DaimlerChrysler: Lage bei Chrysler dramatisch

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eröffnet am: 26.11.00 00:58 von: Kopi Anzahl Beiträge: 9
neuester Beitrag: 28.11.00 11:01 von: flitzpiepe Leser gesamt: 6424
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26.11.00 00:58 #1 DaimlerChrysler: Lage bei Chrysler dramatisch

Der neue Chrysler-Chef Dieter Zetsche hat nach Informationen des Magazins "Der Spiegel" die Situation bei Chrysler als dramatisch beschrieben.

"Die Chrysler-Zahlen zeigen, dass unser Unternehmen sich in einer absolut dramatischen Situation befindet", zitierte das Magazin in einem am Samstag vorab veröffentlichten Bericht den DailmerChrysler-Manager aus einer Führungskräfteveranstaltung bei Chrysler.

Dabei habe Konzernchef Jürgen E. Schrempp erklärt, die Gewinnschätzungen für Chrysler für 2000 seien bereits mehrfach auf inzwischen unter zwei Mrd. Euro reduziert worden. "Und ich fürchte, wir haben das Ende noch nicht gesehen", zitierte das Magazin Schrempp weiter.

Ein Konzernsprecher war für eine Stellungnahme zu dem Bericht nicht erreichbar. Unter Berufung auf Schrempp hieß es weiter, im Oktober seien die Chrysler-Absatzzahlen um neun Prozent gesunken, im November sehe es nicht besser aus. Ursprünglich habe man für Chrysler im laufenden Jahr 4,5 Mrd. Euro Gewinn erwartet, im Juli dann nur noch 3,6 Mrd. Euro und im Oktober 2,5 Mrd. Euro. Inzwischen liege man bei der Chrysler-Gewinnschätzung unter zwei Mrd. Euro. Schrempp habe zudem unzureichende Kostensenkungsmaßnahmen der alten Chrysler-Führung kritisiert.

DaimlerChrysler Verkauf 'steht nicht zu Debatte'

Der "Bild"-Zeitung vom Samstag sagte Schrempp in einem Interview. Mercedes-Benz und der Nutzfahrzeugbereich des Konzerns würden in diesem Jahr ihre Rekordgewinne vom letzten Jahr noch einmal steigern. In Deutschland würden 5000 neue Stellen geschaffen. Auch hätten die Mitarbeiter wieder ungeachtet der Chrysler- Probleme an den hohen Gewinnen des Konzerns teil.

Ein Verkauf von Chrysler stehe trotz der aktuellen Probleme nicht an. "Quatsch, das steht überhaupt nicht zur Debatte", antwortete Schrempp der "Bild"-Zeitung auf eine entsprechende Frage. Er rechne damit, dass bereits nach zwölf Monaten die ersten konkreten Ergebnisse der Sanierungsanstrengungen bei Chrysler erkennbar sein sollten. "Ich bin sicher, dass wir dann aus dieser Situation noch stärker hervorgehen werden", sagte er.

Entscheidungen über einen etwaigen Personalabbau bei Chrysler sind nach früheren Angaben von DaimlerChrysler bislang nicht getroffen. Derzeit werde das Beschäftigungsniveau und die Fabriknutzung bei Chrysler untersucht. Zu gegebener Zeit werde man über mögliche Schritte mit der Gewerkschaftsführung sprechen. Derzeit beschäftigt Chrysler 125.000 Mitarbeiter.


 

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26.11.00 01:04 #2 keine panik kopi!
Kursziel gesenkt


CSFB empfiehlt Daimler-Chrysler weiter zum 'Kauf'dpa/afx LONDON. Das Finanzhaus Credit Suisse First Boston hat die Aktie von Daimler-Chrysler weiter zum "Kauf" empfohlen. Als Grund nannten die Experten in einer am Freitag in London vorgelegten Studie die Restrukturierungsmaßnahmen, die das Management für Chrysler erarbeite.
Allerdings reduzierten die Analysten ihr aktuelles Kursziel von 68 Euro auf 64 Euro. Die Probleme bei Chrysler seien schlimmer als zuvor erwartet. Deshalb korrigierten die Experten ihre Gewinnschätzungen für das laufende Jahr und für 2001 nach unten. Sie rechen nun für 2000 mit einem Gewinn pro Aktie von 4,47 Euro, statt wie bisher 4,65 Euro.

Das neue Programm beinhalte Werksschließungen und Produktionsumstrukturierun gen. Details dazu sollen im Februar des nächsten Jahres veröffentlicht werden. Die Analysten gehen davon aus, dass die "umfangreichen" Maßnahmen die Kehrtwende bei Chrysler beschleunigen werden. Die Analysten schätzen, dass die von Chrysler geplante Erneuerung der Modelle um 63% die Lage bei Chrysler bis zur zweiten Hälfte des nächsten Jahres verbessern wird.


HANDELSBLATT, Freitag, 24. November 2000

gruß proxi



 

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26.11.00 09:02 #3 crysler wird verkauft,das
deutet alles darauf hin.die gewerkschaften werden diesen sparkurs den sich schrempp vorstellt nicht mitmachen.wenn es hart kommt wird gestreikt,u. hier haben die amis sehr viel unterstützung in einem wirtschaftlich angeschlagenen raum.
das,was zur zeit abläuft ist klassich für verkäufe.die altlasten(managment)werden entsorgt,der wert des unternehmens exact deffiniert u. entlassungen angekündigt.
wenn es zum verkauf kommt,hat der neue besitzer einen genauen preis,kann eine neue manschaft reinsetzen ohne probleme(sprich kosten) u. wenn der von entlassungen redet,wird keiner mehr streiken,sondern mithelfen den karren aus dem dreck zu ziehen.
bei bmw ist es auch nicht anders gelaufen.als es hiess streik,waren die würfel für verkauf gefallen.
so kann ich es mir bei daimler auch vorstellen,denn,wenn es nicht so kommt,wird schrepp sein köfferchen packen müssen,denn er hat schon mehr geld
verbrannt als reuter,u. der musste auch gehn.
es geht also nicht nur um crysler.
in diesem fall heisst es abwarten,u. je nach nachrichtenlage kaufen,o. raus.
gruss karo  

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26.11.00 13:47 #4 denk ich auch ..
dass die chrysler abstossen wollen - passt ins Bild das schon die
ganzen US-Manager ihren Hut "genommen" haben - da dürfte nicht mehr
viel Wiederstand kommen  -- nur wer kaufts ?
Etwas wiedersprüchlich ist mir allerdings die Schrempp Aussage vor
einigen Wochen bzgl. der Teileangleichung der beiden Marken - kann
aber auch genau das bedeuten -- Chrysler raus ...
Jopius  

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26.11.00 14:03 #5 ich glaube,dass
entweder general o. ford komplett kaufen,o, einzelne produktionsstätten,die
profitabel sind(neuste technik).dann hat jeder was davon.wenn sich dieses szenario genauere konturen annimmt,dann nix wie kaufen(siehe bmw,80%+ in wenigen wochen,u. das im dax)
gruss karo  

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26.11.00 14:06 #6 Chryslerverkauf = Ciao Schrempp
Ich vermute, das ist nur die Spitze des Eisbergs. Hier wiederholt sich
die Story von Reuters mit seinen Hightechkonzern (Fokker und AEG).
Ich habe das damals auch nicht verstanden.
Genauso wie jetzt die Story vom globalen Autokonzern. Der Premiumaufschlag
ist schon weg. Warten wir mal auf Nachrichten aus Asien. Mit seinen
Minderheitsbeteiligungen kann er da nicht mal eingreifen. Da heisst es
dann erst mal das Portmonnaie aufmachen und tief reingreifen.
Ich sehe da kein vernünftiges Unternehmenskonzept für DCX.
Eigentlich kann DCX nur noch ein Anziehen der Automobilkonjunktur
helfen, so zyklisch wie der Konzern momentan dasteht.
Wo sind denn die ach so tollen Synergieeffekte geblieben ?

Ich hab DCX auf meiner Watchlist, aber das erste Geld von mir gibt es
erst, wenn der Schrempp seinen Hut nimmt. Vorher nicht, besser vielleicht
erst wenn ein vernünftiges Unternehmenskonzept vorliegt.
Vielleicht wäre es am besten Daimler Benz besinnt sich darauf,
was es am besten kann: in D hochqualitative Autos bauen, anstatt
mit Manager, die nur nach Aktienoptionen und amerikanischen Gehältern
lechzen, einen Weltkonzern aufzubauen. Das Gehalt von Schrempp
und Eaton/Holden hat sich völlig konträr zum Firmenwert entwickelt.

Timchen  

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27.11.00 22:32 #7 Großaktionär verklagt DaimlerChrysler
auf acht Milliarden DM
Von Tim Burt, London

DaimlerChrysler wird von einem seiner Großaktionäre mit einer Schadensersatzklage in Höhe von insgesamt acht Mrd. $. überzogen. Kläger ist die private Investment-Gesellschaft Tracinda des amerikansichen Milliardärs Kirk Kerkorian.

Er beschuldigt DaimlerChrysler, bei der Fusion von Daimler-Benz und Chrysler 1998 betrogen und gegen amerikanisches Aktienrecht verstoßen zu haben.
Kerkorians Anwälte legten gestern um 3 Uhr nachmittags (Ortszeit) beim Bezirksgericht Delaware Klage ein. In der 30seitigen Klageschrift wird behauptet, der Vorstand von Daimler-Benz habe wissentlich die Vorstandmitglieder von Chrysler und die Chrysler-Aktionäre getäuscht, indem er die Fusion als Fusion unter Gleichen darstellte.

Bei DaimlerChrysler war gestern abend niemand mehr für eine Stellungnahme zu erreichen. Es wird aber erwartet, dass die Konzernanwälte beantragen werden, die Klage abzuweisen.

Jürgen Schrempp, der Vorstandschef von DaimlerChrysler, wird von Kerkorian als einer der Hauptbeklagten genannt. Aber auch Finanzvorstand Manfred Gentz und Hilmar Kopper, Aufsichtsratschef des Konzerns, macht Kerkorian Vorwürfe. Kopper ist auch Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank, die mit rudn 12 Prozent größte Aktionär von DaimlerChrysler ist.

Keine Fusion unter Gleichen

Der 77jährige Kerkorian, der unter anderem ein Spielkasino und die Hollywood-Studios MGM besitzt, wirft Schrempp vor, dieser habe von vornherein Chrysler zu einer Konzerntochter innerhalb DaimlerChryslers machen wolen. Offiziell war der Zusammenschluß von DaimlerBenz und Chrysler 1998 als „Merger of equals“, als „Fusion unter Gleichen“ bezeichnet worden.

Schrempp hatte in Interviews in den vergangenen Wochen, auch gegenüber der Financial Times, wiederholt erklärt, von Anfang an die Struktur gewollt zu haben, die DaimlerChysrler jetzt hat, „mit Chrysler als einer Division unter adneren“. Seine Aussagen führten zu einem Aufschrei der Empörung in den USA, wo Jim Holden in der vergangenen Woche als Chrysler-Präsident abgelöst wurde. Holden musste nach wachsenden Verlusten bei Chrysler gehen. Sein Abgang wird in der Anklageschrift als weiterer Beweis dafür angeführt, dass Schrempp Chryslers zu einer Konzerntochter degradiert habe. Chrysler wird nun von dem deutschen Dieter Zetsche geleitet, der das Unternehmen aus der Verlustzone führen soll.

Fusion rückgängig machen

Kerkorian fordert nicht nur 2 Mrd. $ für Vermögensschäden und 6 Mrd. $ Straf-Schadenersatz, er fordert das US-Gericht zudem auf, die DaimlerChrysler-Fusion rückgängig zu machen und Chrysler wieder als unabhängiges Unternehmen herzustellen.

Als ehemals größter Einzelaktionär bei Chrysler hält Tracinda nun noch rund drei Prozent der Aktien des DaimlerChrysler-Konzerns. 1995 hatte Kerkorian selber versucht, Chrysler aufzukaufen. Nach Angaben seiner Anwälte ist dies das erste Mal, dass er Klage gegen ein Unternehmen erhebt.

Terry Christensen, ein Anwalt von Kerkorian, sagte: „Seit der Fusion von DaimlerChrysler im November 1998 ist der Wert des Aktienanteils von Tracinda an den zusammengeschlossenen Unternehmen um über die Hälfte gefallen. Dieser massive Rückgang beim Shareholder value fiel mit zwei Ereignissen zusammen: der Degradierung von Chrysler durch Schrempp und der Entlassung von langjährigen Führungskräften bei Chrysler, was zu einer Demoralisierung bei den Angestellten und Händlern des Unternehmens in ganz Nordamerika geführt hat.“ Bei Tracinda, dem drittgrößten Anteilseigner von DaimlerChrysler, hieß es, das Unternehmen hätte den Deal nicht unterstützt, wenn man gewusst hätte, dass Chrysler eine Konzerntochter würde.

DaimlerChrysler schloss gestern bei 47,60 € (??) und damit fast 50 Prozent unter dem Höchststand nach der Fusion. Die beiden größten Aktionäre des Konzerns, die Deutsche Bank und das Kuwait Investment Office, waren nicht zu einer Stellungnahme zu haben.

 

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27.11.00 23:36 #8 GM oder Ford kommen
meines erachtens wg. der drohenden kartellfrage nicht in erster linie in Frage, allerdings ist daimler wohl wirklich jetzt schon ein buy, schlechte chrysler ergebnisse erwartet jetzt jeder. Sogar bei einem 2000er ausgeglichenen ergebnis (oder schlechter/speziell Chrysler) könnte der Kurs von DaimlerChrysler schon jetzt oder in den nächsten Tagen sein tief markiert haben.

gruss m.  

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28.11.00 11:01 #9 Kaufen bei 30 Euro!
Alles andere interessiert nicht!  
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