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22.02.21 14:55
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - Auf Wochensicht bewegten sich die Ölpreise zwar nur seitwärts, so die Analysten der Nord LB.

Das Fass der Sorte Brent sei letzten Montag bei 63 USD/b gestartet und am Freitag bei 63,35 aus dem Handel gegangen. Am Donnerstag sei der Wert bis auf 65,40 geklettert. Ohne Zweifel zeige sich der Markt aber gerade robuster als von vielen für möglich gehalten worden sei.

Bedeutende Unterstützung sei vom Kälteeinbruch in Nordamerika ausgegangen, der, sehr ungewöhnlich, bis hinunter nach Texas gereicht habe, wo man auf solche Temperaturen eher nicht eingestellt sei. Dadurch sei die Ölproduktion lahmgelegt worden, der Bedarf an Heizöl sei kräftig gestiegen. Mehrbedarf habe es auch aus dem Stromsektor gegeben, weil Windturbinen ihren Betrieb hätten einstellen müssen. All dies seien allerdings nur kurzfristige Effekte. In längerer Perspektive greife offenbar der Optimismus über den bevorstehenden wirtschaftlichen Aufschwung nach Überwindung der Pandemie weiter um sich.

Weltweit würden viele Indikatoren auf eine schwungvolle Industriekonjunktur hindeuten. Auch die Konsumausgaben für kurz- und langlebige Konsumgüter würden sich erstaunlich prächtig entwickeln. Die Annahme eines weitverbreiteten, tiefen Pessimismus auf Seiten der Verbraucher scheine nur relativ zu sein. Die Haushalte hätten außerdem, wie aus den volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen hervorgehe, einen signifikanten Überhang an mehr oder weniger erzwungener Ersparnis angehäuft. Es sei zu vermuten, dass ein erklecklicher Teil davon in Verbrauchsarten fließen werde, die im Lockdown eingeschränkt gewesen seien: Mobilität und Reisen.

Es gebe also einige Gründe, für den Ölmarkt und –preis optimistisch(er) zu sein. Goldman Sachs werde mit einer Studie zitiert, die von einer Erholung der Nachfrage auf Vorkrisenniveau im Sommer 2021 prognostiziere, während das Angebot im Großen und Ganzen unelastisch bleiben solle. Das würde den Preis für Brent auf 75 USD/b treiben. Wie starr das Angebot wirklich sei, werde sich nächste Woche beim Treffen der OPEC+ zeigen. Russland habe wohl schon angedeutet, dass sie die Quoten gerne erhöhen möchten. Saudi-Arabien stehe auf der anderen Seite und sei mit 1 Mio. bpd in Vorleistung gegangen. In den Verhandlungen werde darum gehen, ob bzw. wie die Förderkürzungen abgebaut werden könnten. Die Analysten würden auf die dritte Pandemiewelle warten und vorsichtig bleiben. (22.02.2021/ac/a/m)







 
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