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Gier nach Tulpen - erste große Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte




22.02.21 16:25
Der Aktionär

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Vor fast 400 Jahren führte die Gier nach Tulpen zur ersten großen Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte, so Markus Hechler von "Der Aktionär".

Alles wegen einer zarten Blume, die kaum mehr als zwei Wochen im Jahr blühe und kurz vor der Hausse in den Niederlanden noch gänzlich unbekannt gewesen sei. Die Tulpe sei wohl Mitte des 16. Jahrhunderts über Konstantinopel nach Europa gelungen und habe aufgrund ihrer Farbenpracht die Menschen begeistert.

Die Faszination der Farbenpracht und ein Virus, der verwirrende Flammen und Streifen ausgelöst habe, habe in den Niederlanden eine vorher nicht gekannte Begeisterung entfacht. Die Geschäftssaison der Tulpen hingegen sei kurz, sie würden im Frühjahr für wenige Tage blühen, in denen sich die Liebhaber und Bloemisten treffen würden und dann die Zwiebel aus der Erde nehmen würden, damit sie keinen Schaden nehme.

Erst jetzt könne sie vornehmlich in Gaststätten verkauft werden, die Börse der sogenannten Bloemisten. Tulpenkenner würden die Geschäfte überwachen und jede Transaktion schriftlich festhalten, es gelte je schwerer eine Zwiebel, desto wahrscheinlicher bilde sie Brutzwiebeln, die dann wiederverkauft werden könnten. Mitte der 1630er Jahre werde der Handel mit Tulpen immer beliebter, Geschäftsleute hätten große Gewinne gewittert und die Tulpen würden professionell gezüchtet. Die Menschen würden nach immer ausgefalleneren Variationen lechzten und die Preise würden immer höher klettern. Die Generalissimo Tulpe sei beispielsweise von 95 Gulden auf 900 Gulden gestiegen, andere Sorten hätten sich ebenfalls in kürzester Zeit verzehnfacht. Warum sollten die Preise nicht noch weiter steigen?

Anfang Februar 1637 komme es in Alkmaar zu einer landesweit groß angekündigten Tulpenauktion, bei der eingegrabene Tulpen quasi als Termingeschäft verauktioniert würden. Niemand könne die Zwiebeln begutachten oder nach dem Zuschlag gleich mitnehmen, sie würden bis zum kommenden Sommer in der Erde bleiben und würden erst dann übergeben und bezahlt. Bei der Auktion würden astronomische Preise erzielt, die auf einem Flugblatt veröffentlicht würden und somit im ganzen Land für Verwunderung sorgen. In einigen Städten Hollands werde noch eifrig gehandelt, in Amsterdam breche der Markt jedoch schon am 07. Februar ein. Viele Käufer würden nun erklären, dass sie die gekauften Zwiebeln weder entgegennehmen noch bezahlen möchten.

Die große Menge an gebrochenen Verträgen schockiere die Bloemisten, es werde eine Kommission eingesetzt, die zwischen Käufern und Verkäufern vermitteln solle. Die nichterfüllten Verträge könnten gegen eine Entschädigung von drei bis fünf Prozent des Kaufpreises storniert werden und der Verkäufer behalte seine Zwiebeln. Der Grund für den Einbruch sei bis heute rätselhaft. (22.02.2021/ac/a/m)







 
 
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