Ford poliert die Kasse auf

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neuester Beitrag:  21.05.08 15:02
eröffnet am: 05.12.06 07:48 von: taos Anzahl Beiträge: 3
neuester Beitrag: 21.05.08 15:02 von: uhuj Leser gesamt: 7678
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05.12.06 07:48 #1 Ford poliert die Kasse auf
Der angeschlagene US-Autokonzern Ford könnte einem Zeitungsbericht zufolge die Luxusmarken Jaguar und Land Rover verkaufen. Die beiden Marken würden größtenteils nicht für die Absicherung des Milliardenkredits verwendet, den Ford in der vergangenen Woche zur Finanzierung seines Sanierungsprogramms aufgenommen hatte, berichtete die Branchenzeitung "Automotive News" am Montag.

Lediglich ein Land-Rover-Auslieferungszentrum in den USA werde als Bürgschaft aufgeführt. Unter diesem Aspekt stehe einem Verkauf der Marken kaum etwas im Weg.

Volvo-Vermögenswerte würden dagegen für die Absicherung des Kredits herangezogen. Dies deute an, dass Ford keinen Verkauf der schwedischen Automarke plane, schrieb die Zeitung. Ein Sprecher von Ford in Europa lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Bislang hatte Ford-Chef Alan Mulally lediglich den Verkauf der Luxusmarke Aston Martin angekündigt.

Ford hatte den 18-Milliarden-Dollar-Kredit unter anderem mit ausgewählten Werken und Immobilen hinterlegt. Das Unternehmen finanziert damit zum Teil seinen Umbau. Angesichts eines Milliardenverlusts im abgelaufenen Quartal will Ford 16 Werke schließen und bis zu 45.000 Stellen streichen.

Neben den Kosten für die Restrukturierung macht eine fehlgeschlagene Modellpolitik dem Konzern zu schaffen. Zuletzt verlor das Unternehmen Marktanteile, weil angesichts des hohen Benzinpreises US-Autokäufer sparsame japanische Modelle den spritschluckenden US-Geländewagen vorziehen.

Adresse:
http://www.n-tv.de/740427.html
 

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01.01.07 20:36 #2 Viel Arbeit für den Ford-Chef

von Kristina Spiller (Hamburg)

Ford-Chef Alan Mulally muss den taumelnden Traditionskonzern schnell aufrichten - denn der Rivale Toyota wird den zweitgrößten US-Autobauer wie auch den Marktführer General Motors schon bald überholen.

Der anbrechende Morgen hat die Dunkelheit noch nicht aus Dearborn vertrieben. Ruhig liegt die Stadt da, im US-Bundesstaat Michigan. Alan Mulally tastet sich durch die Garage, steigt in den neuen Mercury Milan, greift nach dem Lichtschalter - und fasst ins Leere. Jeden Tag fährt der neue Ford-Chef ein anderes Modell des Autokonzerns - Überraschungen inklusive. Erst mit der Garagenlampe findet der 61-Jährige schließlich den Lichtschalter des Wagens.

Die Anekdote wird in der Branche erzählt, wenn es um die Probleme der US-Autobauer geht. "Wir sind einfach nicht konkurrenzfähig", knurrt Mulally, wo er kann. Vereinfachen sei "absolut entscheidend". Seit September 2006 führt er den zweitgrößten US-Autokonzern und sucht nach einem Weg aus der Krise. Denn wie General Motors (GM) und Chrysler verliert Ford von Monat zu Monat weitere Marktanteile an Rivalen aus dem Ausland.
 
Dabei wird das neue Jahr die Probleme der drei US-Traditionskonzerne eher noch verschärfen. Das US-Wirtschaftswachstum lässt nach, Autokäufer schnüren ihre Geldbörsen weiter zu. Nach einem Plus von 3,2 Prozent 2006 erwartet Fitch-Analyst Mark Oline für dieses Jahr nur noch ein Wachstum von 2,4 Prozent. Das dürfte den US-Autobauern die im Sommer anstehenden Verhandlungen mit der Gewerkschaft UAW erschweren. Es geht um flexiblere Arbeitszeiten, geringere Löhne und weniger Krankenkassenkosten. Wobei die Unternehmen ihre Modellpolitik noch längst nicht im Griff haben.

Neue, spritsparende Modelle fehlen

Vor allem Ford fehlen neue Fahrzeuge, die den Wechsel der Kunden zu Rivalen wie dem japanischen Autobauer Toyota stoppen. Hohe Benzinpreise, zu große, spritfressende Modelle und Qualitätsprobleme haben den drei großen US-Autobauern bereits Milliardenverluste beschert. Toyota punktet bei den Autokäufern dagegen mit effizienten, kleineren Wagen. Branchenexperten erwarten, dass der japanische Konzern dieses Jahr erst Ford und dann auch GM überholt.

"Wenn wir so weitermachen, werden dies drei US-Autokonzerne weiter an Größe und Wichtigkeit verlieren", warnt der ehemalige Boeing-Manager Mulally. Viel Zeit blieb ihm nicht, sich von der Luftfahrt in die Materie der Autobauer einzuarbeiten. Allein Ford fuhr von Januar bis Ende September 2006 rund 7 Mrd. $ Verlust ein. Vor zehn Jahren noch bei 25 Prozent, ist Fords US-Marktanteil auf 17,7 Prozent gefallen. Während der Absatz des Konzerns 2006 um acht Prozent sank, stieg der Toyotas um 13 Prozent. Immerhin: Seine 87-jährige Mutter beginne ihre Briefe schon mit "Hi, Car Guy", spaßt Mulally.

Einst leidenschaftlicher Fahrer der Toyota-Nobelmarke Lexus, schürt Mulally nun neue Hoffnung für Ford. "Es gibt keinen Grund, warum wir Ford nicht retten können", sagte er kürzlich. Das blaue Oval des Ford-Logos werde wieder glänzen. Schon Boeings Produktionssystem hatte er schließlich - mit Toyota als Vorbild - auf Effizienz getrimmt.

Dafür versucht Mulally wie auch GM-Chef Rick Wagoner einen Neuanfang - mit der Entlassung von 38.000 Arbeitern in den USA, Werksschließungen und dem Austausch vieler Topmanager. Eine Neuverschuldung von 23 Mrd. $ soll Spielraum geben. 2009 könne Ford wieder Gewinne einfahren, so Mulally.

US-Absatz sinkt

Solch ein Radikalprogramm hatte schon GM Luft verschafft. Auch DaimlerChrysler legt für die US-Tochter 2007 einen Sanierungsplan auf. Bei Chrysler erwarten Experten ebenfalls Fabrikschließungen, um Überkapazitäten abzubauen. Die Konzerne kämpfen um Anteile in einem schrumpfenden Markt. 2007 würden in den USA voraussichtlich nur 16,3 Millionen Autos verkauft - nach einem Rutsch auf 16,5 Millionen 2006, schätzt Global-Insight-Analystin Rebecca Lindland.

Mulally hat sich auch die größte Schwachstelle Fords gegriffen: die Modellpalette. "Ford hat einfach keine Autos, die genügend Käufer anlocken. Da steht GM besser da", sagt Lindland. Mulally will nun bei allen acht Konzernmarken ein "Ford-Gefühl" hervorrufen, wie er es nennt. Dafür treibt er seinen Führungskräften die Idee aus, jeder Ford solle einzigartig sein. Jüngst habe er seinen Managern zwölf verschiedene Metallgestänge vorgelegt, mit denen in Ford-Modellen Motorhauben aufgehalten werden, schreibt das "Wall Street Journal". Das seien kostspielige Variationen, ohne dass es Autokäufer interessieren würde, habe Mulally ihnen vorgehalten.

An einem anderen Morgen in seiner Garage drückte Mulally bei einem Ford Escape den vermeintlich richtigen Schalter für das Licht - und die Scheibenwischer setzten sich in Bewegung.

Die größten Sorgen der "großen drei"

Wirtschaftsflaute: Experten warnen, 2007 würden die Probleme für die US-Autoindustrie noch größer. "Das Wirtschaftswachstum nimmt ab", sagt Fitch-Analyst Mark Oline. Das macht es den US-Autobauern General Motors (GM), Ford und Chrysler noch schwerer, Kunden zu gewinnen.

Gewerkschaften Im September beginnt eine neue Verhandlungsrunde zwischen den US-Autokonzernen und der Gewerkschaft UAW, bei der die Unternehmen um möglichst geringe Personalausgaben kämpfen. Autobauer aus dem Ausland haben bislang einen Kostenvorteil im Vergleich zu den US-Konzernen, weil sie fast nur Arbeiter beschäftigen, die nicht in der UAW organisiert sind.

Neue Modelle Der japanische Rivale Toyota hat so viel Erfolg mit seinen wenig Sprit verbrauchenden Modellen, dass er 2007 Ford und GM nach Prognosen von Analysten weltweit beim Absatz überholen wird. Schon 2006 trugen nur noch 54,6 Prozent der in den USA abgesetzten Autos die Markenzeichen von GM, Ford oder Chrysler. 2005 war der Anteil der einst fast den gesamten US-Markt beherrschenden Konzerne auf 57 Prozent gerutscht. Hohe Benzinpreise sowie spritfressende Geländewagen und Pick-ups in der Modellpalette haben die Kunden vertrieben. Nun müssen die drei US-Autobauer gegensteuern. Vor allem Ford hat allerdings noch immer kaum neue, effiziente Modelle im Angebot.

Gruß

uS  
21.05.08 15:02 #3 viel arbeit für den ford chef
immerhin mittlerweile gewinn im ersten quartal erwirtschaftet,das ist doch garnicht so schlecht..oder ?gibt es meinungen ?  

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