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Spanien: Risiko Katalonien




06.10.17 15:25
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Der Konflikt zwischen der katalonischen Regionalregierung und Madrid setzt sich fort, so die Analysten der Helaba.

Sollte es zu einer Erklärung der Unabhängigkeit kommen, würden weitere Eskalationsstufen folgen. Die Kapitalmärkte dürften hierauf reagieren.

Für die separatistischen Tendenzen gebe es kulturelle und ökomische Gründe. Lange Zeit sei die katalanische Sprache und Kultur unterdrückt worden. Obwohl sich hier einiges geändert habe, wirke dies nach. Zudem fühle sich die wirtschafts- und exportstarke Region finanziell zu stark beansprucht. Als überdurchschnittlich wohlhabender Landesteil zahle Katalonien - nach allerdings umstrittenen Schätzungen - etwa 8 Milliarden Euro als Nettotransfers an Spanien. Gemessen an der Wirtschaftsleistung müsse damit fast 4% in der autonomen Region zwischen Pyrenäen und Mittelmeer aufgebracht werden.

Nach dem heftig umstrittenen Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien am 1. Oktober seien zwei Szenarien möglich: Entweder es komme zu einer Verhandlungslösung, bei der der spanische Zentralstaat Katalonien bezüglich der Autonomierechte und in Finanzfragen entgegenkommen müsste, oder die katalonische Regionalregierung rufe die Unabhängigkeit aus. Damit wäre eine weitere Eskalationsstufe erreicht.

Sollte es mit der Erklärung der Unabhängigkeit Kataloniens möglicherweise bereits in der Berichtswoche zu einer Verschärfung des Konflikts kommen, so könnte dies für spanische Rentenpapiere zu einer echten Bürde werden. Die Nervosität habe zwischenzeitlich deutlich zugenommen. Mittlerweile liege der Renditeaufschlag 10-jähriger spanischer Staatsanleihen gegenüber Bunds im Wochenvergleich allerdings nur noch um 10 Basispunkte höher. Mit zuletzt rund 1,3 Prozentpunkten würden spanische Anleihen zudem immer noch unter ihren Jahreshöchstständen von 1,5 Prozentpunkten gegenüber Bunds notieren. Auch bei katalanischen Regionalanleihen sei nur ein moderater Anstieg zu verzeichnen.

Eine Abspaltung Kataloniens von Spanien wäre für alle Beteiligten schädlich. Ohne Katalonien würde Spanien innerhalb Europas an politischer und wirtschaftlicher Bedeutung verlieren. Die katalonischen Unternehmen seien auf den heimischen Absatzmarkt angewiesen. Dies gelte umgekehrt auch für die spanischen Unternehmen außerhalb Kataloniens. Eine Abspaltung würde implizieren, dass Katalonien nicht mehr zur EU gehöre. Inwieweit sich die Staatengemeinschaft auf mögliche Beitrittsverhandlungen einlassen würde, sei vollkommen offen. Dagegen spräche, dass man separatistische Bewegungen in Europa nicht befördern möchte. Beitrittsverhandlungen könnten nur geführt werden, wenn alle Mitgliedstaaten der EU zustimmen würden. Dies sei nicht zu erwarten.

Nicht nur die spanische Regierung dürfte dies verhindern. Die Unternehmen seien in Hab-Acht-Stellung. Die viertgrößte Bank Spaniens "Sabadell" habe bereits eine Sitzverlagerung nach Alicante angekündigt. Weitere Abwanderungen - auch aus der "Realwirtschaft" - seien bei einer Verschärfung der Krise zu erwarten. (06.10.2017/ac/a/m)







 
 
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