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ifo Institut: Ostdeutschland vor einem zweiten Strukturwandel




09.11.18 14:16
aktiencheck.de

Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Der ifo-Forscher Joachim Ragnitz hat die Politik dazu aufgefordert, sich auf einen zweiten Strukturwandel der Wirtschaft in Ostdeutschland einzustellen, so das ifo Institut in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

"Ansonsten könnte es passieren, dass der bislang gut verlaufende Aufholprozess in den nächsten Jahren ein abruptes Ende findet", sagte er zum 29. Jahrestag des Mauerfalls. "Viele der kleineren Unternehmen im Osten haben Besitzer, die kurz vor dem Ruhestand stehen und deswegen keine Risiken mehr eingehen wollen. Aus demographischen Gründen fällt es schwer, für alle diese Betriebe In den kommenden Jahren erfolgreiche Nachfolge-Regelungen zu finden. "Die Politik wäre gut beraten, sich hierauf einzustellen und mehr dafür zu tun, erfolgreiche Firmen mit Wachstumsambitionen zu unterstützen."

Ragnitz fügte hinzu: "Kennzeichnend für die ostdeutsche Wirtschaft ist heute eine massive Spaltung zwischen hoch wettbewerbsfähigen Firmen einerseits und Betrieben andererseits, die nur knapp über die Runden kommen. Die hoch wettbewerbsfähigen Firmen habe sich im Osten dort niedergelassen, wo sie gute Standortbedingungen gefunden haben: eine günstige Infrastruktur-Anbindung, Forschungseinrichtungen, ein attraktives Wohnumfeld und ähnliches mehr. Die vielen kleinen Firmen hingegen sind häufig aus der Not des Übergangs von der Staats- zur Marktwirtschaft geboren. Sie haben sich auf Märkte spezialisiert, die ein Auskommen erlauben, weisen aber nur geringe Wachstumsambitionen auf. Sie finden sich nahezu flächendeckend überall in den ostdeutschen Bundesländern. Da dies wohl die Masse der ostdeutschen Unternehmen darstellt, ist auch die durchschnittliche Produktivität und damit das Lohn- und Einkommensniveau gering."

Ragnitz verwies aber darauf, das sich in den vergangenen Jahren die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Ostdeutschlands von rund einem Drittel des westdeutschen Niveaus auf nahezu 80 Prozent erhöht habe. "Die verbleibende Unterschiede bei den Einkommen oder beim Arbeitsmarkt spiegeln in hohem Maße strukturelle Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland wider, nicht aber ein Versagen der Marktwirtschaft als Wirtschaftssystem." (09.11.2018/ac/a/m)





 
 
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