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Kryptowährungen sind wenig mehr als aufgebauschte Schneeballsysteme




13.05.22 15:35
BlueBay Asset Management

London (www.aktiencheck.de) - Der US-Verbraucherpreisindex (VPI) ging im April zurück. Die Marktteilnehmer waren aber enttäuscht über den relativ starken Anstieg der Kerninflation um 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management.

Denn das deute darauf hin, dass der zugrunde liegende Inflationsdruck weiterhin unangenehm hoch sei. Die Renditen von Staatsanleihen hätten sich von diesen Daten wenig beeindruckt gezeigt und hätten im Laufe der Woche nachgegeben, da die sich verschärfenden finanziellen Bedingungen auf Risikoanlagen gelastet hätten.

Unterdessen habe am Markt für Kryptowährungen der Einbruch des Stablecoins TerraUSD (UST) für Schlagzeilen gesorgt. US-Finanzministerin Janet Yellen habe sich besorgt über die fehlende Regulierung von Stablecoin-Vermögenswerten geäußert, die fiktiv an den US-Dollar gekoppelt seien. Insbesondere bei algorithmischen Stablecoins, deren Wert durch die Arbitrage auf die zugrundeliegenden Kryptowährungen gestützt werde, könnten ‚Todesspiralen‘ drohen - wenn fallende Preise Liquidationen auslösen würden, die die Kurse noch weiter drücken würden.

So gesehen könnten nicht mit harten Vermögenswerten unterlegte Stablecoins eine binomische Renditeverteilung aufweisen: Sie seien entweder stabil bei einem US-Dollar oder laufen Gefahr, überhaupt nichts wert zu sein.

Für Investoren, die sich nicht mit digitalen Vermögenswerten befassen, scheinen die jüngsten Entwicklungen am Kryptomarkt nur von begrenzter Relevanz zu sein. Dennoch könnte sich die aktuelle Schwäche auf das breitere Stimmungsbild auswirken - immerhin gehörten UST und der zugehörige Luna-Token bis Anfang dieser Woche zu den Top-10-Coins weltweit.

Die Argumente für Kryptowährungen als gute Portfoliodiversifizierung schienen sich in letzter Zeit in Luft aufgelöst zu haben. Angesichts der hohen Volatilität selbst "sicherer" Coins sei es schwer, sie als "digitales Gold" zu betrachten.

Der Schmerz der Kleinanleger könnte durchaus zu einer stärkeren Regulierung führen. Es scheine, dass selbst einige der eifrigsten Befürworter der ‚Anlageklasse‘ Krypto viele der heute gehandelten Coins, Token und NFTs nur für wenig mehr als aufgebauschte Schneeballsysteme halten würden. Derweil schienen weitere Verluste bei Krypto-Börsen wie Coinbase darauf hinzudeuten, dass selbst Handelsplattformen trotz hoher Transaktionsgebühren und Umsätze kein Geld verdienen könnten. Kurzum: Es seien ein paar schreckliche Tage für den Kryptomarkt gewesen. (13.05.2022/ac/a/m)






 
 
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