ABB erzielt Einigung bei Asbestklagen

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neuester Beitrag:  08.04.11 11:54
eröffnet am: 17.01.03 11:32 von: first-henri Anzahl Beiträge: 3
neuester Beitrag: 08.04.11 11:54 von: alpenland Leser gesamt: 10715
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17.01.03 11:32 #1 ABB erzielt Einigung bei Asbestklagen
17.01.03 11:26  

 
ABB erzielt Einigung bei Asbestklagen    
 
Der Elektrotechnikkonzern ABB Ltd, und deren US-Tochtergesellschaft Combustion Engineering haben eine Einigung im Asbeststreit in den USA erzielen können.

Mit den Klägern wurde ein Vertrag vereinbart, der Schadensersatzzahlungen in Höhe von 1,2 Mrd. Dollar vorsieht. Beobachter hatten im Vorfeld der Entscheidung mit eine deutlich höheren Summe gerechnet.

Mit den Anwälten der mehr als 100.000 Asbest-Klägern hat sich der Schweizer Konzern auf einen so genannten pre-packed Konkurs für die US-Tochtergesellschaft Combustion geeinigt. Demnach werden den Klägern das gesamte Vermögen des Unternehmens in Höhe von 800 Mio. Dollar überschrieben. Zugleich wird ABB noch 350 Mio. Dollar zusteuern. Weiter wird ABB eigene Aktien in einer Höhe von 50 Mio. Dollar zur Verfügung stellen. Die Zahlungen sollen in Raten ab 2004 bis zum Jahr 2009 geleistet werden.

Von der Einigung können die Aktien der Schweizer profitieren. An der Schweizer Börse steigen die Papiere des Konzerns aktuell um 6,8 Prozent auf 4,8 CHF. Seit dem Allzeit-Hoch Mitte 2000, bei dem die Aktien bei über 50 CHF notierten, ging es stetig abwärts.


Könnt Ihr Euch noch an den Sprung von FMC erinnern ?

Good Trades f-h  
26.01.03 19:40 #2 ABB, die 100% Chance
26.01.03 13:57    
 
Bericht: ABB, die 100% Chance      


 
Die drohende Pleite hat ABB-Chef Jürgen Dormann erst einmal abgewendet. Wenn er es jetzt schafft, den angeschlagenen Konzern wieder zu alter Ertragsstärke zu führen, winkt Anlegern eine 100-Prozent-Chance.

von Jens Castner / Euro am Sonntag

Jürgen Dormanns Amtsantritt bei ABB stand unter keinem guten Stern: Kaum hatte der 63-Jährige am 5. September 2002 im Chefsessel des angeschlagenen Elektrokonzerns Platz genommen, bestätigte er vorschnell die Ertragsprognosen. Die Gewinnwarnung kam zwei Wochen später.

Von verspieltem Vertrauen will Dormann dennoch nichts hören. Der deutsche Top-Manager, der mit dem Zusammenschluss von Hoechst und Rhone-Poulenc zu Aventis eine einzigartige Erfolgsgeschichte geschrieben hat, räumte auf. Drei Mitglieder des Vorstands, der "Equipe", wie Dormann sich ausdrückt, mussten gehen. Mit ihrer Taktik, über die prekäre Lage des schweizerisch-schwedischen Firmen-Konglomerats hinwegzutäuschen, hatten sie ihn ins offene Messer laufen lassen. Denn die Schulden überstiegen längst das Eigenkapital, ABB war von den Banken abhängig. Wie ein Damokles-Schwert hingen zudem Asbest-Klagen gegen die US-Tochter Combustion Engineering (CE) über dem Konzern.

Keine vier Monate später kann Sanierer Dormann erste Teilerfolge vorweisen: Trotz miserabler Ratings der Agenturen Standard & Poor’s und Moody’s gelang es ihm und ABB-Finanzvorstand Peter Voser, mit einer neuen Kreditlinie von 1,5 Milliarden US-Dollar wenigstens die kurzfristig fälligen Darlehen abzulösen. Vor zehn Tagen hat er dann die drohende Pleite endgültig abgewendet: Aller Voraussicht nach wird die Höhe der Schadenersatz-Forderungen der Asbest-Kläger aus den USA auf 1,2 Milliarden Dollar begrenzt - eine überschaubare Summe, da ABB bereits Rückstellungen in Höhe von 940Millionen Dollar gebildet hat.

Ein kleiner Unsicherheitsfaktor sind die Asbest-Prozesse gegen die US-Tochter Combustion Enginering (CE) jedoch noch: 75 Prozent der Kläger müssen bis Mitte Februar in den Vergleich einwilligen. Dieser greift nur, wenn drei Viertel der Kläger innerhalb eines Monats einwilligen. Die Zustimmung gilt jedoch als sicher. Angesichts der prekären Finanzlage wäre Dormanns einzige Alternative, CE ins Konkursverfahren zu schicken, was für die Kläger unwägbare Risiken mit sich brächte. Denn dann müssten sie ABB verklagen - allerdings nicht in den USA sondern am Konzernsitz in Zürich.

Hintergrund der Asbest-Klagen: Combustion Engineering hatte Kraftwerkskessel in den 70er-Jahren mit Asbest isoliert - lange vor der Übernahme durch ABB im Jahr 1990 und lange bevor die Asbest-Risiken bekannt waren. Obwohl die gefährliche Schicht beidseitig von Metall ummantelt war, kam es bei Kraftwerks-Mitarbeitern zu Lungenkrebs. Eine Lawine kam ins Rollen: Über 100000 Menschen klagten gegen CE, darunter auch solche, "die nur mit dem Fahrrad an einem der Kraftwerke vorbeigefahren sind", so ABB-Sprecher Wolfram Eberhardt. Um möglichst viele Kläger zu finden, warben US-Anwaltskanzleien in TV-Spots mit Slogans wie "Haben Sie eine Millionenlunge?".

Da die Pleite jetzt kein Thema mehr ist, will sich Dormann verstärkt dem operativen Geschäft zuwenden. Und er hat sich dafür einen engen Zeitrahmen gesetzt. Innerhalb von 18 Monaten will er den Tanker auf Kurs bringen: "So lange habe ich bei Aventis auch gebraucht." Alles, was nicht zu den Kernbereichen Energietechnik und Automationstechnologie gehört, steht zum Verkauf. Das Öl-, Gas- und Petrochemiegeschäft - zusammen für rund 3,4 Milliarden US-Dollar Umsatz gut - sollen noch im Lauf dieses Jahres verkauft werden, um die Schuldenlast von aktuell 2,6 Milliarden Dollar zu reduzieren.Den Kernbereichen, die zusammen 16 Milliarden Dollar Umsatz machen, wurde ein rigoroses Sparprogramm verordnet, um sie zu alter Ertragsstärke zurückzuführen. Bis Mitte 2004 will Dormann die Kosten um 800 Millionen Dollar jährlich senken - auch mit Entlassungen. Selbst der Hauptverwaltung, dem am schnellsten wachsenden Kostenblock, soll’s an den Kragen gehen.

Das Gros der Analysten ist noch nicht überzeugt, dass Dormann - Sanierer-Qualitäten hin oder her - die Ertragswende so schnell schaffen wird. Nur vier von 39 Experten raten zum Einstieg, 14 zum Halten und 21 zum Verkauf. Für 2002 - die Zahlen kommen am 27. Februar - rechnen die Banker im Schnitt bestenfalls mit einem ausgeglichenen Ergebnis.

Und für 2003 erwartet Urs Diethelm von Sal. Oppenheim je nach Konjunktur einen Gewinn von 32 bis 64 Rappen je Aktie (22 bis 44 Euro-Cent). John Pearson von Merrill Lynch traut ABB gar nur 20 Rappen je Aktie zu. Legt man die pessimistischeren Schätzungen zu Grunde, ist die Aktie mit einem 2003er-KGV zwischen14 und 19 nicht billig.

Betrachtet man dagegen Marktkapitalisierung und Umsatz, dann ist das Papier ein Schnäppchen: Der Börsenwert von knapp einer Milliarde Euro beträgt nur ein Zwanzigstel der für 2003 erwarteten Erlöse. Da das operative Geschäft gar nicht so schlecht läuft - zuletzt meldete ABB einige Großaufträge aus dem Nahen Osten, darunter die Erweiterung der Trinkwasserversorgung in Abu Dhabi -, hat das Papier Verdoppelungspotenzial. Allerdings müssen Anleger eventuell einige Jahre Geduld mitbringen: Deutliche Ertragssteigerungen sind erst 2004 zu erwarten, wenn Dormanns Sparmaßnahmen richtig greifen. Doch für eine 100-Prozent-Chance ist das kein zu hoher Preis. «


 
08.04.11 11:54 #3 Höheres Ziel

JPMorgan hat ABB vor der Quartalsberichtssaison der Investitionsgüterindustrie auf "Overweight" mit einem Kursziel von 25,50 Euro (wohl CHF) belassen. Er rechne insgesamt mit guten Ergebnissen der Elektrotechnikanbieter, schrieb Analyst Andreas Willi in einer Branchenstudie vom Freitag. Mögliche kurzfristige Kursrückgänge eröffneten günstige Kaufgelegenheiten. Im Vorfeld der Zahlen empfehle er ABB zum Kauf, da die Schweizer von den vermutlich weiter steigenden Investitionen in den Industriestaaten sowie dem robusten Geschäft in den Schwellenländern profitieren sollten. Zudem habe sich die spätzyklische Konjunkturentwicklung noch nicht im Kurs niedergeschlagen.

AFA0029 2011-04-08/11:31

 

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