Wird der Goldpreis moderat fallen?




12.07.18 14:42
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Obwohl sich die Weltwirtschaft mit einer Vielzahl von Risiken konfrontiert sieht, zeichnet sich keine signifikante Erhöhung der Goldnachfrage ab, so die Analysten der DekaBank.

Dabei böten die Aufkündigung des Atom-Abkommens mit dem Iran seitens der USA, die Eskalation der von US-Präsident Donald Trump angestoßenen Handelsstreitigkeiten mit den westlichen Verbündeten und die neuesten politischen Entwicklungen in Italien durchaus Anlass zur Flucht in den "sicheren Hafen". Dass Gold trotz der großen Unsicherheit sogar ein Sechsmonatstief von 1.242 US-Dollar erreicht habe, dürfte maßgeblich auf die zunehmende Gewissheit zurückzuführen sein, dass der Leitzinsanhebungszyklus der US-Notenbank FED weitgehend nach Plan fortschreite. Solange die Risiken nicht dramatisch zunehmen, sollte daher der Zinseffekt vorerst weiter überwiegen, weswegen wir von einer anhaltenden leichten Abwärtsbewegung des Goldpreises ausgehen, so die Analysten der DekaBank.

Gold gelte weltweit als Krisenwährung. Entsprechend steige der Goldpreis in Krisenzeiten in der Regel stark an. Üblicherweise sinke er wieder, wenn eine Krise abflaue. Nach der Finanzmarktkrise und der Staatsschuldenkrise in Europa stünden nun andere Themen an. Zum einen sei dies die von den USA ausgehende Zinswende. Auch im Rest der Welt würden die Zinsen allmählich wieder zu steigen beginnen. Die Renditen würden zwar nur langsam nach oben gehen, denn das Tempo der Leitzinsanhebungen in den USA sei sehr zögerlich. Außerdem seien andere große Notenbanken wie die EZB mit dem Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik extrem vorsichtig. Doch auch mit leicht steigenden Zinsen würden die Opportunitätskosten der Goldhaltung höher, Gold werde also in Relation zu anderen Anlageklassen unattraktiver. Zum anderen hätten die Industrieländer die Deflationssorgen hinter sich gelassen und die Märkte und Analysten würden sich zunehmend mit dem Thema Inflation beschäftigen. Zugleich sei die politische Unsicherheit weiterhin recht hoch. Am Ende werde man am Goldmarkt all diese Faktoren gegeneinander abwägen.

Aus unserer Sicht erscheint es am wahrscheinlichsten, dass der Goldpreis (in US-Dollar notiert) moderat fallen wird, so die Analysten der DekaBank. Auf lange Sicht würden die Analysten dem Goldpreis nicht viel mehr als einen Inflationsausgleich zutrauen. (Ausgabe Juli/August 2018) (12.07.2018/ac/a/m)





 
 
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