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NOK: Kräftiger Rückenwind




12.10.18 16:12
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die Norwegische Krone (NOK) kommt in diesem Jahr nicht richtig vom Fleck, so die Analysten der Helaba.

Zwar habe die Währung gegenüber dem Euro einen Gewinn von gut 4% verzeichnet. Die Verluste aus dem Vorjahr habe die Krone aber nicht wettmachen können. Der EUR/NOK-Kurs habe sich 2018 weitgehend in einem Band von 9,40 bis 9,80 befunden. Selbst in der globalen Finanzkrise 2008/09 habe der Wechselkurs nur unwesentlich höher notiert.

Die verhaltene Entwicklung der Krone stehe im Kontrast zur fundamentalen Entwicklung: Zwar sei auch die norwegische Wirtschaft nicht frei von Problemen. Dennoch wachse sie sehr solide. Nach mehreren Verzögerungen habe die norwegische Notenbank - zumal die Inflation erhöht sei - erstmals seit 2011 ihren Leitzins angehoben. Darüber hinaus gebe der gestiegene Rohölpreis Norwegen als großer Exporteur von Energierohstoffen Rückenwind. Längerfristige Bewertungsindikatoren der Krone würden ebenfalls grünes Licht geben.

Die norwegische Wirtschaft wachse 2018 um rund 2%. Neben den Staatsausgaben trage vor allem der private Konsum das Wachstum. Der Arbeitsmarkt sei weiter robust. Die Sorgen vor einem Preisverfall am Wohnimmobilienmarkt hätten sich reduziert, die Häuserpreise hätten wieder angezogen. Die Unternehmen seien insgesamt etwas zögerlich gewesen. Die Investitionen dürften sich aber verbessern, dies würden die Stimmungsindikatoren andeuten. Auch im Ölsektor seien verstärkte investive Ausgaben 2019 geplant. Das Bruttoinlandsprodukt Norwegens werde insgesamt im kommenden Jahr vermutlich noch etwas kräftiger wachsen als 2018.

Die norwegische Inflation sei erhöht, die Gesamtrate habe im August bei 3,4% gelegen. Die Kernraten würden niedriger ausfallen, würden jedoch nach oben tendieren. Selbst wenn der durch höhere Importpreise bedingte Inflationsschub nachlassen werde, bestünden bei der Teuerung signifikante Aufwärtsrisiken. Das Lohnwachstum ziehe allmählich an. Nach der ersten Zinserhöhung seit 2011 auf 0,75% werde die Norges Bank daher weitere Schritte vornehmen. Ihre - geringfügig reduzierten - Projektionen würden zurzeit auf Zinsanhebungen im Halbjahrestakt hindeuten. Das inflationäre Umfeld könnte diesen Kurs noch beschleunigen.

Zwar nehme die Notenbank Rücksicht auf die Politik der EZB. Da im zweiten Halbjahr 2019 jedoch auch die EZB eine Zinswende vollziehen werde und zudem die Norges Bank ohnehin eine Aufwertung der Krone unterstelle, sei dies kein ausschlaggebendes Argument gegen weitere Zinsanhebungen. Der Renditevorsprung der Krone gegenüber dem Euro sei in den letzten 15 Jahren kaum größer gewesen. Damit würden schon die aktuellen Renditen auf eine Aufwertung der Krone hinweisen. Ein höherer Zinsvorteil würde dies umso mehr stützen.

Der hohe Rohölpreis spiegle sich bislang nicht in den Krone-Kursen wider. Selbst wenn die Ölnotierungen angesichts geopolitischer Konflikte kurzfristig überzeichnet seien, spreche das Ölpreisniveau insgesamt für die Krone. Neben den positiven Wachstumseffekten, die vom Ölsektor auf die Gesamtwirtschaft ausstrahlen würden, verbessere sich auch die Leistungsbilanz Norwegens - von den Staatsfinanzen ganz zu schweigen. Im Gegensatz zu manch anderen Rohstoffexporteuren könne Norwegen dank seines weit über 800 Mrd. schweren staatlichen Pensionsfonds glänzen. Als sicherer Anlagehafen habe die Krone zuletzt keine Rolle gespielt, was jedoch in der Zukunft nicht auszuschließen sei.

Die Norwegische Krone sei im Gegensatz zu Währungen wie US-Dollar, Britisches Pfund oder Japanischer Yen illiquider. Womöglich erkläre dies die verhaltene Entwicklung im laufenden Jahr. Zudem habe die Notenbank in der jüngeren Vergangenheit ihre Zinswende mehrfach verzögert. Nun sollte jedoch das Eis gebrochen sein. Wenn dann beim EUR/NOK-Kurs auch die Marke von 9,40 unterboten werde, bestehe von der Markttechnik Abwärtspotenzial. Im Verlauf von 2019 dürfte der EUR/NOK-Kurs sichtbar unter die Marke von 9,0 fallen. (12.10.2018/ac/a/m)







 
 
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