Continental im Visier der Übernahme

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neuester Beitrag:  28.02.07 12:59
eröffnet am: 28.02.07 10:47 von: sacrifice Anzahl Beiträge: 6
neuester Beitrag: 28.02.07 12:59 von: loshamoon Leser gesamt: 11652
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28.02.07 10:47 #1 Continental im Visier der Übernahme
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Blackstone sucht den Super-Deal

Amerikanischer Finanzinvestor kalkuliert Mega-Übernahme in Deutschland durch

PETER KÖHLER | FRANKFURT JENS KOENEN Erstmals hat ein Finanzinvestor öffentlich eingeräumt, dass er den Kauf eines börsennotierten Großkonzerns in Deutschland ernsthaft geprüft hat. Das Private-Equity-Haus Blackstone arbeitete nach eigenen Angaben bereits an einer Übernahme im Wert von bis zu 50 Milliarden Dollar. "Wir hatten mehrere solcher Deals in Europa im Auge, auch einen in Deutschland. Aber dann stieg der Aktienkurs zu stark", sagte Stephan Schwarzman, Mitbegründer von Blackstone, am Rande der Frankfurter Investorenkonferenz "Super Return".

Seit Monaten wird innerhalb der Branche über die Übernahme eines Unternehmens aus der Börsen-Bundesliga Dax spekuliert. Getrieben wurde die Debatte durch den Einstieg von Blackstone bei der Deutschen Telekom sowie durch die Mitteilung des Reifenherstellers Continental, es habe Gespräche mit einem Finanzinvestor gegeben, die aber beendet worden seien. Seitdem sind keine neuen Fälle bekannt geworden. Allerdings berichten Finanzkreise, dass es regelmäßige Kontakte zwischen dem Management der Dax-Unternehmen und den Spitzenkräften der Private-Equity-Häuser gibt.

Die Finanzierung solcher riesigen Übernahmen ist laut Schwarzman ohne Schwierigkeiten zu stemmen. "Bezogen auf die Fremdkapitalseite ist es kein Problem, einen 50-Milliarden-Dollar-Deal zu machen", sagte Schwarzman. Zu Beginn der Woche hatten die Finanzinvestoren Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und Texas Pacific Group (TPG) den amerikanischen Versorger TXU für 45 Mrd. Dollar inklusive der Schulden übernommen und damit einen neuen Rekord aufgestellt.

Schwarzman prognostizierte angesichts niedriger Zinsen, eines robusten Weltwirtschaftswachstums und der hohen Liquidität in den Finanzmärkten weitere Rekordjahre für die Branche. Die Renditen im Private-Equity-Markt blieben bei den Spitzenhäusern weiterhin bei 20 Prozent und mehr. Auch TPG-Gründer David Bonderman glaubt fest daran, dass es noch viel Spielraum für Wachstum gibt. Trotz der Deals im Milliardenbereich komme Private Equity nur auf einen Anteil von drei Prozent, gemessen am Volumen der weltweiten Transaktionen. Die Finanzinvestoren setzen auch darauf, dass viele Industrieunternehmen wegen der zunehmenden Regulierungen ihre Unternehmen von der Börse nehmen wollen. Die Private-Equity-Firmen ersetzen dann das öffentliche Kapital.

Heiß diskutiert wurden auf der "Super Return" die steigenden Preise für die Übernahmen und der hohe Anteil von Fremdfinanzierungen. Mit Blick auf die komplexen Strukturen und die Rolle der Hedge-Fonds hieß es, wenn es zu "Rissen in den Kreditpaketen" komme, seien die möglichen Auswirkungen heute kaum abschätzbar. Denn die Auflagen ("covenants") bei der Kreditvergabe fielen heute weg oder seien sehr weit ausgelegt. Damit würden Risiken von den Private-Equity-Häusern zu den Finanzmärkten verlagert, sagte Stefan Hepp von der Beratungsgesellschaft SCM.

Schwarzman ging mit den Kritikern von Private Equity ins Gericht. Obwohl seine Branche neue Jobs schaffe, stießen solche Fakten auf taube Ohren. Die Gewerkschaften ignorierten die Fakten einfach. Momentan stehen die Finanzinvestoren vor allem in Großbritannien in der Kritik. Britische Gewerkschaften schickten gestern eigens eine kleine Gruppe von Demonstranten zur "Super Return", die auf Arbeitsplatzverluste verwies und mehr Transparenz von den Private-Equity-Häusern forderte. Schwarzman sagte, dass die Diskussion in Großbritannien - der eigentlichen Heimat der Branche - sehr "ungewöhnlich" sei.

Koenen, Jens
Köhler, Peter  
28.02.07 11:19 #2 gelogen
Der grund, das der kurs so stark gestiegen sei, ist gelogen. die berechnung des firmenwertes liegt bei ca. 250 Euro pro Aktie. Wahr ist, das ein unfriendly takeover, den kurs enorm getrieben hätte, somit kommt nur eine übereinkunft mit dem management in frage. das wurde abgelehnt. der preis lag bei ca 140 euro pro aktie. zu wenig!  
28.02.07 11:35 #3 loshamoon
Wie kommst Du auf 250 Euro?  
28.02.07 11:46 #4 ganz einfach
geplante eigenkapitalrendite des übernehmers: 15% p.a. durchschnittlicher investmentzeitraum 5 Jahre: 15*5 ist 75% * 140 euro ist ca. 250 euro.  
28.02.07 12:10 #5 na
Sicherlich ist die große Herausforderung für Blackstone, die hohen Renditen zu halten. Dass dadurch ein hoher Verkaufspreis schon bei der Berechnung des Kaufpreises mit eingerechnet wird ist klar. Aber die Gefahr trägt schließlich der Fonds. Bezahlt würde die Übernahme mit Fremdkapital. Insofern müsste Continental schon Eingeständnisse machen.  Mit 140 € wären mehr als 150% des aktuellen Martkwertes geboten.

Dass die Gespräche mit dem Management beendet sind, glaub ich noch nicht.

Interessant finde ich auf jeden Fall zu beobachten, dass Blackstone tatsächlich so eine große Übernahme in Deutschland in Erwägung zieht. Ob nun Continental, oder ein anderes DAX-Unternehmen wird sich im Laufe der Zeit herausstellen.  
28.02.07 12:59 #6 es wird conti sein, die übernommen werden.
ich glaube sogar, das daimler nach der trennung von chrysler sich conti einverleiben wird.  
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