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Welthandel: Besser als sein Ruf




13.05.22 13:15
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Nach einer Phase der Schwäche im Jahr 2021 sind zum Ende des Jahres und Anfang 2022 weltweit die Industrieproduktion und der Warenhandel wieder spürbar gestiegen, so die Analysten der Helaba.

Diese vielversprechenden Anzeichen dürften allerdings mittlerweile vom Ukraine-Krieg und durch Lockdowns in China konterkariert worden sein - der letzte Wert im Chart sei für Februar.

Insgesamt bleibe der Welthandel auf seinem aufwärtsgerichteten Trend, auch wenn dieser seit der Finanzkrise flacher sei als in den Jahren zuvor. Weder der Handelskrieg in der Präsidentschaft von Donald Trump noch die Pandemie scheinen diesen grundlegenden Aufwärtstrend gebrochen zu haben, so die Analysten der Helaba. Die Gründe für den flacheren Anstiegswinkel seien umstritten: Zu den Kandidaten würden die zunehmende Bedeutung von Dienstleistungen in der globalen Wirtschaft sowie ein schwächeres Wachstum in der besonders "handelsintensiven" europäischen Region nach der Schuldenkrise am Anfang des Jahrzehnts zählen.

Auch die Pandemie habe der Welthandel eigentlich recht gut überstanden. Zeitweise seien es gerade die grenzüberschreitenden Lieferketten gewesen, die bei nationalen oder regionalen Lockdowns helfend eingesprungen seien. Seit 2021 würden jedoch weltweite Engpässe den Aufschwung dämpfen, so dass das Angebot nicht mit der boomenden Nachfrage nach Waren habe mithalten können. Oft sei nicht eindeutig zu klären, ob im Einzelfall nun unzureichende Produktion, fehlende Inputs wie Rohstoffe, Arbeitskräfte und Zwischenprodukte oder mangelnde Transportkapazitäten das Nadelöhr gewesen seien. Konkrete Anzeichen für ein immer wieder diskutiertes "Reshoring", also das "Zurückholen" von Produktion in die Industrieländer, würden bislang dennoch dünn gesät bleiben. Stattdessen scheinen viele Unternehmen eher eine stärkere regionale Diversifizierung ihrer Lieferanten anzustreben, unabhängig davon, ob diese nun im In- oder Ausland sitzen, so die Analysten der Helaba.

Der mittelfristige Ausblick sei trotzdem getrübt: Der drohende Zerfall der Weltwirtschaft in zwei Blöcke, politische Maßnahmen, die sich implizit oder explizit gegen die Globalisierung wenden würden (z.B. Lieferkettengesetz) oder die Problematik, eine möglichst weltweite Kooperation in der Klimapolitik ohne Überregulierung und störende Handelshemmnisse zu erreichen. All dies seien große Herausforderungen für den internationalen Güteraustausch und damit auch für die weltwirtschaftlichen Wachstumsperspektiven. (13.05.2022/ac/a/m)







 
 
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