Der USA Bären-Thread

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neuester Beitrag:  16.08.18 16:49
eröffnet am: 20.02.07 18:45 von: Anti Lemming Anzahl Beiträge: 133060
neuester Beitrag: 16.08.18 16:49 von: NikeJoe Leser gesamt: 14730257
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20.02.07 18:45 #1 Der USA Bären-Thread
Dies ist ein Thread für mittelfristig orientierte Bären (keine Daytrader), die im Laufe dieses Jahres mit einem stärkeren Rückgang der US-Indizes rechnen - u. a. auf Grund folgender Fundamental-Faktoren:





1.  Zunehmende Probleme im US-Housing-Markt wegen Überkapazitäten, fallender Preise,
    rückläufiger Verkaufszahlen und fauler Hypotheken, vor allem im Subprime-Sektor

2.  Auf Grund dessen mögliche Banken-, Junkbond- und/oder Hedgefonds-Krise
    (HSBC warnte bereits)

3.  Überschuldung der USA im Inland (negative Sparquote, Haushaltsdefizit)
    und im Ausland (Handelsdefizit)

4.  Möglicher weiterer Wertverlust des Dollars zum Euro (zurzeit bereits über 1,30)

5.  Anziehende Inflation wegen Überschuldung und unkontrollierten Geldmengenwachstums

6.  Weitere Zinserhöhungen der Fed zur Inflationsbekämpfung

7.  Rückgang des US-Konsumentenvertrauens und weniger Konsum wegen der
    Liquiditätsrückgänge und drückender Housing-Schulden

8.  Rückabwicklung von Yen-Carry-Trades, weil Japan die Zinsen erhöht
    -> Ende der "globalen Hyperliquidität"

9.  Probleme im Irak, wachsende Kriegsgefahr in Iran/Nahost, Ölpreis-Anstieg

10. Terrorgefahr

11. Überbewertung der US-Aktien (das DOW-JONES KGV für 2006 liegt bei 24,25,
    das des SP-500 bei 19)

12. Aktien-Hausse der letzten vier Jahre verlief ohne nennenswerte Korrekturen
    (untypisch)





Dieser Thread soll meinen inzwischen leider teilweise gelöschten Doomsday-Bären-Thread ersetzen. Außerdem möchte ich in diesem Eingangsposting deutlich machen, dass der Fokus auf USA liegt (der DAX spielt nur am Rande eine Rolle, da die wirtschaftliche Lage hier zu Lande besser ist).

Ich wünsch mir in diesem Thread eine faire, offene und vor allem sachliche Diskussion, möglichst wenig persönliche Querelen, Beleidigungen und sinnlose Hahnenkämpfe. Wer notorisch stört und Unfrieden stiftet oder rassistische Sprüche ablässt, kommt auf die Ignore-Liste (was weitere Postings hier verhindert).
 
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133034 Postings ausgeblendet.
10.08.18 16:38 #133036 zu # 034
Ja, mach das, Katzenpirat, denn irgendwann kommt die Stunde der stark verfallenen Aktien, wie uns einige Börsen-ANALytiker immer mal wieder glauben machen wollen! Dies gilt insbesondere für Rohstoffwerte, deren Firmen laut "Unternehmensschönschreibern" kurz vor entscheidenden Durchbrüchen in der Exploration stehen. LOL! Bei Biotechwerten ist das nicht anders, nur dass diese "kurz vor entscheidenen Durchbrüchen" in der Forschung bzw. bei klinischen Studien stehen (sollen).  

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10.08.18 16:46 #133037 @Katzenpirat: Ich besitze Sibanye Aktien!
Die habe ich zufällig erhalten. Aus dem Spin-Off von Gold Fields (auch so ein mieses Unternehmen!).

Am Anfang liefen die Aktien super gut, doch ich verabsäumte (als Investor, früher dachte ich, dass das Investments sind ????) im Bereich von US$ 20 zu verkaufen! Das ist ein Südafrikaner. Da würde ich niemals mehr hingreifen. Die Schwarzen übernehmen da sukzessive die Macht. Vertraust du solchen Managern? Ich möchte hier nicht pauschalisieren. Aber die haben noch niemals bewiesen, dass sie Unternehmen gut führen könnten.


 
10.08.18 16:55 #133038 Trump bewirkt bislang nichts
Überschuss im Handel mit den USA stabil

https://www.n-tv.de/wirtschaft/...den-USA-stabil-article20567521.html

naja, es gab ja auch noch keine nennenswerten zölle auf die eu einfuhren...  
10.08.18 16:57 #133039 @wawidu: Biotech?
Ja, das ist schon spekulativ, keine Frage, nur was die in den letzten 2 Jahrzehnten an tollen Dingen aus dem Hut gezaubert haben, ist schon fast gottähnlich!

Ich denke einmal an Abbott, bzw. der Ausgliederung AbbVie und dem Erfolgsmedikament Humira. Das ist ein Biologika.

Ein Bekannter hat eine spezielle Autoimmunerkrankung, die eine Arthritis der Gelenke hervorruft. Er hatte große Probleme, bis er erstmals dieses Wundermedikament bekam (Injektionslösung). Später wandelte sich die Erkrankung und er musste das Medikament umstellen. Zuerst werden dann natürlich andere "billigere" Medikamente erprobt. Doch die halfen nicht richtig. Jetzt bekommt er ein Mittel von Merck & Co., bzw. einer Biotech Tochter. Und wieder wirkt dieses Mittel wie ein Wunder. Er kann damit beschwerde-frei leben und ist fitter als Leute, die 20 Jahre jünger sind als er!

Der kleine Haken dabei ist der Preis. Dieses Mittel kostet am freien Markt eur 2.200 PRO Monat! Also entweder hat man eine gute Krankenversicherung, die das bezahlt, oder man ist reich... oder man wird mit solch einer Erkrankung zum Krüppel und stirbt früh.


 
10.08.18 17:11 #133040 Nein, habe sie nur als besonders
exemplarisch für Träume von angehenden Privatiers genannt... hochspekulativ, mit riesigen Hebel aufgrund der hohen AISC von fast 1200 $. Mittlerweile setzen sie v. a. auch auf Platin. Es erstaunt mich schon ein wenig, dass du die Papiere über den Sommer 16 hinaus behalten hast. (Denn du weisst ja bestens, was schnell hoch hinauf geht, geht auch rasch und tief wieder runter).
Über den besorgniserregenden Zustand von Südafrika haben wir ja schon an anderer Stelle diskutiert. Ich befürchte auch, das endet nicht gut. Ich hoffe nicht, dass sie den ganzen Weg gehen, der Simbabwe gehen musste.  
10.08.18 17:25 #133041 @KP: Sibanye
Leider hatte ich das nicht mehr so genau beobachtet und im Sommer 2016 (also die Explorer und Minenaktien wieder flogen) diesen Peak versäumt, bzw. es wieder einmal verabsäumt hier Kasse zu machen. Das war eine wirklich große Chance gewesen. Naja, vielleicht bekomme ich nochmals eine kleine Chance ??? Bevor all diese Minenunternehmen pleite sind. Das ist zwar unwahrscheinlich, wäre aber zumindest theoretisch möglich! Einige Pleiten bei Explorern habe ich da bereits miterlebt.

Der Goldpreis könnte bekanntlich ganz unabhängig von den Minen weiter fallen... so lange bis die alle weg sind.

 
10.08.18 18:39 #133042 Was da so abgeht im Biotech/Pharma Sek.

Darf ich vorstellen:  India Globalization Capital Inc. (IGC), Sitz in Delaware/USA, Aktienhandel an der AMEX. 2006 IPO mit 60 $. Geschäftsgegenstand: ein Konglomerat von Firmen in Indien (Verleih von Baumaschinen), der Äußeren Mongolei (Eisenerzschürfung), China (unbekannt), Hongkong (Elektronikartikelverkauf) und Malaysia (Beteiligung an einem Luxushotel) - Projekte, deren Existenz wohl niemals von der SEC überprüft wurden, und die allesamt gescheitert sind. Doch der CEO Ram Mukunda, ein gebürtiger Inder, ist sehr erfinderisch. Seit 2017 setzt er voll auf das Pferd "Cannabis-basierte Medikamente" und hat die Firma umbenannt in IGC Pharma. Was diese Firma so alles zu bieten hat, siehe hier:

https://igcpharma.com/   Ergötzt euch mal daran! Und ebenfalls an dem Chart.

Der Witz: Bislang wurde laut Geschäftsberichten noch kein einziger Cent für Forschung und Entwicklung ausgegeben.

 

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10.08.18 19:51 #133043 Ergänzung zu # 042

Was ich zu erwähnen vergaß:

1. Die Trägergesellschaft aller früheren und aktuellen IGC Firmen ist India Globalization Capital Mauritius Ltd, also in einem "Steuerparadies" angesiedelt.

2. Im November 2017 habe ich den Plan von IGC Pharma, deren "viel versprechende Cannabis-basierte Produkte" über eine windige Hamburger Firma Anfang 2018 zuerst auf den deutschen Markt zu bringen, der als besonders geeignet dafür erschien "weil die Deutschen versessen auf alternativ-medizinische Produkte sind", durchkreuzt, indem ich der Bundeszentrale für Verbraucherberatung eine entsprechende Information zukommen ließ. In diesen Plan war übrigens auch die Deutsche Cannabis AG, ebenfalls eine sehr windige Gesellschaft, involviert. In Deutschland stehen diese Produkte jedenfalls bislang nicht zum Verkauf.

 
12.08.18 13:30 #133044 Drohender "Super GAU"

Nein, einen solchen male ich keineswegs für die globalen Aktienbörsen, speziell die US-Börsen, an die Wand. Dieser droht in einem ganz anderen - existenziellen - Sektor. Vielleicht hat  jemand die heutige Vormittagssendung "sonntags" im ZDF gesehen. Die darin aufzeigten Fakten sind schockierend, für mich als gut orientierter Umwelt"experte" und langjähriges NABU Mitglied jedoch nichts Neues. Da es auch in unserer Region kaum noch Insekten und einen erschreckenden Schwund an Vögeln gibt (kaum noch Schwalben, Amseln, Finken, Stare, Goldammern, Rotschwänzchen, Rotkehlchen, Zeisige, Meisen u.a.m.), füttere ich - im Verein mit einigen Nachbarn - bereits seit Juni an zwei verschiedenen Futterplätzen mit Körnersaat, speziell mit Sonnenblumenkernen, zwei Mal am Tag. Zum Glück  bietet ein großer Gartenmarkt in Trier diese Vogelnahrung immer noch in großen Gebinden recht preisgünstig an. Laut Aussage des Ressortleiters ist die Nachfrage steigend, da viele Vogelliebhaber mittlerweile den Ernst der Lage erkannt haben.  

Wer diese Sendung verpasst hat, kann sie sich hier anschauen:

https://www.zdf.de/gesellschaft/sonntags/rettet-die-voegel-102.

 
12.08.18 13:37 #133045 Korrektur zu # 133044
13.08.18 07:00 #133046 Ungebremste Marktmacht von Google und C.
https://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/...te-machtzunahme/

.. die enormen Börsenwerte nicht nur von Apple, sondern auch von Microsoft, Amazon, Facebook oder Google (bzw. ihrer Muttergesellschaft Alphabet) sind ... Ausdruck für die gigantische Macht, über die diese Unternehmen mittlerweile verfügen. ... Schon jetzt dominieren sie die US-Börse, und es sind vor allem sie, die die Kurse in den USA nach oben getrieben haben.

In einer Marktwirtschaft mit ausreichender Konkurrenz müsste man erwarten, dass die hohen Gewinne andere und neue Anbieter auf den Plan rufen, die die Profite der Marktführer mit ähnlichen oder sogar besseren Produkten und Diensten streitig machen.

Doch das geschieht nicht, wie nicht nur die Börsenentwicklung zeigt. Gemäss einer Recherche der «New York Times» dominieren allein die beiden Unternehmen Google und Apple zu 99 Prozent die Software von Smartphones. In den USA fliessen 59 Prozent aller Online-Werbeeinnahmen an Google und Facebook. In der Schweiz ist der Anteil der beiden mit 62 Prozent (für 2017) sogar noch höher.

Der geringe Konkurrenzdruck erklärt sich auch mit den Eigenheiten dieses Marktes. Je mehr Kunden die Techunternehmen haben, desto geringer sind ihre Kosten pro Kunde, denn die Kosten bestehen hauptsächlich in der Bereitstellung von Software. Und je mehr Nutzer eine solche Firma hat, desto wertvoller ist ihr Angebot für andere: Jeder will über den Dienst kommunizieren, den alle anderen auch nutzen.

Wer die meisten Nutzer weltweit hinter sich schart, hat deshalb gewonnen. Aus diesem Grund lohnt es sich für diese Unternehmer, Dienstleistungen wie etwa Google Maps gratis anzubieten und so Nutzer zu gewinnen. Ausserdem «bezahlen» diese Nutzer mit der Preisgabe von Daten über sich. Und diese Daten festigen die Macht und die Unangreifbarkeit der Techmultis noch weiter.  
13.08.18 09:19 #133047 Löschung

Moderation
Moderator: st
Zeitpunkt: 13.08.18 10:09
Aktion: Löschung des Beitrages
Kommentar: Moderation auf Wunsch des Verfassers

 

 
13.08.18 12:58 #133048 The winner takes it all!
Genau das gilt in einem weltüberspannenden Netzwerk. Damit ist klar, wer in Zukunft die Welt "regieren" wird. Es sind nicht mehr die Regierungen, es sind diese gigantischen Netzwerke, die später fast alle Menschen auf Erden erreichen können und natürlich damit beeinflussen können.

Die Frage ist ob Regierungen versuchen werden diese enorme Macht zu zerschlagen ??






 
13.08.18 13:11 #133049 @wawidu: Vogel-Thema
Vögel sind die Nachfahren der Dinosaurier...

Also ich persönlich halte nicht viel  davon, im Sommer Vögel zu füttern! Das ist ein unnötiger Eingriff in die Natur und bringt IMO nichts. Wenn sich die Umweltbedingungen verändern, muss sich die Natur anpassen (das tut sie IMMER!), oder die unangepasste Art wird zurückgedrängt. Dann kommen andere Arten, die besser angepasst sind.

Schwalben gab es in meiner Kindheit bei uns viele. Heute gibt es sie kaum noch. Aber das hängt sicher mit der Veränderung der Umwelt zusammen. Es gibt heute keine Viehwirtschaft mehr und dadurch viel weniger Insekten.

Bei mir im Garten gibt es viele verschiedene Vögel, die ich täglich (je nach Jahreszeit!) sehen und hören kann. Die meisten erkenne ich schon am Ton. Viele Arten gab es in meiner Kindheit bei uns nicht!

Klar in den Agrar-Monokulturen ist nicht das Paradies für Vögel.


 
13.08.18 13:30 #133050 Lichtverschmutzung
Das ist in der Tat ein Problem. Vor allem seit die LED-Technologie (wird von den Lobbyisten massiv vorangetrieben) diese Lichtverschmutzung überall massiv ausweitet. Jetzt gibt es energetisch keine Hemmungen mehr. Es wird mittlerweile extrem beleuchtet. Sieht man überall auf den Straßen. Alles extrem und mit kaltem weißen Licht. Warum weiß ich nicht. Es ist IMO das Unverständnis der Behörden, die nur Angst vor den Juristen haben, die vorgeben, dass es möglichst taghell sein muss, damit es auch um 2:00 in der Nacht sehr hell und "sicher" ist.

An meinen Fensterscheiben (spiegeln leider zu stark) habe ich auch schon einige Todesfälle erlebt. Aber meist sind es Vögel die vor dem Sperber in Panik flüchten. Ich habe eine Methode entdeckt, wie ich das großteils verhindern kann. Punkte mit Sonnenöl an den Scheiben reflektieren das UV-Licht, das Vögel gut sehen können.


 
13.08.18 14:36 #133051 Flora und Fauna
Der Mensch wird bei grossen klimatischen Veränderungen die lokalen Tier- und Pflanzenarten nicht retten können, aber in schwierigen Jahren ein wenig unterstützend einzugreifen, finde ich nicht falsch. Zumindest nicht, solange der Mensch ohnehin die Lebensräume beeinflusst.

Bach- und Flussforellen ersticken bein Wassertemperaturen von 26/27 Grad, deshalb richtet man im Mündungsbereich von kühleren Nebenflüssen (z. T. gedeckte) "Erholungszonen" für die Fische ein ein. Das letzte Mal hat man das in der Schweiz 2003 gemacht. (Trotzdem sind viele Fische gestorben, die man aber wieder angesiedelt hat.) In besonders harten Wintern unterhält man Futterstellen für das Wild, man errichtet auf den Kirchtürmern Nester für die Störche, legt Trockenmauern an für die Insekten und Mauernischen für die Mauersegler und Turmfalken.
Es wäre grundsätzlich richtig, die Natur "sich selber zu überlassen". Nur ist das Vorhaben ohnehin verfälscht, so lange wir überall rein pfuschen.  
13.08.18 14:51 #133052 @KP: In die Natur pfuschen?
Ich unterstütze VOLL, dass wir die Lebensräume (wo auch immer möglich) so gestalten, dass Tiere und Pflanzen mehr Chancen haben. Auch mein Garten ist der Beweis, da er in Teilen ziemlich naturnah ist. Aber wenn ich mich in der Umgebung umsehe, bin ich eher eine Ausnahme. Hier herrscht vor allem die "Angst" vor zu viel Natur vor oder der Ordnungs-Trieb ??

Klar, man muss sich auch ein wenig achtsamer in der Natur bewegen. Bin ich doch aus Unachtsamkeit vor ein paar Wochen in meinem Garten (ZU NAHE am Nest) von einer Hornisse gestochen worden. Aber das sind eher Erlebnisse, die man vielleicht einmal im Leben hat und die generell nicht gefährlich sind. Solche Schmerzen hält jeder aus und man merkt, dass man lebt  ;-)


 
14.08.18 09:28 #133053 Wird die Türkei-Krise zum Abverkaufs-"Gru.
Eigentlich ist die Türkei wirtschaftlich zweitrangig. Das BIP liegt weltweit an zwangzister Stelle zwischen Belgien und der Schweiz: www.atanango.com/...ich-wirtschaft-bruttoinlandsprodukt--top--50--30/

Aber die Türkei ist ein Nato-Land und (immer noch) ein EU-Beitrittskandidat.

Der rapide Wertverfall der Lira ist wegen der hohen Auslandsverschuldung der Türkei ein Pfahl im Fleische Erdogans. R. Napier schreibt (unten), eine Staatspleite der Türkei wäre die größte EM-Krise aller Zeiten.

Es sieht so aus, als würde Wall Street die Türkei-Krise zum Abverkaufsgrund für die Sommer-Baisse machen wollen. (Anderenfalls hätte es diesen Abverkauf mMn aus anderen Gründen gegeben, Hauptsache man kann ab Herbst wieder zur Weihnachtsrally hochzocken... )


https://www.zerohedge.com/news/2018-08-13/...gest-em-default-all-time

Russell Napier: "Turkey Will Be The Largest EM Default Of All Time"

Regular readers of the Fortnightly will know that The Solid Ground has long forecast a major debt default in Turkey. More specifically, the forecast remains that the country will impose capital controls enforcing a near total loss of US$500bn of credit assets held by the global financial system. That is a large financial hole in a still highly leveraged system. That scale of loss will surpass the scale of loss suffered by the creditors of Bear Stearns and while Lehman’s did have liabilities of US$619bn, it has paid more than US$100bn to its unsecured creditors alone since its bankruptcy....

 

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14.08.18 09:34 #133054 Wie geht es eigentlich BlackRock börsenm.
BlackRock gilt als der größte Vermögensverwalter (Hedgefond) der Welt, quasi eine "Überbank", deren Anteilseigner die anderen großen institutionellen Hedgefonds sind und zu deren größten Kunden neben den Großbanken auch die New York Fed - der Finanzarm der Bundes-Fed - gehört. Wie man daraus schließen kann, steckt ein stark verschachteltes System dahinter.  

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14.08.18 12:48 #133055 Türkei
Ich halte das Gerede um eine bevorstehende Staatspleite der Türkei für aufgebauschte Panikmache der Presse, da die eigentliche Staatsverschuldung relativ gering ist (Debt to GDP 2017: Gross ~ 29%, Net ~23%). Man sollte hier wirklich zwischen privatem Sektor und Staat differenzieren...  
14.08.18 14:39 #133056 Die Türkei-Krise...

Anfang 2001 lag die Staatsverschuldung Argentiens wie in der Türkei momentan unter 30% des BIPs. Dennoch eskalierte die Krise in Argentinien (trotz finanzieller Hilfen durch den IWF). Im Dezember 2001 erklärte die Regierung eine Art Staatsbankrott, der Peso wertete erheblich ab. 2002 brach die Wirtschaft ein, es kam zu Unruhen...



 

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15.08.18 09:44 #133057 zu # 133053

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15.08.18 16:08 #133058 zu # 133055

Sich allein auf diese Zahlen zu stützen, die die Türkei als "grundsolide" erscheinen lassen, halte ich für zu dürftig um die finanzielle bzw. wirtschaftliche Situation in diesem Land zu beurteilen.

Hier eine Hintergrundinformation aus 2014, deren Aussagen sich bislang kaum ins Positive gewandelt haben, im Gegenteil. Laut Aussage eines türkisch-stämmigen Dozenten im Fachbereich Volkswirtschaft der Uni Trier hat sich die negative Entwicklung seither noch deutlich verstärkt:

http://www.fr.de/politik/...rtschaft-was-erdogan-verschweigt-a-610906

Und hier eine neuere Analyse eines türkischen Bloggers:
https://www.go2tr.de/2018/05/...schulden-schlagen-staatsverschuldung/

 
15.08.18 16:41 #133059 Hier stinkt's in der EU
Über 800 Milliarden faule Kredite: Hier stinkt's in der EU
Das Volumen notleidender Kredite bei Banken in der gesamten Europäischen Union (EU) belief sich nach Angaben der Bundesregierung Ende vergangenen Jahres auf 813 Milliarden Euro.

In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion bezifferte die Regierung das Volumen notleidender Kredite bei bedeutenden Banken aus der Eurozone unter Berufung auf einen EU-Bericht auf 721 Milliarden Euro, wie der Bundestags-Pressedienst mitteilte.

Die höchste Summe fauler Kredite wurde demnach mit 186,7 Milliarden Euro in Italien registriert. Es folgten Banken in Frankreich (135,5 Milliarden Euro), Spanien (106,2), Griechenland (100,8) und Deutschland (49,6 Milliarden Euro).  
16.08.18 16:49 #133060 Droht Ungemach?
Noch kann man in den USA im Finanzsystem keinen Stress erkennen. Das zeigt auch der Ausverkauf im Gold. Die Nachfrage liegt eindeutig im USD.

The loss of hundreds of billions of assets recently considered liquid by global financial institutions, through the de facto debt moratorium of capital controls, will be a huge shock to the global financial system.
 
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