Lateinamerika: Potenzial nicht ausgeschöpft




13.09.19 15:20
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Das Wirtschaftswachstum Lateinamerikas war in den letzten Jahren enttäuschend, wozu insbesondere die Probleme in Argentinien und Brasilien, zwei der drei größten Volkswirtschaften der Region, beigetragen haben, so die Analysten der Helaba.

Mit 0,8% sei die Wirtschaft des Subkontinents 2018 so schwach wie in keiner anderen Weltregion gewachsen. Für 2019 und 2020 würden die Analysten mit 1,3% bzw. 2,2% jeweils eine leichte wirtschaftliche Aufhellung erwarten. Brasilien, die größte Volkswirtschaft der Region, erhole sich weiter von der schweren Rezession und der darauffolgenden politischen Unsicherheit.

Mit Argentinien sei auch ein lateinamerikanisches Land im Spätsommer 2018 in den Sog der Schwellenländerkrise geraten und obwohl sich Staatspräsident Macri bisher strikt an die Vorgaben aus dem IWF-Programm gehalten habe, komme das Land nicht zur Ruhe. Die massive Abwertung als Reaktion auf den Sieg des peronistischen Kandidaten bei den Vorwahlen Mitte August 2019 zeige, dass die Risiken für das stark in Fremdwährung verschuldete Land weiterhin hoch seien.

Lateinamerika leide unter dem Handelsstreit, den US-Präsident Trump mit einer Reihe von Ländern, allen voran China, vom Zaun gebrochen habe. Dieser Konflikt drücke mittlerweile stark auf das globale Wirtschaftswachstum. In Lateinamerika würden sich die Auswirkungen in Form von geringeren Rohstoffpreisen und rückläufigen Exporten zeigen. Dabei seien nicht alle Länder gleichermaßen vom Außenhandel abhängig. In Brasilien, Argentinien und Kolumbien sei der Außenhandel mit einem Anteil von weniger als 30% des BIP von eher untergeordneter Bedeutung. Bei Mexiko, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Region, sei die Außenhandelsabhängigkeit hingegen hoch.

Der deutsch-lateinamerikanische Außenhandel sei mit 2,1% aller Importe aus und 2,7% aller Exporte in die Region (Stand 2018) bisher schwach entwickelt. Gleichzeitig sei er hochkonzentriert auf die beiden Länder Mexiko und Brasilien. Für eine neue Dynamik in den Handelsbeziehungen könnte nun ausgerechnet US-Präsident Trump sorgen. Seine protektionistischen Ansichten und seine Abkehr vom Multilateralismus hätten dazu geführt, dass sich die Europäer nach alternativen Handelspartnern umsehen würden. So sei es der Europäischen Union gelungen, im Juni 2019 nach 20 Jahren Verhandlungen ein vorläufiges Handelsabkommen mit den Mercosur Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay) abzuschließen. Dies könnte dem deutsch-lateinamerikanischen Handel möglicherweise den lange herbeigesehnten Auftrieb bescheren. (13.09.2019/ac/a/m)







 
 
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