Angriff auf den Weltkonzern Vivendi

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neuester Beitrag:  11.11.21 13:10
eröffnet am: 16.06.06 13:53 von: EinsamerSamariter Anzahl Beiträge: 20
neuester Beitrag: 11.11.21 13:10 von: GGOM Leser gesamt: 15163
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16.06.06 13:53 #1 Angriff auf den Weltkonzern Vivendi
Bluff oder Coup: Angriff auf den Weltkonzern Vivendi

Großer Bluff oder Coup des Jahrhunderts? Mit geliehenen Milliarden will der in Monaco residierende Norweger Alexander Vik den französischen Weltkonzern Vivendi für 39 Milliarden Euro aufkaufen und zerlegen. Sein auf den britischen Kaiman-Inseln beheimateter Investmentfonds Sebastian Holdings hat dafür angeblich 19 Milliarden Euro von der Deutschen Bank und der Bank of America zugesagt bekommen.  

Natürlich wehrt sich Vivendi mit Leibeskräften. Der Medien- und Telecomkonzern strotzt nach erfolgreicher Rosskur nur so vor Selbstvertrauen. Bis zum überraschenden Angriff des "Vik-ingers" träumte Vivendi von flotter Expansion auf riesigen neuen Märkten für Musik- und Filmvertrieb über Handy. Schließlich hat Vivendi mit seinen Sparten Musik (Universal Music) und Videospiele (Vivendi Universal Games), Pay-TV (Canal+) und Mobilfunk (SFR/Frankreich und Maroc Telecom) alle Trümpfe selbst in der Hand.

Doch dann kam Vik. Der Raider, der in den 90er Jahren in New York beim Internetboom mit Übernahmen und Wiederverkäufen von Dotcom-Firmen" ein Vermögen gemacht hat, äußert Zweifel am Sinn der Strategie. Er will den Konzern mit fast 20 Milliarden Euro Umsatz und einer 20-Prozent-Beteiligung am Hollywood-Konzern NBC Universal zerlegen, um den Wert zu steigern.

Zunächst nahm kaum einer den Angriff aus dem winzigen Fürstentum Monaco ernst. Als Vik sich für gut 1,2 Milliarden Euro in das Kapital einkaufte und – mit deutlich unter fünf Prozent – größter Aktionär wurde, blieben die erfolgsverwöhnten Manager gelassen. Doch seit der Milliardär ein Übernahmeangebot für 39 Milliarden Euro angekündigt hat, läuten in Paris die Alarmglocken. Mitte Mai wiesen Manager und Aufsichtsräte einstimmig Viks Pläne als unsinnig zurück und bekräftigten ihre eigene Strategie. Die Videospiele und das Pay-TV stünden ohne die anderen Sparten viel schlechter da. Konzernchef Jean-Bernard Lévy erklärte, die völlig unrealistische Forderung eines "Aktionärs ohne gesicherte Finanzen" sei hinfällig.

Doch die Konzernbosse sind nervös. Jetzt stichelt Vik, Lévy und der charismatische Vivendi-Sanierer und Aufsichtsratschef Jean-René Fourtou hätten sich offen für strategische Neuausrichtungen gezeigt. Die Genannten dementieren heftig. Fourtou erklärt zudem, Vik biete viel zu wenig. Er müsse mindestens eine Prämie von 30 Prozent auf den Aktienkurs bieten, also ein paar Milliarden drauflegen.

Niemand weiß, was der Norweger, der seine Jugend an südlichen Stränden verbrachte, mit dem Börsenschwergewicht wirklich vorhat. Vik nennt Vivendi abfällig einen "auf Telekommunikation und Medien konzentrierten Investmentfonds". Getrennt wären die Sparten mehr wert. Für Vivendi ist das "wirtschaftlich und juristisch ohne Basis". Bei einer Zerschlagung entfiele die Möglichkeit, riesige Altverluste aus der Zeit der Börsenblase steuerlich über Jahre zu verrechnen.

Um die Aktionäre bei der Stange zu halten, legte Vivendi eine Geschäftsprognose gleich bis zum Jahre 2011 auf. Angesichts der Verankerung auf zwei Märkten, die derzeit im tiefen Umbruch sind – Musik und Telekommunikation –, erscheint das zwar gewagt. Doch der Markt nahm die Botschaft dankend auf. Bis 2011 soll jede einzelne Sparte jährlich operativ um acht bis zehn Prozent expandieren. Der Überschuss soll 2006 um 16 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro steigen und 2011 zwischen 3,5 und vier Milliarden Euro erreichen. Voraussetzung sei aber die Beibehaltung der auf Spartensynergien beruhenden Strategie. Die Gespräche mit Vik hat Vivendi abgebrochen. Jetzt ist der Investor am Zuge.


Quelle: dpa

Euch,

   Einsamer Samariter

 
20.10.13 14:08 #2 Vivendi
Für Vivendi dürfte sich ja jetzt wohl vor allem Vodafone interessieren  

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11.12.13 16:06 #3 Bernstein hebt Vivendi auf 'Outperform' - Ziel 24
Das US-Analysehaus Bernstein Research hat Vivendi von "Market-Perform" auf "Outperform" hochgestuft und das Kursziel von 17,50 auf 24 Euro angehoben. Mit den klarer werdenden Plänen zur Abspaltung des Mobilfunkgeschäfts SFR sehe er erheblichen Spielraum nach oben für die Aktie, schrieb Analyst Claudio Aspesi in einer Studie vom Mittwoch. Zudem sei es ein gutes Zeichen für Anleger, dass Vincent Bollore Chef von Vivendi NewCo sein soll. Der Verkauf des brasilianischen Telekomunternehmens GVT werde wahrscheinlicher./fn/men

AFA0060 2013-12-11/15:55

ISIN: FR0000127771

© 2013 APA-dpa-AFX-Analyser

http://www.finanznachrichten.de/...uf-outperform-ziel-24-euro-322.htm  
21.09.21 14:09 #4 Und es hat Booom gemacht! Minus 65 %
Ein Glück für alle hier - keiner hält diese Aktie!  
Doch jetzt könnte ein Einstieg interessant sein. Meinungen?
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MfG bauwi
Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern das er nicht tun muß, was er nicht will.

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21.09.21 14:18 #5 der Abschlag ist doch völlig
übertrieben, kursziel 25 ....  
21.09.21 17:54 #6 besser mal Informieren - Der Aktionär weiß es
Für die Vivendi-Aktionäre hat sich die Abspaltung von Universal Music am Dienstag gelohnt, denn 60 Prozent des UMG-Kapitals wurde auf sie verteilt. Die Kurse der beiden Aktien vom Dienstagmittag addiert ergeben in Summe 36,14 Euro und damit ein Plus von 15 Prozent auf den Vortagesschluss der Vivendi-Aktie
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* an der Börse ist alles möglich,  auch das unmögliche !
22.09.21 12:50 #7 jetzt einsteigen und
Bis 20 fahren.......  
22.09.21 13:05 #8 Glaub ich nicht
Man kann sich gegenwärtig kein Bild von der zukünftigen Bilanz machen. Von der Ertragslage her müsste Vivendi eigentlich jetzt fair bewertet sein. Canal + wirft m.W. so rd. 0,8 Mrd. p.a. ab, der Rest geht eigentlich plusminusnull auf. Mediaset etc. ist jetzt nicht der Burner.  
22.09.21 13:17 #9 ich denke es kann
Bis 20 laufen  schaun ner mal.  
22.09.21 13:45 #10 2/3 Kurssturz
Hallo Leute, ich halte Vivendi-anteile. Die Abspaltung war ja avisiert. Leider ist über meine Depotbank nicht ein Fünkchen verlautbart worden. Es gibt auch noch keine Einbuchungen. Nur der horrende Abschlag der Aktie. Nun, ich möchte Glauben, dass da noch was kommt.  
23.09.21 20:43 #11 Auskunft meiner Bank:
morgen (am 24.9) bekomme ich die Aktien der Univ. Music Gr. (WKN: A3C291) eingebucht. Bin gespannt, ob stimmt. Jedenfalls sind sie unterwegs.  

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24.09.21 18:28 #12 klarer Kauf
 
27.09.21 12:12 #13 Kapitalertragssteuer nach UMG - Börsengang
Am Freitag wurden die neuen UMG-Aktien in mein Depot eigebucht.  Meine Depotbank hat die Abspaltung als Stockdividende für Vivendi-Aktionäre eingestuft und jede UMG-Aktie mit 24,67 € bewertet. Davon wurden 24,51% Kapitalertragsteuer + Soli und KiSt berechnet und vom Depotkonto abgebucht. Französische Quellensteuer wurde bisher noch nicht berechnet.  
Sollte die Abrechnung korrekt sein, wäre der UMG-Börsengang für die Vivendi-Aktionäre auf keinen Fall der große Erfolg gewesen.
Wurde der UMG-Börsengang für andere Vivendi-Aktionäre genauso berechnet?  

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27.09.21 12:21 #14 Vor dem BFH bereits dazu mehrere Verfahren .
Es gibt dazu gerade mehrere anhängige Verfahren vor dem BFH. Die o.g. Verfahrensweise - Beurteilung als Sachdividende - entspricht der Auffassung der Finanzverwaltung (BMF-Schreiben vom 18.01.2016, Rn. 115 f.). Die Finanzgerichte haben dies in allen mir bekannten Verfahren verworfen und dies als nicht steuerpflichtigen Tauschvorgang entsprechend § 20 Abs. 4a EStG behandelt.  
29.09.21 00:31 #15 #14
Vielen Dank für Ihren Hinweis.
Ich bin bei juristischen Fragen leider nicht besonders bewandert.
Wie müsste man dabei vorgehen?
Reicht hier ein Verweis auf vergleichbare Urteile oder wäre eine Steuerrückerstattung nur auf dem Klageweg möglich?
Die Anrufung eines Gerichts wäre in meinem Fall jedoch wahrscheinlich unverhältnismaßig.  

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02.10.21 09:06 #16 sausi
Hallo,dieselbe Frage stellt sich für mich auch.
Für die Einbuchung der Stockdividende UMG sind mir von der Comdirect 1000,-Eur abgebucht worden und nocheinmal 1000 Eur für Kapitalsteuer ,Soli,Quellensteuer.Steuerbemessungsgrundlage waren 3800 Eur!Ist das rechtens?
Ich bin als Geringverdiener von Steuern befreit.Was kann ich tun ?
Danke für konstruktive Ratschläge.
 

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05.10.21 16:15 #17 Stockdividende bei Vivendi
Hallo `Zeitungsleser`,
hast du Info über abgeschlossene Verfahren bei einem Finanzgerichtshof bezüglich der Auffassung der Finanzbehörden über die "Stockdividende" bei Vivendi. In welchem Bundesland bzw. Aktenzeichen ?
Vielen Dank für deine Antwort.  KPK  
05.10.21 19:50 #18 Ich muss passen...
In meinem Fall geht es um US-Unternehmen und der entsprechende Paragraf ist für Laien recht schwer verständlich geschrieben. Die Gefahr ist zu groß, dass ich Unsinn poste und mein Sachverhalt nicht auf Vivendi übertragbar ist. Zudem bin ich dazu nicht befugt. Am besten mal einen Steuerberater bei 123Recht oder so fragen.  
09.11.21 16:39 #19 Stockdividende bei Vivendi
Hallo zusammen,
in der Sonntagszeitung der FAZ vom 31.10.2021 findet ihr einen Steuertipp, was unsere Vivendi angeht. Nach einem Urteil des BFH vom 01.07.2021 Akt-Z VIIIR 9/19 . Da meine Sparkasse sich weigert tätig zu werden, wende ich mich direkt an das Finanzamt. Ich berichte weiter.
MfG    Glanzmann  
11.11.21 13:10 #20 Stockdividende bei Vivendi
Ich befürchte, dass Deine Bank die Abspaltung der Universal Music Group vermutlich richtig bewertet hat.
Bei dem Urteil des BFH vom 01.07.2021 Akt-Z VIIIR 9/19 geht es um einen US Spin-off. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob dies mit der UMG-Abspaltung vergleichbar ist, da Vivendi die Aktion als „Dividende“ eingestuft hat.

Mir wurde durch meine Bank mitgeteilt, dass die Besteuerung der 25,25 EUR pro UMG-Aktie als steuerrelvanter Umsatz behandelt wird und bei einem späteren Verkauf als Einstandskurs gesehen wird. Somit wird bei einem Verkauf erst ein Wert oberhalb der 25,25 EUR pro UMG-Aktie steuerpflichtig.

Das größere Problem sehe ich bei der 26,5%igen französischen Quellensteuer, wovon 13,7% „rückforderbar“ wären. In der Praxis ist angeblich eine Rückforderung der Quellensteuer als Privatperson  fast unmöglich, da der französische Staat bei der rückforderbaren Steuer „sehr hohe Hürden“ aufbaut und die Depotbanken hier auch nicht unterstützen.

Hat hier schon jemand einmal versucht, französische Quellensteuer zurückzufordern?  

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