Deflation,Segen

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neuester Beitrag:  30.03.09 21:23
eröffnet am: 06.01.09 09:40 von: knarf.iz Anzahl Beiträge: 24
neuester Beitrag: 30.03.09 21:23 von: Leser gesamt: 1714
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bewertet mit 2 Sternen

06.01.09 09:40 #1 Deflation,Segen
Deflation. Der Rückgang von Beschäftiegung,Wirtschaftswachstum,Angst usw.usw...
Deflation=Segen: Warum?
1.Natürlicher Vorgang, Die Dienge konnen nich endlos in den Himmel Wachsen,zb Private Schulden, Private vermogen,noch mhr Autos Kaufen ,noch mehr produzieren (mier genugt Ein Auto)mit zwei kann ich nicht gleichzeitieg fahren,Die Frau Hat auch eins,Der Sohn Auch ,Der Bruder Auch die Schwester auch,kurzum alle habens und brauchen nur eins wens nimmer geht,oder zu viel Geld hobn und sie a neues kaufen.

Wenieger kaufen =wenieger Stress, muss net dafür Arbeiten, mehr Genuss der Freizeit(wenn mann es versteht sie zu Genissen)
Arbeit:Maschinen haben den grossteil der Arbeit Übernommen und wier Arbeiten noch immer wie vor 20 Jahren
zwischen 35 und 50 Stunden die Woche (Vollerwerb).Das it nicht notwendieg wen das Geld das die Maschienen
Erarbeitet haben dem volke bezahlt würde,auch rückwierkend.
Geniessen wier die Deflation und sehen gelassen in die Zukunft!
Egal was die Zukunft briengen mag ,das aller wichtiegste ist Friede und besonnenheit,denn unser WOHLSTAND STEGT AUCH DANN wenn nur ein Haus gebaut wierd und kenn anderes weckgerissen wierd.(Jeder muss naturlich sein eigenes Haus selber im guten zustand belassen und bearbeiten damitt es seinen zweck auch weiterhien
erfüllt! Am ende des Jahres ist das Land um 1 Haus Reicher troz minuswachstum!

Deflation -hochste Zeit das sie kommt  
06.01.09 09:44 #2 Defloration?Ab ins rosa Forum mit dem Schweink.
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Und der Herr sprach zu mir: "Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen."

Und ich lächelte und war froh... Und es KAM schlimmer !!
06.01.09 09:44 #3 Interessante Theorie
macht bubblefish jetzt in VWL oder was?  
06.01.09 09:47 #4 knarz
das erinnert mich stark an eine Ideologie, von der ich letztens noch einen Artikel gelesen habe.

Der Faktor Arbeit wird weniger wichtig, da Maschinen alles für uns übernehmen könnten.
Somit hat der Mensch einen Großteil an Freizeit zur Verfügung (Wohlstand erstmal gleich).
Ob er "mehr" arbeiten möchte, ist ihm freigestellt.

=>> extrinsische Anreize erzeugen mehr "Arbeit" (je nach Belieben des Individuums)

Ich meine, der Link zu diesem Text ist hier irgendwo im Forum zu finden!


Das ist zwar nicht im Rahmen der Deflation genannt,
stimmt aber grob mit deinen Erläuterungen überein.  
06.01.09 10:22 #5 Umdenken
Zukunft sichern, wier müssen Umdenken.
Geld=zu hoher Wert
Nahrungsmittel=Benotiegen alle , zu weinieg achtung.
Pervektionswahn=Wier alle machen fehler
Machtwahn=Verandwortung selber übernemmen.  
06.01.09 10:38 #6 Ich mach wohl doch noch meinen Marx/Mattick T.

...wenn das mit der Krise und der Theorie so weiter geht. Unten stehender Artikel mag als Anregung zum Nachdenken dienen oder auch nicht !

 

"Geld, Gleichheit und Ausbeutung: Eine Interpretation der Marxschen Auffassung

vom Geld  Werner Bonefeld [1] (in: Bonefeld / Holloway (Hrsg.): Global Capital, National State and the Politics of Money, 1995, Kapitel 8)

Einleitung

Seit der Deregulierung der internationalen Geldmärkte in den Jahren 1971 und 1973 ist Geld zu einer zentralen Achse des Klassenkonflikts geworden. Überall in der Welt haben Regierungen auf den Übergang von festen zu flexiblen Wechselkursen mit einer Politik des knappen Geldes reagiert. Die staatliche Austeritätspolitik erwies sich jedoch als Fehlschlag - zunächst in der Rezession zu Beginn der 80er Jahre, dann in der »Schuldenkrise« der 80er Jahre und schließlich in der Rezession Anfang der 90er Jahre. Der Crash von 1987 und die Rezession Anfang der 90er Jahre läßt sich durchaus mit der Zwischenkriegsperiode vergleichen, daraus folgt jedoch nicht notwendigerweise, daß diese Krise ähnliche Folgen wie in den 30er Jahren haben wird. Aber lassen sich Parallelen so leicht von der Hand weisen ?

Eine der Hauptschwierigkeiten bei der Untersuchung der gegenwärtigen kapitalistischen Krise besteht darin, den Zusammenhang zwischen Veränderungen im internationalen Geldsystem und der kapitalistischen Aufzwingung von Arbeit zu verstehen. Um einen Zugang zu diesem Problem zu bekommen, müssen wir die in sich widersprüchliche Existenzweise von »Geld« begreifen. Dieses Kapitel soll ausgehend von Marx' Schriften über das Geld zu diesem Verständnis beitragen. Marx bietet uns eine Reihe von bemerkenswerten Einsichten, die wir fruchtbar machen müssen. Die Marxsche Auffassung vom Geld soll hier als eine Theorie interpretiert werden, in der Geld als ein in sich widersprüchliches Phänomen menschlicher Beziehungen begriffen wird.

Das Verständnis des Geldes als eine in sich widersprüchliche Form menschlicher Beziehungen wirft die grundlegende theoretische Frage nach der Konstitution der gesellschaftlichen Existenz und damit der Konstitution von Kategorien auf. Wie Reichelt (1993, S. 74) gezeigt hat, »wenn wir die Dialektik als eine Methode der Kritik der politischen Ökonomie ernstnehmen wollen, müssen wir die Idee der Konstitution in den Kontext von Wert als einer in ständiger Bewegung befindlichen Form von Existenz stellen«. Anders ausgedrückt, die Kategorie des Geldes kann nicht einfach in den Begriffen »ökonomischer Theorie« verstanden werden - ob sie nun »marxistisch« ist oder nicht (vgl. Marazzis Aufsatz »Das Geld in der Weltkrise«, Thekla 10). Die für die kapitalistische gesellschaftliche Reproduktion konstitutive Widersprüchlichkeit ist nicht die zwischen Finanzkapital und produktivem Kapital, sondern die zwischen Kapital und Arbeit. Die meisten marxistischen Schriften über »Geld« sind auffällig steril, vor allem wenn man sie mit Marx' eigenen Schriften vergleicht. Dies liegt daran, daß sie um ein rein formales Verständnis von »Geld« kreisen und dabei die grundlegende Frage ignorieren, die Marx aufgeworfen hatte, nämlich warum menschliche Beziehungen in der Form eines Verhältnisses zwischen Sachen existieren. [2] Die begriffliche Fassung dieser Frage liefert ein Verständnis von Geld als einem in sich widersprüchlichen Phänomen menschlicher Beziehungen. Diese Betrachtungsweise steht im Gegensatz zu Ansätzen, die Geld entsprechend seiner institutionell gegebenen Bestimmungen »definieren« (Aglietta 1979; Coakley und Harris 1983), und zu solchen, die die Notwendigkeit des Geldes betonen und »Geld« in einer rein formalen Weise aus der Darstellung bei Marx ableiten (De Brunhoff 1976; Reuten 1988; Hall 1992). In all diesen Ansätzen wird die gesellschaftliche Wirklichkeit als ein formales System von Regeln und Gesetzen konstruiert. Obwohl es zwischen den genannten Autoren Unterschiede gibt, so ist ihnen ein Problem gemeinsam: sie verstehen das Kapital auf fetischisierte Weise als ein logisches System. [3] Statt die widersprüchliche Konstitution einer kapitalistischen Welt auf den Begriff zu bringen, betonen diese Ansätze die Rolle und die Widersprüche des »Geldes«. Die Auffassung von der Arbeit als Substanz und den ArbeiterInnen als Schöpfern des Werts und damit des Mehrwerts wird implizit als etwas gesehen, das außerhalb der widersprüchlichen Rolle des Geldes selbst liege.

Dieses Kapitel beginnt mit der Marxschen Auffassung von »Wert« als einer Form menschlicher Praxis. Es folgt die Entwicklung eines Begriffs von »Geld«, wobei die dafür wichtigen Stellen bei Marx zum Geld interpretiert werden. Geld wird dann als die elementare und begriffslose Existenzform der Arbeit im Kapitalismus erörtert werden. Der folgende Abschnitt liefert eine Auffassung von der Beziehung des Staates zum Geld. Dort wird betont, daß der »Staat« eine politische Form ist, innerhalb derer sich die »gesellschaftliche Macht des Geldes« erhält. Der Schlußabschnitt faßt die Argumente zusammen.  Geld und menschliche Praxis

Arbeit wurde von Marx (1857, S. 266) als das »lebendige, gestaltende Feuer; die Vergänglichkeit der Dinge, ihre Zeitlichkeit, als ihre Formung durch die lebendige Zeit« betrachtet. Die Menschen produzieren sich durch Arbeit selber. Arbeit ist eine allgemeine Bedingung der menschlichen Existenz, unabhängig von der konkreten historischen Form der gesellschaftlichen Existenz. Marx versteht Arbeit als Aneignung der Natur, eine gesellschaftliche, sinnliche, kritisch-zweckmäßige Tätigkeit. »Aber die sogenannten allgemeinen Bedingungen aller Produktion sind nichts als diese abstrakten Momente, mit denen keine wirkliche geschichtliche Produktionsstufe begriffen ist« (Marx 1857, S. 10) Die Bestimmung der Arbeit als menschliche Aktivität im allgemeinen muß in ihrer bestimmten historischen Form gefaßt werden. [4] Der Arbeitsprozeß ist die Produktion menschlicher Beziehungen in und durch die »Aneignung der Natur von seiten des Individuums innerhalb und vermittelst einer bestimmten Gesellschaftsform« (Marx 1857, S. 9).

Während die Menschen in jeder Gesellschaft die Rolle von Produzenten spielen, verwandelt sich die einfachste Kategorie, die Arbeit, in der kapitalistischen Gesellschaft in einen mystifizierenden Charakter, weil die materiellen Elemente des Reichtums aus Arbeitsprodukten zu Warenbesitz werden, oder noch deutlicher, sie verwandeln die Produktionsbeziehungen selbst in eine Sache. Die produktive Macht der gesellschaftlichen Arbeit erscheint in der »verkehrten« Form des Werts. [5] Die »objektive« oder faktische Existenz von »Kapital« kann daher nicht als begrifflicher Ausgangspunkt genommen werden, wie es bei den oben erwähnten Ansätzen der Fall ist. Denn das, was sich dem ökonomischen Denken als »Objektivität«, »objektive Logik« oder »objektives Sein« darstellt, ist im Verständnis von Marx »entfremdete Subjektivität« (wie es bei Backhaus 1992 ausgeführt wird). Jede begriffliche Fassung des Geldes, die sich auf seine institutionelle Bestimmtheit, seine formale Logik oder seine funktionale Rolle konzentriert, ignoriert den besonderen Charakter der Marxschen Theorie und führt stattdessen dazu, die verdinglichte Welt des Kapitalismus zum Gegenstand und Zweck der Theorie zu machen. Der besondere Charakter der Theorie von Marx liegt in seiner Auffassung von der wesentlichen sozialen Beziehung, von der »Bewegung der Arbeit in der kapitalistischen Gesellschaft« (Psychopedis, 1984).

Als die besten Punkte in seiner Kritik der Politischen Ökonomie bezeichnete Marx einmal:

»1. (darauf beruht alles Verständnis der facts) der gleich im ersten Kapitel hervorgehobne Doppelcharakter der Arbeit, je nachdem sie sich in Gebrauchswert oder Tauschwert ausdrückt;

2. die Behandlung des Mehrwerts unabhängig von seinen besonderen Formen als Profit, Zins, Grundrente etc.« (Marx an Engels, 24.8.1867). Marx bestimmte den Begriff des »Werts« damit qualitativ: als ein allgemeines Äquivalent (Tauschwert) muß er ein Gebrauchswert sein und umgekehrt. Die Marxsche Revolution liegt in der Kritik des Werts als einem Fetisch, der scheinbar übermenschliche Macht besitzt. Die Kritik der politischen Ökonomie zeigt auf, daß »Wert« eine gesellschaftliche Beziehung ist, eine Existenzweise von Arbeit im Kapitalismus. Die Kritik des Fetischismus liefert eine Auffassung von »Wert« ad hominem. [6] Das heißt, sie zeigt, daß die sogenannten »ökonomischen Formen« in Wirklichkeit Formen menschlichen Handelns sind. Auf diese Weise führt die Kritik der politischen Ökonomie zu einer »begriffenen Praxis« (Schmidt 1974), d.h. zu einem Verständnis der menschlichen Praxis, die die verkehrte Welt des Kapitalismus konstituiert, sie ausfüllt und ihr widerspricht.

Für Marx ist die Arbeit im Kapitalismus als abstrakte Arbeit bestimmt. Individuelle Arbeit ist abstrakte Arbeit in dem Sinne, daß sie Teil der Arbeit der gesamten Gesellschaft ist, mehr noch, sie erhält erst ihre Bedeutung aus diesem Umstand. Die Kategorie der abstrakten Arbeit existiert durch den Austausch von Waren. Die historische Spezifik der Arbeit betrifft die widersprüchliche Einheit von Austausch und Produktion, die darin liegt, daß die konkreten Arbeiten durch den Warentausch auf abstrakte Arbeit als ihrer gemeinsamen Substanz reduziert werden. »Welches aber immer der Mehrwert sei, den das Kapital im unmittelbaren Produktionsprozeß ausgepumpt und in Waren dargestellt hat, der in den Waren enthaltene Wert und Mehrwert muß erst im Zirkulationsprozeß realisiert werden.« (Marx 1894, S. 835) Der spezifische Charakter der kapitalistischen gesellschaftlichen Beziehungen liegt in der »Integration von Wertform und abstrakter Arbeit als der Substanz des Werts und der Integration von Arbeitsprozeß und Verwertungsprozeß des Kapitals, indem die Aneignung und Verteilung der Mehrarbeit durch Warentausch erzielt wird« (Clarke 1989, S. 136; siehe auch Clarke 1980; Elson 1979). Die Substanz des Werts ist lebendige Arbeit, die vom Kapital zum Zweck der Ausbeutung kommandiert wird. Arbeit ist eine Bedingung der gesellschaftlichen Existenz als ganzer, eine Bedingung, der gegenüber das Kapital nicht autonom werden kann. Das Kapital ist von der Arbeit abhängig. Es lebt davon, die Arbeit sich selbst entgegenzustellen, in der fetischisierten Form der Lohnarbeit, d.h. als eine wertschöpfende Ware. Geld und Arbeit

Marx faßt Geld als Voraussetzung und Ergebnis des gesellschaftlichen Prozesses des Werts und integriert so Wert- und Geldtheorie als Momente, die sich wechselseitig bedingen und auseinander resultieren (Backhaus 1974 und 1986). Die individuelle Arbeit erhält ihren gesellschaftlichen Charakter durch den Austausch mit Geld in der Zirkulation. Geld ist das »sachliche Medium, worein die Tauschwerte getaucht« werden (Marx 1857, S. 84). In seiner Rolle als universellem Äquivalent zeigt das Geld, daß alle Waren tatsächlich eine gemeinsame Eigenschaft haben: sie sind alle Produkte der »gesellschaftlichen Produktivkräfte der Arbeit« (Marx 1894, S. 835). Als Medium der Zirkulation agiert Geld als diese gemeinsame Eigenschaft. Nur in und durch Geld stellt sich die besondere individuelle konkrete Arbeit als gesellschaftliche, als abstrakte Arbeit dar. »Das heißt, es ist das Medium durch das konkrete Arbeit abstrakte Arbeit wird. Mit einem Wort, Geld ist die Existenzform der abstrakten Arbeit.« (Kay 1979, S. 58) Die in sich unterschiedene Einheit von Produktion und Zirkulation wird in gleicher Weise durch das Geld hergestellt wie sie von ihm verborgen wird. Sie wird verborgen, weil im Geld die Produktivkräfte der Arbeit den ArbeiterInnen als ein selbständiges »Ding« gegenübertreten. Im Geld wird die gesellschaftliche Bedingung des »Werts«, also zielgerichtete menschliche Tätigkeit, ver-rückt [7] zu abstrakter Arbeit sans phrase. »Als Werte sind alle Waren qualitativ gleich und nur quantitativ unterschieden« (Marx 1857, S. 59). Im Geld tritt die gesellschaftliche Produktivkraft der Arbeit ihr selber entgegen, indem der »Stoffwechsel mit der Natur« (Marx 1894, S. 823) in der Form von scheinbar außermenschlichen Systemeigenschaften existiert: Das »unmittelbare Zusammenwachsen der stofflichen Produktionsverhältnisse mit ihrer gesellschaftlich-sozialen Bestimmtheit« ist eine »verzauberte, verkehrte und auf den Kopf gestellte Welt, wo Monsieur le Capital und Madame la Terre als soziale Charaktere und zugleich unmittelbar als bloße Dinge ihren Spuk treiben« (Marx 1894, S. 838). Der Substanz des Werts tritt seine formale Existenz als die monetäre Autorität des Kapitals gegenüber. Aber diese Autorität existiert nur durch Arbeit, der Substanz des Werts. Zusammengefaßt bedeutet dies, daß die gesellschaftlichen Produktivkräfte der Arbeit sich ihr entgegenstellen, da die produktive Kraft der ArbeiterInnen nichts bedeutet, wenn sie nicht in Geld ausgedrückt wird.

Geld ist die »elementare« Form der kapitalistischen Organisation des Austauschs und - im Austausch - der Ausbeutung. Es ist ein Ausdruck der »Fähigkeit des Kapitals, mit der Warenform (Tauschwert) Arbeit (abstrakte Arbeit) zu erzwingen« (Marazzi 1988, S. 242). Die Aufzwingung von Arbeit durch die Warenform ist an die Konstitution der Arbeit in der Form von »Lohnarbeit« gebunden, die zunächst als Einkommensquelle sowie als gleiche und freie Austauschbeziehung auf dem Markt bestimmt ist (Marx 1867, Kap. 6, Marx 1894, Kap. 48). Die Arbeit erhält ihre Existenz als Lohnarbeit, eine Existenz, auf der die Ausbeutung beruht und durch die zugleich der spezifische Charakter der Mehrwertproduktion »beseitigt« (Marx 1894, S. 822) wird. Die Konstitution der sozialen Beziehungen auf der Basis von formaler Gleichheit, Freiheit und Privateigentum behandelt die sozialen Beziehungen und die Macht des Geldes als gleich. Geld ist die Form, in der und durch die Freiheit, Gleichheit, Eigentum und Bentham ihre Geltung bekommen. Als eine Beziehung der formalen Freiheit verkündet das Geld nichterzwungene Tauschbeziehungen zwischen Gleichen auf dem Markt. Als eine Beziehung der formalen Gleichheit verkündet es die Ungleichheit der Eigentumsverhältnisse. Dies geschieht jedoch dadurch, daß es Ausbeutungsbeziehungen als Beziehungen formaler Gleichheit darstellt: vor dem Geld sind alle gleich. Als Besitzverhältnis zeigt das Geld die Beziehung jedes Individuums zur Gesellschaft an. Als Bentham-Beziehung, zeigt das Geld das Streben nach individuellem Glück an. Die geldliche Gleichheit in der Zirkulation verleugnet einen Inhalt, der in Ungleichheit und der gesellschaftlichen Reproduktion als Herrschaft besteht. Die Ausbeutungsverhältnisse sind der Inhalt der Gleichheit, die im »Geld« ausgedrückt wird, das die Form ist, in der sich der Widerspruch zwischen formaler Gleichheit und Ausbeutung bewegt. Aber die Ver-rückung der Arbeit zur Lohnarbeit »beseitigt« nicht die widersprüchliche Existenzweise des Kapitals. Diese Ver-rückung ist keine vollendete Tatsache, sondern setzt »Arbeit als wertbildend« (Marx 1894, S. 831) voraus. Wenn von der »Lohnarbeit« ausgegangen wird (wie es z.B. in den Theorien der Regulation und der Profitklemme der Fall ist [8]), dann ist darin schon die begriffliche Fassung des »Kapitals« als einer fetischisierten Form enthalten, d.h. als einer ökonomischen Form. Darauf hat Psychopedis (1991) hingewiesen. Solche Auffassungen können die gesellschaftliche Konstitution der Form »Lohnarbeit« nicht klären, weil in ihnen Arbeit lediglich als eine wertschöpfende Ware betrachtet wird, die vom Kapital in Bewegung gesetzt wird.

Wie bereits dargestellt wurde, verwandeln sich die »gesellschaftlichen Produktivkräfte der Arbeit« (Marx 1894, S. 835) in der Form des Kapitals in ein sehr mystisches Wesen. Als die »universale Form der Arbeit« (Marx 1859, S. 79) negiert das Geld die gesellschaftlichen Beziehungen als menschliche Beziehungen und behauptet stattdessen, die gesellschaftlichen Beziehungen seien Beziehungen zwischen Dingen. Geld negiert also seinen eigenen Inhalt, die zielgerichtete produktive Aktivität der Arbeit. »Kapital« erhält so eine Existenz als ein »automatisches Subjekt« (Marx 1867, S. 169) [9] Diese Charakterisierung bedeutet nicht, daß das Kapital eine eigene, von der Arbeit unabhängige Logik besitzt. [10] Solch ein Verständnis wäre nicht in der Lage, die grundlegende Frage nach der gesellschaftlichen Konstitution des Werts zu stellen und damit den Fetischismus zu kritisieren. Die Produktivkraft der Arbeit existiert innerhalb des Kreislaufs des gesellschaftlichen Kapitals als ganzem in der Form abstrakter Arbeit. Der Kreislauf des gesellschaftlichen Kapitals ist die Bewegung der abstrakten Arbeit. Anders gesagt, das, was sich hinter dem Rücken der Subjekte vollzieht ist die Bewegung der gesellschaftlichen Totalität des Werts (siehe Backhaus 1992) - oder die abstrakte Kategorie der Arbeit in Aktion. Die kapitalistische Reproduktion ist gesellschaftliche Reproduktion in einer verkehrten Form: private Produktion in einem gesellschaftlichen Zusammenhang. Da der gesellschaftliche Charakter der privaten Produktion keine bewußte Entscheidung der Gesellschaft ist, und da letztere nur in der verdrehten Form der privaten Zersplitterung (Warenproduktion) existiert, tritt den individuellen Produzenten das gesellschaftliche Dasein der privaten Produktion als ein äußerliches und unabhängiges Ding gegenüber, das nach Marx die Bedingung dafür ist, »daß sie als unabhängige Privatpersonen zugleich in einem gesellschaftlichen Zusammenhang stehn« (1857, S. 909). Die Verkehrung der gesellschaftlichen Arbeit in Kapital als einem »automatischen Subjekt« unterstellt die Existenz der Arbeit als eine Abstraktion in Aktion, die das Kapital in den Grenzen dieser Form halten muß. [11]

Die kapitalistische Produktion ist nicht einfach Produktion von Gebrauchswerten, sondern Produktion von Wert, die wiederum Produktion von Mehrwert ist (Negri 1984), und sie ist nicht einfach Produktion von Mehrwert, sondern die gesellschaftliche Reproduktion der gesellschaftlichen Produktionsverhältnisse (Clarke 1982). Die lebendige Arbeit erhält ihre gesellschaftliche Form der abstrakten Arbeit innerhalb des Kreislaufs des gesellschaftlichen Kapitals als einem Ganzen. [12] »Das Kapital pumpt Mehrarbeit durch Zwang aus der Arbeitskraft heraus und realisiert das Produkt der Arbeit als abstrakten Wert in der Sphäre der Zirkulation« (Marx 1894, S. 830). Diese Sphäre vermittelt die rastlose Aneignung von Arbeit.

»Fassen wir alle drei Formen [Geld, Ware, produktives Kapital] zusammen, so erscheinen alle Voraussetzungen des Prozesses als sein Resultat, als von ihm selbst produzierte Voraussetzungen. Jedes Moment erscheint als Ausgangspunkt, Durchgangspunkt und Punkt der Rückkehr. Der Gesamtprozeß stellt sich dar als Einheit von Produktionsprozeß und Zirkulationsprozeß; der Produktionsprozeß wird Vermittler des Zirkulationsprozesses und umgekehrt.« (Marx 1884, S. 104)  *Die Verlegung der Ausbeutung in die Zirkulation und umgekehrt die Verlegung der Zirkulation in die Ausbeutung bedeutet, daß die Bewegung einer besonderen Form des Kapitals selbst nur ein Moment der Allgemeinheit seiner Form ist. Kapital »zirkuliert in der Gestalt einer ständigen Änderung der Form, seine Existenz ist der Prozeß, die Einheit seiner Form, sie ist der beständige Wechsel zwischen der Form der Allgemeinheit und der Form der Besonderheit, zwischen Geld und Ware« (Reichelt 1978, S. 48). Die in sich widersprüchliche Einheit der Mehrwertproduktion umfaßt verschiedene Formen von Kapital, das nur als in sich unterschiedene Einheit existiert, d.h. als das Kontinuum der Formen abstrakter Arbeit in Aktion. Geld und Ware »repräsentieren nur verschiedene Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine Weise, die Ware seine besondere, oder sozusagen verkleidete Form« (Marx 1867). Wert kann nicht als ein statisches Ding begriffen werden. Den Wert als bloße Abstraktion zu betrachten, hieße zu »vergessen, daß die Bewegung des industriellen Kapitals diese Abstraktion in actu ist« (Marx 1884, S. 109) Diese Abstraktion in Aktion ist mit der konstitutiven Macht der Arbeit verbunden: der Stoffwechsel mit der Natur existiert in widersprüchlicher Weise in der Form einer Beziehung zwischen den Dingen selbst. »Die Zirkulation ist die Bewegung, worin die allgemeine Entäußrung als allgemeine Aneignung und die allgemeine Aneignung als allgemeine Entäußrung erscheint.« (Marx 1857, S. 111) Die allgemeine Entfremdung der menschlichen Beziehungen als Beziehungen zwischen Dingen ist die allgemeine Aneignung der in Geld gemessenen gesellschaftlichen Produktivkräfte der Arbeit.

Die verschiedenen Formen des Kapitals verhalten sich verschieden zur Arbeit. Die Bewegung des Werts existiert in der Form eines dialektischen Kontinuums als Produktion sans phrase (das ist die Objektivierung des Kapitals in Maschinerie und damit unbeweglich) und zugleich als Beweglichkeit sans phrase (das ist Kapital in der Form des Geldes als gesellschaftliche Inkarnation des abstrakten Reichtums). Dieses dialektische Kontinuum existiert als ein Prozeß des Widerspruchs, in dem verschiedene Formen des Werts zusammen existieren und in dem sich einzelne Kapitale nacheinander von einer in die andere Wertform verwandeln. Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital sind die Formen, die der Wert im rastlosen Prozeß seiner Ausweitung annimmt. Ihre Unterschiedlichkeit existiert nur als Einheit der Unterschiede und damit als widersprüchliche Bewegung. Diese widersprüchliche Bewegung wird nicht durch die Konkurrenz zwischen verschiedenen Kapitalfraktionen oder durch die »Logik« des Kapitals [13] konstituiert, sondern durch die widersprüchliche Integration von abstrakter Arbeit und Wertform. »Das Geldverhältnis (ist) selbst ein Produktionsverhältnis (...), wenn die Produktion in ihrer Totalität betrachtet wird.« (Marx 1857, S. 128) Die kapitalistische Ausbeutung der Arbeit ist dem Geldverhältnis nicht äußerlich, sondern sie ist konstitutiv für das Geldverhältnis selbst. Der gesellschaftliche Charakter der Arbeit erscheint als die geldliche Existenz der Waren und damit als ein der unmittelbaren Produktion äußerliches Ding. Diese »Äußerlichkeit« ist eine Existenzform der Arbeit im Kapitalismus. »Das Geld bringt diese Gegensätze und Widersprüche nicht hervor; sondern die Entwicklung dieser Widersprüche und Gegensätze bringt die scheinbar transzendentale Macht des Geldes hervor.« (Marx 1857, S. 65) Die Auffassung, daß »Geld (...) die Arbeitszeit als allgemeiner Gegenstand« ist (Marx 1857, S. 85), bedeutet, daß Arbeit die konstitutive Macht des Reichtums ist. Das heißt, daß die verdinglichte Allgemeinheit des Geldes nur in und durch die Arbeit existiert. Die Integration der gesellschaftlichen Produktion mit der kapitalistischen Reproduktion wird damit nicht durch das Geld als einem bloß ökonomischen Maßstab erreicht, sondern durch Geld als einer Form des gesellschaftlichen Kommandos, das die Einheit von Produktion und Zirkulation »gewaltsam« (Marx 1857, S. 68) herstellt. Die innere Einheit von Kauf und Verkauf wird »durch eine gewaltsame Explosion hergestellt« (Marx 1857, S. 112), eine Explosion, die den widersprüchlichen Charakter der kapitalistischen Aneignung der Arbeitsprodukte »durch und vermittelst der Ent- und Veräußerung« (Marx 1857, S. 111) aufzeigt. Geld ist der Produktion nicht äußerlich, weil die Zirkulation sich selbst darstellt als ein »Prozeß der Produktion, der reale Stoffwechsel. Und so ist denn das Geld selbst bestimmt als besondres Moment dieses Produktionsprozesses.« (Marx 1857, S. 130) Die produktive Existenz des Geldes ist die Aufzwingung von Arbeit durch die Warenform. Geld ist ein Allgemeines in Bewegung - es ist in »beständigem Flusse, und mehr oder minder auf der ganzen Oberfläche der Gesellschaft vorgehend; ein System von Tauschakten« (Marx 1857, S. 103), und auf diese Weise ein System der erzwungenen Arbeit.

Die Umwandlung des Werts von einer Form in die andere integriert Produktion und Zirkulation als verschiedene Momente desselben Prozesses. Jedes Moment ist zugleich Resultat und Voraussetzung des anderen in und durch die Ausbeutung von Arbeit. Zirkulation und Produktion sind Unterschiede innerhalb der Einheit, deren gemeinsames Interesse die »Verwertung des Werts als bestimmender Zweck, als treibendes Motiv« ist (Marx 1884, S. 104). Die gesellschaftliche Gültigkeit der im Zirkulationsprozeß angeeigneten Arbeit unterstellt die gesellschaftliche Vergleichung der einzelnen Kapitale in Ausdrücken von gesellschaftlich notwendiger Arbeitszeit in Form von Geld. Die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit beschränkt die individuellen Kapitale in Form einer durchschnittlichen Profitrate. Es findet ein »Ausgleichungsprozeß der Kapitale« statt, der »die relativen Durchschnittspreise der Waren von ihren Werten und die Durchschnittsprofite in den verschiedenen Produktionssphären (...) von der wirklichen Exploitation der Arbeit durch die besonderen Kapitale losscheidet. (...) Der Profit erscheint nur noch akzessorisch bestimmt durch die unmittelbare Exploitation der Arbeit (...). Die normalen Durchschnittsprofite selbst scheinen dem Kapital immanent, unabhängig von der Exploitation.« (Marx 1894, S. 836f.). Dadurch erscheint das Kapital schließlich als ein wertschöpfendes Ding. Dieses »Verhältnis der Dinge unter sich« (Marx 1976, S. 145) verschleiert den inneren Zusammenhang zwischen dem »Wert« und seiner gesellschaftlichen Konstitution. Die Sphäre der Zirkulation, in der die Produkte der Arbeit als abstrakter Wert realisiert werden, ist »vom Zufall beherrscht«, während das »innere Gesetz« des Klassenkampfs um die Ausbeutung »den einzelnen Agenten der Produktion selbst unsichtbar und unverständlich bleibt« (Marx 1894, S. 836). Alles erscheint als zufällig. Die Produktionsverhältnisse erscheinen als unabhängig voneinander und die Profite scheinen »aus seinem eigenen Schoß« zu entspringen (Marx 1894, S. 835). In der Zirkulation stellt sich der Profit als die Quelle von Einkommen aus Kapital dar, eine Quelle, in der die Kategorie der Mehrarbeit ausgelöscht ist. »Noch mehr fällt aller Zusammenhang fort, sobald sich die Formel verwandelt in die: 'Kapital - Zinsþ.« (Marx 1894, S. 832) Auch wenn der Zusammenhang scheinbar verschwunden ist, die verdinglichte Allgemeinheit des Geldes existiert nur in und durch die abstrakte Kategorie der Arbeit.

Kapital existiert als individuelles Kapital nur innerhalb der historisch dynamischen und sich ändernden Zusammensetzung des gesellschaftlichen Prozesses des Werts. Besondere Kapitale sind nur Momente in diesem Prozeß, deren Beweglichkeit ihnen durch die Flüssigkeit des Geldkapitals aufgezwungen wird. Der Kreislauf des Geldkapitals ist nach Marx (1884, S. 65) die »schlagendste und charakteristischste Erscheinungsform des Kreislaufs des industriellen Kapitals«. Geld ist der materielle Repräsentant des allgemeinen abstrakten Reichtums, der allgemeinen Arbeit, d.h. der Arbeit aller Individuen (siehe Marx 1857, S. 135). Als Repräsentant der abstrakten Arbeit ist Geld die universelle Macht: es ist ein Mittel, um »die wirkliche Allgemeinheit« (Marx 1857, S. 136) einer gesellschaftlichen Existenz zu schaffen, in der das »Kapital (...) die Mehrarbeit, die sich im Mehrwert und Mehrprodukt darstellt, direkt aus den Arbeitern aus(pumpt)« (Marx 1894, S. 829). Der gesellschaftliche Charakter der individuellen Arbeit zeigt sich den besonderen Kapitalen durch die Geldform.     www.wildcat-www.de/zirkular/30/z30bonef.htm

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"Ein Deutscher ist ein Mensch,der keine Lüge aussprechen kann, ohne sie selbst zu glauben"(Theodor W. Adorno)
06.01.09 11:27 #7 Buchtipp
Geld oer Leben .
Dieses Buch habe ich glessen: sehr Zutreffend
Günter Moewes Buch Geld oder Leben (Umdenken und unsere Zukunft nachhaltieg sichern)
Habe dieses Buch schon drei mahl Gelesen  
06.01.09 14:29 #8 kibbuz
stell doch das nächste mal lieber was von Marx rein. Der kann sich selbst wesentlich besser erklären, als seine Epigonen.
Die müssen aus permanentem Legitimationszwang ja eh immer bei Adam und Eva (also bei Karl und Friedrich quasi) anfangen, um  nach sehr breit angelegter "Fundierung" zu einem recht dünnen Fazit zu kommen.

Der Kern seiner Aussagen ist doch jetzt schon 200 Jahre lang durchgekaut worden. Und wird dadurch leider immer unverdaulicher, statt irgendwie "werthaltiger". Womit er eigentlich seiner eigenen These widerspricht, dass im Kapitalismus abstrakte Arbeit  den Wert schafft. (Kleiner Scherz!!)

Seine Kernaussagen:
- Geld ist als gesellschaftlicher Wert nicht nur Maßstab für Tauschwert, sondern gesellschaftliche Arbeit in spezielle Form gegossen.

- Die Substanz des Werts ist lebendige Arbeit.

- Und schließlich: "Die kapitalistische Produktion ist nicht einfach Produktion von Gebrauchswerten, sondern Produktion von Wert, die wiederum Produktion von Mehrwert ist (Negri 1984), und sie ist nicht einfach Produktion von Mehrwert, sondern die gesellschaftliche Reproduktion der gesellschaftlichen Produktionsverhältnisse (Clarke 1982). Die lebendige Arbeit erhält ihre gesellschaftliche Form der abstrakten Arbeit innerhalb des Kreislaufs des gesellschaftlichen Kapitals als einem Ganzen."

Das hätte er auch so kurz sagen können. Um dann auf das wesentliche zu kommen, was er als guter Marxist in Erinnerung bringen will:

1. "Die kapitalistische Reproduktion ist gesellschaftliche Reproduktion in einer verkehrten Form: private Produktion in einem gesellschaftlichen Zusammenhang."

2. "Die Umwandlung des Werts von einer Form in die andere integriert Produktion und Zirkulation als verschiedene Momente desselben Prozesses. Jedes Moment ist zugleich Resultat und Voraussetzung des anderen in und durch die Ausbeutung von Arbeit."

3. Basis allen Werts ist die menschliche Arbeit. (Bemessen in Zeiteinheiten. Verdinglicht in der Ware, ausgedrückt im Geldwert.)

Die letztlich einzigen kritische Aspekte dessen, was er beschreibt ist:

- Der Kapitalismus beruht auf Ausbeutung (durch Aneignung von Mehrarbeit durch den "Kapitalisten".
- Geld und Kapital (die er eh nicht vernünftig beschreibt/trennt) verschleiern ihren wahren Charakter. (Z.B.: "Dadurch erscheint das Kapital schließlich als ein wertschöpfendes Ding." Halt ich z.B. für Quark. Glaubt heutzutage keiner mehr wirklich.)

Das Problem:
Blanker Ökonomismus. Beispiel:
"Die Integration der gesellschaftlichen Produktion mit der kapitalistischen Reproduktion wird damit nicht durch das Geld als einem bloß ökonomischen Maßstab erreicht, sondern durch Geld als einer Form des gesellschaftlichen Kommandos, das die Einheit von Produktion und Zirkulation »gewaltsam« (Marx 1857, S. 68) herstellt."
Das ist schon die erste Stufe der Fetischisierung des "Geldes" als eigene Macht. Quasi die marxistische Kehrseite der marktradikalen Liberalismen. Es gibt keine Selbstbewegung des Kapitals oder des Geldes. Macht und Interesse sind zwar ökonomisch basiert, aber politisch organisiert durch das gesellschaftliche Handeln der Menschen im System. (Deshalb ja auch POLITISCHE Ökonomie.)
Der Staat oder gesellschaftlich organisierte Gruppen beispielsweise sind unabdingbar integrierter Bestandteil des Systems und alles andere als nur "Überbau". Es sind die Menschen, die Handeln. Bei allem Sinn, systemisch zu denken: Es bleibt das Handeln der Menschen im System, das die Dynamik und die Machtkonstellationen ausmacht. Man mag etwa den Staat als Teil des Ausbeutungssystems kritisieren/diffamieren oder als Teil der Marktwirtschaft/des Kapitalismus affirmativ akzeptieren - er ist wesentlicher Bestandteil des gesamten.
Es ist nicht: Das System das Wesen und das Handeln der Menschen die Erscheinung. Nein. Das System selbst ist das Handeln der Menschen. Das ist im Grunde eine im Kern marxistische Aussage, wird aber von den Marxisten immer wieder als sich gegenseitig äußerliche Dinge behandelt. Dabei hat Marx sehr streng zwischen systemischer (dialektischer) Denk- und Darstellungsweise (da war er nah bei Hegel) und historischer Bewegung unterschieden. Also zwischen geistigem Prozess und historischem Prozess. Das ist dem Schreiber des Artikel einmal mehr entgangen. Und dann produziert man im Grunde Plattitüden...
Aber das ist nur Beiwerk.

Grundsätzlich bleibt im Kern die Frage: Ist der Kapitalismus in der ihm eigenen Art der Wertschöpfung und -Verteilung als solcher ein zu überwindendes Ausbeutungssystem oder ist er ein System, das zwar selten wirklich "gerecht" ist, das aber trotz einer immanenten Ungleichverteilung von den Menschen akzeptiert wird, weil letztlich damit gewisse Freiheiten und Möglichkeiten und Chancen und auch ein akzeptables Maß an Wohlstand für möglichst viele erreicht werden können.

Man kann z.B. auch die Arbeit des "Kapitalisten" als gesellschaftliche, (teil-wertschöpfende) Arbeit definieren, anstatt sie einfach in Gegnerschaft - als rein private - gegen die Lohnarbeit - als eigentlich gesellschaftliche - zu setzen. Dann verliert man natürlich die Hauptanklagepunkte und weiß nicht, wen man dann ans Kreuz nageln soll als Schuldigen... Das geht. Man muss es nur WOLLEN.

Und: Der Mensch ist eben nicht nur Homo-ökonomikus. Es gibt immer auch Menschen, die wollen gar nicht reich an Geld sein. Sie wollen ihr Auskommen und ansonsten die Freiheit ihrer Lebensgestaltung jenseits von der Jagd nach Geld. Sie überlassen die Politik und das Kapitalisieren des Geldes und die Schaffung von Arbeitsplätzen gerne anderen. Das ist sogar in der Regel eine große Mehrheit. Daran krankt die Ausbeuterthese etwas. Solange es Mitsprache, politische Freiheit, Bildung, Kultur, Chancen und einen vernünftigen Job gibt, sind sie ganz zufrieden. Und können mit der gegebenen Umverteilung des "Mehrwerts" auch leben, solange er die Verhältnisse einigermaßen lebenswert hält - selbst wenn er - neben der Finanzierung des Sozialstaates und der öffentlichen Aufgaben - zu einem nicht unbeträchtlichen Teil in die privaten Taschen einiger fließt...

Das hat jetzt aber eigentlich alles weder mit Deflation noch mit einem vernünftigen verständnis des Geldes in der Volkswirtschaft zu tun. Eher mit "Wert".
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"Ansonsten kümmert sich WER um das „Zwischenmenschliche“ im Nebeneinander der Ariva-Welten nunmehr versprengter Katakomben auf dem Marsch zu den untergegangenen Fellen?" ( Pummelwurst)
06.01.09 14:58 #9 Zunächst was Postives:
Das Eingangsposting hat die Chance zum Kult!

Nun das Negative:

Deflation ist in der Regel eine Reaktion auf Überproduktion und Rezession, was zumeist der Beginn einer wirtschaftlichen Abwärtsspirale ist. Arbeit wird weniger, Löhne sinken, Kaufkraft geht trotz Deflation verloren!

Deflation kommt langfristig nur der Oberschicht zu Gute, die dann Güter, Leistungen und Immobilien zu Schnäppchenpreisen erhalten und ist ein Hauptgrund dafür, daß die Schere zwischen Arm und Reich sich vergrößert!.

Deflation ist oft das erste Signal eines kränkelnden Marktes. Deflation ist wesentlich gefährlicher als Inflation.  
07.01.09 17:41 #10 Ja
Ja leider ist Deflation gefährlich Lonely,doch leider deutet vieles darauf hin.
Entscheidend ist aber immer ob  wier auch in zukunft keine grawierenden verenderungen
erleben. Das wichtiegste ist das es keine Kriege oder gar Burgerkriege giebt in Europa und der Welt.
Finanzprobleme und andere wiedriegkeiten kann man in der Regel immer lösen.  
07.01.09 17:45 #11 Äääääääääh Gnarf... du sprichst mit jemandem
der nicht mehr unter uns weilt....

weiterhin hätte er sowieso keine Antwort drauf gehabt, denn sämtliche wirtschaftliche Transaktionen, welche über das zurückgeben von Pfandflaschen hinausgehen, gehen über dem Tony (ja das war der lonely) seinen Horizont... oder Horzinot wie er jetzt schreiben würde...
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Ich bin ein grölendes Rudel tätowierter Flokatiteppiche!
09.01.09 23:11 #12 Deflation
Deflateon,Depression,agression,Kommision
Alle Bankrott,Staad,Land Bund, Gemeinde ,Famieie ,Freunde ,Fierma,alle auser ?  
09.01.09 23:40 #13 Wenn der Duden
in der Deflation auch billiger wird, hast Du auch was davon, Knarf (natürlich nur, wenn Du ihn dann kaufst und mal reinschaust).  
12.01.09 21:15 #14 aktien
Aktien sind  aus der mode für jahre  
14.01.09 13:00 #15 Dax
DAX heute in den Miesen--Die Craschhellseher werden immer mehr! Wo bleiben die Bullen oder Optimisten?  
14.01.09 18:16 #16 ATX
Geht Österreich in den Keller--  -5%heute  
14.01.09 18:41 #17 @knarf.iz
Nimm es der breiten Masse nicht übel, aber grammatikalisch betrachtet ist das unterste Schublade.

Diesbezüglich schließe ich mich an, denn es ist teilweise eine "Frechheit", was einem hier geboten wird.

,,,wiedermal ein Bsp. für gewollt - ungewollte Verblödung innerhalb einer Gesellschaft mangels primärer Kenntnisse in Wort, als auch Schriftbild.

ps.: AUSTRIA geht auch nicht in den Keller, ...die haben Saison...;-), ...die Idee mit dem Duden ist gut, ...im Zweifelsfall auf Freud, Nietzsche oder Schopenhauer zurückgreifen - das hilft zumindest im Bereich komplexer Satzbildung...

Gruß
cryandfree  
14.01.09 22:35 #18 Duden
Betreff:DUDEN
Der Duden ist nicht richtungsweisend und Tonangebend!
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1. Änderungen durch Rechtschreibreformen!
2. Es kommen oft neue Wörter hinzu und andere geraten in vergessenheit!                                                          3. Hir handelt es sich um ein Forum wo die meisten Tehmen über Die Börse  geschrieben werden!
 
4. Habe ich hier eine Rechtschreibprüfung zu machen!
5 .Komplex ist das Leben!
6. Wichtig ist das Jeder (hoffentlich)weis wies gemeint ist ! (Meine Meinung ist auch nur eine Meinung)
7. und 8.und9.und 10 und 11und........!

Schimpfen oder Loben ist wie Sieg und Niederlage.(beide  wie Bruder und Schwester,immer nah beisammen und doch oft unerreichbar!

Danke für Deine Meinung cryandfree
Wünsche Erfolg  Gruß Kn.  
14.01.09 22:45 #19 hättest du dich nicht wenigstens jetzt
etwas anstrengen können ...
Was für eine Philosophie stellt denn der Vergleich von Sieg und Niederlage mit Bruder und Schwester dar ?  
15.01.09 09:37 #20 Danke jocyx =)
Diese Frage stellt sich mir auch gerade.  
02.02.09 22:51 #21 Wann kommen neue Regeln an den Börsen und.
Wann kommt Der Minus Zins!
Sparbuch = 0%
Kredit       = minus 0,2%
Dividenden = bekommen nur langfriestinvestoren, ab drei Jahren haltedauer! (maximal 2 %)Der Rest in die Lohntuten der Arbeiter die der Firma die Gewinne erarbeitet haben!  
23.02.09 22:55 #22 Dax
dax ist unter 4000Punkte
bald unter 300  
02.03.09 12:16 #23 Angst
Die Angst unter dem Volke wierd immer grösser!
Arbeitslos?
Konto im minus?
Wie gets weiter ?
Wer ist wirklich schuld?
usw.usw.  
30.03.09 21:23 #24 Angst
Die Angst wierd jezt bald zur Panik  
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