "Kauf", so die Analysten aus Moskau. Die Schätzungen für 2003 bis 2005 bleiben unverändert.
[ Donnerstag, 15.01.2004, 10:52 ]


Ob man es nochmal wagen soll in rußland zu investieren, nach dem desaster mit Yukos??  
15.01.04 19:06 #58 Bin eher skeptisch, nach dem Desaster mit Yuk.
Was ist euere Meinung in Bezug auf Lukoil und staatliche übergriffe, Verhaftungen etc.?

ist auch ein Rohstoffwert, der dem Volk gehört!!  
19.07.04 19:53 #59 Gefangen in der Vergangenheit
Russland: Gefangen in der Vergangenheit (EuramS)
   
Der Fall Yukos zeigt, auf welch schwachem Fundament der Rechtsstaat Russland steht. Kein gutes Umfeld für Börsianer. Zudem sorgt die Schließung von Kreditinstituten für Unruhe
von Jörg Billina

Drei Meter lang, zwei Meter hoch und einen Meter tief. Michail Chodorkowski und Platow Lebjedew haben in dem Metallkäfig nicht viel Platz. Doch die russische Justiz kennt kein Erbarmen. Der ehemalige Chef des Ölkonzerns Yukos und sein Vertrauter müssen hinter Gittern der Vorsitzenden Richterin Rede und Antwort stehen. Auch wenn die Anklage nicht auf Mord oder Totschlag, sondern auf Steuerhinterziehung, Betrug und Veruntreuung lautet. Drastisch auch das mögliche Strafmaß: Sollten sie schuldig gesprochen werden, drohen Chodorkowski und Lebjedew im Höchstfall zehn Jahre Gefängnis.

Die Vergehen, die ihnen vorgeworfen werden, liegen weit zurück und haben auf den ersten Blick mit dem Yukos-Konzern nichts zu tun. Beide sollen sich 1994 rechtswidrig den staatlichen Aktienanteil an der Düngemittelfirma Apatit angeeignet haben. Zudem wird ihnen vorgeworfen, Gewinne als Honorare für die Beratung ausländischer Firmen deklariert und so Einkommenssteuern hinterzogen zu haben.

Beim Großteil der Russen kommt das Verfahren gegen die beiden Oligarchen gut an. Sie büßen dafür, dass sie das Volk beraubt haben, so die Stimmung. Den Bürgern missfällt, dass Chodorkow-ski 1995 drei Viertel des riesigen Ölkonzerns Yukos für nur 170 Millionen Euro erwerben konnte und heute über ein Privatvermögen von über acht Milliarden Euro verfügt. Doch je länger sich der Prozess hinzieht – mit einem Urteilsspruch ist erst in einigen Monaten zu rechnen – desto unruhiger werden die Investoren. Ihre bangen Fragen: Was bezweckt der Kreml mit seinem harten Kurs? Will er künftig die Kontrolle bei dem Ölkonzern und bald auch bei anderen Unternehmen übernehmen? Ist Putin, der sich der negativen Wirkung des Vorgehens gegen Yukos sehr wohl bewusst ist, überhaupt noch Herr des Verfahrens? Oder bestimmen die Befürworter eines autoritären Staates, die selbst an den Rohstoffen des Landes verdienen wollen, immer mehr die Richtung?

International wird das Vorgehen der Behörden scharf kritisiert. "Die russische Justiz behauptet, Ungesetzlichkeiten während der Privatisierungsphase in den 90er-Jahren aufklären zu wollen. Doch die Ermittlungen konzent-rieren sich ausschließlich auf ehemalige Yukos-Manager", sagt Sabine Leutheus-ser-Schnarrenberger.

Die frühere Bundesjustizministerin ist vom Europarat beauftragt worden, die Festnahme und Strafverfolgung gegen Chodorkowski und Lebjedew nach rechtsstaatlichen Grundsätzen zu bewerten. Ihre Meinung dürfte Staatspräsident Wladimer Putin, der selbst Jurist ist, nicht gefallen: "Das selektive Vorgehen der Behörden weckt erhebliche Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens."

Tatsächlich ist Chodorkowski nicht der Einzige, der den Umbruch in Russ-land und seine guten Beziehungen zum damaligen Kreml-Boss Boris Jelzin nutzte. Auch Oleg Deripaska wird nachgesagt, er habe sich für einen Bruchteil des realen Preises den Metall- und Maschinenbaukonzern Bas-El gesichert. Doch er und eine Reihe anderer Oligarchen müssen sich vor den Staatsanwälten nicht in Acht nehmen. Wie mit Putin vereinbart, halten sie sich aus der Politik weitgehend raus.

Der Ex-Yukos-Chef mischte sich dagegen massiv ein. "Chodorkowski unterstützte vor den Duma-Wahlen die Oppositionsparteien, übte Kritik an der Korruption und setzte sich vehement für mehr Transparenz ein", sagt Schnarrenberger. Möglicherweise plante er auch, bei den Präsidentschaftswahlen 2008 anzutreten. "Der Eindruck, dass der Prozess gegen Chodorkowski auch politisch motiviert ist, drängt sich daher auf", so die FDP-Politikerin. Der "Fall Chodorkowski" hatte ausländische Investoren zunächst nicht beunruhigt. In einem Land wie Russland sei es bisweilen nötig, hart durchzugreifen, ließen sich einige Fondsmanager vernehmen. Der Ex-Yukos-Chef habe den Bogen überspannt und müsse die Folgen tragen. An Putins marktwirtschaftlichem Reformkurs ändere sich jedoch nichts. Die Aussichten an der Börse seien daher weiterhin exzellent.

Entsprechend nutzten die Investoren die durch die Verhaftung Chodorkowskis ausgelöste Talfahrt der Yukos-Aktie und des gesamten russischen Aktienmarkts zum Neueinstieg. Doch mittlerweile wachsen auch im Lager der Institutionellen die Sorgen. Denn mit der "Kaltstellung" von Chodorkowski scheint es nicht getan zu sein. Die russischen Behörden treiben auch den Yukos-Konzern immer mehr in die Enge.

Der russische Finanzminister Alexej Kudrin macht Druck. Allein für das Jahre 2000 soll Yukos Steuern in Höhe von 3,4 Milliarden Dollar nachzahlen. Nimmt man die Jahre 2002 und 2003 hinzu, könnte die Summe schnell auf rund zehn Milliarden Dollar steigen. Zu viel, stöhnt Stephen Theede, der neue Yukos-Chef. Soll der Konzern, der so viel Öl födert wie der Staat Libyen, nicht Pleite gehen, müsse der Betrag gesenkt werden. Eine Milliarde Euro habe er überwiesen, mehr sei nicht drin. Doch Theedes Angebot stellt die Behörden nicht zufrieden. Der Konzern sei liquide genug, meint Minister Kud-rin. Nur: Woher soll Theede das Geld nehmen? Die Konten von Yukos sind eingefroren, der Verkauf von Unternehmensanteilen, wie zum Beispiel der an Sibneft, ist ihm untersagt. Nun hat Chodorkowski angeboten, seinen 44- Prozent-Aktienanteil an Yukos zur Begleichung der Steuerschulden zu verwenden. Doch bislang hat Kudrin auch auf diese Offerte nicht reagiert.

Investoren erkennen nun, dass die mangelnde Rechtssicherheit die Risiken in Russland drastisch erhöht. Auch die Einschränkung der Meinungsfreiheit, wie zum Beispiel die Schließung kritischer Fernsehsender, zerstört das Vertrauen der Anleger in eine ertragsreiche Entwicklung Russlands.

Dass der Versuch, für mehr Transparenz bei den Wirtschaftsstrukturen Russlands zu sorgen, möglicherweise auch die Interessen der Milliardäre in Russland stört, zeigt das Beispiel Paul Klebnikovs. Der Chefredakteur der russischen Ausgabe des Forbes-Magazins wurde vor einer Woche erschossen. Forbes hatte eine Liste der 100 reichsten Russen veröffentlicht. Klebnikovs Bruder Michael will nicht ausschließen, dass die Täter aus den Reihen der Superreichen kommen. Chodorkowski hat inzwischen aus dem Gefängnis zum Tode Klebnikovs kondoliert, von Putin hörte man bislang nichts. Der Staatspräsident macht im Augenblick keinen souveränen Eindruck.
 
 
22.07.04 15:20 #60 Die Russen Börse Verliert massiv!
Yukos sorgt für weiter rote Vorzeichen in Russland [21.07.2004 - 16:13]

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Zur Wochenmitte beherrschte immer noch die Yukos-Frage das russische Parkett. Bereits gestern hatte die Meldung über das mögliche Aus für den schwer angeschlagenen Öltitan eine richtiggehende Panik ausgelöst und auch heute gab der RTX Index 2,10 Prozent auf 985,42 Punkte ab. Der RTS Index verlor bis Börsenschluss 1,61 Prozent auf 575,70 Punkte.



Yukos (878618) unterdessen beobachtet bang die Vollstreckung des Steuerbescheides über 3,4 Mrd. US$ ergriffen.
Die Gerichtsvollzieher forderten 181 Mio. US$ von Yukos ein und beschlagnahmten auch die Aktien einiger Tochtergesellschaften: Yuganskneftegaz, Samaraneftegaz und Tomskneft VNK.
Die größte der Yukos-Töchter, die Yuganskneftegaz, die zu immerhin 64 Prozent der gesamten Förderung des angeschlagenen Unternehmens beiträgt, wird wohl für aktuell geschätzte 1,75 Mrd. US$ verkauft werden. Für Yukos wäre das ein endgültiger Schlag, ist der Betrieb der wichtigste im Kerngeschäft. Yukos (878618) rauschte weitere 8,73% auf 19,35 Euro nach unten - immerhin nicht ganz so drastisch wie gestern.
Einige Experten aber erinnern indes daran, dass das Asset wohl 16,2 Mrd. US$ wert ist und der Käufer ein wahres Schnäppchen machen wird. Als zukünftige Eigner von Yuganskneftegaz könnten Surgutneftegaz (904596), Rosneft, Gazprom (903276) oder sogar der ehemalige Fusionspartner Sibneft (920856) gelten. Bislang dementierten aber alle.
Sibneft (920856) fiel 0,84% auf 21,30 Euro, Surgutneftegaz (904596) aber schoss satte 4,01% auf 28,50 Euro nach oben.




Weiter  

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Autor: Katharina Angrüner  
 
24.07.04 12:37 #61 Börse Moskau obenauf
Keine Pause gönnte Yukos dem russischen Markt, pünktlich zum Wochenausklang aber waren es immerhin weitaus bessere Nachrichten als die vom bevorstehenden Aus. Wie es scheint hat sich ein Retter für den Öltitan gefunden und der RTS Index reagierte mit einem dankbaren Plus von. Der RTX Index schloss mit einem Plus von 1,92 Prozent auf 959,98 Stellen.
Ein Händler aber unterstrich, wie wackelig die Lage immer noch ist: „Jedes noch so winzige Meldung führt auf dem Markt zu heftiger Bewegung und grundsätzlich muss man den schlechten Nachrichten die gleiche Glaubwürdigkeit zumessen wie den Guten“.

Heute aber war es Gutes und so freute man sich über ein Rettungsangebot eines in Großbritannien ansässigen Konsortiums privater Investoren.
Das Konsortium Charles Steward-Smith hat gestern der russischen Regierung überraschend ein Angebot unterbreitet. In einem Schreiben an Präsident Wladimir Putin erklärte man, die Steuerschulden des Konzerns und des Ex-Yukos-Chefs Michail Chodorkowski begleichen und den russischen Staat in das Yukos-Management holen zu wollen. Eine Stellungnahme von der Regierung war nicht zu erhalten.
Yukos (878618) avancierte 3,27% auf 17,35 Euro.
Sibneft (920856) gewann 0,93% auf 21,80 Euro, Surgutneftegaz (904596) legte 1,09% auf 27,80 Euro.
Die Hauptaktionäre von Yukos unterdessen haben - wie bekannt wurde- haben dem Chef von Sibneft, Jewgeni Schwidler, nie das Amt des Vorsitzenden des Jukos-Aufsichtsrates angeboten.

Bei den Versorgern rauschte die UES (906912) 3,51% auf 20,07 Euro und die Mosenergo (899416) legte 0,71% auf 5,70 Euro.
Der russische Premier-Minister Fradkow hat diese Woche den Reformierungsplan für den Versorgersektor für die nächsten 2 Jahre unterzeichnet. Die Analysten befürchten aber, dass sich der Reformprozeß weiter hinziehen wird.
Gazprom (903276), dem gestern noch die Favoritenrolle unter den potenziellen Käufern zugesprochen wurde, schoss 2,16% auf 23,70 Euro nach oben.

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Autor: Katharina Angrüner

Börsenreport.de  
04.09.04 13:08 #62 Trotz Horrormeldungen behauptet
Nun steht es wohl zweifellos fest: Der Ölkonzern Yukos soll in den Bankrott getrieben werden. Denn die Behörden haben nach einer Meldung der Nachrichtenagentur afp die Steuerschuld, die der Ölriese für das Jahr 2001 zu zahlen hat, von 3,4 auf 4,2 Mrd. US-Dollar angehoben. Das zuständige Ministerium begründete die Erhöhung damit, dass der Konzern fiktive Handelsverträge mit Firmen abgeschlossen habe, die in Landesregionen mit niedrigen Steuersätzen angesiedelt sind.

Zudem wurde ein Strafverfahren gegen eine Chefbuchhalterin von Yukos eingeleitet. Der Frau wird vorgeworfen, Yukos-Gelder über 76 Mrd. Rubel (2,6 Mrd. US-Dollar) veruntreut zu haben. Das Geld habe sie in den Produktionseinheiten von Yukos versteckt. Die Anklage gegen eine einzelne Person bietet dem Ministerium den Vorteil, direkt auf die Konten der Produktionsgesellschaften Zugriff zu nehmen.

Yukos unterstellt der Staatsanwaltschaft, mit dieser Attacke eine reguläre Abzahlung der Steuerschulden verhindern zu wollen, damit der Staat die Produktionsgesellschaften beschlagnahmen und weit unter Preis verkaufen könne.
Damit dürfte die Hoffnung auf eine stillschweigende Einigung mit den Behörden begraben werden zu müssen. Denn bisher hat Yukos trotz aller Warnungen vor der drohenden Zahlungsunfähgigkeit kein Insolvenzverfahren beantragt. Man konnte annehmen, dass das Unternehmen noch bis Ende September einigermaßen ungestört weiterarbeiten sollte, um die Winterversorgung mit Erdöl von abgelegenen Gebieten in Sibirien und die laufenden Erntearbeiten nicht zu gefährden.

Doch Yukos zählte heute an den Börsen aber keineswegs zu den Verlierern. In Moskau verteuerten sich die Aktien 1,51 Prozent auf 4,03 US-Dollar, in Frankfurt legen die ADRs 1,3 Prozent auf 13,20 Euro zu. Insgesamt war die Stimmung zum Wochenschluss nicht schlecht. Der RTS-Index der Moskauer Börse stieg 0,38 Prozent auf 589,24 Punkte, der RTX mit den acht attraktivsten Werten zog 0,58 Prozent auf 1.013,11 Zähler an. Umsatzspitzenreiter war in Moskau UES gefolgt von Sberbank. Den größten Kursgewinn konnte Sibneft (+ 3,38 Prozent auf 2,75 US-Dollar) verbuchen. Verlierer waren Norilsk Nickel (- 1,06 Prozent auf 56,00 US-Dollar) und LUKoil (- 0,17 Prozent auf 29,20 US-Dollar).

Dabei hatte Letzterer gute Förderzahlen für das erste Halbjahr 2004 gemeldet. Die Ölförderung stieg um 8,9 Prozent auf 42,3 Mio. Tonnen (ca. 317 Mio. Barrel) und die Gasförderung legte sogar um 12,9 Prozent auf 3,1 Mrd. Kubikmeter zu. Das Unternehmen verarbeitete im ersten Halbjahr insgesamt 21,1 Mio. Tonnen an Rohöl (ca. 158 Mio. Barrel) in seinen eigenen Raffinerien. Im Petrochemiebereich wurde mit der Verarbeitung von 1,1 Mio. Tonnen die Planung um 13 Prozent übertroffen. Aufgrund der hohen Ölpreise konnte vor allem der Export um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. In Frankfurt werden die Zahlen von LUKoil (899954) indes mit einem Plus von 1,55 Prozent auf 98,00 Euro honoriert.
Der Tagessieger von Moskau mutiert in Frankfurt zum Tagesverlierer. Sibneft (920856) verliert hier 2,65 Prozent auf 22,00 Euro. Surgutneftegaz (904596) steigt 1,2 Prozent auf 29,55 Euro, Tatneft (904282) 3,36 Prozent auf 23,05 Euro und Gazprom (903276) 2,05 Prozent auf 27,40 Euro.

Mobile TeleSystems (501757) gewinnt nach Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal 5,6 Prozent auf 117,00 Euro. Eine beeindruckend hohe EBITDA-Marge von 56,8 Prozent konnte einen schwächer als erwarteten Umsatz von 918,2 Mio. US-Dollar ausgleichen. Und die Profitabiliät der Gesellschaft ist beeindruckend: Der Reingewinn kletterte binnen Jahresfrist um 108 Prozent auf 267,6 Mio. US-Dollar und übertraf die Erwartungen deutlich. Gegenüber dem Anfangsquartal 2004 stieg der Gewinn um 29 Prozent.

Die Papiere der Festnetzgesellschaft avancieren 5,74 Prozent auf 10,50 Euro, Uralsvyazinform (908291) indes stagniert bei 5,90 Euro.

www.Boersenreport.de  
08.08.07 12:31 #63 Russische Aktien günstig bewertet
Russische Aktien gelten als günstig
von Mark Böschen
Mickrige zwei Prozent hat der russische Leitindex RTS seit Jahresbeginn zugelegt. Das ist viel zu wenig für einen Wachstumsmarkt, der die Anleger mit hohen Renditen für das hohe Risiko entschädigen muss.
Der deutsche Dax brachte es trotz der jüngsten Korrektur auf 14 Prozent Rendite. Der Vergleich mit den anderen drei großen Schwellenbörsen ist ebenfalls wenig schmeichelhaft: Der brasilianische Bovespa und der Hang Seng China Enterprise schafften 19 Prozent Rendite, der indische Sensex immerhin 8 Prozent.
Russische Aktien sind inzwischen - gemessen am für 2008 geschätzten Gewinn - viel billiger zu haben als die Titel aus den übrigen drei BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China). Aktienstrategen und Fondsmanager erwägen daher, ihr Geld vom boomenden chinesischen Aktienmarkt abzuziehen und an der russischen Börse zu investieren - trotz der auch dort beträchtlichen Risiken.
Erst am Montag teilten die Aktienstrategen der weltgrößten Bank Citigroup mit, sie seien nun optimistischer für Russland. Der seit Jahresbeginn schwächste europäische Wachstumsmarkt werde ein Comeback feiern, prophezeien sie unter der Überschrift "Turning more bullish on Russia". Auf den Kursen lasteten bislang die Energiewerte und das große Angebot neuer Aktien durch Börsengänge. Auch die im kommenden Jahr anstehenden Präsidentschaftswahlen, bei denen Wladimir Putin nicht mehr antreten darf, spielten eine Rolle, urteilt die Bank.

Als mögliche Kurstreiber nennen die Citigroup-Strategen die gute wirtschaftliche Entwicklung und die hohe Wahrscheinlichkeit einer stabilen politischen Entwicklung nach den Wahlen. Vor allem aber werde die Neuemissionswelle, die im ersten Halbjahr Aktien für 25 Mrd. $ an den Markt brachte, auf 18 Mrd. $ im zweiten Halbjahr und nur 17 Mrd. $ für 2008 abebben.


Richtigen Zeitpunkt für Umschichtung erwischen

"Die Versuchung besteht darin, die Investitionen in China zu reduzieren und mehr Geld in den russischen Markt zu stecken, der billiger ist", sagt Alain Bourrier, Co-Manager des Fonds Global Emerging Markets beim US-Anbieter Blackrock. Allerdings seien die im kommenden Jahr anstehenden russischen Parlamentswahlen ein Risiko für den Aktienmarkt.
"Außerdem ist die Frage, wann der richtige Zeitpunkt für diese Umschichtung ist", sagt Bourrier. "In China herrscht ein Investitionswahn. Die üblichen Bewertungsmaßstäbe können wir hier nicht mehr benutzen." Der durch Kapitalkontrollen abgeschottete Inlandsmarkt der Volksrepublik hat wegen des Anlagenotstands der Chinesen seit Jahresbeginn 75 Prozent zugelegt. Innerhalb von zwei Jahren hat sich der Shanghai Composite sogar vervierfacht und kostet nun das 39-Fache der für 2008 geschätzten Konzerngewinne. "Niemand weiß, wie weit die Bewertung des Markts noch steigen kann", sagt Bourrier. "Man muss sich nur ansehen, was mit der Nasdaq passiert ist." Damit vergleicht der Fondsmanager den Aktienwahn in China mit der Spekulationsblase um die Technologieaktien des Nasdaq Composite, die im Jahr 2000 platzte.

Das nur halb so hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis im Vergleich zum Hangseng China spricht für den russischen Index - aber nicht uneingeschränkt. Denn Energieaktien machen die Hälfte der russischen Marktkapitalisierung aus, werden von Fondsmanager Bourrier und den Citigroup-Strategen jedoch teils kritisch gesehen. Beide raten von Öltiteln ab, weil die Konzerne in den kommenden Jahren stark steigende Anlageinvestitionen stemmen müssen. Zuletzt habe das Produktionsvolumen stagniert. Bourrier und die Citigroup empfehlen dagegen Gaskonzerne wie Gazprom, den Nickelkonzern Norilsk und das größte russische Kreditinstitut Sberbank.

Fondsmanager Bourrier sieht einen Boom beim privaten Konsum im Land. Russland sei außerdem nicht von internationalen Kreditgebern abhängig. Das dürfte angesichts der gestiegenen Risikoscheu am Kreditmarkt ein Vorteil sein.


Aus der FTD vom 08.08.2007
© 2007 Financial Times Deutschland

 
08.08.07 12:56 #64 ich bin Russland short
RCB7XG


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Gruß Pichel

Die Aktienbörse ist heute eine gigantische Spekulation. Alle spielen, wenige verstehen das Spiel und noch weniger ziehen daraus Nutzen. (E.Burke, 1729-97)

 
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