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Weltweit 220 Mrd. US-Dollar weniger Dividendenausschüttungen




22.02.21 08:38
Janus Henderson Investors

London (www.aktiencheck.de) - In der schwersten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg fielen die globalen Dividenden laut dem neuesten Global-Dividend-Index-Bericht von Janus Henderson auf 1,26 Billionen US-Dollar im Jahr 2020, ein Rückgang von insgesamt 12,2%, so die Experten von Janus Henderson Investors.

Dies sei besser gewesen als Janus Hendersons Best-Case-Prognose von 1,21 Billionen US-Dollar. Grund dafür sei ein im vierten Quartal geringerer Rückgang der Ausschüttungen als erwartet gewesen. Die Dividenden im Jahr 2020 seien um bereinigt 10,5% niedriger gewesen . ein geringerer Rückgang als nach der globalen Finanzkrise. Janus Hendersons-Index der globalen Dividenden sei auf 172,4 gefallen - ein Niveau wie zuletzt im Jahr 2017.

Am gravierendsten seien die Dividendenkürzungen in Großbritannien und Europa gewesen, die zusammen für mehr als die Hälfte des weltweiten Rückgangs der Ausschüttungen verantwortlich gewesen seien. Dies sei hauptsächlich auf die von den Aufsichtsbehörden verhängten Beschränkungen für Bankendividenden zurückzuführen.

"Deutschland hat sich laut unseres Index im Vergleich zum Rest Europas mit einem Rückgang von bereinigt 12,9% ganz gut geschlagen. Die Gründe sind vielfältig. So kürzte nur jedes dritte Unternehmen seine Dividendenzahlungen. Die geringe Zahl an starken Banken in Deutschland, selbst vor 2020, unterstützt das vergleichsweise bessere Ergebnis. Außerdem haben die deutschen Versicherer dem Druck der EU-Versicherungsaufsichtsbehörde, die Dividenden auszusetzen, nicht nachgegeben. Das bremste den Abwärtstrend erheblich", analysiere Daniela Brogt, Head of Sales Germany & Austria bei Janus Henderson Investors die Ergebnisse für Deutschland.

Aber selbst als die Ausschüttungen in Europa und Großbritannien unter das Niveau von 2009 (Beginn der Berechnung des Dividendenindex von Janus Henderson) gefallen seien, seien sie in Nordamerika um 2,6% auf einen neuen Rekord gestiegen. Nordamerika habe vor allem deshalb so gut abgeschnitten, weil die Unternehmen Cash hätten vorhalten und ihre Dividenden schützen können, indem sie stattdessen Aktienrückkäufe ausgesetzt oder reduziert hätten, und weil die Regulierungsbehörden großzügiger gegenüber Banken gewesen seien. Im asiatisch-pazifischen Raum sei Australien am stärksten betroffen gewesen, da das Ergebnis stark von Bankendividenden abhängig sei, die von den Aufsichtsbehörden bis Dezember begrenzt worden seien. Ansonsten hätten neben Kanada auch China, Hongkong und die Schweiz zu den Ländern mit der besten Performance gehört.

Brogt kommentiere: "Insgesamt hat uns das Ergebnis positiv überrascht. Es zeigt allerdings auch, wie wichtig es ist, diversifiziert aufgestellt zu sein."

Die Ausschüttungen für das vierte Quartal seien um 14,0% auf insgesamt 269,1 Mrd. US-Dollar gefallen, während der Rückgang auf absoluter Basis nur 9,4% betragen habe. Dies sei weniger stark als erwartet gewesen, da Unternehmen wie die Sberbank in Russland und Volkswagen in Deutschland die ausgesetzten Dividenden in voller Höhe wieder eingeführt hätten, und andere wie Essilor in Frankreich sie auf ein niedrigeres Niveau zurückgebracht hätten. Die Sonderdividenden seien auch höher gewesen als erwartet. In den USA seien die für die nächsten vier Quartale angekündigten Dividenden besser ausgefallen als gemeinhin gedacht.

Obwohl sich die Kürzungen und Streichungen zwischen April und Dezember 2020 auf insgesamt 220 Mrd. US-Dollar belaufen hätten, seien sie von den tatsächlich erfolgten Ausschüttungen in Höhe von 965 Mrd. US-Dollar bei weitem übertroffen worden. Jedes achte Unternehmen habe seine Ausschüttung ganz gestrichen und jedes fünfte habe sie gekürzt. Zwei Drittel der Unternehmen hätten sie erhöht oder sie konstant gehalten. Ein Drittel der weltweiten Dividendenkürzungen sei gemessen am Volumen auf Banken entfallen, mehr als dreimal so viel wie auf Ölproduzenten - den am zweitstärksten betroffenen Sektor.

Sechs von zehn zyklischen Konsumgüterunternehmen hätten ihre Ausschüttungen gekürzt oder gestrichen, aber die klassischen defensiven Branchen - Lebensmitteleinzelhandel, Pharmazeutika und Hygieneartikel - seien weitgehend unversehrt geblieben. Unter den größeren Aktienmärkten der Welt seien die Folgen in Spanien und Frankreich besonders gravierend gewesen - 71% der dortigen Unternehmen hätten Kürzungen vorgenommen, verglichen mit nur 9% in Kanada.

Im ersten Quartal 2021 würden die Ausschüttungen sinken, obwohl der Rückgang wahrscheinlich geringer ausfallen werde als zwischen dem zweiten und vierten Quartal 2020. Der Ausblick für das Gesamtjahr bleibe extrem unsicher. Die Pandemie habe sich in vielen Teilen der Welt verschärft, auch wenn die Impfstoffe neue Hoffnung geben würden. Wichtig sei, dass die Bankendividenden in den Ländern, in denen sie gekürzt worden seien, wieder eingesetzt würden. Allerdings würden sie in Europa und Großbritannien nicht annähernd das Niveau von 2019 erreichen, was das Steigerungspotenzial einschränken werde. Die Regionen der Welt, die sich 2020 als stabil erwiesen hätten, dürften diese Performance 2021 wiederholen. Einige Sektoren würden jedoch wahrscheinlich auch weiterhin Probleme haben, bis sich die Volkswirtschaften vollständig erholen könnten.

Ein langsames Abklingen der Pandemie und die durch das erste Quartal verursachte Verzögerung würden auf einen Rückgang der Ausschüttungen im gesamten Jahr um 2% auf Gesamtbasis hindeuten (-3% bereinigt). Im günstigsten Fall werde zum jetzigen Zeitpunkt ein Wachstum von 2% auf bereinigter Basis angenommen, was einem Gesamtwachstum von 5% auf insgesamt 1,32 Billionen US-Dollar entspreche.

Jane Shoemake, Client Portfolio Manager des Global Equity Income Teams bei Janus Henderson habe gesagt: "Obwohl die Pandemie das Leben von Milliarden Menschen in bisher unvorstellbarer Weise verändert hat, entsprachen die Auswirkungen auf die Dividenden einer herkömmlichen, wenn auch schweren Rezession. Sektoren, die von diskretionären Ausgaben abhängen, waren stärker betroffen, während defensive Sektoren weiterhin Dividenden ausschütten konnten. Auf Länderebene mussten Länder wie Großbritannien, Australien und Teile Europas einen stärkeren Rückgang verkraften, weil einige Unternehmen wohl schon vor der Krise zu viel ausgeschüttet hatten und aufgrund von regulatorischen Eingriffen im Bankensektor. Auf globaler Ebene war der Rückgang der Ausschüttungen zwischen dem zweiten und vierten Quartal mit 15% im Vergleich zum Vorjahr jedoch milder als der Rückgang nach der globalen Finanzkrise."

"Die Auswirkungen der Krise waren in einigen Ländern und Sektoren extrem, aber ein globaler Ansatz bei der Anlage von Erträgen bedeutete, dass die Vorteile der Diversifizierung dazu beitrugen, einige dieser Auswirkungen zu mildern. Entscheidend ist, dass die Banken der Welt (die in der Regel den größten Teil der weltweiten Dividenden zahlen) meist mit gesunden Bilanzen in die Krise gingen. Die Dividendenausschüttungen der Banken mögen in einigen Teilen der Welt von den Aufsichtsbehörden eingeschränkt worden sein, aber das Bankensystem hat weiterhin funktioniert, gestützt durch eine solide Kapitalausstattung, die für das reibungslose Funktionieren von Volkswirtschaften unerlässlich ist."

"Schließlich zeigen Dividenden, wie üblich für ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld, Stabilität im Verhältnis zum Gewinn. Dies ist ein Grund, warum Dividenden eine so wichtige Erwägung für Investoren sind." (22.02.2021/ac/a/m)






 
 
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