Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

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eröffnet am: 04.11.12 14:16 von: permanent Anzahl Beiträge: 85595
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04.11.12 14:16 #1 Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Wirtschaftswissenschaften : Ökonomen streiten über Verteilungsfrage 13:15 Uhr Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Die Einkommensungleichheit destabilisiert die Volkswirtschaften, sind

... (automatisch gekürzt) ...

http://www.handelsblatt.com/politik/international/...age/7328592.html
Moderation
Moderator: ksu
Zeitpunkt: 06.10.14 08:32
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Original-Link: http://www.handelsblatt.com/politik/...gsfrage/7328592.html

 

 
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85569 Postings ausgeblendet.
24.09.18 23:35 #85571 #85570, letzter Versuch

@betreffend Wikipedia:
Wie meinem letzten Beitrag entnehmen kannst, die deutsche Version ist lausig schlecht, jedenfalls hier ein Beispiel, wie die "Realität" auf Wikipedia sogar sehr fern sein kann:
Wie verzerrt ist die Welt und "eigene" Realität? -> Beitrag #90

@Staatschulden:
Ja, sehr erstaunlich, dass du deine Statements nur auf dieses Thema verlägst und damit alle anderen Details ausweichst. :)

Hier ein Forbes-Bericht, welcher ein paar Details "Reagan vs Obama" zusammenbringt, darunter auch dein Lieblingsthema "Staatsschulden", sogar diesmal in %-Angaben (wie du es gerne hast). Dieser Artikel ist aus dem Jahre 2014, 2017-Zahlen dürften sogar einiges schlechter sein:

How about Reagan's spending record?

Contrary to myth, and despite the opposition of a Democratic House of Representatives for his entire administration, Reagan achieved a reduction in federal spending as a percentage of GDP. [...]

Total accumulated debt was at 53 percent of GDP when Reagan left office. Today it is at 102.7 percent of GDP, a level unprecedented since WW II. The debt has exploded by 66 percent in the Obama years.


Quelle: Sorry, Obama Fans: Reagan Did Better on Jobs and Growth

..persönlich, habe mir die Abweichungen/Gründe zu Wikipedia noch nicht angeschaut.

@Sozialkürzungen

1 Mal versuche ich noch, diesmal mit einer Frage - wie und was soll deine "Kürzung"-Behauptung essenziell unterstützen, wenn:

  • auf Erfolg infrage gestellte "(gesonderte) Sozialprogramme", z.B. "New Deal" damals keine große Relevanz mehr aufwiesen (von dir sogar als "Sozialkürzungen"-Hauptargument vorgebracht, #441)
  • im Großen und Ganzen konstante bzw. ausgeglichene Sozialausgaben unter Reagan auch herrschten, #444


@mein Ton
Wer mich kennt, weiss dass ich relativ selten dazu neige... falls diesmal zu weit gegangen bin, sodann sorry in diesem Falle. Es sollte nicht als Ausrede dienen, jedenfalls hier habe meine Gründe schon mal festgehalten, falls Interesse (bezieht sich primär auf Informationsquellen, Medien, usw.):

@Person, Sache, ergänzend: Inhalt und Verpackung

Persönlich muss ich eingestehen, dass eine ausgerichtete Kritik an EMPFÄNGER ist meistens vernunftwidrig, leider neige ich manchmal auch in der Auslegung meiner Beobachtungen den Empfänger ebenso "anzuranzen". Wobei der Anlass dazu kommt sehr oft vor als Reaktion auf die manchmal etwas sehr aufreizenden Bemerkungen, welche man hier oder in anderen Foren beobachten kann. Insofern die Kritik an den medialen SENDER, da primär der Verursacher ist, ist nicht nur "rein sinnvoll" angebracht, sondern unabdingbar.


Mehr unter: #1715

 
24.09.18 23:38 #85572 "Finanzscharlatan" bleibt meinerseits daher st.
Politiker wie Reagan und Thatcher haben nicht verstanden, dass der öffentliche Sektor im Cap kein Störfaktor, sondern notwendig Garant wie antizyklischer Counterpart der Privaten und mithin die Grundbedingung funktionierender freier Märkte ist. Der Deindustrialisierung ihrer Länder, die heute ihre geistigen Erben als fiesen Zug eines ruchlosen Auslandskapital verkaufen, haben sie durch das Schreddern öffentlicher Funktionen effektiv Vorschub geleistet. Dies ist ihr bleibender Verdienst.  
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we will
25.09.18 01:29 #85573 @Staatschulden
Staatsschulden sind vor allem ein beliebter Fetisch der Brüningschule und jener Untergangfans, die deren Irrlehren gern als ökonomische Maske für die eigene Passion 'missbrauchen'. Um sich so richtig vor der Debt-Burden gruseln zu können muss die allerdings aus ihrem logischen Zusammenhang genommen werden. Der besteht zuallererst mal darin,  dass alle Schuld mit dem Vermögen der Kreditgeber identisch ist, jeder geborgter Cent also zeitgleich ein Asset repräsentiert. Makroökonomisch entscheidend ist deshalb nur die Frage, wer die Kreditgeber sind, wo die sitzen und vor allem was mit ihrem Kredit angestellt wird.

'Total accumulated debt'  ist auch so eine verrückte Kennziffer. In der Realität hat Fiskalpolitik lediglich einen limitierten Einfluss auf den laufenden Haushalt. Obama hatte von Bush ein gigantisches Haushaltsdefizit übernommen, mit der jener eine sog Kernschmelze im Weltfinanzsystem erfolgreich verhindert hatte. Obama selbst wusste dann nicht besseres zu tun, als dieses Defizit step by step abzubauen. Die maue postrezessive Performance hat, neben der Austeritätspolitik Schäubles in Europa, darin ihren massgeblichen Grund.  
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we will

Angehängte Grafik:
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budget.png
25.09.18 10:11 #85574 @fill
dein unbelastetes wohnhaus ist vermögen, welche schuld steht diesem gegenüber?  
25.09.18 10:48 #85575 Ja, das Wenigste ist mit
Krediten unterlegt. Das gilt auch für das öffentliche Vermögen. Allerdings ist Vermögen schwer fassbar. Was es wirklich wert ist, stellt man erst bei der Veräußerung dar. Kredite und Guthaben sind allerdings auch keine sichere Bank. Die werden durch die Inflation aufgefressen und manchmal erleiden sie einen abrupten Tod.

Unser Geldsystem ist äußerst komplex und lässt sich sicherlich nicht mit nur 2 Parametern darstellen. Damit es überhaupt funktionieren kann ist sehr viel Vertrauen notwendig.  Und Vertrauen erreicht man nicht durch die explosivartige Vermehrung der Schulden. Es ist daher unerheblich festzustellen, Schulden wären in beliebiger Größe O.K, wenn sich dann aber kein Gläubiger mehr findet. Da gibt es etliche Staaten, die können ein Lied davon singen. In diesem Sinne ist die Schuldenhöhe  auch nicht nur relativ zum BIP relevant, es spielt auch sehr stark die wirtschaftliche und militärische Macht mit. ob es einem gefällt oder nicht. Vertrauen baut sich eben recht komplex auf.

 
25.09.18 11:10 #85576 welche schuld steht diesem gegenüber
Basic Accounting, Gnomon. Das für den Hauskauf verplante Geld auf meinem Konto ist mein Asset und identisch eine Liability der Bank. Tausche ich nun das Geld in ein Haus, tauscht der Hausverkäufer sein Haus in Geld. Er hat jetzt das liquide Asset in den Händen, ich das illiquide, die Liability der Bank ist aber dieselbe geblieben. Sprich wenn Assets und damit Liabilities weitergereicht werden, verändert sich die Summe nicht. Sie bleibt immer eine glatte 0.  
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we will
25.09.18 11:16 #85577 # 574
"dein unbelastetes wohnhaus ist vermögen, welche schuld steht diesem gegenüber?

Ist es vielleicht die moralische Schuld, es auf den Knochen armer Schlucker, denen der Hausbesitzer als "Arbeitgeber" den Mehrwert ihrer Arbeit vorenthalten hast, errichtet zu haben? ;-)

Kapitalistisch betrachtet hast du natürlich vollkommen recht. In Fills Saldo-System sind Schulden offenbar niemals abtragbar.  
25.09.18 11:21 #85578 Nur noch um Fill zu ärgern:
A.L.: "Eigentum bzw. Vermögen ist abbezahlter Besitz."  
25.09.18 11:22 #85579 Schulden wären in beliebiger Größe O.K
Der erste Schritt zur Emanzipation von der Brüningschule bestünde darin, Schulden nicht als isolierten Posten, sondern in ihrem logischen Zusammenhang zu denken, mithin die Frage zu stellen, was diesen Schulden gegenüber steht. Auf die Weise würde sich auch tendenziell klären lassen, welcher Anteil an den Kreditbewegungen tatsächlich diskretionär beeinflussbar ist.  
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we will
25.09.18 11:30 #85580 Schulden offenbar niemals abtragbar
Wenn einer seine Schulden abträgt, verliert ein anderer identisch sein Asset. Kreditgeld löst sich in die Luft auf, aus der es gekommen ist. Würden alle ihre Schulden abtragen, wäre der Vermögenstand auf dem Globus 0. Er wäre bettelarm. Das hättest du nicht gedacht, stimmts ?  
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we will
25.09.18 11:32 #85581 Bei den Griechen und Italos steht den Schul.
ein riesig gähnendes schwarzes Loch gegenüber, das - sobald die Gravitation die kritische Marke überschritten hat - unter anderem die EZB verschlingen wird. Man wird von Draghi in der Stunde der Wahrheit noch eine letztes "whatever it *rülps*" hören.  
25.09.18 11:33 #85582 # 580
Nach meiner Kenntnis der Physik und finanztechnishen Metaphysik bleiben abgezahlter Häuser einfach stehen.

Korrigier mich, wenn ich mich hier täusche.  
25.09.18 11:34 #85583 Nur Luftschlösser
lösen sich in Luft auf, wenn das geistige Fundament wegbröckelt.  
25.09.18 11:35 #85584 das Geld in ein Haus
das geld für das haus welches du gebaut hast kam nicht von der bank, sondern aus dem sparstrumpf unter dem bett, jahrelang gesammelt aus deinem arbeitseinkommen. keine bank, keine liability?

die wissenschaft entwickelt theoretische erkenntnisse, die wirtschaft sammelt erfahrungen. wer hätte noch vor weniger als zwanzig jahren damit gerechnet, dass eine qe-orgie in erlebter dimension und zeit nahezu keine inflationären auswirkungen haben würde, dass nicht qe  sondern allein nachfrage inflation erzeugt, dass in einer saturierten welt nur bevölkerungswachstum nachfrage erzeugt?  
25.09.18 11:35 #85585 markt statt welt
25.09.18 11:43 #85586 sondern allein nachfrage inflation erzeugt
Schliess bitte nicht von deinen Wissenslücken auf die anderer. Dass die Nachfrage kausal für Inflation ist predigen Keynesianer schon seit einer Ewigkeit. Dass QE eine monetär neutrale Luftnummer ist und Notenbanken weder Inflation noch Deflation erzeugen konnte man hier auch schon vor Jahren lesen. Das mit deinem Sparstrumpf erkläre ich beim nächsten mal.  
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we will
25.09.18 11:47 #85587 # 585 falls das eine Korrektur sein sollte

Die Kaffeetassen der deutschsprachigen Rentner sind randvoll und stehen duftend vor den Eingabegeräten. Die Minderheit, die über eine Bedienungsanleitung für das Internet verfügt (z. B. du), postet jetzt praktisch gleichzeitig. Infolgedessen erreicht die Postingdichte hier um 11:30 h gewöhnlich ihren Höhepunkt, was die Menge betrifft (und ihren Tiefpunkt, was die Qualität betrifft).

Falls dein "markt statt welt" eine Korrektur gewesen sein sollte, muss ich dir leider mitteilen, dass das zugehörige Posting (sofern ein Bezug zu irgendetwas überhaupt existiert - Stichwort: Qualitätstiefpunkt um 11:30 h)  längst durch Wegrücken nach oben hinter den (auch geistigen - Stichwort: Alzheimer) Ereignishorizont  (Stichwort - schwarze Löcher) der hier postenden Mitrentner gerückt ist. D.h. physikalisch betrachtet hinter die Krümmung in der Raumzeit, in der es verfasst wurde.


 
25.09.18 11:54 #85588 Tatsächlich war "markt statt welt"
ein Appell, die Welt nun komplett dem Neoliberalismus zu opfern.

 
25.09.18 12:01 #85589 Der Slogan könnte von Zanoni stammen
25.09.18 12:25 #85590 #85576: Die Buchhaltung funktioniert nicht.
Einfaches Beispiel:

Ein großer Teil des Immobilienbestandes stammt aus Zeiten von vor dem Krieg oder noch früher. Zwischenzeitlich Verschwand allerdings das Geld aber nicht diese Immobilien.

Vermögen entsteht nicht selten ohne Schulden (siehe Wertentwicklung z.B. der Aktien) und es verschwindet nicht selten ohne Geldtransfers (Crash). Sinngemäß gilt das für alle Arten von Vermögen. Da explodieren plötzlich nach dem 2. Weltkrieg die Preise für Agrarflächen am Rande von München ohne dass vorher Geld geflossen werden und in Zwiesel fallen die Immobilienpreise im Zentrum ins Bodenlose. Vermögen und Geld in einen zwanghaften Bezug zu setzen zeugt von totalem Unverständnis bezüglich Geld und Vermögen.

Übrigens nicht Nachfrage erzeugt Inflation sondern Nachfrage und Angebot sind die Voraussetzung dass es zu einem Geschäft kommt. Nicht selten haben die Energiepreise die Inflation bei abnehmender Nachfrage angeheizt. Und das findet auch nicht nur in einer Volkswirtschaft statt sondern über die Grenzen hinaus. Jetzt wird es dann aber richtig kompliziert.  
25.09.18 12:37 #85591 Letztendlich kann bis heute keiner
das Phänomen Geld richtig und vollständig  erklären. Es geht nur um Vertrauen und Vertrauen funktioniert nicht buchhalterisch. Wenn keiner mehr argentinische Staatsanleihen mit anderem Geld aufkaufen will nutzt keine Buchhaltung und keine Theorie. Dann muss Argentinien das Vertrauen wieder herstellen, mindestens so weit dass Waghalsige es wieder riskieren. So sind die Effekte mancher Aktionen der Zentralbanken nicht buchhalterisch zu beweisen, treten aber auf. Psychologie hat eben auch etwas mit Vertrauen zu tun. Großes Misstrauen ist jedoch immer das Ende des jeweiligen Geldes und das mit fürchterlichen Auswirkungen - egal was die Buchhaltung aussagt.  
25.09.18 14:00 #85592 energiepreise - inflation
malko, du übersiehst die temporäre nachwirkung und fokussierst auf nicht nachhaltige momentaufnahmen.  sinkende nachfrage wirkt zeitverzögert auch auf energieverbrauch.  
25.09.18 14:25 #85593 Europäische Zweckgesellschaft gegen Trump.
25.09.18 15:13 #85594 #581 Bei den Griechen & Italos sehen die .

...viel besser aus als bei vielen anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Gemäß de.statista.com lag 2017 die offizielle Staatsverschuldung der Italiener bei 132% und die verdeckte bei -2%. Bei den Griechen war im selben Jahr die offizielle Staatsverschuldung 181% und die verdeckte 145% des Bruttoinlandsprodukts.

Deutschland, das eine offizielle Staatsverschuldung von 68% und eine verdeckte von 78% hat, ist somit um manches mehr verschuldet als Italien (132%-2%=130% < 146%=68%+78%), sowie Belgien z.B. insgesamt mehr verschuldet ist als Griechenland (145%+181%=326% < 489%=106%+383%).

Zum Vergleich, in Spanien war die offizielle Staatsverschuldung 99% und die verdeckte 520% des BIPs, in Irland 73% und 624%... In Luxemburg sogar, lag die offizielle Staatsverschuldung im Jahr 2017 bei 21% und die zusätzliche verdeckte Staatsverschuldung bei 895% des BIPs! Insgesamt ist Luxemburg damit das am höchsten verschuldete Land der EU und nicht etwa die Griechen oder die Italiener...

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/...n-laendern-europas/



 

Angehängte Grafik:
staatsverschuldungeustaatenoffizielleundverdeckt....png (verkleinert auf 51%) vergrößern
staatsverschuldungeustaatenoffizielleundverdeckt....png
25.09.18 16:36 #85595 für iBroker zum hinter die Ohren schreiben
Peter Schiff: "Just because you’re a Republican, you don’t have to claim that anything that’s done by another Republican is great in order to make the Democrats look bad. Because ultimately that comes back and bites you because you lose all credibility when the economy turns down and you’ve been gushing over how great it is and how successful the Republican president is. And when it turns out it was just a bubble, it was just an illusion and when the bubble bursts and the illusion is replaced with a harsh reality, well you’ve got nothing and it makes it easier for the other side to scapegoat capitalism for the problems and hold out more government as the solution.”

https://www.zerohedge.com/news/2018-09-25/...t-stock-market-worthless

 
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