Die E3 hat ausgedient

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eröffnet am: 02.08.06 11:46 von: lancerevo7 Anzahl Beiträge: 1
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02.08.06 11:46 #1 Die E3 hat ausgedient
LOS ANGELES – Die E3 wird es ab 2007 nicht mehr wie im bisherigen Rahmen geben. Hotel statt Messegelände, 5´000 statt 60´000 Besucher. Offenbar wollen die grossen Publisher somit die Konkurrenz aushebeln.

Die bisher grösste Spielemesse E3 hat ausgedient. Die jährlich im Los Angeles Convention Center abgehaltene 3-tägige Gameshow wird auf ein «intimes» Meeting zwischen Entwicklern und Presse in verschiedenen Hotels in L.A. zusammengestaucht. Dies gab Douglas Lowenstein, Präsident des US-amerikanischen Verbands der Publisher bekannt.

Die Änderungen kamen offenbar auf Druck der Top-Player im Markt wie Sony, Microsoft, EA und THQ zustande. Ihnen wurden die Auftritte an der E3 zu teuer. Alleine die Mieten für den Stand kosteten die Game-Giganten bis zu 12 Millionen Dollar (14,7 Mio. Franken). Weitere 50 bis 70 Millionen Franken verschlangen Hotels und Taxis für die Angestellten während der Messe. Von den grossen Publishern scheint einzig Nintendo mit dem Entscheid nicht glücklich zu sein, wie ein äusserst wortkarges Statement mit dem Hinweis, Fragen zum Entscheid seien an den Verband zu stellen, vermuten lässt.

Weiter gibt Lowenstein gegenüber dem «Wall Street Journal» offen zu: «Einige Publisher waren frustriert, weil sie im Riesen-Rummel der E3 ihre Message nicht mehr an den Mann brachten».

Auf den Punkt bringt es Kevin Levin vom «Bioshock»-Entwickler «Irrational Games»: «Eine gute Nachricht für die grossen, eine schlechte Nachricht für die kleinen Entwickler und Publisher. Wir hatten eine riesige Aufmerksamkeit mit «Bioshock», obwohl wir es nur in einem kleinen Zimmer mit einem mittelgrossen TV-Gerät zeigten. Dies dürfte einige Aussteller, die Zillionen von Dollars in ihren Auftritt bliesen und weniger Aufmerksamkeit auf sich zogen, ziemlich frustriert haben.»

Und Levin gegenüber «Gamespot.com» weiter: «Die grossen Publisher mit vielen Titeln können weiterhin ihre eigenen Shows organisieren, Journalisten einfliegen, ihnen zu essen geben, die Spice Girls wiedervereinen, und so weiter. Als kleinerer Player im Markt ist man hier der Verarschte».

Gewinner der Schrumpfung der E3 dürften vor allem die beiden grossen Konkurrenzmessen, die «Games Convention» in Leipzig und die «Tokio Games Show» sein, die dank dem Wegfallen des Events in L.A. weltweit eine grössere Aufmerksamkeit auf sich ziehen dürften.

 
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