Jinko Solar vor einer Neubewertung ?

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eröffnet am: 21.11.14 12:00 von: ulm000 Anzahl Beiträge: 15138
neuester Beitrag: 18.01.18 21:56 von: Taktueriker81 Leser gesamt: 2942482
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21.11.14 12:00 #1 Jinko Solar vor einer Neubewertung ?
Ich bin kein großer Freund von vielen Threads für eine Aktie, aber seit 3, 4 Wochen wird der Jinko-Thread von 2, 3 User dermaßen voll gespamt, dass er wirklich schlecht lesbar ist und richtige, interessante Diskussionen wie in der Vergangenheit kaum noch aufkommen. Auch ist der Threaderöffner des alten Jinko-Thread nicht mehr an der Diskussion beteiligt, so dass keiner darauf schauen kann wie es im Jinko-Thread auf und zu geht.

Außerdem bietet sich in der Tat ein neuer Thread an, denn Jinko hat in dieser Woche einen 225 Mio. $-Deal vertraglich abgeschlossen für sein Power-Geschäft und wird wohl bis Mitte nächsten Jahres einen YieldCo, der dann über ein Portfolio von um die 900 MW verfügen wird, an die US-Börse bringen.  
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01.01.18 18:56 #15114 Kleiner Branchen- und Jinkoausblick in 2018
Die aktuellen Aussichten für 2018 sind für Jinko und Co eigentlich exzellent (Modulpreisentwicklung wie auch Nachfrage) bis auf die höchstwahrscheinlich kommenden Importzölle in den USA (Trump muss das im Januar entscheiden - sonst gibt es keine Importzölle) und Anitdumpingzölle in Indien (dürfte aber nicht vor Ende Februar entschieden werden) und einem möglichen Rohstoffengpass von Polysilizium. Interessant ist, dass Canadian Solar ein Kaufangbot für Suniva dem Insolvenzverwalter vorgelegt hat und für Solarworld USA gibt es offenbar zig Interessenten, aber verkauft soll Solarworld USA erst nach der Trumpentscheidung zu Importzölle werden.

Ich kann mich nicht erinnern wann die Aussichten zu Anfang eines Jahres so gut waren für die Solarbranche wie heute. Obs den Kursen hilft, keine Ahnung. Hab keine Glaskugel zur Hand.

Etwas über 50% (ca. 54 GW) der globalen Nachfrage wird alleine von China generiert. So lange China an Solar festhält so lange ist das kein Problem für die Branche. China wird an Solar festhalten und wird auch in 2018 wieder eine super Nachfrage haben. Alles andere würde sehr überraschen. Zwar wurden in China die Einspeisevergütungen in der letzten Woche um 12 bis 15% gekürzt zu Juli 2018 für noch in 2017 genehmigte Projekte (sonst treten die Kürzungen Anfang 2018 in Kraft), aber es gibt damit in China immer noch sehr hohe Einspeisevergütungen für Solarkraftwerke von im Schnitt 0,085 $/kWh je nach Region etwas niedriger bzw. höher. Das ist immer noch beinahe zweimal so hoch wie irgendwo anders (Ausnahme Japan) und mit diesen 0,085 $/kWh kann man in China richtig viel Geld mit Solar verdienen bei den niedrigen Zinsen. Darum u.a. auch der riesige Solarausbau.
Dass in China das Geschäft mit dezentralen Solaranlagen (kleine Solarkraftwerke unter 20 MW und Aufdachanlagen) sich mehr als verdreifacht hat in 2017 auf sagenhafte 23 bis 25 GW, davon alleine etwa 16 GW im 2.Halbjahr 2017, ist natürlich schon mehr als positiv. Die Hauptgründe für dieses enorme Wachstum sind die Entbürokratisierung bei Genehmigungen und Stromanschluß von Aufdachanlagen, die besseren Renditen gg. großen Solarkraftwerken u.a. weil die Einspeisevergütungen + Net Metering höher sind, es so gut wie keine Probleme bei der Stromabnahme gibt, da die Curtailment-Rate sehr gering sind, viele chinesische Provinzen und Städte noch zusätzlich Aufdachanlagen subventionieren und nicht zuletzt das seperate chinesische Solarprogramm "Alleviate Poverty" (= rd. 10 GW groß im Jahr). Das horrende Wachstum von dezentralen Solaranlagen in China in 2017 heißt auch dass das sehr preissensible Geschäft mit großen Solarkraftwerken in 2017 auf einem sehr hohen Niveau stagnierte.

Richtig positiv für Solar ist, dass sich die Solarwelt deutlich breiter aufstellen wird. Mit Abu Dhabi, Ägypten, Argentinien und Mexiko kommen z.B. große neue Solarmärkte in 2018 ins Spiel. In Spanien wird nach 4 jähriger Solartristesse Solar auferstehen wie Phönix aus der Asche. In Australien werden sich die Solarneuinstallationen mehr als verdoppeln auf über 2 GW. Australien ist ein super Beispiel dafür, dass durch die Preissenkungen der letzten 24 Monaten bei Modulen, Wechselrichter und Tracker und den ganzen Innovationen (z.B. 5-Busbar-Module, 72 Zellenmodule, 1.500 -Module, Erhöhung der Wirkungsgrade um gut 7% mit PERC) die Solarstromgestehungskosten so weit runter gekommen sind, dass Solar in vielen Regionen der Welt preislich mit allen anderen Stromerzeungsarten ganz locker mithalten kann bzw. teilweise schon die billigste Stromerzeungsart überhaupt ist. Dazu kommt der riesen Vorteil von Solar - man kann die Stromkapazitäten ganz schnell aufbauen.

Es ist auch derzeit nicht in Sicht, dass die Modulpreise runter gehen. Eher im Gegenteil. Die Balance zwischen Angebot und Nachfrage passt. Gab es so seit 2013 nicht mehr. Das Thema Überkapazitäten ist zur Zeit komplett vom Tisch.

Aber es gibt durchaus ein weiteres Problem für die Branche neben den hohen Strafzollgefahren in den USA und Indien, denn das Solarwachstum könnte/wird durch fehlendes Polysilizium ausgebremst werden. Es gibt aktuell nur 475.000 Tonnen an Polysilizium-Ausstoß im Jahr und das reicht für ca. 105 GW (= 4,7 g/W) an Modulen aus. Es werden aber im Laufe 2018 rd. 60.000 Tonnen (= 12 bis 13 GW) neue Polysiliziumfertigungskapazitäten erwartet, der Großteil davon von GCL Poly und Tongwei mit jeweils 20.000 t, aber auch von Hanwha, REC Silicon (+ 10.000 t) und Daqo (+ 7.000 t). Durch diamantdrahtgesägte Wafer inkl. dem Einsatz von neuen Additiven beim Sägeverfahren sowie die Nutzung von Ozon zur Nachreinigung wird der Polysiliziumverbrauch pro Watt deutlich um 15 bis 25% verringert in den kommenden 2 Jahren auf rd. 4 g/W. Auf diesem Gebiet rüsten zur Zeit alle Waferproduktionen um, denn mit dieser Fertigungsumstellung sind Produktionskostensenkungen von um die 5% recht einfach und schnell zu erreichen.
Die ganz offensichtlich kommende Polysiliziumknappheit macht sich bei den Polypreisen bemerkbar, denn der ist in 2017 um über 30% gestiegen und verharrt nach wie vor auf einem hohen Niveau von um die 19 $/kg auf dem chinesischen Spotmarkt. Außerhalb Chinas ist Poly um gut und gerne 20% günstiger. Kommt von den Antidumpingzölle, die China für ausländisches Poly verlangt.

Bei Jinko wird/muss sich in 2018 zeigen, dass sie mit ihrer Strategie "deutlicher Aufbau der Monofertigungskapazitäten" richtig fahren. Die Monowafer-Fertigungskapazitäten von Jinko liegen nun bei 4 GW und sind damit mittlerweile höher wie bei den Multis (= 3,5 GW). Seit in chinesischen Solarkraftwerken nun auch Mono-Module verbaut werden und der chinesische Aufdachanlagenmarkt horrend gewachsen ist gibt es bei den Mono-Wafer akute Engpässe. Die effizientere Mono-Module kosten zwar etwas mehr wie die Multis (> 10%), aber man spart dafür bei den Baukosten (BOS) einiges ein, so dass in chinesischen Solarkraftwerken mit Mono-Modulen die Rendite um rd. 1% gesteigert werden kann. Bei Aufdachanlagen ist der Renditeunterschied noch größer, da bei Aufdachanlagen logischerweise die BOS-Kosten höher liegen. Laut Jinko liegen die Fertigungskosten bei Mono-Modulen nur um 5% höher wie bei den Mulit-Modulen. Aktuell gibt es nur 34 GW an Mono-Waferfertigungskapazitäten (1. Longi 14 GW/2. Zhonghuan 9 GW/3. Jinko 4 GW). In Q3 hatte die Monotechnologie bei Jinko schon einen 18%igen Absatzanteil (= 432 MW). Jedoch dürften dabei wohl nur 50% aus der eigenen Produktion stammen und der Rest wurde teuer dazu gekauft. Im 1.Halbjahr 2018 dürfte der Absatzanteil der Monos bei Jinko wohl schon bei 35 bis 40% liegen. Nun heißt es die Mono-Wafer-Kosten zu optimieren.
Bei den Multi-Wafer sollen alle Produktionslinien bis Ende Q1 2018 auf das Diamantdrahtsägen umgerüstet sein laut Jinko. Bringt dann in etwa eine Kostenersparnis von 0,01 bis 0,015 $/W, also ca. 4% der Jinko Fertigungskosten. Welche Roadmap Jnko bei den Multis mit der Einführung der komplexen Black Silicon-Technologie verfolgt, da ist Jinko nicht allzu redselig. Hier ist jedoch die Kostenersparnis um das 2 bis 3fache höher wie durch das Diamantdrahtsägen. Vor allem GCL Poly will mit der Black Silicon-Technologie die Multis wieder wettbewerbsfähiger machen.

Man wird sehen ob Jinko es schaffen wird ihre ganz klare Ergebnis/Margenschwäche in 2017, wobei aber bei allen produzierenden Zell/Modulbauer das zu erkennen war, zu überwinden. Eigentlich ist es ganz einfach. Die Fertigungskosten müssen runter und die Modulpreise sollten einigermaßen stabil bleiben. Das werden sie wohl auch im 1.Halbjahr 2018 sein, denn in China wird es im 1.Halbjahr 2018 bis es zu den Einspeisevergütungskürzungen kommen wird wieder der Punk so richtig abgehen. Sollte sich das bestätigen was Jinko zu Q1 2018 gesagt hat, dass gg. dem Q3 Modulverkaufspreis der Q1 2018 Modulverkaufspreis höher liegen wird, dann wird die Bruttomarge schön nach oben gehen. Wie weit wird dann davon abhängig sein in wie weit man die Fertigungskosten runter kriegt. Eine Q1 2018 Bruttomarge von 15% halte ich durchaus für realistisch (schon alleine der deutlich geringere Zukauf an Wafer sollte einiges bringen) und dann reden wir bei Jinko von einem Q1-EPS von > 0,60 $. So wie ich das einschätze wird Jinko im 1. Halbjahr 2018 ein höhers EPS einfahren wie im ganzen Jahr 2017. Im 2.Halbjahr 2018 könnten dann die ersten Umsätze aus dem internationalen Projektgeschäft kommen. Der US Dollar sollte aber nicht weiter absacken. Wäre für Jinko nicht gut.  
01.01.18 20:27 #15115 Ulm....
Super Rückblick/Ausblick unserer Jetzt Jinko...

Danke  
02.01.18 21:32 #15116 Wenn nicht jetzt, wann dann......
05.01.18 21:28 #15117 @Ulm
vielen Dank für die Analysen und das waren in der Tat noch Zeiten wo der Solarsektor im Haussemodus war. Die Musik spielt weiterhin anderswo und vor den Zollentscheidungen wird sich auch nichts großartiges tun.
Bin aktuell nicht investiert und warte ab ob sich noch eine günstigere Gelegenheit ergibt.
Bis dahin vertreibe ich mir die Zeit weiterhin mit Goldaktien, wobei ich dort eher auf einen passenden Teilausstieg hoffe...

Vg und schönes We
Taktueriker  
05.01.18 23:03 #15118 Die Musik spielt weiterhin anderswo
In der Tat Taktueriker81 die Musik spielt aktuell bei einigen Nebenwerte wie z.B. m-u-t, Isra Vision, Viscom oder AT&S und selbst mein Nordex-Trade läuft richtig gut. Bei Gold bin ich überrascht, dass es sich aus der beschissenen Chartlage so befreien konnte. Liegt aber wohl nicht an Gold selbst, sondern eher am schwächelnden US Dollar.

Sehe ich wie du Taktueriker81. Erst wenn klar ist wie die Importzölle in den USA aussehen werden, gibt ja zig Variationen von niedrigen Zölle/hohe Zölle über Ersteigerungen von Kontigenden bis hin zu Importquoten, kann man einschätzen wie es wirklich laufen wird. Außerdem weiß niemand so genau welche Module überhaupt den Importzöllen unterliegen werden. Sunpower z.B., die produzieren ja mittlerweile fast alles in Mexiko, sagt, dass ihre High End Module nicht unter Importzölle fallen werden. Auf die Definition welche Module unter die Importzölle fallen bin ich echt gespannt.

In Indien gibt es nun auch Chaos ohne Ende. In indischen Häfen stehen nun Hunderte an Container voll mit Modulen rum, weil Indien für Solarmodule nun eine Imporsteuer von 7,5% eingeführt hat und kein indischer Zollbeamter kann offenbar diese neuen Importzölle bearbeiten.

Wie geschrieben so gut war die Ausgangslage zu Anfang eines Jahres für Solar noch nie, vor allem weil es keine Überkapazitäten gibt.Ich denke ohnehin, dass Jinko vom Börsenabgang von Canadian richtig gut profitieren kann, denn es gibt nun nur noch ein chinesischer Modulhersteller an der Wallstreet. Damit hat Jinko quasi fast ein Alleinstellungsmerkmal als Aktie an der Wallstreet.

Jedenfalls bin voll überzeugt davon, dass Jinko im 1. HJ. 2018 richtig gute Zahlen abliefern wird, da man ja von etwas steigenden Modulpreisen ausgehen kann und sollte Jinko dann ihre Produktionskosten gut runter kriegen, dann könnte es eine ganz dicke, positive Überraschung geben. Es würde schon reichen, wenn Jinko im 1. HJ. ihre Produktionskosten um 0,01/0,015 $/W runter kriegt, dann würden wir bei Jinko von einem EPS Quartalsgewinn von > 0,60 $ reden und somit würde Jinko im 1. Hj. schon höhere Gewinne einfahren wie das ganze Jahr 2017 über.  
07.01.18 09:24 #15119 @Ulm
alles in allem gute Chancen mit Jinko auch dieses Jahr eine gute Rendite zu erzielen.
Die Preisfrage ist wie immer wann steigt man ein und mit welchem Risiko.
Wenn ich etwas übrig hätte würde ich mit einer kleinen Position schon mal reingehen und dann nachkaufen bei fallenden Kursen. So warte ich jetzt wohl erst mal die Zollentscheidungen ab und bei Gold noch die Quartalsbilanzen von Barrick &  Co.
Das Gold so hoch steht trotz weiter steigenden Börsen ist dann schon kein schlechtes Zeichen das noch Potential nach oben da ist, sofern die Börsen mal nachgeben.
Alles schwierig einzuschätzen wo die Reise an den Märkten hingeht.
Tippe mal das die Bilanzsaison noch richtig gut ausfällt mit weiter steigenden Indizes, danach aber etwas Luft abgelassen wird.

VG und schönen Sonntag.
 
09.01.18 11:37 #15120 Goldman Sachs
Das erklärt den vorbörslichen Downer bei Jinko:
"Goldman Sachs Starts JinkoSolar Holding Co., Ltd. (JKS) at Sell..."
https://www.streetinsider.com/dr/news.php?id=13667845&gfv=  
09.01.18 16:42 #15121 Ganz schön resistent gg. Bad News

Bis jetzt scheint Jinko ein paar Bad News gar nichts auszumachen.

- Das Sell-Rating von Goldman Sachs

- in Indien drohen 70% Strafzölle:

https://www.pv-tech.org/news/...-derail-indias-national-solar-mission

So wie es aussieht wird Jinko in Florida eine große Produktion hochziehen. Ein Unternehmen namens Project Volt hat beim Stadtrat von Jacksonville nach 53,9 Mio. $ an Steuererstattungen, Kredite und Ausbildungsbeihilfen von der Stadt und dem Staat beantragt:

https://www.jaxdailyrecord.com/article/...volt-jobs-could-reach-1-000

Ob das wirklich Jinko ist ist nicht ganz klar, aber es deutet verdammt viel daraufhin, dass sich unter "Project Volt" Jinko "versteckt".

Ja Taktueriker81 wann steigt man ein ? Das ist die ganz große Frage. Bin jetzt echt am Überlegen die erste Jinko-Posi mir ins Depot zu legen. Weitere 3,4 Posis werden dann folgen.  
10.01.18 15:48 #15122 Strafzölle
Wann kommt die Entscheidung in den USA ob dort Strafzölle kommen?  
10.01.18 18:13 #15123 Entscheidung in den USA ob dort Strafzölle.
Spätestens bis zum 26. Januar muss Trump ein Dekret/Gesetz unterschreiben ob für Solarmodule/zellen Importzölle erhoben werden, für welche Länder sie erhoben werden und wie die importzölle aussehen. Gerade beim letzteren gibt es zig verschiedene Varianten. So einfach wie der Trump gestrickt ist wird es aber wohl schlicht und schweige auf hohe Zölle (> 30% so meine Schätzung) hinauslaufen, denn das kann der gute Trump dann nach Außen gut verkaufen mit seiner Agenda "America First". Sollte es bis zum 26. Januar gar nichts passieren, dann wären die Importzölle vom Tisch.

Der Abschlußbericht der amerikanischen Handelkommision International Trade Commission (ITC) von Trump-Mann Robert Lothizer sagt eigentlich alles mit "chinesische Regierungssubventionen für die Solarhersteller waren eine "unvorhergesehene Entwicklung", die den US-Unternehmen schaden". Offenbar ist man gerade dabei das ganze rund um die Importzölle so auszugestalten, dass es WHO konform sein wird:

https://www.pv-tech.org/news/...re-ammo-ahead-of-section-201-decision

Ohnehin richtig interessant, dass heute das Gerücht gestreut wurde, dass China keine US-Anleihen mehr kaufen wird. Sollte Trump einige solcher Handelskonflikte wirklich mit hohen Importzöllen gegen China lösen, dann wird es richtig spannend, denn gut 30% der Schulden der USA wird via Anleihenkauf von China finanziert. Sollte China dann wirklich keine US Staatsanleihen mehr kaufen, dann kann man gespannt sein wer die fehlenden gut 300 bis 400 Mrd. $ in den kommenden 4 Jahren für die USA finanzieren wird. Da haben garantiert einige Amis ein laues Gefühl in der Bauchgegend.

Von den 14,6 GW an Solarmodulen, die in 2016 in den USA verbaut wurden, waren 80% davon importiert:

1. Malaysia 36% (u.a. First Solar, Jinko, Trina Solar)
2. Südkorea 21% (u.a. Hanwha Q-Cells)
3. Vietnam 9% (u.a. Canadian Solar, Bonvieto)
4. Thailand 9% (u.a. Motech, Trina Solar)
5. China 8%
Rest 17% (u.a. Japan, Mexiko, Singapur)

Zum Schluß aber noch eine gute News: Die Türkei verdreifacht ihre Solarneuinstallation mit 1,7 GW in 2017. Damit ist die Türkei hinter Deutschland die Nr. 2 in Europa im letzten Jahr gewesen:

https://www.pv-magazine.com/2018/01/10/...1-7-gw-of-solar-pv-in-2017/

Hier mal die Top 10 Europas von 2017 nach Solarneusinstallationen:

1. Deutschland 1,9 GW   (2014: 1,9 GW/2015: 1,45 GW/2016: 1,5 GW)
2. Türkei 1,7 GW   (2014: 0,04 GW/2015: 0,25 GW/2016: 0,57 GW)
3. Großbritannien 0,9 GW   (2014: 2,6 GW/2015: 4,1 GW/2016: 1,9 GW)
3. Niederlande 0,9 GW   (2014: 0,38 GW/2015: 0,4 GW/2016: 0,6 GW)
5. Frankreich 0,8 GW   (2014: 0,9 GW/2015: 0,9 GW/2016: 0,56 GW)
6. Italien 0,4 GW   (2014: 0,4 GW/2015: 0,3 GW/2016: 0,37 GW)
7. Ungarn 0,3 GW    (2014: 0,05 GW/2015: 0,06 GW/2016: 0,01 GW)
8. Portugal 0,25 GW    (2014: 0,14 GW/2015: 0,06 GW/2016: 0,08 GW)
8. Schweiz 0,25 GW   (2014: 0,3 GW/2015: 0,3 GW/2016: 0,25 GW)
8. Russland 0,25 GW   (2014: 0,01 GW/2015: 0,03 GW/2016: 0,15 GW)  
10.01.18 18:42 #15124 Einfuhrzölle
@ulm

Gilt das auch für Wechselrichter?

Wären da Solaredge und Enphase auch betroffen ?  
12.01.18 16:24 #15125 Günstiger
wie 20 Euro wird die Aktie jetzt wohl nicht mehr und es scheint als hätte ich den Zug verpasst. Mal sehen ob vielleicht doch noch eine Einstiegschance kommt.

VG und schönes We
Taktueriker  
12.01.18 16:27 #15126 @takt
Guck dir mal den Jahreschart vom Euro an. Wir könnten deutlich höher stehen, aber das Teil steigt und steigt.  
12.01.18 20:17 #15127 @brody
ich weiß und kämpfe bei Barrick Gold ja mit dem selben Problem.
Hoffe da noch auf gute Zahlen und dann einen günstigen Moment zumindest einen Teil wieder in Jinko umzuschichten...  
15.01.18 14:23 #15128 Gap bei 20 eigentlich geschlossen....
Gap bei 20 eigentlich geschlossen....gibt es andere Meinungen?  
15.01.18 18:07 #15129 Brody
Mal ist es der Euro oder das Öl die strafzölle die Überkapazität, dann geht einer von den solaris in insolven...Aber das Jinko bei der Ausgangslage praktisch nur Geld wechselt ist das größte Problem !!!  
17.01.18 10:18 #15130 Interessante Personalie
Der ehemalige Finanzchef von Jinko Longgen Zhang, war auch einer der Jinko Gründer und sitzt im Jinko Aufsichtsrat, wird Chef des chinesischen Polysilziumhersteller Daqo:

https://renewablesnow.com/news/...-jinkosolar-director-as-ceo-598541/

Vor 2 Wochen ist der Daqo-Chef von seinem Posten zurückgetreten, obwohl es bei Daqo aufgrund der hohen Polysiliziumpreise läuft wie am Schnürchen.

Ob das was dahinter steckt keine Ahnung, aber eine solche merkwürdige Konstellation habe ich bis dato noch nie gesehen. Zumal ja die Solarbranche sehr eng verzahnt ist.

Auch charttechnisch könnte sich was anbahnen. Das Bollingerband bei Jinko wird enger und enger. Ist ja auch logisch, denn die Aktie läuft nun seit über 4 Wochen seitwärts. Der Spread zwischen oberen und unterem Bollingerband ist gerade mal noch 1,50 $. So eng war es zum letzten Mal im Mai 2017.

Jeder wartet wohl auf die Trumpsche Entscheidung mit den Importzöllen, die nach Medienberichten in dieser Woche erfolgen soll, und es wird gemutmaßt, dass die Importzölle für Module und Zellen zwischen 30% bis 50% liegen sollen.  
17.01.18 17:05 #15131 Sehr interessant
Könnte ja Vorteile mit sich bringen.
Zumindest beim ein kauf von Silizium.Bei Knappheit kommt Jinko vielleicht besser dran wie andere Konkurrenten.
Kurs verlauf ist echt sehr aussergewöhnlich.So eine Stille über so ein langen Zeitraum kennt man gar nicht.
Wäre ja eine horror meldung so hohe Importzölle.
Da kann es ja nur noch Abwärts gehen.
 
17.01.18 17:25 #15132 Wäre ja eine horror meldung so hohe Impor.
Naja seit klar war, dass es zu Untersuchungen bezüglich US Importzölle kommen wird sind ja die Modulpreise in den USA schon kräftig gestiegen um gut 20 bis 30%. Es kommt jetzt natürlich immer auch darauf an welchen Preis man als Grundlage für die Zölle nimmt.

Es wird ja wild rum spekuliert was nun wirklich passiert, denn kommen hohe Zölle, dann werden die Chinesen das mit Sicherheit nicht unbeantwortet lassen. Es gibt nun schon Gerüchte, dass Trump seine Deadline um 90 Tage verlängern wird (Deadline wäre am 26. Januar), so dass seine Handelsmannschaft Verhandlungen aufnehmen könnte z.B. mit den Chinesen, aber auch mit den Südkoreaner und den Malaysianer, denn von diesen 3 Ländern wird der Großteil der Module in die USA importiert. Bei den Zellen ist das Taiwan. In den USA dürfte mittlerweile klar sein, dass hohe Importzölle große Wellen schlagen wird und zwar nicht nur in China.

Hier mal von den eigentlich immer gut informierten "Greentech Media" ein guter Artikel dazu von heute Mittag:

https://www.greentechmedia.com/articles/read/...ions-trump#gs.y0FyJ8A

Niemand weiß was genaueres. Das ist aus dem Artikel gut rauszulesen,
 
17.01.18 17:55 #15133 Okay warten wir es mal ab.
Danke für die hilfreichen Informationen.
 
17.01.18 18:00 #15134 Okay warten wir es mal ab.
Danke für die hilfreichen Informationen.
Sehr Interessant auch ,die Info zum eventuellen projekt Volt.
 
17.01.18 21:58 #15135 Zölle
Jinko produziert doch auch in Ländern die von diesen Zöllen nicht betroffen wären. Oder sehe ich das falsch ?
Malaysia z.B. .
Ich sehe hier nur gute Einstiegspreise  
18.01.18 11:09 #15136 Reaktion
auch wenn die Zölle hoch ausfallen, könnte es nach oben gehen. Die Ungewissheit ist meistens das Schlimmste. Wenn sie Nachricht raus ist und man mit den Zahlen rechnen kann, glaube ich, das es hoch gehen wird!!  
18.01.18 16:30 #15137 Nachgekauft
ich habe jedenfalls nochmal knapp 500 Stück nachgekauft. Am unteren Bollinger und fast auf der 200 Tage Linie (Dollar).  
18.01.18 21:56 #15138 Mein Plan
mit Barrick ging leider nicht auf.
Somit bin ich jetzt dort wieder dick in den Miesen und geh in Jinko wohl nur rein wenn nochmal ein Downer bzw. Barrick nochmal die Kurve kriegt.
Läuft einfach nicht derzeit, aber so ist nun mal das Spiel Börse.

Vg
Taktueriker

 
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