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Vergemeinschaftung der Schulden kann Eurozone stabilisieren




12.10.18 17:30
BlueBay Asset Management

London (www.aktiencheck.de) - Die Aufregung um den italienischen Haushaltsentwurf zeigt, dass die europäische Verschuldungskrise noch lange nicht gelöst ist, so Mark Dowding, Co-Leiter für entwickelte Märkte bei BlueBay Asset Management.

Ein weiteres Auseinanderdriften der Eurozone könne seiner Meinung nach verhindert werden, wenn sich Europa dazu entscheide, gewisse Garantien zu vergemeinschaften und damit die Peripheriestaaten zu stabilisieren.

Konkret schlage BlueBay Asset Management vor, dass der Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) oder eine vergleichbare europäische Institution Garantien für ausstehende Staatsanleihen von weniger als drei Jahren Laufzeit vergebe. Voraussetzung sei, dass ein dreijähriger Haushaltsplan bestimmte Tests bestehe, die eine gewisse Haushaltsdisziplin voraussetzen würden. Durch eine solche öffentliche Garantie könnten die Zinskosten deutlich gesenkt werden, wovon direkt diejenigen Länder profitieren würden, die diese Entlastung am meisten brauchen würden. Im Falle von Italien würden beispielsweise die Refinanzierungskosten um rund 100 Basispunkte im Vergleich zum aktuellen Stand (per Oktober 2018) sinken. Damit würden Mittel frei, die für Wachstumsprogramme oder eine Verringerung der Staatsverschuldung eingesetzt werden könnten.

BlueBay Asset Management sehe vor allem folgende Vorteile:

- In einer solchen Maßnahme sehe man erstens ein klares Signal der Solidarität innerhalb der Eurozone.
- Zweitens würde ein klares, regelbasiertes System einen Anreiz für eine verantwortungsvollere Haushaltpolitik bieten.
- Drittens würden die Zinskosten allgemein sinken und die Haushalte der Länder stabilisiert werden.
- Viertens würden im Laufe der Zeit alle Anleihen mit geringer Laufzeit garantiert werden und damit auch die Renditen von Langläufern senken.

Voraussetzung für dieses Modell sei eine Beschränkung der maximalen Quote der kurzfristigen Anleihen, die finanziert würden, damit es nicht zu einer inflationären Auflage komme. Dieses Modell würde Länder zu einer Haushaltsdisziplin zurückführen und es sei sogar denkbar, es später auch auf länger laufende Anleihen auszudehnen.

BlueBay Asset Management sei bewusst, dass es großen Widerstand gegen die Vergemeinschaftung von Schulden gebe, besonders von den nordeuropäischen Ländern. BlueBay Asset Management vertrete dagegen die Meinung, dass die Eurozone entweder näher zusammenrücke oder riskiere, auseinanderzubrechen. Die hohen Refinanzierungskosten würden das Wachstum in den Peripheriestaaten beschränken. Damit wachse der Abstand zu den Staaten im Zentrum, wie Deutschland, immer weiter. (12.10.2018/ac/a/m)







 
 
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