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Fintechs fördern Inklusion




01.07.20 11:55
Lombard Odier IM

Genf (www.aktiencheck.de) - "Aufgrund des enormen Kostenvorteils der Digitalisierung von Finanzdienstleistungen, ist die finanzielle Inklusion ein natürliches Nebenprodukt von Fintech", sagt Jeroen van Oerle, Portfolio Manager bei Lombard Odier Investment Managers.

Kosteneffizienz sei an den aufstrebenden Märkten besonders wichtig. Vor Fintech sei es in Schwellenländern unmöglich gewesen, Menschen in ländlichen Gebieten zu erreichen. Die Kosten seien zu hoch gewesen, im Vergleich zu den wenigen Dienstleistungen, die von der ländlichen Bevölkerung in Anspruch genommen worden wären. Dank der Kostenvorteile von Fintech sei jedoch die Versorgung von Bevölkerungsgruppen ermöglicht worden, die davor keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen gehabt hätten.

Nach Angaben der Weltbank hätten im Jahr 2011 weltweit nur 51 Prozent der Erwachsenen ein Konto bei einer Bank oder einem Anbieter mobiler Finanzdienstleistungen gehabt. Bis 2018 sei ihr Anteil auf 69 Prozent gestiegen, unter anderem, weil Fintechs die Kosten so stark hätten reduzieren können, dass immer mehr Bevölkerungsgruppen erreicht worden seien.

Hinzu komme die wachsende Zahl von Mobiltelefonen, die es ermögliche, Geld digital zu überweisen. Der Anteil der Kontoinhaber, die digital Geld gesendet oder empfangen hätten, sei laut Weltbank zwischen 2014 und 2017 in den Entwicklungsländern von 57 Prozent auf 70 Prozent gestiegen, weltweit von 67 Prozent auf 76 Prozent.

Finanzielle Inklusion sei auch in Industrieländern, in denen viele Kunden unterversorgt seien, ein Thema. Diese Kunden hätten zwar ein Bankkonto, würden jedoch nicht von den entsprechenden Dienstleistungen profitieren, da ihr Einkommen zu gering oder ihr Kontostand zu niedrig sei. In den USA hätten beispielsweise rund ein Viertel der Haushalte entweder keinen oder nur beschränkten Zugang zu Finanzdienstleistungen.

Erste Arbeitgeber hätten dieses Problem erkannt. Uber beispielsweise arbeite mit Fintech-Unternehmen zusammen, um seinen Fahrern Prepaidkarten sowie elektronische Geldbörsen und Kredite zu bieten. So könnten sie zu Beginn des Arbeitstages über UberMoney Geld leihen, um zu tanken. Diesen Kredit würden sie mit Fahrten zurückzahlen. Den restlichen Verdienst könnten sie auf ihrer Prepaidkarte oder die Geldbörse laden lassen.

Ausgeschlossen vom technologischen Fortschritt, mobilen Bezahldienstleistungen und einem Großteil digitaler Finanzdienstleistungen seien Menschen, die kein Mobiltelefon besitzen würden. Ein Beispiel dafür seien Versicherer, die automatisierte Risikomodelle anwenden würden, um ein Risikoprofil zu erstellen. Das sei ohne eine digitale Geschichte nicht möglich, weshalb Kunden ohne Mobiltelefon von den entsprechenden Policen ausgeschlossen würden. Es gebe bereits Fintech-Initiativen, die auch diese Gruppe integrieren möchten. Kunden ohne digitalen Fußabdruck zu erschließen, würde sich auch wirtschaftlich lohnen. Und schon heute stehe ihnen ein deutlich höherer Anteil der Weltbevölkerung gegenüber, der dank Fintechs Zugang zu Finanz- und Versicherungsdienstleistungen habe, von denen er zuvor ausgeschlossen gewesen sei. (01.07.2020/ac/a/m)






 
 
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