Der SCO Linux Wahnsinn und Heuchelei Thread

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neuester Beitrag:  29.12.03 10:03
eröffnet am: 21.08.03 11:52 von: Zick-Zock Anzahl Beiträge: 14
neuester Beitrag: 29.12.03 10:03 von: Parocorp Leser gesamt: 10333
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21.08.03 11:52 #1 Der SCO Linux Wahnsinn und Heuchelei Thread

Diese Farce muss festgehalten werden. Diese Schlammschlacht wird in die Geschichte eingehen.

SCO verklagte vor langer Zeit einmal IBM, um spaeter daraus einen Angriff auf Open Source im allgmeinen zu machen............ und so nahm die Geschichte ihren Lauf....

 

SCO vs. Linux: Gnothi seauton

In dem Streit, ob möglicherweise Code-Bestandteile aus der Unix-Entwicklung in Linux eingeflossen und damit Rechte von SCO verletzt worden sind, ist nun ein "griechisch" gehaltener Code in den Mittelpunkt des Interesses gerückt: Auf einem Foto, das der Heise-Reporter Erich Bonnert von den Beweisen anfertigte, die die SCO Group auf ihrem Anwenderkongress in Las Vegas präsentierten, wurde der SCO gehörende Code in einem griechischen Fontgezeigt. Diese an ROT13 erinnernde Methode sollte offenbar den Zuhörern die besondere Schutzwürdigkeit des Codes signalisieren. Inzwischen ist die gesamte Powerpoint-Präsentation auf der Website des Linux-Evangelisten Bruce Perens verfügbar und wird dort ausführlich analysiert. "Übersetzt" ergeben die griechischen Zeilen folgenden Kommentar:

* As part of the kernel evolution toward modular naming, the
* functions malloc and mfree are being renamed to rmalloc and rmfree.
* Compatibility will be maintained by the following assembler code:
* (also see mfree/rmfree below)

In dieser Form stammt der Kommentar nicht aus dem frei verfügbaren Unix aus dem Jahre 1978, die SCO, damals unter dem Namen Caldera, im Jahre 2002 freigab. In dieser Form ist der Kommentar erst in System V.4 enthalten und wanderte von dort aus nach Linux, wie der Unix-Experte Greg Lehey nun auf seiner Website ausführt, die den Weg des Codes en détail verfolgt. Für Lehey ist es eindeutig, dass der zum fraglichen Kommentar gehörende Code nicht aus der BSD-Entwicklungslinie kommt, sondern 1986 bei SGI geschrieben und später unter der GPL freigegeben wurde. Dieser Code tauchte dann in Unix V.4 auf und wurde schließlich am 28. Februar 2002 von Marcelo W. Tosatti in den Linux-Code eingebracht. Tosatti war zu dieser Zeit der Hauptentwickler des virtuellen Arbeitsspeichers für die 64-Bit Architektur von Linux. Somit weise der griechische Text auf einen Transfer hin, meint Lehey.

Etwas anders sieht Bruce Perens die Geschichte. Seine Analyse (Mirror der überforderten Perens-Seite) der fraglichen Stelle verweist darauf, dass die älteste Version des fraglichen Codes bereits in Donald Knuths Klassiker "The Art of Computer Programming" im ersten Band aus dem Jahre 1968 zu finden sei. Nachfolgend sei der Code viel später von Caldera freigegeben worden und damit frei zur weiteren Veränderung. Perens beschäftigt sich mit anderen Beispielen der SCO-Präsentation, nämlich dem ebenfalls inkrimnierten Berkeley Packet Filter. Für diese Firewall, die mit öffentlichen Forschungsgeldern entwickelt wurde, existiert eine von Jay Schulist geschriebene Linux-Variante, die allein nach der Dokumentation im Clean-Room-Verfahren entwickelt wurde. Perens kommt zum Schluss, das keiner der von SCO präsentierten Beweise vor Gericht ausreichen würde, die vermeintlichen Rechte der SCO Group zu belegen.

Gnothi seauton -- heißt einer der berühmtesten griechischen Sentenzen, die nach Sokrates das Orakel von Delphi zierte: Erkenne dich selbst. Eine ultimative Aufforderung, die an SCO wie an die Gemeinschaft der Linux-Entwickler gestellt werden kann. Letztere hat nach einer ersten Durchsicht des Sourcecodes vor der öffentlichen Beweisführung von SCO festgestellt, welch grottenschlechter Programmcode in Linux existiert und hat am 4. Juli 2003 einen Patch herausgebracht, in dem der inkriminierte Code nicht mehr vorhanden ist.

Die kritische Selbstbefragung macht aber auch vor SCO nicht halt. Die Firma muss sich zumindest die Frage gefallen lassen, wie man das Eigentum an einer 17 Jahre alten Methode festmacht und gleichzeitig den Anspruch hochhält, das modernste Unix zu besitzen. Dass die SCO Group sich Code von SGI zu Eigen macht, den SGI selbst freigegeben hat, wäre eine andere Frage, die von SCO jedoch unproblematisch gesehen wird. Chris Sontag, Senior Vice President of Intellectual Property bei SCO, erklärte in einem Interview mit heise online die Bedeutung der griechischen Zeilen: "Wir besitzen sämtlichen Unix-Code in allen Versionen bis zurück zum Ursprung 1969. Wir haben sämtliche Bänder und alle Versionen durchforstet. Der fragliche Code stammt aus genau der Version von Unix System V, die wir per unterschriebenem Vertrag an SGI lizenziert haben. Diese Variante war niemals in BSD oder anderen Releases."

Das SCOforum, Auslöser all der neuen Debatten um Linux und die Zukunft von quelloffener Software, brachte nicht nur die Veröffentlichung der SCO-Beweise. Auf der Hausmesse kündigte SCO neue Software an, die unter anderem besser mit Samba zusammenarbeiten würde, betont SCO. Dieselbe Firma, die sich daran macht, die Open-Source-Bewegung zu torpedieren, nutze quelloffene Software: Gegen diese Art der Geschäftsführung haben nun Entwickler des Samba-Codes Protest eingelegt. Als unverfrorene Anmaßung sehen sie die Nutzung durch SCO, der sie freilich keinen Riegel vorschieben können. Die Freiheit in einer freien Lizenz enthält auch die Freiheit zum Missbrauch derselben. Doch auch dieser Protest der Samba-Gruppe ist nicht ohne Beigeschmack. Bekannte Samba-Entwickler wie der IBM-Mann Andrew Tridgell sind in der Protestnote nicht aufgeführt, weil ihnen "politische" Stellungnahmen von den jeweiligen Arbeitgebern verboten wurden.

Zu den jüngsten Entwicklungen im Streit zwischen SCO, der Open-Source-Gemeinde und den Linux-Firmen siehe auch:

 

21.08.2003 golem.de

Samba-Team wirft SCO Heuchelei vor
 

Bruce Perens widerlegt weitere "Beweise" von SCO

Im Streit um Urheberrechtsverletzungen durch Linux ergreift nun auch das Samba-Team das Wort und wirft SCO Heuchelei vor. Zudem gelangten mittlerweile die gesamten Folien der SCO-Präsentation an die Öffentlichkeit, in der SCO auf seiner eigenen Hausmesse erstmals öffentlich Beweise für die angeblichen Urheberrechtsverletzungen zeigte. Doch auch diese scheinen offenbar wertlos zu sein.

weiter: http://www.golem.de/0308/27042.html

 

MfG, ZiZo ariva.de

 
25.08.03 10:57 #2 Das (freie) Imperium schlaegt zurueck ?

Raymond ruft zum Abbruch der DDoS-Attacke gegen SCO auf

Die Website von SCO ist zurzeit nicht erreichbar. Hintergrund ist anscheinend eine massive DDoS-Attacke. In einem offenen Brief fordert Eric Raymond von der Open Source Initiative die Angreifer zum Abbruch der Aktion auf. "Die Konfrontation zwischen SCO und der Open-Source-Community ist zum offenen Krieg eskaliert", erklärt er. "Welche Autorität ich auch immer habe, ich möchte sie nutzen, um die DoS-Attacke zu beenden". Dafür nennt er drei Gründe: "Erstens sind wir die Guten. Aber das hat keinen Wert, wenn wir nicht auch als Die Guten wahrgenommen werden. Wir können unseren Kampf nicht mit Vandalismus oder Unterdrückung der freien Meinungsäußerung führen, dafür wird SCO uns als Cracker darstellen und sie könnten Erfolg haben. Lasst uns die moralischen Spielregeln einhalten". Zweitens, so argumentiert Raymond, verfüge die Open-Source-Community über die besseren Werkzeuge. "SCO ist beim Lügen ertappt worden, der Weg sie zu zerstören liegt im Nutzen der legalen Mittel", erklärt er. Und Drittens sei das Unternehmen sein eigener größter Feind: "Immer, wenn ein Sprecher den Mund öffnet, schaufelt er das Grab von SCO ein wenig tiefer."

Raymond bezeichnet die Auseinandersetzung mit SCO als einen "Info-Krieg" und eben so müsse er auch ausgefochten werden. Von SCO war bislang keine Stellungnahme zu erhalten. (tol/c't)



MfG, ZiZo ariva.de

 
25.08.03 10:59 #3 SCOX ist ein klasse Wert
Greetz f-h  
25.08.03 11:09 #4 wenn der eine kunde nicht mehr ist
fallen die wie ein stein.

das sind verlustbringer, lediglich die lahme diskussion oben, hat denen etwas hype gebracht. ohne die eine lizenz machen die dickes minus. ketzer gehen davon aus, daß die einen prozess gar nicht führen können, die würden vorher finanziell eingehen :)

ansonsten haben die auch so kaum noch kunden. in ihrem hauptproduktzweig (unix/linux) wird denen mit sicherheit niemand mehr etwas abnehmen. so dreist war ja bisher nichtmal onkel bill. und die denken, sie könnten eine zwangs lizenz verlangen.

sollte was an dem obige wirklich sein (was die bisher immernoch nicht bewiesen haben), würden entsprechender code innerhalb von max. 7 tagen ausgetauscht sein, und zwar weltweit. dafür stehen längst genügend programmierer bereit. nur da sco nix beweist, weiß man nicht, was man austauschen soll. ein dummes spiel, weshalb ich auch der meinung bin, das diese auseinandersetzungen nun in einen kinderkarten gehört, und nicht in die weltöffentlichkeeit.

mfg

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25.08.03 11:16 #5 MontaVista: Gemeinsam gegen SCO

Mit der Motorola-Tochter MontaVista hat sich zudem ein weiteres Unternehmen öffentlich gegen SCO gestellt und rät seinen Kunden davon ab, die von SCO geforderten Lizenzgebühren für Linux zu bezahlen. Der Spezialist für Embedded-Linux schließt sich dabei prinzipiell der Argumentation der Open Source Community an, weist zudem aber darauf hin, dass die von SCO konkret benannten Teile des Linux-Kernels, die gegen SCOs Urheberrecht verstoßen sollen, Embedded-Systeme kaum betreffe.

weiter: http://www.golem.de/0308/27077.html



MfG, ZiZo ariva.de

 
26.08.03 10:05 #6 ...

SCO: Wir halten uns die Option für weitere Klagen offen

In dem Streit, ob möglicherweise Code-Bestandteile aus der Unix-Entwicklung in Linux eingeflossen und damit Rechte von SCO verletzt worden sind, ist wieder Bewegung gekommen. Auf dem SCOForum in Las Vegas präsentierte die SCO Group erstmals in der Öffentlichkeit Code- und Kommentar-Teile, die die Vorwürfe der Firma gegen IBM und die Linux-Gemeinde beweisen sollen. Fotos des Codes, die auf heise online veröffentlicht wurden, führten zu ersten Analysen von Open-Source-Entwicklern. Weitergehende Untersuchungen brachten auch die Annahme, der griechische Text im von SCO als Beispiel für geklauten Code in Linux angeführten Beweis weise möglicherweise auf einen Transfer hin. Dies meint etwa Greg Lehey. Bruce Perens kommt allerdings zum Schluss, das keiner der von SCO präsentierten Beweise vor Gericht ausreichen würde, die vermeintlichen Rechte der SCO Group zu belegen. SCO wiederum reklamiert für sich, dass der Code durch eine Lizenz mit SGI geschützt ist.

c't sprach mit Chris Sontag, Vice President Intellectual Property SCO, und Darl McBride, Chef von SCO, über die Ursprünge des angeblich geklauten Codes, den weiteren Verlauf des Rechtsstreit und die Situation der Firma SCO.

c't: Mr. Sontag, die von Ihnen auf dem Forum gezeigten Code-Sequenzen sind von Experten analysiert worden. Ergebnis: Sie wurden von Silicon Graphics in Linux eingebracht, nicht IBM.

Bild 2 [201 x 251 Pixel @ 11,3 KB]
Chris Sontag, Vice President Intellectual Property bei SCO
Chris Sontag: Das ist richtig, dieses Beispiel stammt nicht von IBM, sondern von einem anderen unserer Lizenznehmer. Ich kann momentan nicht kommentieren, um wen es sich handelt.

c't: Die Kopie soll außerdem wesentlich weiter zurückreichen als ihre Rechte an Unix. Zudem sollen sie schon von AT&T unter BSD-Lizenz verbreitet worden sein, also frei verfügbar gewesen sein und können von dort in Linux eingegangen sein.

Sontag: Das ist ganz falsch. Wir besitzen sämtlichen Dateien dieses Codes mit dem kompletten Stammbaum in allen Versionen bis zurück zum Ursprung 1969. Wir haben sämtliche Bänder und alle Versionen des Codes durchforstet. Der fragliche Code stammt aus genau der Version von Unix System V, die wir per unterschriebenem Vertrag an SGI lizenziert und geliefert haben. Diese Version stand dem Lizenznehmer zur Verfügung und sie war niemals in BSD oder anderen Releases. Und die buchstabengetreue Kopie des Codes aus dieser Datei findet sich in Linux. Auf solche flagranten Verstöße wollen wir aufmerksam machen.

c't: Aber Sie können mit diesen Beweisen im Rechtsstreit mit IBM nichts anfangen?

Sontag: Richtig.

c't: Warum führen Sie dann ausgerechnet diesen Code öffentlich als Beweis vor? Sie führen doch Klage gegen IBM.

Sontag: Wir haben mehrere Arten der Urheberrechts- und Vertragsverletzungen gefunden. Das buchstäbliche Abkopieren des Codes war die offensichtlichste Art und wir wollten dieses auch nachweisen. Daher haben wir es im öffentlichen Vortrag gezeigt und demonstrieren das Beispiel auch unter Nicht-Weitergabe-Klausel. In IBMs Fall haben wir solche Fälle von wortgetreuem Kopieren noch nicht gefunden, haben allerdings auch noch nicht alles untersucht. Bei IBM geht es vor allem um eine andere Art von Vertragsverletzung, nämlich durch die Übertragung von abgeleiteten Ergebnissen in sehr großem Umfang. Der Lizenzvertrag sieht vor, dass alle Veränderungen des Programms und abgeleitete Fassungen innerhalb des ursprünglich lizenzierten Werkes zu verbleiben haben.

c't: Ihre Auslegung des Urheberrechts -- sowohl was direkte Kopien als auch die abgeleiteten Werke betrifft -- wird von Egen Moglen, Jura-Professor der Columbia University, als unsinnig und vor Gericht unzulässig bezeichnet.

Sontag: Moglen ist nicht gerade als Experte für Intellectual-Property-Recht (IP) bekannt. Ich habe mit IP-Fachleuten gesprochen - und die halten Moglens Interpretation für unsinnig.

c't: Ihr Anwalt, David Boies, ist aber auch kein IP-Spezialist.

Sontag: Stimmt, aber sein Spezialgebiet ist Vertragsrecht und das wird die entscheidende Waffe sein.

c't: Sie haben ihn wirklich nicht wegen seiner publikumswirksamen Rolle im Microsoft-Prozess gewählt?

Sontag: Sagen wir, der Aspekt wird uns zumindest nicht schaden.

c't: Werden Sie jetzt auch noch diesen anderen Lizenznehmer verklagen?

Sontag: Dazu kann ich jetzt nichts sagen, aber die Option halten wir uns grundsätzlich offen.

Zu der von Chris Sontag noch nicht bestätigten Urheberschaft von SGI für die von SCO gezeigten Code-Beispiele äußerte sich dann auch Darl McBride. Der SCO-Chef scheute sich im Interview mit c't weniger, Ross und Reiter zu nennen.

c't: Die von Ihnen gezeigten Code-Beispiele sollen von Silicon Graphics in Linux eingebracht worden sein, nicht IBM.

Bild 1 [200 x 251 Pixel @ 11,6 KB]
SCO-CEO Darl McBride
Darl McBride: Richtig, es waren Beispiele für buchstabengetreues Kopieren aus Unix in Linux, die bei SGI vorgekommen sind.

c't: Muss jetzt SGI auch mit einer Milliardenklage rechnen?

McBride: Möglich. Auf der sicheren Seite sind sie jedenfalls nicht. Aber wir konzentrieren uns derzeit voll auf den IBM-Fall, das nimmt schon genug Energie und Ressourcen bei uns in Anspruch.

c't: Wie will Ihre Firma eigentlich das Geld verdienen, um solch einen Prozess gegen IBM durch zu kämpfen?

McBride: Unser Cash-flow reicht dafür gut aus. Wir sind seit zwei Quartalen profitabel, haben unser Barvermögen verdreifacht auf 13 Millionen Dollar. Pro Quartal kostet uns das Verfahren rund eine Million an Rechtskosten.

c't: Kann es sein, dass ihr Hauptaktionär Canopy Group, dies finanzieren wird?

McBride: Nein, die Canopy Group hat damit nur insoweit zu tun, dass sie als großer Aktionär einen Sitz im Board of Directors hat. Finanziert wird aus dem Cash-flow des Unternehmens.

c't: IBM könnte mit ihrer Finanzmacht das Verfahren unendlich hinauszögern. Wie lange wollen Sie das durchhalten?

McBride: Je länger IBM verzögert und nicht zu einer Lösung kommt, desto mehr schaden sie sich selbst. IBM und ihre Kunden wären die Leidtragenden, wenn dies noch lange dauern sollte. Denn keiner von IBMs Kunden kann momentan eine strategische Entscheidung treffen.

c't: Andere haben ihre Entscheidung für Linux längst getroffen, inbesondere auch öffentliche Verwaltungen. In Europa und auch China ist die Unterstützung für Linux sehr groß. Fürchten Sie keine negativen Konsequenzen von dieser Seite?

McBride: Das wäre denkbar, aber von unserem Recht kann uns das nicht abbringen. Wir haben übrigens für das internationale Geschäft gerade Gregory Blepp von Suse angeheuert. Er kommt von der Linux-Seite und soll uns im internationalen Ausbau helfen.

c't: Sie gebärden sich recht martialisch auf diesem Forum. Open Source haben Sie den Kampf angesagt, da es destruktiv für die Software-Branche wird. Muss die gesamte Bewegung sterben, damit ein paar Software-Unternehmen gut leben können?

McBride: Das war eigentlich mehr auf die GPL gemünzt, nicht Open Source als Ganzes. Es gibt sehr viel wertvolle Arbeit in Open Source. Nur die extreme Auslegung, dass keinem mehr etwas selbst gehört, was er entwickelt hat, die kann so nicht bestehen bleiben. Damit werden geschaffene Werte zerstört. An der GPL muss sich etwas ändern oder sie wird auf Dauer nicht überleben. Ich habe mit vielen Vertretern der Open-Source-Seite darüber schon diskutiert.

c't: Und was haben die Ihnen gesagt?

McBride: Das Spektrum der Ansichten ist dabei sehr breit. Sagen wir mal so: Mit einigen konnte ich ganz vernünftig darüber diskutieren, dass eine Software-Firma Geld verdienen muss. Aber nicht mit allen konnte ich einen gemeinsamen Nenner finden. (Erich Bonnert) / (jk/c't)



MfG, ZiZo ariva.de

 
27.08.03 11:46 #7 SCO vs. Linux: Eingebettet ruht sich's sanft

SCO vs. Linux: Eingebettet ruht sich's sanft

Im Zuge der Besitzansprüche der SCO Group wegen angeblich geklautem Source-Code in Linux wurde Anfang August von SCO die Forderung erhoben, dass Firmen, die Embedded Linux verwenden, 32 Dollar Lizenzgebühren pro Gerät zahlen müssten. Zu dieser Forderung, die den Massenmarkt der auf Linux basierenden Kleingeräte wie Mobiltelefone und PDA nachhaltig treffen würde, gab es bislang keine Stellungnahme der betroffenen Firmen. In einem Interview mit heise online hat nun einer der großen Hersteller Position bezogen: Montavista, der gerade als Systemlieferant für das neue Motorola-Smartphone öffentliche Aufmerksamkeit genießt, ferner Lieferant für das TV-Tuner-Linux von Matsushita und Samsung, lehnt das Ansinnen der SCO Group ab.

Im Interview betonten Vizepräsident Jason Wacha und Marketing-Leiter Bill Weinberg, dass die Ansprüche der SCO Group völlig überzogen und unrealistisch seien. "Zum einen ist der Preis von 32 Dollar pro Gerät völlig unrealistisch, ein absoluter Mondpreis. Wir reden hier über einen Massenmarkt, in dem das Betriebssystem allerhöchstens ein paar Dollar ausmacht, selbst wenn es proprietär entwickelt wurde. Hier rechnet man generell mit fallenden Preisen bei großen Stückzahlen, etwa bei 10.000 oder 100.000 Einheiten. Nicht so bei SCO, da rechnet man 32 US-Dollar pro CPU. Zum anderen sind die Bereiche, in denen SCO eine Verletzung ihrer Rechte ansiedelt, also SMP, NUMA und IA64-Code, bei großen Multiprozessorsystemen anzutreffen. Selbst wenn alle Ansprüche von SCO stimmen sollten -- was wir nicht glauben --, so ist weniger als 10% von dieser Technik in unserem Bereich anzutreffen. Auch daher ist die Summe aus der Luft gegriffen. Wir fordern daher unsere Kunden eindringlich auf, nicht auf die Forderungen der SCO Group einzugehen", erklärte Jason Wacha, der vor seiner Arbeit für Montavista als gelernter Jurist in einer Kanzlei auf Lizenzfragen spezialisiert war.

Kunden, die ihn fragen, verweist Wacha auf die umfangreiche Website zum Thema SCO. Im Unterschied zu anderen Juristen glaubt Wacha nicht an ein jahrelanges Tauziehen der beteiligten Anwälte. "Das ist eine nicht fundierte Sache, die die (Linux-)Community nicht im geringsten beeinflusst. Üblicherweise dauern Verfahren dieser Art sehr lang, wenn es um Fragen des geistigen Eigentums geht, aber ich denke, dass die Sache in spätestens 6 Monaten vorüber und SCO wieder zurück in der Ecke ist. Die Reaktion aller Beteiligten ist einheitlich, die Beweise fehlen, die Community kann fix alle Stellen reparieren. Vor allem hat SCO die Open-Source-Lizenz GPL selbst einmal akzeptiert. Deshalb dieser verzweifelte Versuch, die GPL komplett zu entwerten und mit dem amerikanischen Recht unvereinbar zu erklären."

Die in der Szene beliebte Theorie, dass Microsoft hinter den Anklagen von SCO steht, möchte Marketing-Leiter Bill Weinberg nicht gelten lassen, "jedenfalls nicht im großen Bereich der Steuerungs- und Unterhaltungstechnik, für den wir Linux anpassen. Hier haben wir große, harte Konkurrenten, die nicht auf Linux setzen, aber nicht Microsoft, nicht Windows CE. Schauen Sie sich den Bereich Smartphones an, hier ist Microsoft Außenseiter. Was natürlich nicht heißen soll, dass man Microsoft nicht ernst nehmen muss. Sie können immer eine Firma aufkaufen und sehr ungemütlich werden."

Wacha wie Weinberg hoffen, dass die SCO Group so schnell wie möglich ihre Beweise auf den Tisch legt, damit alle Beteiligten reagieren können. Doch gerade in diesem Punkt ist die SCO Group eher dabei, weitere Unklarheiten zu produzieren. So ist die Gruppe der Spezialisten, die den Linux-Quellcode nach geklauten Zeilen durchsuchte, mittlerweile nicht mehr eine Gruppe von MIT-Mathematikern, wie früher von SCO behauptet. Nun heißt es nach einer Mitteilung der MIT-Webzeitung "The Tech" nur noch, dass einer der Experten mit dem MIT verbandelt war. Genaueres könne SCO nicht sagen, weil die Arbeitsverträge zur Geheimhaltung verpflichten würden. Eine beim MIT durchgeführte Suche nach möglichen Mathematikern, die als Code-Hunter gearbeitet haben könnten, blieb gemäß "The Tech" ohne Erfolg.

Zu den jüngsten Entwicklungen im Streit zwischen SCO, der Open-Source-Gemeinde und den Linux-Firmen siehe auch:

(Detlef Borchers) / (jk/c't)

 

MfG, ZiZo ariva.de

 
02.09.03 11:57 #8 Ordnungsgeld gegen SCO

Ordnungsgeld gegen SCO
Das Landgericht München I hat bereits am 28. August 2003 ein Ordnungsgeld in Höhe von 10.000,- Euro gegen die SCO Group GmbH verhängt. Das Unternehmen hatte nach Ansicht des Gerichts gegen eine einstweilige Verfügung verstoßen, die zuvor die tarent GmbH und der LinuxTag e.V. erwirkt hatten, die es SCO untersagt hatte zu behaupten, dass "die Software Linux unrechtmäßig erworbenes geistiges Eigentum von SCO beinhalte."

weiter: http://www.golem.de/0309/27238.html

MfG, ZiZo ariva.de

 
02.09.03 12:17 #9 Da ich hier gerade auf einen sco3.2v5.0.5 arbeit.

hier die Info aus erster Hand: Das ist echt ein Scheiss-System.


mfg  

Bewertung:

12.09.03 09:40 #10 Linus Torvalds findet SCO-Angebot verwirrend

"SCO spielt Lotto mit dem US-Rechtssystem"

Mit gewohnt sarkastischen Unterton weist Linux-Erfinder Linus Torvalds in einem offenen Brief die Vorwürfe von SCO-Chef Darl McBride zurück, die dieser Anfang der Woche seinerseits in Richtung Open-Source-Community abgegeben hatte.

http://www.golem.de/0309/27411.html

MfG, ZiZo ariva.de

 
25.09.03 11:42 #11 SCO sieht durch HP die eigene Position gestae.
HP will Kunden von etwaigen Ansprüchen seitens SCOs freistellen
 

SCO sieht durch Hewlett-Packard (HP) die eigene Position gestärkt, nach der Linux nicht frei ist. Auslöser für diese Behauptung seitens SCOs ist eine Nachrichtenagentur-Meldung, laut der HP plant, seine Kunden von möglichen Ansprüchen durch SCO freizustellen und selbst die Haftung für Klagen von SCO gegen HP-Kunden zu übernehmen.  

Gegenüber der Nachrichtenagentur AP hatte Martin Fink, HPs Vizepräsident für den Bereich Linux, erklärt, man werde die eigenen Kunden voll von der Haftung in Bezug auf etwaige Ansprüche seitens SCO freistellen. Würde SCO HP-Kunden verklagen, so werde HP deren Verteidigung übernehmen und für diese haften. Allerdings beschränkt sich die Haftungsfreistellung auf Kunden, die Linux von HP erwerben, beispielsweise zusammen mit entsprechender Hardware.

Lizenzgebühren an SCO zahle HP nach Aussage von Fink gegenüber AP aber nicht. Die Klärung, ob SCO im Recht ist oder nicht, wollte Fink nicht kommentieren und dem Gericht überlassen.

Für SCO ist der Fall hingegen klar: HPs Vorgehen unterstreiche, dass sich Unternehmen, die Linux einsetzen, rechtlichen Gefahren aussetzen würden. Anders als viele führende Open-Source-Aktivisten würde HP die Ansprüche von SCO nicht zurückweisen, sondern sich gegenüber seinen Kunden verantwortlich verhalten. "Mit anderen Worten, Linux ist nicht frei", so SCO in einer Pressemitteilung.

SCO fordert Red Hat, IBM und andere große Linux-Anbieter auf, sich HP anzuschließen.

Update:
Mittlerweile hat HP in einer Telefonkonferenz die Auslegung von SCO zurückgewiesen. Eine Haftungsfreistellung sei zum Wohle der Kunden lediglich die einfachste und am schnellsten umzusetzende Reaktion auf SCOs Vorgehen.




MfG, ZiZo ariva.de

 
25.09.03 12:08 #12 Moin ZiZo,
hast Du Dir schon einmal überlegt, was uns Bill, der hier ja auch schon erwähnt wurde, mit SCO angestellt hat?

Ich habe mit denen nur beste Erfahrungen gemacht!

Is mir aber zuviel zu schreiben.
Sicher trifft man sich mal wieder.

Bis denn

Willi  
05.12.03 11:35 #13 SCO: Open-Source-Entwickler sind chancenlos

SCO: Open-Source-Entwickler sind chancenlos
SCO-Chef Darl Mc Bride hat einmal mehr in einem offenen Brief Stellung zu SCOs Vorgehen gegen Linux bezogen. Dabei kündigte er an, dass dies nur der erste einer ganze Serie von Briefen ist, in denen er die Kritik an SCOs Vorgehen im Einzelnen richtig stellen werde, schließlich werde es noch mindestens 18 Monate dauern, bis das eigentliche Verfahren vor Gericht verhandelt wird. Dabei steht zunächst die "Unrechtmäßigkeit" der GPL im Fokus von Mc Brides Darstellung.

weiter: http://www.golem.de/0312/28800.html

 
29.12.03 10:03 #14 Linus Torvalds widerlegt SCOs neue Beweise
Von SCO angeführte Dateien hat Torvalds zum Teil selbst geschrieben
 

In den von SCO angekündigten Drohbriefen an Lizenznehmer und Linux Nutzer führt SCO neue Beweise an, die eindeutig belegen sollen, dass UNIX-Code unrechtmäßig in Linux kopiert wurde. Nach der Veröffentlichung eines der Briefe durch LWN.net äußerte sich Linus Torvalds zu den von SCO darin vorgelegten angeblichen Beweisen. Laut Torvalds lässt sich klar zeigen, dass die von SCO angeführten, angeblich in Linux kopierten Dateien keinesfalls kopiert wurden.



"[...] In anderen Worten: Ich denke wir können die Behauptungen von SCO, dass diese 65 Dateien irgendwie kopiert wurden, komplett niederreißen. Ganz klar, sie wurden nicht kopiert", so das Fazit von Torvalds nach einer ersten Durchsicht der Dateien.

Zwar habe er nicht den "Original-UNIX-Code" um die Quelltexte zu vergleichen, doch die Dateien die er überprüft habe, hätten definitiv keine UNIX-Geschichte. Die übrigen seinen in erster Linie errno.h, signal.h und ioctl.h und auch wenn er sie nicht analysiert habe, könne er ausschließen, dass diese aus UNIX kopiert wurden.

So nutze errno.h andere Fehler-Nummern als das "Original-UNIX". Er sei sich dem sicher, schließlich hätten die Fehler-Nummern später übersetzt werden müssen um binäre Emulationen zu erlauben.

Ähnliches gelte für "signal.h": Während Linux ursprünglich nicht über das Signal SIGBUS verfügte, wurde es später der 7 zugeordnet, während "echte UNIXe" die 10 verwenden. Auch wenn Linux in weiten Teilen die gleichen Signalnamen und Fehler-Nummern verwende, seien diese eindeutig nicht aus einem "echten UNIX" kopiert. Auf einigen Architekturen habe man die Fehlernummer allerdings an die eines "echten UNIX" angepasst.

Andere von SCO angeführte Dateien wie "include/linux/ctype.h" und "lib/ctype.h" habe er explizit selbst geschrieben und diese wären seit dem ersten Linux-Kernel mit der Version 0.0.1 aus dem September 1991 ein Teil von Linux. Torvalds dazu: "Ich habe sie selbst geschrieben (und wenn ich mir die ursprüngliche Dateien ansehe, bin ich etwas beschämt: Die Makros "toupper()" und "tolower()" sind so unglaublich hässlich, dass ich nicht zugebe würde, sie selbst geschrieben zu haben, wenn nicht jemand anderes behaupten würde, dies getan zu haben."

Zudem sei es ein Aufwand von kaum mehr als fünf Minuten, um diese Dateien zu schreiben und ihr Inhalt unterscheide sich von den entsprechenden BSD-/UNIX-Dateien, erklärt Torvalds.


www.golem.de
 
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